SOKRATES-Programm

Sprachlabor koordiniert EU-Projekte



Der European Language Council (ELC) soll u.a. Maßstäbe in der Ausbildung von Fremdsprachenlehrer/n/innen, Übersetzer/n/innen und Dolmetscher/n/innen entwickeln. Der Lenkungsausschuß des ELC, dem Dr. Wolfgang Mackiewicz (in der Mitte mit Schal) vom FU-Sprachenzentrum vorsteht, trat am 26. Oktober an der FU zusammen.

Die Europäische Kommission unternimmt gegenwärtig verstärkt Anstrengungen zur qualitativen und quantitativen Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse in der EU. Im Rahmen des neuen SOKRATES-Programms werden auch zwei größere Projekte gefördert, die vom Sprachenzentrum (Zentraleinrichtung Sprachlabor) an der FU aus koordiniert werden.

Bei einem Projekt geht es um den Aufbau eines europäischen Verbandes für Fremdsprachen ÷ European Language Council / Conseil EuropÄen des Langues (ELC) ÷, an dem über 40 Universitäten aus 14 EU-Mitgliedsstaaten, Island, Norwegen und der Schweiz sowie eine Reihe internationaler Verbände beteiligt sind. Der neue Verband, der seine ständige Geschäftsstelle an der FU haben wird, soll alle Teilgebiete des Bereichs "Fremdsprachen" zusammenführen. Dazu gehören die Ausbildung von Fremdsprachenlehrern, Übersetzern und Dolmetschern ebenso wie Fragen der Testentwicklung und des Einsatzes neuer Technologien in der Sprachausbildung. Zu insgesamt zehn Teilgebieten werden derzeit in Programmgruppen Positionspapiere erarbeitet. Dem Lenkungsausschuß des ELC gehören dreizehn Experten von Hochschulen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Großbritannien, Irland, Italien, den Niederlanden und Portugal an. Der ELC soll das größte europäische Diskussionsforum für Fragen des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen werden und als Basis für Projekte mit entsprechender Breitenwirkung dienen. Erstes konkretes Ergebnis der Arbeit im ELC ist das Netzwerk-Projekt "Sprachen", das ebenfalls von der FU koordiniert wird. Als Antwort auf die Bestimmung im Maastrichter Vertrag, daß die Gemeinschaft zur Entwicklung der Qualität der Bildung beitragen soll, wurde im SOKRATES-Programm das Instrument fachspezifischer "Thematischer Netzwerke" geschaffen. In auf drei Jahre angelegten Projekten sollen Hochschulen und andere Organisationen aus allen Teilnehmerstaaten den Ist-Stand des jeweiligen Fachgebiets beschreiben und analysieren und den Veränderungsbedarf auf dem Hintergrund des wissenschaftlichen Entwicklungsstandes und der Erfordernisse in Gesellschaft und Wirtschaft bestimmen. Am Ende werden Vorschläge für konkrete Maßnahmen erwartet. Die Ausschreibung der "Thematischen Netzwerke" Anfang des Jahres stieß auf lebhaftes Echo. Am Ende wurden von der Europäischen Kommission 28 Netzwerke errichtet. Das größte ist das Projekt für den Sprachbereich mit 11 Unterprojekten und weit über 100 Projektpartnern. In diesem Projekt werden auch Nicht-EU-Sprachen in die Untersuchung einbezogen.

Außerdem verschickt der ELC derzeit ein erstes Mitteilungsblatt an 4700 Hochschulen in der EU, Island und Norwegen mit der Einladung zur Mitarbeit. Auch die Hochschulen in Mittel- und Osteuropa werden informiert. Die Gründungskonferenz soll am 4. und 5. Juli 1997 in Lille stattfinden.

Dr. Wolfgang Mackiewicz


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