Arbeitsgebiete
Lehre und Forschung
Anita Runge studierte Neuere deutsche Literatur, Philosophie und Politikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin. Seit ihrem Studienabschluss (M.A.) 1981 arbeitet sie kontinuierlich als Dozentin am Institut für Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Sie promovierte 1995 in Bremen im Fach Germanistik (Neuere deutsche Literatur).
Seit 1982 beschäftigt sich Anita Runge mit der Literatur von Autorinnen um 1800 und sichert als Herausgeberin der Reprint-Reihe „Frühe Frauenliteratur in Deutschland“ wichtige, zum Teil nur noch in Unikaten vorhandene Romane deutschsprachiger Schriftstellerinnen des 18. Jahrhunderts. In ihrer Promotion zum Thema „Literarische Praxis von Frauen um 1800: Briefroman, Autobiographie, Märchen. Studien zu Caroline Auguste Fischer, Johanna Isabella Eleonore von Wallenrodt und Benedikte Naubert“ werden gattungs- und geschlechtergeschichtliche Aspekte verknüpft. Die von ihr in Zusammenarbeit mit Helga Gallas zusammengestellte „Bibliographie der Romane und Erzählungen deutscher Schriftstellerinnen um 1800“ erfasst erstmals das gesamte Textkorpus der von deutschsprachigen Autorinnen zwischen 1770 und 1810 veröffentlichten Prosatexte.
Aktuelle Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Schriftstellerinnen im 18. und 20. Jahrhundert, Märchen, Literatur und Anthropologie, literarische Avantgarde (Brecht), historischer Roman, Gender und Genre, Biographik, Romantikrezeption, Geisteswissenschaftlerinnen im 20. Jahrhundert, Kleist, Brecht, Büchner.
Publikationsförderung und -beratung
Seit 1985 arbeitet Anita Runge als Koordinatorin des Publikationsförderprogramms „Ergebnisse der Frauen- und Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin“. Dazu gehörte die Betreuung der Monographienreihe, die Präsentation der erschienenen Bände im Rahmen von Symposien und Workshops sowie die Beratung und Unterstützung von Wissenschaftlerinnen bei der Veröffentlichung ihrer Arbeiten im Rahmen von Weiterbildungsveranstaltungen (u.a. in der Dahlem Research School) und Publikationssprechstunden.
Das
Publikationsförderprogramm zur Geschlechterforschung an der Freien
Universität wurde 1996 um das Jahrbuch Querelles sowie 2001 um die
elektronische Rezensionszeitschrift querelles-net ergänzt. Zur Zeit
werden die gesamten Publikationen auf Open Access ausgerichtet. In
Vorbereitung sind die Digitalisierung der 69 erschienenen Bände der
Reihe „Ergebnisse der Frauen und Geschlechterforschung“ sowie der Bände
des Jahrbuchs Querelles. Die Umstellung der Rezensionszeitschrift und
des Jahrbuchs auf Open-Access-Zeitschriften ist abgeschlossen.
Als
Projektleiterin betreute Anita Runge von Mai 2011 bis Nov. 2012 das ebenfalls von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft im Programmbereich „Wissenschaftliche
Literaturversorgung und Informationssysteme“ geförderte Projekt „Geschlechterforschung und Open Access. Ein Publikationsmodell für ein inter-/transdiziplinäres Forschungsfeld“ (Mitantragstellerin:
Prof. Dr. Bettina Hannover, Projektmitarbeiter: Marco Tullney). Anfang 2016 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft einen Antrag auf Einrichtung eines Repositoriums für die Geschlechterforschung. Das Kooperationsprojekt von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Technischer Universität Berlin wird von Anita Runge am Margherita-von-Brentano-Zentrum geleitet.
Forschungskoordination und Tagungsorganisation
Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung nimmt Anita Runge seit 1988 neben der Publikationsförderung vielfältige Aufgaben zur Initiierung und Unterstützung von Projekten der Geschlechterforschung, insbesondere im geisteswissenschaftlichen Bereich, wahr. Dazu gehört u.a. die Koordination des Forschungsprojekts „Der Brief als literarisches und kommunikatives Faktum. Untersuchungen zu Theorie und Geschichte des Briefs unter besonderer Berücksichtigung der Frau als Autorin und Adressatin“ (1985-1995) und der Projektgruppe zu „Geisteswissenschaftlerinnen im 20. Jahrhundert“ (Arbeitsstelle Käte Hamburger), die Mitorganisation der Workshopreihe „Lust an Differenzen“ (zusammen mit der Zentralen Frauenbeauftragten der Freien Universität Berlin), die Mitarbeit an der Konzeption und der Durchführung der Pilotphase des postgradualen weiterbildenden Ergänzungsstudiengangs „Gender-Kompetenz“, die Koordination des Angebots zu Gender und Diversity im Bereich der Allgemeinen Berufsvorbereitung der Bachelor-Studiengänge sowie die Mitarbeit an der Drucklegung der zweibändigen werkbiographischen Ausgabe zu Margherita von Brentano (erschienen Göttingen: Wallstein Verlag 2010).
In diesem Zusammenhang mitverantwortlich für die Vorbereitung u.a. folgender Tagungen:
- Die Parteilichkeit der Wissenschaft. Tagung zu Ehren von Margherita von Brentano (7./8. Mai 2010, in Kooperation mit dem Einstein Forum Potsdam)
- Simone de Beauvoir: Eine Intellektuelle für das 21. Jahrhundert (10.-12. Jan. 2008)
- Gender und Diversity: Albtraum oder Traumpaar? Ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Dialog zu aktuellen Tendenzen der ‚Modernisierung‘ von Geschlechter- und Gleichstellungspolitik (12.-14. Jan. 2006)
- Ethik und Ästhetik des Mitleids (zu Käte Hamburger) (13.-15. Jan. 2005)
- Kompetenz und/oder Zuständigkeit. Zum Verhältnis von Geschlechtertheorie und Gleichstellungspraxis (4.-6. Juni 2003)
- Geschichte(n) Erzählen. Konstruktionen von Vergangenheit in literarischen Werken deutschsprachiger Autorinnen seit dem 18. Jahrhundert (30. Sept.-2. Okt. 2002)