Gudrun Krämer ist Professorin für Islamwissenschaft

Benachbart und doch ganz anders


"Ich bin eigentlich keine klassische Islamwissenschaftlerin", sagt Gudrun Krämer von sich. Auf Umwegen - über das Studium der Geschichte, der Politikwissenschaft und Anglistik - kam sie zur Islamwissenschaft, weil sie sich mit einer Kultur beschäftigen wollte, die der europäischen benachbart und doch anders ist.

Vielfältig sind die Stationen ihres beruflichen Werdegangs. Nach ihrer Promotion 1982 war sie zwölf Jahre lang Nahost-Referentin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Ebenhausen bei München. Diese Tätigkeit unterbrach sie allerdings für drei Semester, um eine Vertretungsprofessur für gegenwartsbezogene Orientforschung an der Universität Hamburg wahrnehmen zu können.

Nach einem Jahr am Centre d'Etudes et de la Documentation Economique, juridique et social in Kairo habilitierte sie sich 1993 und folgte dem Ruf auf eine C3-Professur für Islamwissenschaft an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Seit diesem Sommersemester lehrt sie als C4-Professorin am Institut für Islamwissenschaft, das vor allem historisch und sozialwissenschaftlich ausgerichtet ist, und daher auch Gudrun Krämers Interessen entspricht. Schwerpunkte ihrer Forschungsarbeit sind Moderne Geschichte und Politik der arabischen Welt sowie Islam und Menschenrechte. In ihrem ersten Semester in Berlin liest Krämer über die Geschichte des islamischen Rechts. In zwei Seminaren will sie mit Studentinnen und Studenten über die Anwendung der Scharia im 20. Jahrhundert und unter der Überschrift "Von der Mehrheit zur Minderheit" über Nichtmuslime unter islamischer Herrschaft diskutieren.

Marion Ernst


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