Uwe Nef

Das Tauziehen der Berliner Universitäten...

... mit dem Berliner Senat um die Rahmenverträge geht weiter. Bei Drucklegung der FU:Nachrichten war noch keine einvernehmliche Lösung in Sicht. Sollten die Vertragsparteien kurzfristig einen Kompromiß finden, berichten wir darüber in einer Sonderbeilage dieses Hefts.

Strittig ist nach wie vor, in welchem Zeitraum die Überbrückungskredite zurückgezahlt werden müssen. Außerdem steht noch nicht fest, ob das Land nach Ablauf der Verträge erneut zu Verhandlungen über die Forderung der Universitäten nach Etatisierung ihrer Versorgungsleistungen im Landeshaushalt bereit ist.

Die Fortsetzung der Verhandlungen wurde erforderlich, weil Finanzsenatorin Fugmann-Heesing auf Rückzahlung der Kredite bis Ende 2000 bestand und hinsichtlich der Versorgungsleistungen zu keiner Konzession bereit war. Die zuvor mühsam erzielten Kompromisse zwischen den Universitäten und Wissenschaftssenator Radunski waren damit geplatzt.

Die Präsidenten der TU und der HU, die die Verträge bereits paraphiert hatten, erklärten unter Protest, den nachträglich zu Lasten der Universitäten geänderten Fassungen nicht mehr zustimmen zu wollen. FU-Präsident Gerlach bezeichnete die Vierjahresfrist zur Rückzahlung der Kredite als "aberwitzig", weil die FU auf einen Rückzahlungstermin frühestens ab 2004 vertraut habe. Er erinnerte daran, daß die FU aufgrund früherer Sparbeschlüsse zwischen 2000 und 2003 noch hohe Einsparungen erbringen müsse. Ein Kreditbedarf würde nur dann nicht entstehen, wenn die FU bis zum Jahre 2000 überhaupt keine freiwerdenden Stellen mehr wiederbesetzten würde. Daß es vollkommen unsinnig ist, über eine solche Option ernsthaft nachzudenken, versteht sich von selbst, denn die ohnehin personell schon sehr ges chwächte Universität wäre dann kaum mehr überlebensfähig.

Obwohl die Kunst des Überlebens zur Zeit das zentrale Thema der Universitäten ist, verlieren sie trotz allem die schönen Künste nicht aus den Augen. Was Kunst mit Wissenschaft zu tun hat, lesen Sie in unserem Titelthema.


Ihre Meinung: Grafik2

[vorherige] [Inhalt] [nächste Seite]