{"id":11933,"date":"2022-10-21T23:27:41","date_gmt":"2022-10-21T21:27:41","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11933"},"modified":"2022-10-21T23:27:41","modified_gmt":"2022-10-21T21:27:41","slug":"alex-kotti-und-osloer-strasse-eine-nacht-in-berlins-gefaehrlichster-u-bahn-linie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11933","title":{"rendered":"Alex, Kotti und Osloer Stra\u00dfe &#8211; Eine Nacht in Berlins gef\u00e4hrlichster U-Bahn Linie"},"content":{"rendered":"<p><strong>T\u00e4glich kommt es in Berlin zu \u00dcbergriffen und Straftaten. Besonders die Nacht bietet daf\u00fcr einen un\u00fcberschaubaren N\u00e4hrboden. Insbesondere davon betroffen sind die Bahnh\u00f6fe der U- und S-Bahn Linien. Ein Selbstversuch soll Aufschluss dar\u00fcber geben, wie gef\u00e4hrlich eine Tour durch den Berliner Untergrund bei Nacht wirklich ist.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>von Paul Moritz Keppler<\/em><\/p>\n<p>Berlin verf\u00fcgt \u00fcber einen \u00fcberaus dicht vernetzten \u00f6ffentlichen Personennahverkehr, der auch den Autolosen Mobilit\u00e4t und damit einhergehend Freiheit garantiert. Egal ob S- oder U-Bahn, RE- oder RB-Zug, Stadtbus oder Stra\u00dfenbahn, auf verschiedensten Wegen gelangen Einwohner*innen sowie Besucher*innen der Bundeshauptstadt von einem zum n\u00e4chsten Ort. Galt er Langezeit f\u00fcr relativ kostspielig, ist er nun, durch die Einf\u00fchrung des brandneuen 9 Euro Tickets, erschwinglich wie nie und gibt einer noch gr\u00f6\u00dferen Vielzahl von Menschen die M\u00f6glichkeit ihn zu nutzen.<\/p>\n<p>Dabei kommen jedoch automatisch Fragen der Sicherheit auf und ein Blick in die Archive zeigt, es existiert eine Kehrseite. P\u00f6beleien, Diebst\u00e4hle, Messerattacken und Drogendelikte sind nur einige&nbsp;der Vergehen, die mit Vorliebe bei Nacht in den Bahnen und den dazugeh\u00f6rigen Bahnh\u00f6fen begangen werden. Als besonders gef\u00e4hrlich gilt hier die U-Bahn Linie 8, die Stationen wie Kottbusser Tor, Osloer Stra\u00dfe, Alexander- und Hermannplatz ansteuert. Tr\u00e4gt diese Linie den Titel der verrufensten \u00d6PNV-Linien Berlins zurecht oder handelt es sich hier um eine Vorverurteilung? Um einen Eindruck davon zu gewinnen, ist das am n\u00e4chsten liegende Werkzeug der Selbstversuch. Bewaffnet mit dem 9 Euro Ticket, einer FFP2 Maske und einem Notizblock geht es also f\u00fcr mich in den Berliner Untergrund.<\/p>\n<h3>Samstag, 09. Juli 2022<\/h3>\n<p><strong>22:06 Uhr &#8211; K\u00f6rperverletzung, N\u00f6tigung, Raub und Sexualdelikte<br \/>\n<\/strong>W\u00e4hrend die Rave The World Techno-Demo auf Berlins Stra\u00dfen gerade endet, startet f\u00fcr mich die 24 Stationen und 18,1km lange Reise am U-Bahnhof Hermannstra\u00dfe. Sie ist die s\u00fcdlichste Station der Linie. Die Au\u00dfentemperatur liegt bei angenehmen 17 Grad als ich die ersten Stufen hinab zu den Gleisen gehe, wo es schon jetzt merklich w\u00e4rmer ist. Planm\u00e4\u00dfig soll die Bahn, die mich einmal komplett vom Berliner S\u00fcden in den Norden bringen soll, in 6 Minuten eintreffen. Der Bahnhof ist recht leer. Vom Urin-Geruch, der Berliner U-Bahnh\u00f6fen so gerne nachgesagt wird, fehlt jede Spur.