{"id":11646,"date":"2022-05-27T09:49:34","date_gmt":"2022-05-27T07:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11646"},"modified":"2022-07-03T18:24:42","modified_gmt":"2022-07-03T16:24:42","slug":"soziales-zentrum-im-sozial-benachteiligten-kiez-eine-kreative-loesung-fuer-ein-grosses-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11646","title":{"rendered":"Soziales Zentrum im sozial benachteiligten Kiez: Eine kreative L\u00f6sung f\u00fcr ein gro\u00dfes Problem?"},"content":{"rendered":"<p><strong> Ende September 2021, Gize kommt nach einem zweiw\u00f6chigen Urlaub nach Hause. Schon von weitem erkennt sie eine riesige Baustelle, die pl\u00f6tzlich gegen\u00fcber ihrem Wohnhaus steht. Sie ist \u00fcberrascht und fragt sich, woher diese Baustelle pl\u00f6tzlich kommt? Sie war doch nicht lange weg und in diesen zwei Wochen entsteht eine Baustelle auf dem alten Park, der seit Jahren abgesperrt ist und leer steht. Was sie nicht wei\u00df, schon im Jahr 2014 gab es erste \u00dcberlegungen, die gro\u00dfe leerstehende Fl\u00e4che f\u00fcr ein soziales Bauprojekt zu nutzen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>von Ceyda A.<\/em><\/p>\n<p>Gize erinnert sich gut, wie sie als Kind immer auf dem Park gespielt hat: \u201c Ja, als Kind habe ich immer dort gespielt. Ich bin von der Schule nach Hause, was eine Minute gedauert hat, hab meine Sachen abgelegt und bin runter, um zu spielen. Gef\u00fchlt waren alle Kinder auf diesem Spielplatz. Auch Eltern, die z.B. picknickten, w\u00e4hrend ihre Kinder buddelten oder rutschten.\u201c<\/p>\n<p>Wieso der Park geschlossen wurde, ist ihr nicht bekannt. Beobachtet hat sie nur im Laufe der Zeit, dass er zunehmend dreckiger wurde, sich Obdachlose, teilweise Drogenabh\u00e4ngige dort gerne versammelten und viele Eltern und Kinder den Park zunehmend mieden. Irgendwann war er dann endg\u00fcltig gesperrt und stand jahrelang leer. Bis jetzt.<\/p>\n<h3>Die Idee f\u00fcr das Projektes<\/h3>\n<p>Schon im Jahr 2014 ist die Situation am Berliner Wohnungsmarkt angespannt. Mieten wurden teurer und vor allem Personen aus vulnerablen Gruppen, wie z.B. Suchterkrankte, Behinderte oder psychisch Erkrankte hatten Schwierigkeiten eine bezahlbare Wohnung zu finden. Und auch soziale Tr\u00e4ger hatten es schwerer, sogenannte Tr\u00e4gerwohnungen zu mieten. Tr\u00e4gerwohnungen sind R\u00e4ume, die von sozialen Tr\u00e4gern gemietet werden, um sie dann an Menschen weiter zu vermieten, die diese Hilfe ben\u00f6tigen.<\/p>\n<div id=\"attachment_11645\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11645\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11645\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=200%2C267&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=400%2C533&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=600%2C800&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=800%2C1066&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/kran.jpg?fit=3384%2C4511&amp;ssl=1 3384w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11645\" class=\"wp-caption-text\">Die Baustelle von Weitem | Foto: Ceyda A.<\/p><\/div>\n<p>Tr\u00e4gerwohnungen sind zwar urspr\u00fcnglich nur f\u00fcr therapeutische Wohngemeinschaften oder gr\u00f6\u00dfere Einrichtungen gedacht gewesen, doch je angespannter der Wohnungsmarkt in Berlin wurde, desto mehr neue und kreative Ideen mussten die Sozialen Tr\u00e4ger entwickeln, obwohl dies nicht ihrer eigentlichen Aufgabe entspricht.<\/p>\n<h3>Beginn des Projektes<\/h3>\n<p>Dem Infomaterial zum Bauprojekt (<a href=\"https:\/\/www.kiezquartier.de\/projekte\/projekt-1.html\">Gotenburger Stra\u00dfe 4 &#8211; Kiezquartier<\/a>) ist zu entnehmen, dass das Projekt schon 2014 begonnen hat. Werner Duskat von L.I.S.T., eine Stadtentwicklungsgesellschaft, hat das Grundst\u00fcck in der Gotenburgerstra\u00dfe 4 ausfindig gemacht und Tr\u00e4ger kontaktiert, die nach Wohnraum suchten. Die L.I.S.T. hat mit den sozialen Tr\u00e4gern und dem Architektenb\u00fcro Anne Lampen Architekten Ideen und erste Skizzen f\u00fcr das gemeinsame Projekt entwickelt.