{"id":11892,"date":"2022-10-21T23:08:59","date_gmt":"2022-10-21T21:08:59","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11892"},"modified":"2022-10-21T23:08:59","modified_gmt":"2022-10-21T21:08:59","slug":"arbeitgeber-von-minijobs-fuer-schuelerinnen-und-schueler-union-berlin-vorbildfunktion-auch-abseits-des-fussballfelds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11892","title":{"rendered":"Arbeitgeber von Minijobs f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler: Union Berlin \u2013 Vorbildfunktion auch abseits des Fu\u00dfballfelds?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sympathisch, passioniert und \u00fcberraschend erfolgreich \u2013 so kennt man den Traditionsklub aus dem S\u00fcdosten Berlins seit drei Jahren in der Bundesliga. Ohne die vielen engagierten Minijobber w\u00e4re der Stadionbetrieb allerdings gar nicht m\u00f6glich.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>von Joel Pfeifle<\/em><\/p>\n<p>Die Fans des 1. FC Union Berlins sind sich einig \u2013 die Saison 2021\/22 darf als historisch gelten. Mit dem packenden Endspurt am letzten Spieltag der Saison und dem 3:2 Sieg gegen den VfL Bochum erk\u00e4mpften sich die K\u00f6penicker zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Einzug in die Europa League. Drei Jahre ist es her, seit der Klub mit den rund 42.000&nbsp;Mitgliedern in die Bundesliga aufstieg. Wer h\u00e4tte damals gedacht, dass das Sommerm\u00e4rchen so lange anhalten, geschweige denn sich sogar noch steigern w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Doch es sind nicht nur die Mannschaft und die vielen tausend Fans, die diesen Verein zu dem machen, was er ist. Hinter den Kulissen wird einiges daf\u00fcr getan, dass die Heimspiele in der Alten F\u00f6rsterei in gewohnter Weise ausgetragen werden k\u00f6nnen. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei nicht zuletzt die rund 1000 Minijobber, die sich in und vor dem Stadion engagieren. Ob nun im Public Catering, als Ordner oder als Hostess im VIP-Bereich \u2013 ohne sie w\u00e4re ein Fu\u00dfballspiel kaum denkbar.<\/p>\n<p>Ein Teil dieser Minijobs wird von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ausge\u00fcbt. Gerade f\u00fcr junge Menschen m\u00f6chte der 1. FC Union Berlin nat\u00fcrlich ein Vorbild sein. Doch gelingt ihm das auch abseits des Fu\u00dfballfelds? Sechs Sch\u00fclerinnen berichten von ihren Erfahrungen als Minijobberin in der Alten F\u00f6rsterei.<\/p>\n<h3>Vom Getr\u00e4nkestand bis zum VIP-Bereich<\/h3>\n<p>Fine (17) und Maggie (18) sind gute Freundinnen, die jeweils im August und Dezember 2021 bei Union Berlin angefangen haben. Beide sind als Anreicherinnen am Grill t\u00e4tig. Aufgabe der Anreicher ist es, den Kunden die fertigen Bratw\u00fcrste oder die eingeschenkten Getr\u00e4nke zu \u00fcberreichen. Bei \u00fcber zwanzigtausend Stadionbesuchern pro Spiel kann das schon mal stressig werden.<\/p>\n<p>Lotti (18) jobbt ebenfalls seit August 2021 bei Union Berlin. Sie wird an vielen verschiedenen Orten im Stadion eingesetzt, etwa in den Getr\u00e4nkecontainern oder in der N\u00e4he des Grills. Ihre Aufgaben sind vielf\u00e4ltig und variieren von Spiel zu Spiel. Ob nun als Anreicherin, Kassiererin oder Zapferin, langweilig wird ihr w\u00e4hrend ihrer Schicht nie. \u201eEs ist aber definitiv machbar\u201c, meint Lotti. Die entspannteren Phasen finden w\u00e4hrend des Spiels statt, weil sich dort nur die wenigsten Fans noch etwas zu essen holen.