<\/p>\n<div id=\"attachment_11940\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11940\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11940\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=200%2C267&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=400%2C533&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=600%2C800&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=800%2C1067&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/hermannstrasse.jpg?fit=3024%2C4032&amp;ssl=1 3024w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11940\" class=\"wp-caption-text\">Die noch m\u00e4\u00dfig gef\u00fcllte Bahn am Bahnhof Hermannstra\u00dfe | Foto: Paul Keppler<\/p><\/div>\n<p>Den Umst\u00e4nden entsprechet zeichnet sich ein jetzt&nbsp;noch friedliches Bild der Lage ab, dabei liegen den Zahlen zu urteilen 4 der 5 kriminalit\u00e4tsbelasteten U- Bahnh\u00f6fe der Bundeshauptstadt auf genau dieser Strecke. Spitzenreiter ist die Station Alexanderplatz gefolgt von Kottbusser Tor, Hermannplatz und Osloer Stra\u00dfe. Zusammen kommen allein diese 4 Stationen im Jahr 2017 auf insgesamt 548 registrierte Straftaten. Darunter K\u00f6rperverletzung, N\u00f6tigung, Raub und Sexualstraftaten. Angesichts dieser Tatsache l\u00e4sst sich ganz gut verstehen, warum es der oder dem ein oder anderen nicht geheuer ist, zu n\u00e4chtlicher Stunde einzusteigen. Ich tue es jetzt trotzdem und trete p\u00fcnktlich zur angegebenen&nbsp;Startzeit in die noch g\u00e4nzlich leere Bahn, die nicht in einzelne Wagons aufgeteilt sondern eine einzige, endlos scheinende Schlange ist. Mit mir tritt ein gemischtes Publikum ein und noch bevor alle sitzen warnt der typische Alarmton vor dem Schli\u00dfen der T\u00fcren. Die Tour in Richtung Wittenau startet.<\/p>\n<p><strong>22:16 Uhr &#8211; Erste Straftaten<br \/>\n<\/strong>Die Bremsen der Bahn quietschen ein drittes Mal, als das Dunkel des Tunnels dem k\u00fcnstlichen Licht der Station Hermannplatz weicht. Die bereits passierten zwei Stationen brachten nur wenige neue Mitfahrende an Bord, was sich jetzt aber \u00e4ndern soll. Vornehmlich junge Menschen, teils in Gruppen, gesellen sich zu uns. Jetzt wo die Reihen allm\u00e4hlich gef\u00fcllter und die Sitzpl\u00e4tze ersch\u00f6pft sind, sticht mir das erste Vergehen einiger ins Auge. Bei noch geltender FFP-Maskenpflicht tr\u00e4gt eine Mehrheit der Mitfahrenden keine solche Maske. Zugegebenerma\u00dfen kein extremes Vergehen und dennoch eine Ordnungswidrigkeit. Auch gegen das Alkoholkonsum- und Essverbot wird vereinzelt versto\u00dfen. Nur unweit von mir bei\u00dft ein junger Mann in seinen D\u00f6ner, sein Kumpel trinkt Bier. An ihnen vorbei zieht ein sich selbst als obdachlos beschreibender Herr mit vierbeiniger Begleitung. Seine Bitten um Spenden, um Futter f\u00fcr seinen Hund kaufen zu k\u00f6nnen, treffen nur ganz vereinzelt auf Geh\u00f6r, da \u00fcberdurchschnittlich viele Mitfahrende AirPods oder andere Kopfh\u00f6rer tragen und die Fahrt in ihrer eigenen Musik-Blase verbringen.<\/p>\n<p><strong>22:19 Uhr &#8211; Drogentrips und Schuhdiebstahl<\/strong><br \/>\nNur 3 Minuten sp\u00e4ter ist eine weitere Stationen passiert und die Bahn h\u00e4lt im ber\u00fchmt ber\u00fcchtigten Bahnhof Kottbusser Tor. Viel Bewegung, viele Zu- und Aussteigende, die sich den Weg durch die beschwingt scheinenden Massen am Gleis bahnen. Zwei komplett in schwarz gekleidete Sonnenbrillentr\u00e4ger beschallen den Bahnsteig mit elektronischer Musik, niemand scheint sich daran zu st\u00f6ren. Eine sechsk\u00f6pfige Gruppe an jungen Menschen platziert sich im Eingangsbereich meines Abteils und unterh\u00e4lt alle anderen mit Erz\u00e4hlungen von Drogen-Trips und der Rave The World Demo. Trotz des ausgelassenen, teils sehr lauten Geredes und Gel\u00e4chters schaut ein Gro\u00dfteil der Fahrg\u00e4ste starr auf das jeweils eigenen Handydisplay. Dies \u00e4ndert auch der Gitarrist, der ebenso wie der vom Hund begleitete Obdachlose um etwas Geld bittet, nicht. So schnell wie er kam, verschwindet der Kotti nach nur wenigen Eindr\u00fccken hinter mir und die U-Bahn zieht z\u00fcgig in den n\u00e4chsten dunklen Tunnel.