<\/p>\n<p>Zu dem Zeitpunkt gab es \u00dcberlegungen des Bezirkes das Grundst\u00fcck f\u00fcr eine Schulerweiterung zu nutzen, da eine Grundschule direkt angrenzt. Ein Teil der Fl\u00e4che ging dann auch an die Grundschule und der Rest wurde der Nutzung f\u00fcr Soziales zugeordnet.<\/p>\n<p>Die Degewo bekam das Grundst\u00fcck anschlie\u00dfend als landeseigenes Wohnungsunternehmen, weil nach einem Beschluss des Senates im Jahr 2016 Grundst\u00fccke nicht mehr an Private gehen durfte und obwohl noch nichts sicher war, wurde zu dem Zeitpunkt schon viel Arbeit und Geld in die Projektentwicklung gesteckt. Doch die Zweckbindung des Grundst\u00fcckes an Soziales, habe den Akteur*innen eine kleine Best\u00e4tigung gegeben.<\/p>\n<p>Die L.I.S.T bildete fortan die Schnittstelle zwischen dem baulichen Teil und dem sozialen Teil. Da sie schon mit der Degewo und auch schon in \u00e4hnlichen Konstellationen&nbsp;zusammengearbeitet haben.<\/p>\n<p>Um das Vertrauen noch zu st\u00e4rken, wurden wohl zahlreiche Workshops durchgef\u00fchrt, die das das Projekt auch inhaltlich weitergebracht haben. Jeder soziale Tr\u00e4ger hat genau \u00fcberlegt welche Bed\u00fcrfnisse der Bezirk Wedding und der Soldiner Kiez hat.<\/p>\n<h3>Das Projekt nimmt seinen Lauf<\/h3>\n<p>Im Prozess stellten sich die Akteur*innen selbst die Frage, ob es \u00fcberhaupt m\u00f6glich sei, Wohnraum f\u00fcr \u00fcber 100 Menschen zu entwickeln, mit unterschiedlichsten Problemlagen und Lebenssituationen. Abgesehen von Gr\u00f6\u00dfe und Nutzen der R\u00e4ume, musste beispielsweise auch bedacht werden, welche Gruppen wo untergebracht werden, damit ein Suchterkrankter nicht neben jemandem wohnt, der clean sein will.<\/p>\n<p>L\u00f6sung: Zwei Treppenh\u00e4user und eine unterschiedliche Verteilung auf die Stockwerke. Hier stellt sich die Frage, ob eine r\u00e4umliche Trennung ausreicht.<\/p>\n<p>Die Partner sind Raum f\u00fcr Raum durchgegangen und haben besprochen was sie genau ben\u00f6tigen und wie man die Fl\u00e4chen am sinnvollsten und effektivsten Nutzen kann. F\u00fcr Betreutes Wohnen beispielsweise werden viele kleine Wohnungen ben\u00f6tigt, die jede eine K\u00fcchenzeile und ein Bad haben. Dies steigert allerdings auch die Kosten.<\/p>\n<h3>Die Finanzierung<\/h3>\n<p>Die Finanzierungsfrage erwies sich als sehr komplex und langwierig. Denn auch wenn es sich um ein soziales Projekt handelt, muss es f\u00fcr die Degewo rentabel sein. Ben\u00f6tigt wird ein Mietpreis der rentabel f\u00fcr Degewo ist, aber bezahlbar f\u00fcr die Sozialen Tr\u00e4ger. Der Mietvertrag hat schlie\u00dflich 25 Jahre Laufzeit.<\/p>\n<p>Eine Gesamtfinanzierung ist schlie\u00dflich gelungen und es wurde bewiesen, dass so ein Haus im Sinne der schwarzen Null gebaut werden kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_11642\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11642\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11642\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933-225x300.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?resize=200%2C267&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?resize=400%2C533&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?resize=600%2C800&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?resize=800%2C1067&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/baustellenzaun-e1646826805933.jpg?fit=3456%2C4608&amp;ssl=1 3456w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11642\" class=\"wp-caption-text\">Blick in die Baustelle | Foto: Ceyda A.<\/p><\/div>\n<p>Eigentlich sollte die L.I.S.T. die Funktion des Generalmieters \u00fcbernehmen, doch dies entpuppte sich f\u00fcr sie als risikobehaftet. Deshalb wurde die KiezQuatier GmbH gegr\u00fcndet. Die Gesellschafter sind somit die gemeinn\u00fctzigen Tr\u00e4ger. Die KiezQuatier GmbH mietet also die R\u00e4ume und vermietet sie dann an die Einrichtungen weiter. Sie nutzen die R\u00e4ume, tragen aber auch das Risiko.