{"id":12095,"date":"2022-10-22T00:18:55","date_gmt":"2022-10-21T22:18:55","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=12095"},"modified":"2022-10-22T00:18:55","modified_gmt":"2022-10-21T22:18:55","slug":"away-from-the-family-das-leben-von-auslandstudierenden-in-der-corona-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=12095","title":{"rendered":"Away from the family: Das Leben von Auslandstudierenden in der Corona- Pandemie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Corona-Pandemie war und ist immer noch eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle: Die Angst vor dem Virus, der Travel-Ban und besonders der Lockdown. In diesem Beitrag erz\u00e4hlen ausl\u00e4ndische Student*innen von ihren Perspektiven.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>von Nika Agababyan<\/em><\/p>\n<p>Es war nie so voll hier an Weihnachten. Ein gro\u00dfes Wohnheim mitten in Charlottenburg, das f\u00fcr viele internationale Studierende ihr Zuhause ist, \u2014 hier ist immer etwas los. Lebhaftes Geplauder in den gemeinsamen K\u00fcchen, jemand spielt die neuesten TikTok-Songs so laut, dass der ganze einhundertj\u00e4hrige Altbau zittert, fr\u00f6hliches Gel\u00e4chter in den Fluren. Und dann \u2014 wie eine Zauberei. Es sind winterliche Semesterferien, wo fast in jedem Land was gefeiert wird. Viele Student*innen besuchen ihre Familien oder machen Reisen mit ihren Freund*innen. Das Geb\u00e4ude bleibt fast leer.<\/p>\n<div id=\"attachment_12100\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-12100\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-12100\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=300%2C199\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=200%2C133&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=400%2C266&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=600%2C399&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=800%2C532&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=1024%2C681&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?resize=1200%2C798&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/studentisches-wohnheim-danckelmannstrasse.jpg?fit=3008%2C2000&amp;ssl=1 3008w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-12100\" class=\"wp-caption-text\">Das studentische Wohnheim in der Danckelmannstra\u00dfe. Dieses 115 Jahre alte Geb\u00e4ude ist das Zuhause f\u00fcr 156 Studierende. | Photo: Nika Agababyan<\/p><\/div>\n<p>So war es jedes Weihnachten in dem Wohnheim in der Danckelmannstra\u00dfe. So war es \u2014 bis das Leben von allen pl\u00f6tzlich ge\u00e4ndert wurde. Die Corona-Pandemie hat viele von uns monatelang zu Hause gehalten, aber jeder hat es anders erlebt: Mit seiner Familie, in einer WG oder einer Einzelwohnung, in einem anderen Land ohne die M\u00f6glichkeit seine Mutter zu umarmen.<\/p>\n<h3>Der Travel-Ban und das Neujahrsfest im Freundeskreis<\/h3>\n<p>Unsere Freundesgruppe war ganz bunt: Leute aus vielen unterschiedlichen L\u00e4ndern wie Vietnam oder Georgien, und nur eine Person aus Deutschland. Wir waren alle Student*innen, haben alle die Peinlichkeit von Online-Vorlesungen und \u201cJust stay home\u201d geteilt. Aber Weihnachten und dann Neujahr kamen, und nur unser deutscher Freund konnte nach Hause. Klar, nicht alle wollten, aber, wie N. aus der T\u00fcrkei sagte, \u201cwenn es kein Flug gibt, auch wenn du nicht unbedingt deine Familie sehen m\u00f6chtest, dass du es nicht kannst ist ein komisches Gef\u00fchl\u201d. N. wohnt seit sechs Jahren in Deutschland und w\u00fcrde sich w\u00fcnschen, seine Familie \u00f6fter sehen zu k\u00f6nnen. \u201cDas war das Ding. Du hast Bock pl\u00f6tzlich und die Fl\u00fcge sind OK, du m\u00f6chtest gehen und du kannst es nicht\u201d.<\/p>\n<p>Am Ende des Jahres 2020 galten 175 L\u00e4nder \u2014 fast alle, die es gibt \u2014 als \u201cRisikogebiete\u201d. Das bedeutete eine zehnt\u00e4gige Quarant\u00e4ne nach der Einreise und eine Testpflicht. Man musste einen guten Grund daf\u00fcr haben, um nach Deutschland zur\u00fcckkommen zu d\u00fcrfen. Eine deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft war als Grund nat\u00fcrlich gut genug; andere mussten ihr Recht, nach Deutschland zu kommen, beweisen.