Prof. Dr. Jochen Roose
Lehrstuhl für Sozialwissenschaften

 

  





Prof. Dr. Jochen Roose
Willy Brandt Zentrum
Universität Wrocław
ul. Strażnicza 1-3
PL-50-206 Wrocław
Polen
 
 
 
 

 
 

 
 
 

 
 

 

 

Forschungsprojekte

The Greeks, the Germans, and the Crisis

Projekt-Webseite: www.ggcrisi.info
Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Laufzeit: 2014-2015
Projektmitarbeit: Franziska Scholl, Moritz Sommer
Ein Projektteam in Griechenland unter der Leitung von Prof. Maria Kousis, PhD an der University of Crete bearbeitet den griechischen Teil, gefördert vom General Secretariat for Research and Technology (GSRT) of the Ministry of Education and Religious Affairs, Culture and Sports of Greece

Gesellschaftliche Entwicklungen wie die Eurozonenkrise werfen zentrale Fragen auf: Wer ist schuld an der Krise? Wer ist verantwortlich für Erfolge im Krisenmanagement und welche Akteure sollten für die Bekämpfung der Krisenfolgen zuständig sein? In der Öffentlichkeit konkurrieren die Deutungen. PolitikerInnen, Protest-Akteure, InteressenvertreterInnen der Wirtschaft und andere stellen ihre spezifischen Kriseninterpretationen, Schuld- und Erfolgszuschreibungen öffentlich dar.
Diese öffentliche Auseinandersetzung steht im Zentrum des Forschungsprojekts. Mit Hilfe einer Inhaltsanalyse der Berichterstattung zur Eurozonenkrise in deutschen und griechischen Tages- und Wochenzeitungen sowie der Nachrichtenagentur Reuters von September 2009 bis September 2013 wird mittels der Discursive Actor Attribution Analysis untersucht, wer wen für was in welcher Form und mit welchen Argumenten verantwortlich macht.
Das Projekt analysiert und erklärt die Attributionszuschreibungen der Akteure vor dem Hintergrund struktureller Positionen und Strategien sowie kultureller Kontexte. Dabei sind die Berichterstattung im Ländervergleich und die Bezugnahme auf Akteure in dem jeweils anderen Land von besonderem Interesse. Zudem wird die Form der Attributionszuschreibungen analysiert (z.B. Demonstrationen).

Engagement, Engagementpotenzial und das Potenzial für Gewerkschaftsengagement bei Jugendlichen in den Neuen Bundesländern

Finanzierung: Otto-Brenner-Stiftung
Laufzeit: 2013-2014
Projektmitarbeiterin: Franziska Scholl

Weil Engagement meist bereits in der Jugend erstmals aufgenommen wird, sind Jugendliche von besonderer Bedeutung für eine zivilgesellschaftliche Engagementkultur. In der Forschung wurde vielfach gezeigt, dass Engagement in Ostdeutschland deutlich geringer ist als in Westdeutschland. Mit der Betrachtung von Jugendlichen in Ostdeutschland fokussiert das Projekt eine für die Engagementforschung besonders relevante Gruppe. Das Projekt nutzt vorliegende standardisierte Umfragedaten, um das Ausmaß, die Art und die Erklärung von Engagement bei ostdeutschen Jugendlichen detailliert und differenziert zu untersuchen. Der Freiwilligensurvey, die Studie Aufwachsen in Deutschland (AID:A) und die Shell-Jugendstudie sind in Kombination wertvolle Informationsquellen, die bisher nur sehr unzureichend genutzt wurden. Das freiwillige Engagement Jugendlicher in Ostdeutschland soll in einem ersten Schritt ausführlich beschrieben werden. In einem zweiten Schritt dienen multivariate strukturentdeckende Verfahren der Typisierung von Arten des Engagements, um dann nach Engagement-Art differenzierte Erklärungsmodelle zu entwickeln. Dabei können Datenlücken in einem Datensatz zum Teil durch Informationen in einem anderen Datensatz kompensiert werden. Ausgehend von den nach Engagement-Art differenzierten Erklärungsmodellen sollen differenzierte Potenzial-Analysen durchgeführt werden. Engagement in Gewerkschaften gilt in jedem Schritt besondere Aufmerksamkeit.