&nbsp;Unter den Zugestiegenen ist die 24 J\u00e4hrige Anna. Die Lehramts-Studentin hatte tags\u00fcber am gro\u00dfen Techno-Umzug teilgenommen und ist jetzt auf dem Weg zu Freunden in eine Bar. Auf die Frage, ob sie sich in der U8 sicher f\u00fchle und ob sie jemals schlechte Erfahrungen gemacht h\u00e4tte antwortet sie:<\/p>\n<div id=\"attachment_11939\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11939\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11939\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=200%2C267&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=400%2C533&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=600%2C800&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=800%2C1067&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/anna-in-der-u8.jpg?fit=3024%2C4032&amp;ssl=1 3024w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11939\" class=\"wp-caption-text\">Die 24 Jahre alte Anna hat keine Bedenken mit der U8 durch die Nacht zu fahren | Foto: Paul Keppler<\/p><\/div>\n<p>\u201eEigentlich nicht. Ich denke mir da nicht viel bei. Manchmal starren einige Typen sehr aufdringlich, aber auch nicht wirklich mehr, als in anderen Bahnen.&nbsp;Einer Freundin wurden hier aber mal im Schlaf die Schuhe geklaut. Das erz\u00e4hlt sie zumindest. Wahrscheinlich war sie aber mal wieder nur super betrunken, wie so ziemlich jeder Dritte, der hier zu dieser Uhrzeit mitf\u00e4hrt. Manchmal wird es dadurch ein bissen laut, aber sonst ist mir bis jetzt nichts passiert.\u201c Als ich ihr berichte, dass hier allein 2017 119 K\u00f6rperverletzungen, 18 N\u00f6tigungen, 3 Sexualstraftaten und 25 Raube zur Anzeige gebracht wurden, stutzt sie ein bisschen bis sie schlie\u00dflich l\u00e4chelnd begegnet: \u201eNaja dann wurden meiner Freundin die Schuhe safe geklaut.\u201c. Eine Form von Besorgnis oder Unsicherheit vermache ich bei der Studentin dennoch nicht.<\/p>\n<p><strong>22:26 &#8211; Die kriminellste Station der Stadt<\/strong><br \/>\nMoritzplatz, Heinrich-Heine-Stra\u00dfe und Jannowitzbr\u00fccke ziehen an mir vorbei. Zwei leer scheinende Bierflaschen liefern sich unter der gegen\u00fcberliegenden Sitzbank ein kleines Wettrennen. Ihr Klirren ist im Get\u00fcmmel kaum zu vernehmen, genau wie die neue BVG-Durchsage-Stimme, die den n\u00e4chsten Bahnhof ank\u00fcndigt. Alexanderplatz. An keiner anderen Station kommt es j\u00e4hrlich zu so vielen, dokumentierten \u00dcbergriffen wie hier. Dies beschr\u00e4nkt sich dabei nicht nur auf den Bahnhof selbst, sonder den gesamten Alexanderplatz. Allein im Jahr 2020 kam es zu 5226 Straftaten. Und tats\u00e4chlich er\u00f6ffnet sich genau beim Einfahren in den Bahnhof die perfekte Grundlage f\u00fcr eine Straftat. Einer Dame, die die Bahn verlassen zu wollen scheint, f\u00e4llt beim Aufstehen das Portemonnaie aus der Tasche. Noch bevor ich sie jedoch darauf aufmerksam machen kann tuen es zwei andere hilfsbereite Jugendliche, heben ihr die Brieftasche sogar auf. Erneut steigen viele junge Menschen ein, einige ohne Maske, einer mit einer gro\u00dfen Sonnenblume und im Querdenker-Shirt. Besonders aus der Masse heraus sticht allerdings ein etwas \u00e4lteres Paar, dem&nbsp;Sitzpl\u00e4tze freigemacht werden. Sie tr\u00e4gt ein rotes, knielanges Kleid mit passendem Blazer, er tr\u00e4gt einen fast schon nach einem Frack anmutenden Anzug. Beide stellen einen Bruch zu allen anderen leger, lasziv oder freiz\u00fcgig gekleideten Mitfahrenden dar. W\u00e4hrend die Bahn losf\u00e4hrt kippt eine halb-volle Bierflasche gegen\u00fcber des Paares um und ergie\u00dft sich \u00fcber dem eh schon dreckigen U- Bahn-Boden. Ohne lange zu z\u00f6gern greift die Dame im roten Kleid zu und verhindert eine weitere Verschmutzung. Au\u00dfer diesem Zwischenfall bleibt es auch hier verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ruhig.