<\/p>\n<p>Auch viele andere L\u00e4nder haben den Travel-Ban oder starke Reiseeinschr\u00e4nkungen im Angesicht der Pandemie eingesetzt. Haoyan aus China hat 2019 ein Semester in Deutschland studiert und ist zur\u00fcck nach China gezogen, als das Virus ausgebrochen ist. Im letzten M\u00e4rz ist sie wieder nach Deutschland gekommen und wohnt jetzt in unserem Wohnheim. \u201cChina f\u00fchrt diese \u201cNull Positive F\u00e4lle\u201d-Politik. Das bedeutet, dass die chinesische Regierung gar keine positive F\u00e4lle in China haben will, deswegen ist es wirklich schwer f\u00fcr uns, zur\u00fcck nach China zu fliegen. Das Flugticket ist ganz teuer und wir m\u00fcssten auch, wenn wir zur\u00fcck nach China wollten, in Isolation bleiben. Fr\u00fcher war es sogar ungef\u00e4hr ein Monat (14 Tage plus 14 Tage). Jetzt ist es ein bisschen lockerer, aber trotzdem m\u00fcssen wir noch sieben Tage im Hotel plus drei Tage zuhause in Isolation bleiben.\u201d Deswegen ergab es f\u00fcr Haoyan \u00fcberhaupt keinen Sinn, f\u00fcr ein oder zwei Wochen nach China zu fliegen.<\/p>\n<div id=\"attachment_12096\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-12096\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-12096\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=300%2C199\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=200%2C133&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=400%2C266&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=600%2C399&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=800%2C532&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=1024%2C681&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?resize=1200%2C798&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/kueche-wohnheim.jpg?fit=3008%2C2000&amp;ssl=1 3008w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-12096\" class=\"wp-caption-text\">Einsamer, gedeckter Tisch in einer der K\u00fcchen des Wohnheims. Vor der Pandemie war hier immer viel Trubel. | Foto: Nika Agababyan<\/p><\/div>\n<p>In China feiert man das Neujahr viel sp\u00e4ter: Irgendwann zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar, abh\u00e4ngig von dem Mondkalender. Es ist eines der wichtigsten Feste in China, das man unbedingt mit der Familie verbringt. \u201cIch glaube, es ist wie Weinachten in westlichen L\u00e4ndern,\u201d sagt Haoyan. Das letzte chinesische Neujahr hat sie in Deutschland verbracht. \u201cEs ist wirklich schade, wenn man es nicht zusammen mit seiner Familie verbringen kann. Ich habe hier mit einigen chinesischen Kommilitonen gefeiert. Wir haben etwas gekocht und zusammen gegessen\u201d.<\/p>\n<h3>\u201cDas war richtig deprimierend\u201d<\/h3>\n<p>Die Corona-Pandemie hat viele Herausforderungen mit sich gebracht, auch Psychologische. Laut RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), f\u00fchlte sich rund die H\u00e4lfte der Deutschen in den ersten Monaten einsam. Bei j\u00fcngeren Menschen (geboren ab 1994, praktisch die Altersgruppe eines studentischen Wohnheims) waren die Zahlen mit 62 Prozent am h\u00f6chsten. \u201cEin gro\u00dfer Nachteil waren nat\u00fcrlich die eingeschr\u00e4nkten sozialen Kontakten,\u201d sagt Mohamed aus \u00c4gypten, der seit vier Jahren in Deutschland wohnt. \u201cDas war richtig deprimierend, dass man wirklich nicht mehr in die Mensa gehen kann, Freunde treffen kann. Als ich meine Freunde damals getroffen habe, f\u00fchlte ich mich, als ob ich etwas illegales gemacht habe. Au\u00dferdem konnte ich keine neuen Freundschaften machen, keine neuen Leute kennenlernen. Sogar meine Gruppe an der Uni, wir kannten uns nur durch Microsoft. Und ich glaube bis jetzt, die engeren Freunde, die ich habe, sind immer noch diejenigen, die ich aus dem ersten, zweiten Semester vor Corona kennengelernt habe\u201d.<\/p>\n<p>Mohamed, wie alle anderen Interviewten, best\u00e4tigte, dass er sich einsam gef\u00fchlt hat und sogar depressiv war. \u201cDamals habe ich versucht das ein bisschen auszugleichen, im Sinne, dass ich mehr Sport gemacht habe, mehr Hobbys entdeckt habe, was ich vorher nicht gemacht habe. Man durfte einfach niemanden treffen. Viele hatten damals Angst, und es ist nat\u00fcrlich verst\u00e4ndlich \u2014 so eine Situation, wo man vorsichtig sein soll\u201d. Mohamed sagt, dass er w\u00e4hrend der Pandemie weniger mit seiner Familie in Kontakt stand \u2014 und das fand er Schade. \u201cDamals war nicht viel los, wor\u00fcber man reden oder diskutieren kann. Normalerweise w\u00fcrde ich mit meinem Vater telefonieren, ich erz\u00e4hle ihm, wie mein Alltag war, was ich heute gemacht habe, was neu ist. Und w\u00e4hrend Corona gab es weniger Sachen, die man als neu bezeichnen kann\u201d.