Nachwuchsnetzwerk „Neue Perspektiven auf soziale Bewegungen und Protest“

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Laufzeit: 2010-2014

Das Nachwuchsnetzwerk setzt sich zum Ziel, die Forschung zu sozialen Bewegungen und politischem Protest in drei Feldern voranzutreiben. Zum einen wollen seine Mitglieder die Verbindungen zwischen der empirischen Forschung über soziale Bewegungen und den Theorien der Gesellschaft verstärken. Zum anderen soll die kultursoziologische Perspektive auf soziale Bewegungen weiterentwickelt werden. Schließlich soll angesichts neuerer sozioökonomischer Wandlungsprozesse der Zusammenhang zwischen Protestmobilisierungen und Sozialstruktur genauer untersucht werden. Ziel des Nachwuchsnetzwerkes ist die Planung und Durchführung einer Workshop-Reihe, aus der ein deutschsprachiger und zwei englischsprachige Sammelbände hervorgehen sollen. Dabei sollen international renommierte und erfahrene Forscher beratend hinzugezogen werden.
Nähere Informationen unter: http://www.netzwerksozbew.de

Erwartungen und Einschätzungen zur Stromnetzentwicklungsplanung bei Beteiligten

In Deutschland wird ein umfangreicher Aus- und Umbau des Stromnetzes in einem partizipativen Prozess geplant. Im Rahmen von Konsultationen wurden vorläufige Pläne zum zukünftigen Energiemarkt und zu den erforderlichen Übertragungswegen zur Diskussion gestellt. Die Größe des Projektes mit einer Betroffenheit fast des gesamten Bundesgebietes und die Öffentlichkeitsbeteiligung bei den frühesten Planungsschritten machen diesen Prozess besonders interessant.
Das Projekt beschäftigt sich mit der Perspektive auf das Konsultationsverfahren zum Stromnetzentwicklungsplan von intensiv Beteiligten. Dazu wurden TeilnehmerInnen von Veranstaltungen zur Diskussion des Stromnetzentwicklungsplans 2012, die von den Übertragungsnetzbetreibern einerseits und der Bundesnetzagentur andererseits durchgeführt wurden, standardisiert befragt zu ihren Erwartungen an das Verfahren, ihren Einschätzungen des Verfahrensablaufs und anderer Beteiligter. Ergänzt wird die Studie durch Leitfadeninterviews mit unterschiedlichen beteiligten Akteuren.
Erste Ergebnisse aus der standardisierten Befragung von TeilnehmerInnen der Diskussionsveranstaltung durch die Übertragungsnetzbetreiber finden Sie hier.

Vergesellschaftung an Europas Binnengrenzen

Eigenprojekt: Habilitation
Laufzeit: 2004 - 2009

Das Projekt fragt nach den kulturellen Bedingungen von grenzübergreifender Integration an den europäischen Binnengrenzen. In Grenznähe könnte die Europäisierung mit dem Abbau von nationalstaatlichen Grenzen und Integrationsprogrammen in vielen Bereichen lebensweltlich relevant sein. Die Habilitation zeigt, in welchem Maße, in welchen Bereichen und an der Grenze zu welchen Nachbarländern es zu grenzüberschreitenden Aktivitäten und Perspektiven kommt. Dazu werden grenzübergreifende Wahrnehmung, grenzübergreifende Interaktionen (Einkauf von Produkten, Nutzung von Dienstleistungen, Arbeitspendler und Freundschaften) sowie grenzübergreifende Identifikation untersucht.
Die Erklärung von Unterschieden bei den grenzübergreifenden Aktivitäten und Perspektiven im Individualvergleich und im Makrovergleich der Grenzregionen prüft klassische gesellschaftstheoretische Erklärungen der Integrationsdebatte. Einem Modell, das reine Nutzenüberlegungen und systemspezifische Anreize als ausreichend ansieht (Luhmann), werden zwei Erklärungsmodelle gegenüber gestellt: einerseits ein konfliktsoziologisches Modell mit der Betrachtung von Vertrauen (Dahrendorf/ Dubiel) und andererseits ein Wertekonsensmodell (Parsons). Die quantitative Studie nutzt Daten des Eurobarometer und eine eigene schriftliche Befragung in drei deutschen Grenzregionen (an der Grenze zu Polen, Österreich und Frankreich). Es zeigt sich, dass bei den ökonomischen Aktivitäten (Produkteinkäufe, Dienstleistungen) das Vertrauen einen wesentlichen Einfluss hat. Wenn die Interaktion intensiver ist (Arbeitsstelle, Freundschaft), wird auch die grundsätzliche Werteähnlichkeit einflussreich. Für Identifikation und Wahrnehmungsintensität ist ebenfalls die Werteähnlichkeit bedeutsam.
Die Ergebnisse sind in folgendem Buch veröffentlicht:
Roose, Jochen (2010): Vergesellschaftung an Europas Binnengrenzen. Eine vergleichende Studie zu den Bedingungen sozialer Integration. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Die Europäische Union und die massenmediale Attribution von Verantwortung

