Silur und Devon von Zentraleuropa: zusätzliche Angaben (nach Franke, Bachtadse u.a., vereinfachte Darstellung):
vgl. Sie mit der entspechenden Abbildung im Skript.
- Europa besteht aus einem Ensemble von Mikrokontinenten und Terranen (v.a. Panafrikanisches Basement -> Herkunft Gondwana).
- Zum Teil mehrphasige Dehnung und Kompression
- Verschiedene, wieder verschluckte Ozeane (Rheischer Ozean wird eingeengt; geht in Rhenoherzynischen Ozean über, dann wieder Einengung; Saxothuringischer Ozean: Öffnung und Einengung), z.T. relikthaft als allochthone obduzierte Einheiten erhalten (s.u.).
- Zwischen Laurussia und Avalon-Mikroplatte: Rest des Iapetus.
- Avalon-Mikroplatte umfasst nordamerikanischen Anteil und europäischen Anteil (u.a. London-Brabanter Massiv, evtl. Südportugal etc.). Rhenoherzynischer Schelf entwickelt sich später am Südrand von Ost-Avalonia.
- Zwischen Avalon-Mikroplatte und Armorikanischer Mikroplatte: Rheischer Ozean: Im Ord./Silur mit Inselbogenentwicklung, danach ganz bzw fast geschlossen Inselbogenmaterial heute in Phyllitzone am Südrand des Rheinischer Schiefergebirges erhalten.
- Ehemaliger Rheischer Ozean öffnet sich als Rhenoherzynischer Ozean im Unter und Mitteldevon (evtl. max 500 km breit?)., wird im Oberdevon wieder subduziert: Reste von Ozeanboden (MORBS, Ophiolithe) in Giessen-Harz-Decke (auf Rhenoherzyn. Schelfsedimente geschoben) erhalten. Kollision mit Außenrand des rhenoherz. Schelf an Wende Devon / Karbon (bretonische Phase).
- Armorikanische Mikroplatte unterteilt: im zentralen Bereich saxothuringisches Sedimentbecken (Sedimentation seit Jungproterozoikum; Vereisungszeugen des Oberordoviz), welches sich im Unterdevon zum schmalen Saxothuringischen Ozean entwickelt (Alternative Interpretation: Armorika besteht aus zwei Mikroplatten, dazwischen bereits seit Proterozoikum Saxothuringischer Ozean).
- Nordarmorika wird ab Oberdevon zur Mitteldeutschen Kristallinschwelle (insbesondere Aufstieg in bretonischer Phase), Zentralarmorika ist saxothuringisches Becken + sax. Ozean; Südarmorika ist Moldanubikum (p.p.?).
- Saxothuringischer Ozean wird ab Oberdevon wieder subduziert; dadurch bildet sich Akkretionskeil des Tephla-Barrandiums, welches am Nordrand des Moldanubikums liegt (z.B. Erbendorf Eklogite des Sax. Ozeans). Münchberger Gneismasse stammt aus diesem Bereich (Decke nach Norden auf Saxothuring. Schelfsedimenten); u.a. mit (par-) autochthoner Thüringischen Fazies (flacher Schelf, mit Eisenoolithen im Ordoviz) und allochthoner, im Süden beheimateter Bayerischen Fazies (tief, mit Vulkaniten). Kollision zwischen Tephla-Barrandium und Schelfrand des Saxothuring. Beckens wohl in bretonischer Phase;
- Moldanubikum: u.a. mit obduziertem Unterkrustenmaterial (Gföhr-Unit auf Drossendorf-Unit), evtl. auch Inselbogenmaterial: -> besteht evtl. aus mehreren, ineinander "verschachtelten" kleineren Terranen. Moldanubikum bzw. zumindest Tephla-Barrandium kann auch als Süd-Armorika bezeichnet werden (siehe Diskussion oben).
- Im Süden anschließend noch Moravische Terrane und Intraalpines Terran(e)
- Ozean zwischen Armorika und Gondwana: Massiv-Central-Moldanubischer Ozean (MCM-Ozean), daraus entwickelt sich die Paläotethys (ab Karbon).
Nachtrag: vergleichen Sie mit aktuellen Forschungsergebnissen (2003), im Kapitel Jungpaläozoikum (Raumer et al. 2003)
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letzte Änderungen 13.04.2003 durch R. Leinfelder