<\/p>\n<p>Die k\u00f6rperlich anstrengendste T\u00e4tigkeit ist wohl das Grillen, wie Tita (17) aus Erfahrung wei\u00df. Sie hat \u00fcber ihre Freundin Lotti zu Union Berlin gefunden und arbeitet dort nun seit diesem Sommer als Grillerin. Die Hitze sei der gr\u00f6\u00dfte Feind, so Tita. Gerade beim Grillen machen sich die sommerlichen Temperaturen nat\u00fcrlich bemerkbar.<\/p>\n<p>Etwas k\u00fchler haben es da Paula (18) und Leonie (18), die im sogenannten \u201eHaus\u201c stationiert sind. Gemeint ist damit die Haupttrib\u00fcne mit ihren VIP-Logen. Hier trifft man die inoffizielle K\u00f6nigsdisziplin unter den Minijobs an \u2013 die Hostessen. Sie sind im VIP-Bereich f\u00fcr die Bedienung der G\u00e4ste zust\u00e4ndig. Gekleidet sind sie in eigens daf\u00fcr kreierte Kost\u00fcme im Union-Look, ein gepflegtes Aussehen und ein gewisses Talent im Bedienen werden vorausgesetzt. Paula wurde im August 2021 eingestellt, Leonie zwei Monate darauf.<\/p>\n<div id=\"attachment_11895\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11895\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-11895\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/logo-union-berlin.png?resize=830%2C435\" alt=\"\" width=\"830\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/logo-union-berlin.png?resize=200%2C105&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/logo-union-berlin.png?resize=300%2C157&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/logo-union-berlin.png?resize=400%2C210&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/logo-union-berlin.png?resize=600%2C314&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/logo-union-berlin.png?resize=800%2C419&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/logo-union-berlin.png?fit=830%2C435&amp;ssl=1 830w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11895\" class=\"wp-caption-text\">Das Wappen des 1. FC Union Berlin. Gegr\u00fcndet wurde der Fu\u00dfballverein am 20. Januar 1966, f\u00fchrt sich jedoch auf einen Vorg\u00e4ngerklub aus dem Jahr 1906 zur\u00fcck. | Foto: Union Berlin&nbsp;<\/p><\/div>\n<h3>Arbeiten am Spielfeldrand<\/h3>\n<p>Eines steht fest \u2013 bei Union zu jobben ist etwas anderes als bei einem Discounter an der Kasse. Obgleich Letzteres sicherlich auch seinen Reiz hat, ist die Atmosph\u00e4re an der Alten F\u00f6rsterei etwas Besonderes. \u201eEs macht Spa\u00df, da zu sein, wenn man Fu\u00dfball mag, wenn man die Mannschaft mag\u201c, meint Maggie. \u201eIch verbinde mit Union eigentlich nur Positives.\u201c Lotti sieht das genauso. \u201eDas Feeling, im Stadion zu sein, mit all den Fans, das ist schon ziemlich cool.\u201c<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich bedeutet das nicht, dass es nicht auch anstrengende Tage gibt. Einfach ist der Job n\u00e4mlich nicht. Selbst als Anreicher kann so mancher schnell an seine Belastungsgrenzen sto\u00dfen. Das Fu\u00dfballspiel mag nur neunzig Minuten lang dauern, die Schichten der Minijobber dagegen erstrecken sich \u00fcber acht Stunden. Der gr\u00f6\u00dfte Andrang ist vor dem Anpfiff. Bei der Masse an hungrigen und durstigen Fans ist ein gewisses Stresspotential vorprogrammiert, gerade an den St\u00e4nden. Hinzu kommt das Wetter. \u201eAn meinem ersten Arbeitstag war es sehr warm\u201c, erinnert sich Fine. \u201eMein Kreislauf hat etwas verr\u00fcckt gespielt. Mir wurde aber von allen Kollegen sofort geholfen.\u201c Je nach Jahreszeit kann auch das Gegenteil der Fall sein, wie Leonie berichtet: \u201eIm Winter war es schon ziemlich kalt. Ich stand in der T\u00fcr, da zieht es schon extrem. Im Sommer ist das nat\u00fcrlich kein Problem.\u201c Das bringt der Job im Freien leider mit sich.