mit Prof. Dr. Jürgen Gerhards
Laufzeit: 2004-2006
Finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Mitarbeiterin: Anke Offerhaus

Das Projekt fragt, auf welche Weise im öffentlichen Diskurs Verantwortung für politische Aktivitäten konstruiert wird. Dabei steht die EU als Akteur im Mittelpunkt, der als Adressat für politische Verantwortung in Frage kommt. In den national dominierten massenmedialen Öffentlichkeiten müsste sich die EU als Sündenbock geradezu anbieten. Die Akteure der EU (etwa Vertreter der EU-Kommission) greifen selbst zu wenig in den öffentlichen Diskurs ein, um etwaige gegenläufige Deutungen zu vertreten. Anhand einer Zeitungsanalyse wurde diese These generell und im Vergleich Deutschland und Großbritannien sowie in Hinblick auf ihre zeitliche Varianz geprüft. Dabei zeigt sich, dass öffentliches Attributionsverhalten tatsächlich aus der strukturellen Position der Akteure gut vorhersagbar ist. Akteure schreiben sich selbst in starkem Maße Erfolge zu, während sie andere für Misserfolge verantwortlich machen. Dies ist stärker bei zu wählenden Politikern als bei anderen, weshalb der EU-Kommission in hohem Maße von den nationalen Politikern Schuld zugeschrieben wird, während die Kommission selbst in geringerem Maße Verantwortung für Misserfolge auf andere schiebt. Das Muster ist in Großbritannien und Deutschland eindrucksvoll ähnlich. Eine Entwicklung hin zu einer Verstärkung oder Abschwächung der Sündenbockrolle ist nicht zu finden.
Ergebnisse sind in folgenden Artikeln veröffentlicht:
Gerhards, Jürgen/Roose, Jochen/Offerhaus, Anke, 2013: Die Rekonfiguration von Verantwortungszuschreibungen. In: Michael Zürn/Matthias Ecker-Ehrhardt (Hg.): Die Politisierung der Weltpolitik. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 109-133. Näheres.
Gerhards, Jürgen/Roose, Jochen/Offerhaus, Anke, 2009: Die öffentliche Aushandlung von politischer Verantwortung im Mehrebenensystem. Sonderheft der Politischen Vierteljahresschrift "Politik in der Mediendemokratie" (Hg.: Barbara Pfetsch/Frank Marcinkowski), S. 529-558.
Gerhards, Jürgen/Anke Offerhaus/Jochen Roose, 2007: Die öffentliche Zuschreibung von Verantwortung. Zur Entwicklung eines inhaltsanalytischen Instrumentariums, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, Heft 1, S. 106-123.

Effekte von Umweltprotesten in der Bundesrepublik Deutschland

Laufzeit: 2003-2004
Finanziert durch die Fritz Thyssen-Stiftung
Mitarbeiterinnen: Manuela Beer (11.2003-04.2004), Patricia Deuser und Hanna Schlingmann.

