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[Prognos-Studie zur Bildung im Jahr 2020]

Die demografische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte ist bisher als Problem des Gesundheitssystems, des Alterns und der Sozialversicherung diskutiert worden. Dabei steht immer die Frage im Vordergrund, wie angesichts von Geburtenrückgang und Alterung der Bevölkerung die Versorgung durch immer weniger Arbeitnehmer sichergestellt werden soll. Im Jahr 2020 wird über ein Drittel der Erwerbsbevölkerung älter als fünfzig Jahre sein (2002: 22 Prozent). Der Anteil der Dreißig- bis 39-Jährigen sinkt von derzeit dreißig auf 23 Prozent. Das Erwerbspersonenpotential droht dramatisch zu sinken. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung bis 2020 um rund 2,5 Jahre.

Die bedeutet für das Bildungswesen: Die Zahl der nicht berufsbildungsfähigen (derzeit rund zwanzig Prozent) lernschwachen Schüler muss drastisch gesenkt werden. Die Zahl der Hochschulabsolventen und Höherqualifizierten muss nahezu verdoppelt werden. Die Erwerbsfähigkeit Älterer muss durch kontinuierliche berufliche Weiterbildung erhalten werden. Die Studie „Bildung neu denken“ der Prognos AG bietet ein Konzept, das die gesamte Lebensspanne von der frühkindlichen Förderung bis zum intergenerationellen Lernen umfasst und Lösungen für 2020 bietet. Eine 18-monatige Beratung durch über siebzig Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildungspraxis wurde zum Ausgangspunkt der vorliegenden Studie. Die Fäden liefen bei Dieter Lenzen zusammen, Erziehungswissenschaftler an der FU Berlin.

„Bildung neu denken“ hat seit seinem Erscheinen im November breite Aufmerksamkeit in Presse und Öffentlichkeit gefunden. Im Rahmen eines Symposiums des Roman-Herzog-Instituts in München wurde die Studie mit Vertretern aus Bildungspraxis und Politik sowie Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert. Auch die große Resonanz in verschiedenen Fernsehsendern sowie in den Printmedien brachte das Thema in die breite öffentliche Diskussion.

Damit ist ein wichtiges Ziel der Herausgeber der Studie erreicht: die Reform des Bildungssystem als ebenso existentielle Frage wie die Reform von Renten- und Gesundheitssystem in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Sie wollen zeigen: Ausgaben für das Bildungssystem dürfen nicht gegen Sozial- und Gesundheitsausgaben aufgerechnet werden. Bildungsinvestitionen sind Investitionen für mehr soziale Gerechtigkeit.

HS/FvA

Foto: unicom

Studie im Buchhandel: „Bildung neu denken“, Hrsg.: Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Verlag Leske + Budrich 2003, 24,90 Euro.

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