<\/p>\n<div id=\"attachment_11897\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11897\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-11897 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=300%2C169\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=200%2C113&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=400%2C225&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=600%2C338&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=800%2C450&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?resize=1200%2C675&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/staende-union-berlin.jpg?fit=4032%2C2268&amp;ssl=1 4032w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11897\" class=\"wp-caption-text\">Lotti (18) bei der Arbeit. An den St\u00e4nden ist besonders vor dem Anpfiff meistens viel Betrieb. | Foto:&nbsp;Joel Pfeifle<\/p><\/div>\n<p>Einen Pluspunkt, den die meisten der sechs Sch\u00fclerinnen sehen, sind die flexiblen Arbeitszeiten und das hohe Ma\u00df an Zug\u00e4nglichkeit, das die Verantwortlichen den Minijobbern entgegenbringen. Gemeint sind damit vor allem Julia G\u00f6ppert und Lena Wulf, die beiden Personaldisponentinnen von Union Berlin. Sie sind f\u00fcr die Einstellung und Betreuung der Angestellten zust\u00e4ndig. \u201eLena ist einfach eine sehr, sehr nette Person\u201c, berichtet Maggie. \u201eSie hat Lust, mit anderen zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Die Koordination zu den einzelnen Spielen findet \u00fcber eine App namens Ubeya statt. Wer da sein kann, tr\u00e4gt sich als verf\u00fcgbar ein. \u201eMan muss pro Woche keine konkrete Stundenzahl abarbeiten\u201c, erkl\u00e4rt Leonie. \u201eDu kannst individuell gucken, wann du Zeit hast.\u201c Zus\u00e4tzlich darf man W\u00fcnsche \u00e4u\u00dfern, mit wem man zusammen f\u00fcr eine Schicht eingeteilt werden m\u00f6chte. Sofern m\u00f6glich, wird das dann auch ber\u00fccksichtigt. Gerade f\u00fcr Neueinsteiger ist das sehr hilfreich, findet Maggie, die selbst davon profitiert hat.<\/p>\n<p>Die Bedienung der VIP-G\u00e4ste stellt die Hostessen noch einmal vor ganz andere Herausforderungen. Kellnern darf, wer \u00fcber 18 ist, der Rest ist f\u00fcr den Empfang eingeteilt. W\u00e4hrend Leonie \u00fcberwiegend positive Erfahrungen gemacht hat, kann Paula das nicht unbedingt von sich behaupten. Kritikw\u00fcrdig findet sie unter anderem das Kost\u00fcm, das die Hostessen tragen m\u00fcssen \u2013 einen engen Bleistiftrock in Knallrot und einen Blazer mit Union-Logo. \u201eDie Sachen waren mega kratzig\u201c, erinnert sich Paula. Auch die Arbeitszeiten seien hart gewesen. \u201eDu musstest acht Stunden arbeiten und du hattest keine Pause. Du musstest eigentlich komplett stehen.\u201c Dem schlie\u00dft sich Leonie an. Man k\u00f6nne in der Regel zwar zwischendurch kurz in den Backup-Bereich gehen und etwas trinken und essen, doch bei zu viel Andrang sei das nicht m\u00f6glich. \u201eAcht Stunden ohne Essen war schon heavy\u201c, meint Leonie.<\/p>\n<p>Der VIP-Bereich gliedert sich in die Schlosserei, die Eisern Lounge und die VIP-Logen. Als Neuling kann man da schon mal die \u00dcbersicht verlieren. Leonie erinnert sich jedoch an eine nette Mitarbeiterin, die ihr an ihrem ersten Arbeitstag geholfen hat. \u201eDie hat mir das alles so lieb erkl\u00e4rt.\u201c Auch Paula hat noch etwas Positives zu berichten. So tr\u00e4fe man gerade im VIP-Bereich nat\u00fcrlich ziemlich viele Promis. Das Trinkgeld sei ebenfalls gut.