<\/p>\n<p><strong>22:36 Uhr &#8211; Mehr Alkohol als im Sp\u00e4ti<\/strong><br \/>\n10 Minuten und genau 6 Stationen sp\u00e4ter mache auch ich meinen Platz beim Einfahren in den U- Bahnhof Osloer Stra\u00dfe f\u00fcr eine schwangere Frau frei. Erneut er\u00f6ffnet sich mir ein weiter Blick durch die gesamte Bahn. Von dem sehr gemischten Publikum ist keiner wirklich auf den Mindestabstand bedacht. Wie auch bei einer so gef\u00fcllten Bahn? Erst im Stehen merke ich, wie stickig und warm die Luft eigentlich ist. Einige Fahrg\u00e4ste telefonieren lautstark, andere nutzen die Fahrt um m\u00f6glicherweise f\u00fcr den Club vorzugl\u00fchen. Bier, Weinflaschen, Kurze &#8211; w\u00fcrde man allen Alkohol zusammensammeln, der sich zum jetzigen Zeitpunkt in der Bahn befindet, w\u00e4re man wahrscheinlich besser ausgestattet, als der kleine Sp\u00e4ti ums Eck. Trotz des Konsums und der Ausgelassenheit scheint es f\u00fcr mich, als w\u00fcrde gegenseitig R\u00fccksicht aufeinander genommen werden. Nach dem Weg Fragenden wird ohne zu z\u00f6gern, wenn auch mit ebenso wenig Kenntnis geholfen. Ungewollten K\u00f6rperkontakt gibt es nur gelegentlich beim Anfahren und Abbremsen der Bahn. Zum nun 17. Mal \u00f6ffnen sich die T\u00fcren und ein Pulk an Menschen verl\u00e4sst das Abteil. Es wird etwas leerer. Unter den Zusteigenden gibt es Eine die allen besonders ins Auge f\u00e4llt und die Blicke ungewollt auf sich zieht. Zentimeterhohe Platteau-Abs\u00e4tze an schwarz gl\u00e4nzenden, kniehohen Lederstiefeln, eine weitmaschige Netzstrumpfhose, ein freier Oberk\u00f6rper, sternf\u00f6rmige Nippel-Patches und feuerrote Federfl\u00fcgel mit einer gesch\u00e4tzten Spannweite von 1,5 Metern standen da pl\u00f6tzlich sehr prominent im T\u00fcrbereich der Bahn. Begleitet wird sie von einer Freundesgruppe, die etwas gediegenere Sachen im gleichen Stil tr\u00e4gt. Die Stimmung ist gut. Schnell wird aus der Stange, die Sicherheit und Standfestigkeit garantieren soll eine Pole-Dance-Stange und aus der U8 eine kleine B\u00fchne mit unfreiwilligem Untergrund-Publikum. Unter lautem Anfeuern wird nacheinander performt und getanzt. Nur eine Station und zwei Minuten sp\u00e4ter legt sich die Stimmung wieder, als die Gruppe das Gef\u00e4hrt am Franz-Neumann-Platz verl\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>22:42 Uhr &#8211; Homophobie und Zivilcourage<\/strong><br \/>\nEtwas \u00fcber eine halbe Stunde sitze ich jetzt in der gef\u00e4hrlichsten U-Bahn-Linie der Stadt und lasse das Zentrum Berlins allm\u00e4hlich wieder hinter mir. Seit der Osloer Stra\u00dfe hat sich die Bahn mehr und mehr geleert, die Auswahl an Sitzpl\u00e4tzen ist jetzt wieder gro\u00df. Die Durchsage l\u00e4sst Paracelsus Bad verlauten, eine Frau mit zwei vollen Plastikt\u00fcten steigt hinzu. Auf der Suche nach Flaschenpfand wird sie in meinem Abteil f\u00fcndig. Doch nicht nur die Bierflaschen nimmt sie mit auch Verpackungsm\u00fcll und einen kaputten F\u00e4cher steckt sie in eine ihrer T\u00fcten. Unmittelbar neben mir sitzt ein junger Mann, der der Frau eine leere Pfandflasche aus seinem Rucksack reicht. Wir kommen ins Gespr\u00e4ch. Niklas ist 25 Jahre alt und arbeitet im Schichtdienst in der Pflege. Gerade ist er im Feierabend und auf dem Weg in seine Wohnung. Wieder stelle ich meine Frage