<\/p>\n<h3>Die andere Seite der Pandemie<\/h3>\n<p>Obwohl das Virus niemanden diskriminiert, hat jeder die Pandemie und den Lockdown anders erlebt \u2014 je nach Altersgruppe, Wohnsituation, Gesundheitszustand, Finanzlage. Mohamed sieht auch einen Vorteil in der Corona-Pandemie: \u201cDas einzige Gute war, dass die Vorlesungen nicht in Pr\u00e4senz waren. Eine Vorlesung ist halt, ein Professor, ein Doktor, der etwas \u00fcber ein Thema vorliest, und da gibt\u2019s nicht viel Raum, um Fragen zu stellen \u2014 anders als bei einem Seminar. Und vor Corona war es einfach Unsinn, dass man eine Stunde lang durch die Stadt fahren muss, damit man jemanden beim Reden zuh\u00f6ren kann\u201d.<\/p>\n<div id=\"attachment_12099\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-12099\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-12099\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=300%2C199\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=200%2C133&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=400%2C266&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=600%2C399&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=800%2C532&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=1024%2C681&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?resize=1200%2C798&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/selbstgebastelter-desinfektionsmittelhalter.jpg?fit=3008%2C2000&amp;ssl=1 3008w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-12099\" class=\"wp-caption-text\">Selbstgebastelter Desinfektionsmittelhalter. Als die Pandemie kam, musste man schnelle L\u00f6sungen finden. | Foto: Nika Agababyan<\/p><\/div>\n<p>Julieta aus Peru hat eine gegenteilige Erfahrung gemacht. Sie hat das Campusleben von Anfang an genie\u00dfen k\u00f6nnen, da f\u00fcr sie fast alles in Pr\u00e4senz stattgefunden hat. So konnte sie auch viele neue Freundschaften schlie\u00dfen. Als die Pandemie ausgebrochen ist, war sie noch in ihrem Heimatland: \u201cIch hatte eigentlich viel Gl\u00fcck, weil ich mit meiner Familie die ganze Zeit war, und mit meinen Hunden und meinen Schwestern, ich war nie alleine. Ich glaube, meine Familie hatte viel viel Gl\u00fcck, \u00f6konomisch und so, im Vergleich zu vielen Orten in Peru, also es war nicht so schwer.&#8220;<\/p>\n<p>Haoyan, nach ihrer Einsamkeit gefragt, sagt, dass die Pandemie nicht der einzige Grund daf\u00fcr war. \u201cWir haben als ausl\u00e4ndische Studierende zum Beispiel Sprachprobleme. Und auch ohne Familie und ohne Freund*innen, die in China sind, m\u00fcssen wir neue Leute kennenlernen. Wegen der Pandemie ist die Situation sogar etwas schwieriger, weil wir in Deutschland letztes Jahr auch&nbsp;Isolation und weniger Kontakte hatten. Es war noch schlimmer, weil wir alleine im Zimmer wohnen.&#8220;<\/p>\n<p>Alle Personen, die ich befragte, sprachen \u00fcber die Wichtigkeit von sozialen Kontakten und die Einsamkeit, die uns beherrscht, wenn wir zwangsl\u00e4ufig isoliert sind. Vor allem, wenn man in einem anderen Land sein Leben aufbauen m\u00f6chte, spielt es eine riesige Rolle, Freund*innen zu gewinnen und gleichzeitig den Kontakt zu seiner Familie nicht zu verlieren. Es ist kein Wunder, dass junge Menschen sich am meisten einsam gef\u00fchlt haben: Die Hochschule ist ein wichtiger Ort, wo man sich als aktiver Teil der Gesellschaft identifiziert. Es ist vor allem f\u00fcr diejenigen wichtig, die in dieser Gesellschaft neu sind, \u2014 egal, ob man aus der T\u00fcrkei, China, \u00c4gypten oder Peru kommt.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12098\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=150%2C150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=66%2C66&amp;ssl=1 66w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=200%2C200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=400%2C400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=600%2C600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=800%2C800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?resize=1200%2C1200&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/nika-agababyan.jpeg?fit=2250%2C2250&amp;ssl=1 2250w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" data-recalc-dims=\"1\" \/>Nika Agababyan<\/strong> studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft im 4. Semester. Am Anfang der Pandemie wurde ihr Flug in die Heimat abgesagt. Infolgedessen hat sie ihre Familie fast eineinhalb Jahre nicht gesehen.<\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie war und ist immer noch eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle: Die Angst vor dem Virus, der Travel-Ban und besonders der Lockdown. 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