<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6nste jedoch, findet ein Gro\u00dfteil der Sch\u00fclerinnen, sei die Gemeinschaft und der Zusammenhalt im Team. Tita spricht von einem \u201efamili\u00e4ren Verh\u00e4ltnis\u201c. Die anderen teilen ihre Einsch\u00e4tzung. Fine empfindet das Arbeitsverh\u00e4ltnis als sehr angenehm und hebt vor allem den guten Kontakt zu den Vorgesetzten hervor. Genauso wichtig sei jedoch die Solidarit\u00e4t in den einzelnen Schichtgruppen. Wenn eine Sch\u00fclerin etwa Anmache durch einen betrunkenen Fan erfahre, sei die Gruppe sofort zur Stelle. \u201eDann stehen alle hinter einem\u201c, berichtet Lotti aus Erfahrung.<\/p>\n<h3>Einstellungskriterien, Gehalt und Verantwortung<\/h3>\n<p>Katharina Kienemann, seit Juli 2016 Prokuristin der &#8222;An der Alten F\u00f6rsterei&#8220; Stadionbetriebs AG und der Alte F\u00f6rsterei Veranstaltungs GmbH &amp; Co. KG, gibt einen Einblick hinter die Kulissen. Sie begleitet den Verein schon seit 13 Jahren, in denen sie den Stadionbetrieb mit Minijobbern zu dem gemacht hat, was er heute ist. Union Berlin verf\u00fcgt derzeit \u00fcber insgesamt 220 Festangestellte und 1000 Minijobber, von denen ein Teil von externen Firmen hinzugebucht wird. Pro Spiel sind \u00fcber 600 Minijobber im Einsatz \u2013 200 im Public Catering (Griller, Zapfer, Kassierer, Anreicher), 350 im Sicherheitsdienst (Ordner) und 110 im VIP-Bereich (Barm\u00e4nner und Hostessen). Die Fluktuation sei laut Kienemann gering. \u201eWir haben einen harten Kern im Public Catering, von denen manche sogar l\u00e4nger hier sind als ich.\u201c<\/p>\n<p>Das Grundkriterium f\u00fcr eine Anstellung im Minijobbereich ist ein Mindestalter von 16 Jahren, idealerweise 17. Fr\u00fcher habe Union aufgrund der strengen Arbeitsschutzregelungen sogar ganz auf Minderj\u00e4hrige verzichtet, so die Prokuristin. Doch mittlerweile wolle man auch gerade jungen Menschen eine Chance geben, sich in der Alten F\u00f6rsterei im Minijobbereich zu bet\u00e4tigen. Der Anteil an Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern wachse, sei allerdings im Vergleich zu anderen Altersgruppen einer h\u00f6heren Fluktuation ausgesetzt, die zum Beispiel durch Wegzug nach dem Schulabschluss verursacht wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_11893\" style=\"width: 489px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11893\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-11893 \" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/erfassungsbogen.png?resize=479%2C521\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/erfassungsbogen.png?resize=200%2C218&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/erfassungsbogen.png?resize=276%2C300&amp;ssl=1 276w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/erfassungsbogen.png?resize=400%2C436&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/erfassungsbogen.png?resize=600%2C653&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/erfassungsbogen.png?fit=777%2C846&amp;ssl=1 777w\" sizes=\"(max-width: 479px) 100vw, 479px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11893\" class=\"wp-caption-text\">Ein solches Formular gilt es auszuf\u00fcllen, wenn man bei Union Berlin als Minijobber t\u00e4tig werden m\u00f6chte. | Foto: Union Bilder<\/p><\/div>\n<p>Alle, die dieses Grundkriterium erf\u00fcllen, werden zum Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen. Entscheidend f\u00fcr die tats\u00e4chliche Anstellung sei dann der pers\u00f6nliche Eindruck der Personaldisponentinnen. \u201eDu musst ein gewisses Selbstvertrauen haben\u201c, erkl\u00e4rt Kienemann. Wer zu sch\u00fcchtern sei, werde mit dem turbulenten und manchmal rauen Stadionalltag wohl nicht klarkommen.