nach dem Sicherheitsgef\u00fchl bei Nacht in der U8 und den gesammelten, m\u00f6glicherweise schlechten Erfahrungen. Er \u00fcberlegt nicht lange und beantwortet die Frage: \u201eIch hatte hier einmal ein sehr unangenehmes Erlebnis mit meinem damaligen Freund. Das ist so ein Jahr her. Wir waren nach einer Party in Mitte auf dem Weg nach Hause, hatten ein bisschen was getrunken und sa\u00dfen Hand in Hand, relativ dich beieinander, auch weil die Bahn richtig voll war. Dann ist, ich glaube Gesundbrunnen, ein Mann dazugestiegen, der sich erst direkt vor uns gestellt und richtig aufdringlich gestarrt hat und dann irgendwann anfing uns super hohophob und laut zu beleidigen. Das war irgendwie besonders bedrohlich, weil er uns so nah kam, auch ohne Maske und ich glaube mit Alkohol im Blut. Zum Gl\u00fcck war da aber eine Jungsgruppe, die nicht nur zugeguckt, sondern ziemlich schnell eingegriffen hat. Die haben den dann weggedr\u00e4ngt, sich vor uns gestellt und diskutiert bis er von selbst gegangen ist. Das war schon echt nicht sch\u00f6n und wir haben danach immer drauf geachtet, was genau wir in der Bahn machen und was nicht. Aber mittlerweile denke ich da kaum noch dran. Ich muss halt U8 fahren um zur Arbeit oder ins Zentrum zu kommen und ich glaube auch, das h\u00e4tte an jeder anderen Station passieren k\u00f6nnen. Idioten gibts \u00fcberall. Da hat glaube ich nicht nur die U8 das Alleinrecht drauf.\u201c. Ich glaube ein L\u00e4cheln unter der Maske erkenne zu k\u00f6nnen, wir reden noch bis zum Rathaus Reinickendorf, bis Niklas die Bahn an ihrer schon vorletzten Station verl\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>22:49 &#8211; Ein Ende in Finsternis<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_11941\" style=\"width: 233px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11941\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11941\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=223%2C300\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=200%2C270&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=223%2C300&amp;ssl=1 223w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=400%2C539&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=600%2C809&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=760%2C1024&amp;ssl=1 760w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=800%2C1078&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?resize=1200%2C1617&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler-bahnhof-wittenau.jpg?fit=2800%2C3774&amp;ssl=1 2800w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11941\" class=\"wp-caption-text\">Ich, unversehrt und leicht m\u00fcde durch die stickige Luft und das k\u00fcnstliche Licht, am Bahnhof Wittenau | Foto:&nbsp;Paul Keppler<\/p><\/div>\n<p>Kurz vor Fahrtende fallen die Anzeigetafeln der Bahn und das Licht kurz aus. Das verwundert die wenigen \u00fcbergebliebenen Fahrg\u00e4ste kaum. Zwei Herren unterhalten sich angeregt \u00fcber Fu\u00dfball, schwenken dann aufs Thema Maskenpflicht um. Noch einmal meldet sich die mittlerweile ganz&nbsp;vertraut klingende BVG-Durchsage-Stimme und verk\u00fcndet die Endstation Wittenau. 