Ausgangspunkt dieses Projektes sind vorliegende Protestereignisanalysen, die am Wissenschaftszentrum Berlin durchgeführt wurden, einerseits in dem Projekt "Transformation of Environmental Activism" und andererseits in dem PRODAT-Projekt (Dokumentation und Analyse von Protestereignissen in der Bundesrepublik Deutschland, 1950-1996). Parallel zu diesen Protest-Zeitreihen wurden bestehende Daten zu Dimensionen zusammengestellt, auf die Proteste möglicherweise einen Effekt haben. In dieser Längsschnittperspektive zeigen sich Effekte im Aggregat, auch jenseits der vielfältigen und oft sehr zufälligen lokalen Konfliktkonstellationen, wie sie in Fallstudien oft betrachtet werden. Untersucht wurden die Bereiche massenmediale Öffentlichkeit, individuelle Einstellungen, politisches Handeln, Wirtschaftshandeln, individuelles Handeln sowie Effekte auf die Umwelt. Es zeigen sich deutliche Effekte des Ausmaßes von Umweltprotest im politischen System, dagegen kaum im Wirtschaftssystem oder bei individuellem Handeln.
Ergebnisse sind in folgenden Artikeln veröffentlicht:
Roose, Jochen, 2006: 30 Jahre Umweltprotest: Wirkungsvoll verpufft? Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen 19, Heft 1, S. 38-49.
Roose, Jochen, 2006: Auf dem Weg zur Umweltlobby. Zur Vertretung der Umweltinteressen in Deutschland. In: Thomas Leif und Rudolf Speth (Hg.): Die fünfte Gewalt. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 270-287.

Fans und Fantum

mit Prof. Dr. Mike S. Schäfer

2003-2010
Eigenprojekt
Gegenstand der Untersuchung sind Fans unterschiedlicher Gegenstände und Personen. Sport-, Musik-, Film-, Fernseh-, Auto- und andere Fans, aber auch Theater-, Oper- und Kunst-Begeisterte stehen im Mittelpunkt. In diesen sehr unterschiedlichen Feldern sollen die individuelle Bedeutung und Praxis des Fanseins erhoben werden. Darüber hinaus werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der unterschiedlichen Fanbereiche herausgearbeitet.
Im Rahmen eines Forschungsseminars werden Studierende etwa 60 leitfadengestützte qualitative Interviews mit Fans unterschiedlicher Gegenstände oder Personen führen. Darüber hinaus findet sich unter www.fanforschung.de ein Online-Fragebogen, mit dem Charakteristika der Fanbereiche quantitativ erfasst und theoriegeleitet spezielle Fragen untersucht werden:
  • Fans lassen sich verstehen als partizipatives Publikum. Entspricht der aktivere Teil der Fans den auch politisch aktiveren oder sind die engagierten Fans auf eigene Weise sozialstrukturell geprägt?
  • Gibt es eine Fan-Elite, die über besonders hohes Fan-spezifisches kulturelles und soziales Kapital (im Sinne von Bourdieu) verfügt? Unterscheidet sich diese Elite sozialstrukturell von den Eliten der Gesellschaft generell?
  • Gibt es einen Effekt von grenzüberschreitender Fan-Aktivität auf Transnationalität in anderen Lebensbereichen?
Diese und weitere Fragen werden mittels der Online-Befragung beantwortet.
Ergebnisse sind u.a. veröffentlicht in:
Roose, Jochen/Schäfer, Mike/Schmidt-Lux, Thomas (Hg.), 2010: Fans. Soziologische Perspektiven. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Die Europäisierung der deutschen und britischen Umweltbewegung