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Frage, wie begehrt die Minijob-Pl\u00e4tze bei Union Berlin sind, antwortet Kienemann: \u201eWir k\u00f6nnen uns nicht beschweren.\u201c Obwohl der Verein kaum Werbung mache, w\u00fcrden sie gut 30 Bewerbungen pro Monat erhalten. Schwieriger sei es, Kandidaten f\u00fcr den VIP-Bereich zu finden. Die Anforderungen seien dort schlicht h\u00f6her.<br \/>\nAuch das Gehalt der Minijobber legt die Prokuristin offen. Minderj\u00e4hrige erhalten einen Einstiegslohn von 10\u20ac, Vollj\u00e4hrige 11,50\u20ac. Wenn man sich durch besondere Leistungen hervortut, etwa durch Zuverl\u00e4ssigkeit und P\u00fcnktlichkeit, gibt es eine Lohnerh\u00f6hung. Am meisten verdienen die Griller. F\u00fcr die k\u00f6rperlich anstrengendste T\u00e4tigkeit wird man mit 14\u20ac entlohnt.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob Union sich in einer besonderen Verantwortung f\u00fcr seine jungen Besch\u00e4ftigten sehe, antwortet Kienemann ohne Z\u00f6gern: \u201eTotal.\u201c Gerade als Mutter von drei Kindern l\u00e4ge ihr das Wohl der jungen Minijobber sehr am Herzen. \u201eWir wollen, dass sie sich sicher bei uns f\u00fchlen.\u201c Aus diesem Grund ist es den Besch\u00e4ftigten m\u00f6glich, nach jeder Schicht Feedback zu geben, entweder per Mail oder \u00fcber die Ubeya-App. \u201eDa fordern wir aktiv dazu auf\u201c, meint die Prokuristin. Auch f\u00fcr eine umfangreiche Betreuung am Arbeitsplatz ist gesorgt. Das Stadion selbst ist in Abschnitte unterteilt, die jeweils einem Teamleiter unterstehen. Der VIP-Bereich verf\u00fcgt \u00fcber ein \u00e4hnliches System. \u00dcber diesen Teamleitern stehen die Abteilungsleiter und die beiden Personaldisponentinnen. Zusammen ergibt das ein solides Gef\u00fcge, an dem man sich orientieren kann. Ansprechpartner g\u00e4be es eigentlich immer.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend dazu befragt, was die Minijobs bei Union Berlin f\u00fcr junge Menschen attraktiv mache, hat Kienemann eine klare Antwort: \u201eDas ist schlicht und einfach Union.\u201c Der Gro\u00dfteil der Minijobber sei zugleich passionierte Union-Fans. \u201eIch finde das total sch\u00f6n. Wir wollen junge Menschen an uns binden.\u201c Schlie\u00dflich bietet so ein Minijob auch eine Einstiegschance in den Verein. Minijobber seien potentielle Festangestellte, so Kienemann. Sie berichtet von einem Kollegen, der als Aushilfe bei Union Berlin angefangen habe. Nach einem Wechsel in den Public Catering Bereich und einer Bef\u00f6rderung zum Teamleiter sei er dort nun der Abteilungsleiter. \u201eWir wollen gut eingearbeitete Kr\u00e4fte\u201c, schlie\u00dft die Prokuristin.<\/p>\n<h3>Mehr als ein Fu\u00dfballverein<\/h3>\n<p>F\u00fcr viele seiner jungen Besch\u00e4ftigten ist Union Berlin der erste Arbeitsgeber. Das geht Hand in Hand mit einer gewissen Erwartungshaltung. Als Fu\u00dfballverein m\u00f6chte der 1. FC Union nat\u00fcrlich ein Vorbild sein. Der Kampfgeist der Spieler auf dem Platz beweist das. Doch wie sieht es abseits des Fu\u00dfballfelds aus? Kann der Verein seinen jungen Angestellten zu positiven ersten Berufswelterfahrungen verhelfen?<\/p>\n<p>Die befragten Sch\u00fclerinnen haben ihre Eindr\u00fccke mitgeteilt. \u201eIch bin eigentlich immer froh, wenn ich zu Union zur Arbeit gehe\u201c, findet Lotti. \u201eMan trifft auf coole Leute und es ist nicht so langweilig und eint\u00f6nig wie andere Sachen.