37 Minuten nach Einstieg setzte ich meinen Fu\u00df wieder aus der Bahn. Zum ersten Mal in dieser Nacht nehme ich Sicherheitspersonal am Bahnsteig wahr. Zwei in gelben Westen gekleidete M\u00e4nner achten darauf, dass auch wirklich jeder die U8 verl\u00e4sst und streifen schlie\u00dflich den Bahnsteig ab. Ich setzte mich auf eine stark abgenutzte Bank und lasse beim Blick auf meine Notizen die Fahrt ein erstes Mal Revue passieren. Diese 18,1km waren so gar nicht das, was sich mein Kopf, angefeuert durch Statistiken und Zahlen, ausgemalt hatte. Ganz im Gegenteil &#8211; zu keinem Zeitpunkt f\u00fchlte ich mich bedroht oder auch nur unwohl. Ich sah Menschen, die ausgelassen feierten, die Hilfsbereitschaft zeigten und im weitesten Sinne R\u00fccksicht aufeinander nahmen. Ein verlorenes Portemonnaie wurde zur\u00fcckgegeben, \u00c4lteren und Schwangeren wurden Sitzpl\u00e4tze freigemacht, Wegfragen wurden mit einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit beantwortet, Leute achteten auf den M\u00fcll, den andere hinterlassen hatten, Bed\u00fcrftige wurden teilweise durch Spenden unterst\u00fctzt und mir wurde von selbstloser Zivilcourage berichtet.<\/p>\n<p>Das skrupelloseste Vergehen der Nacht war die mangelnde Bereitschaft vieler eine Maske zu tragen und sich an das Alkoholverbot&nbsp;zu halten. Unter dem Strich zeichnet sich aber, zumindest heute, ein recht positives Bild dieser verrufenen U-Bahn Linie ab. Nat\u00fcrlich bin ich mir im Bewusstsein dar\u00fcber, dass dieses Bild ein nur kurzweiliger Auszug ist, dass die vielz\u00e4hligen, dokumentierten Anzeigen ihre eigene Sprache sprechen und das es dementsprechend anders laufen kann, jedoch best\u00e4tigen meine eben gesammelten Eindr\u00fccken den Ruf der U8 als gef\u00e4hrlichste Bahn-Linie Berlins nicht. Urspr\u00fcnglich war es mein Plan, jetzt in die harmloser scheinende S1 zu steigen und mit ihr zur\u00fcck nach Hause zu fahren, ich entscheide mich allerdings dazu auch den R\u00fcckweg durch die vorangeschrittene Nacht mit der dunkelblauen U-Bahn Linie 8 zu bestreiten.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-11942\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=66%2C66&amp;ssl=1 66w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=200%2C200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=400%2C400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=600%2C600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=800%2C800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?resize=1200%2C1200&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/paul-moritz-keppler.jpg?fit=2153%2C2153&amp;ssl=1 2153w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" data-recalc-dims=\"1\" \/>Paul Moritz Keppler,<\/strong> geboren im Jahr 2000 studiert Publizistik und Kommunikationswissenschaft im 4. Semester an der Freien Universit\u00e4t Berlin. Wie viele andere Studierende nutzt er mit dem Semesterticket fast t\u00e4glich den Berliner \u00d6PNV, in dem er bereits Vieles erlebt hat.<\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00e4glich kommt es in Berlin zu \u00dcbergriffen und Straftaten. Besonders die Nacht bietet daf\u00fcr einen un\u00fcberschaubaren N\u00e4hrboden. Insbesondere davon betroffen sind die Bahnh\u00f6fe der U- und S-Bahn Linien. Ein Selbstversuch soll Aufschluss dar\u00fcber geben, wie gef\u00e4hrlich eine Tour durch den Berliner Untergrund bei Nacht wirklich ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11943,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[501,497],"tags":[1036,51,896,565,1050,1051],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/sicherheitspersonal-bvg-e1659383192897.jpg?fit=2906%2C1939&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11933"}],"collection":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11933"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12174,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11933\/revisions\/12174"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11943"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}