Eigenprojekt: Dissertation
Laufzeit: 1998 - 2001

Die Verlagerung politischer Kompetenzen von der nationalen auf die europäische Ebene hat das Umfeld nationaler Umweltorganisationen grundlegende verändert. Die Arbeit untersucht, ob bzw. in welcher Weise die zunehmende Europäisierung im Bereich der Umweltpolitik die Arbeit der nationalen Umweltorganisationen verändert hat. Wie und in welchem Umfang werden die nationalen Umweltorganisationen selbst auf europäischer Ebene aktiv oder delegieren sie diese Arbeit (bei mehr oder minder intensiver Zuarbeit) an europaweit organisierte Netzwerke mit Büros in Brüssel? Die Untersuchung basiert auf Leitfadeninterviews mit Vertretern und Vertreterinnen von nationalen Umweltorganisationen in beiden Ländern.
Die Ergebnisse sind in folgendem Buch veröffentlicht:
Roose, Jochen, 2003: Die Europäisierung von Umweltorganisationen. Die Umweltbewegung auf dem langen Weg nach Brüssel. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag (jetzt VS Verlag für Sozialwissenschaften).

25 Jahre Öko-Institut

Laufzeit: 2001
Finanziert durch das Öko-Institut

Anlässlich des 25jährigen Bestehens des Öko-Institutes im Jahr 2002 habe ich eine Studie erstellt, die auf der Basis von semi-strukturierten Interviews die Entwicklung des Instituts nachzeichnet. Die Entstehungsgeschichte und Veränderung zwischen professioneller Forschung und Umweltbewegung wird in der Studie analysiert.
Die Ergebnisse sind in folgendem Buch veröffentlicht:
Roose, Jochen: Made by Öko-Institut. Wissenschaft in einer bewegten Umwelt. Freiburg im Breisgau: Verlag Öko-Institut.
Die Studie kann als pdf-file hier heruntergeladen werden.

Geringfügige Beschäftigung in Berlin-Brandenburg im Geschlechtervergleich

Finanziert durch die Hans Böckler-Stiftung, mit Irmtraud Schlosser
Laufzeit: 1997 - 1998

Die amtliche Statistik unterschätzt das Ausmaß von geringfügiger Beschäftigung aufgrund der Erhebungsmethode im Mikrozensus erheblich und verzerrt vermutlich die Ergebnisse, weil durch den amtlichen Erhebungshintergrund und die Art der Frage bestehende geringfügige Arbeitsverhältnisse nicht angegeben werden. Die Studie korrigiert diese Unterschätzung durch eine Gewichtung, die mit der besseren Frageformulierung im sozio-ökonomischen Planel gewonnen werden kann. Aufgrund dieser korrigierten Datenbasis kann das Ausmaß geringfügiger Beschäftigung in Berlin-Brandenburg genauer bestimmt werden. Zudem sollte der Geschlechterunterschied beim Umfang und der Bezahlung geringfügiger Beschäftigung in dieser Region bestimmt werden. Es zeigt sich, dass nicht nur Frauen deutlich häufiger in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, sondern zudem dass auch in diesem Segment des Arbeitsmarktes der Stundenlohn der Frauen deutlich geringer ist als der Vergleichslohn der Männer. In Brandenburg sind weniger Menschen, vor allem weniger Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen als Männer. Dies wird interpretiert als ein Effekt der ungünstigeren Wirtschaftslage und höheren Arbeitslosigkeit, die zu einem Wegfall von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen führen dürften. In Brandenburg sind also mehr Menschen und insbesondere mehr Frauen, die eigentlich eine geringfügige Beschäftigung nachfragen würden, arbeitslos.
Die Ergebnisse sind veröffentlicht in:
Roose, Jochen/Schlosser, Irmtraud (1999): Geringfügige Beschäftigung in Berlin und Brandenburg. In: Zukunft im Zentrum (Hg.): Marginalisierung oder Existenzsicherung. Perspektiven der geringfügigen Beschäftigung in Berlin und Brandenburg. Berlin: Freie Universität Berlin, S. 15-69.

Projektmitarbeit bei: "Transformation of Environmental Activism"

Antragsteller: Christopher Rootes, University of Kent at Canterbury
Betreuer der deutschen Teilstudie: Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin
Laufzeit: 1997 - 2001
Finanziert durch die Forschungsförderung der Europäischen Union
Nähere Informationen hier.
Ergebnisse sind u.a. veröffentlicht in:
Rootes, Christopher (Hg.), 2003: Environmental Protest in Western Europe. Oxford: Oxford University Press.