\u201c Obwohl die Arbeit nicht immer einfach sei, wird man durch die Stadionatmosph\u00e4re entlohnt. \u201eJede Arbeit ist anstrengend\u201c, bringt Maggie es auf den Punkt. Das Besondere bei diesem Minijob sei die Teamgemeinschaft. \u201eEs wird aufgepasst, dass es uns da gutgeht\u201c, sagt Lotti. Das schafft ein Gef\u00fchl der Sicherheit, das gerade f\u00fcr junge Menschen wichtig ist. Die Gruppe steht zusammen. \u201eMan wird Teil der Union-Familie\u201c, fasst Lotti zusammen.<\/p>\n<p>Mittlerweile ist Sommerpause in der Bundesliga. Maggie und Paula haben beim Verein inzwischen gek\u00fcndigt. Die anderen vier Sch\u00fclerinnen jobben immer noch bei Union Berlin. Mit dem Erhalt des Abiturs werden die Karten zwar neu gemischt, doch Lotti gibt sich zuversichtlich: \u201eIch denke schon, dass ich auch weiterhin bei Union arbeiten werde.\u201c<\/p>\n<p>Ob sie anderen empfehlen w\u00fcrden, bei Union zu jobben? \u201eAbsolut\u201c, antwortet Tita. Fine erg\u00e4nzt: \u201eWenn man einen Job sucht, der nicht so zeitaufw\u00e4ndig ist, ist das Arbeiten dort perfekt.\u201c Schlie\u00dflich k\u00f6nne man sich aussuchen, zu welchen Spielen man kommen will und zu welchen nicht.<\/p>\n<p>Wenn im August die Europa League Saison beginnt, wird der 1. FC Union Berlin sicher auf so manchen hochkar\u00e4tigen Gegner treffen. Da die Heimspiele nicht in der Alten F\u00f6rsterei, sondern im Berliner Olympiastadion ausgetragen werden, k\u00f6nnen die Sch\u00fclerinnen ihren Verein zur Abwechslung als ganz normale Stadionbesucher anfeuern.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-11894\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=66%2C66&amp;ssl=1 66w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=200%2C200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=400%2C400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=600%2C600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=800%2C800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?resize=1200%2C1201&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/joel-pfeifle.jpg?fit=2029%2C2030&amp;ssl=1 2029w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" data-recalc-dims=\"1\" \/>Joel Pfeifle<\/strong> studiert Geschichte und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universit\u00e4t Berlin. In seiner Freizeit bet\u00e4tigt er sich als freier Journalist. Das Stadion \u201eAn der Alten F\u00f6rsterei\u201c befindet sich einen knappen Steinwurf von seiner Haust\u00fcr entfernt.<\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sympathisch, passioniert und \u00fcberraschend erfolgreich \u2013 so kennt man den Traditionsklub aus dem S\u00fcdosten Berlins seit drei Jahren in der Bundesliga. Ohne die vielen engagierten Minijobber w\u00e4re der Stadionbetrieb allerdings gar nicht m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11896,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[501,497],"tags":[1036,1037,51,1042,225,1043,1041],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/stadion-union-berlin-e1659362262852.jpg?fit=3407%2C2274&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11892"}],"collection":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11892"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11892\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12173,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11892\/revisions\/12173"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11896"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11892"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11892"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11892"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}