<\/p>\n<h3>Das Haus<\/h3>\n<p>Das Haus hat 3.300 Quadratmeter Wohn- und Gemeinschaftsfl\u00e4che. 11 WG- und Cluster-Wohnungen und 47 Ein-Zimmer-Apartments. Es gibt 104 Pl\u00e4tze f\u00fcr Betreutes Wohnen, z.B. f\u00fcr Alleinerziehende oder auch sucht- oder seelisch-erkrankte Menschen. Au\u00dferdem beinhaltet das Haus eine Kita mit 63 Pl\u00e4tzen und ein Berufsbildungsprojekt f\u00fcr schuldistanzierte Jugendliche. Das Haus soll Ende 2023 fertig sein und es wurden 14,7 Mio. Euro investiert.<\/p>\n<p>Die Akteur*innen sind sehr \u00fcberzeugt und behaupten, dass es wohl kaum jemanden in der Politik g\u00e4be, der gegen dieses Projekt sein k\u00f6nnte und bezeichnen das Projekt als Selbstl\u00e4ufer. Es gibt bereits ein weiteres gemeinsames Projekt in Treptow-K\u00f6penick, einen Quartiersplatz mit vier H\u00e4usern.<\/p>\n<h3>Was sagen die Anwohner*innen dazu?<\/h3>\n<p>Gize versteht das Konzept nicht. Die ersten Informationen erhielt sie aus einem Artikel. Das Suchterkrankte und ein Kindergarten unter einem Dach zusammenkommen sollen, kann sie nicht verstehen.<\/p>\n<p>\u201eWas ist denn, wenn die Suchterkrankten in Kontakt mit den kleinen Kindern kommen? Die Gegend hier ist bestimmt nicht gut f\u00fcr sie und was ist mit psychisch erkrankten Menschen? Ich m\u00f6chte nicht gemein sein, aber wieso tut man Menschen die Suchterkrankt sind oder vielleicht starke psychische Probleme haben in ein Haus zusammen mit einer Kita und neben eine Grundschule? Ich wei\u00df, dass in dem Haus nicht nur Suchterkrankte wohnen und nicht alle gleich gef\u00e4hrlich sind, aber wieso l\u00e4sst man die Kita nicht weg und baut sie woanders?<\/p>\n<div id=\"attachment_11643\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11643\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11643\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423-225x300.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?resize=200%2C267&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?resize=400%2C533&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?resize=600%2C800&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?resize=800%2C1067&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gotenburger-strasse-e1646826885423.jpg?fit=3456%2C4608&amp;ssl=1 3456w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11643\" class=\"wp-caption-text\">An der Ecke der Gotenburgerstra\u00dfe | Foto: Ceyda A.<\/p><\/div>\n<h3>Welchen Nutzen erzielt diese Konstellation?\u201c<\/h3>\n<p>Eine weitere Anwohnerin beschwert sich. \u201eIch wohne seit \u00fcber 20 Jahren in dieser Stra\u00dfe. Es ist immer schlimmer geworden. Es ist laut und dreckig. Man h\u00f6rt alles von der Stra\u00dfe. Die Grundschule st\u00f6rt ja nicht, aber direkt gegen\u00fcber der Schule ist eine Fl\u00fcchtlingsunterkunft er\u00f6ffnet worden. Und auch wenn es nicht alle sind, nat\u00fcrlich nicht, ist die Stra\u00dfe schon voll mit Menschen, die laut sind, r\u00fccksichtslos und ihren M\u00fcll einfach auf die Stra\u00dfe werfen. Ich wei\u00df, dass sie Hilfe brauchen und nicht jeder automatisch schlecht oder gef\u00e4hrlich ist, aber reicht es nicht in dieser winzigen Stra\u00dfe schon eine Grundschule und einen Fl\u00fcchtlingsunterkunft zu haben? Jetzt soll auch noch ein Haus hier hin, in dem die unterschiedlichsten Menschen zusammenleben sollen? Wer kann denn garantieren, dass die hier ans\u00e4ssigen Dealer ihre Dinge nicht anfangen in dem Haus loszuwerden? Und das es noch lauter wird? Au\u00dferdem h\u00e4tte ein neuer Spielplatz der Nachbarschaft bestimmt gutgetan.\u201c<\/p>\n<p>Ein Anwohner, der ebenfalls in dieser Stra\u00dfe gro\u00df geworden ist, sieht das Projekt etwas positiver: \u201eAlso ich verstehe die Bedenken und habe selbst auch welche, doch ich denke mal die Verantwortlichen haben sich etwas dabei gedacht und die zu betreuenden Personen sind ja nicht allein gelassen. Das mit dem Kindergarten im selben Haus wie Suchterkrankte verstehe ich allerdings ebenfalls nicht. Ich hoffe sehr, dass die Kinder nicht in Ber\u00fchrung mit dieser Thematik kommen.\u201c<\/p>\n<p>Zu erkennen ist: Die erste Reaktion auf das Modellprojekt ist ziemlich negativ. Anwohner*innen scheinen einfach Angst zu haben, dass sich der Zustand der Stra\u00dfe und Nachbarschaft verschlechtert. Sie sind schon unzufrieden mit der Stra\u00dfe und dem Kiez. Die Gotenburgerstra\u00dfe ist tats\u00e4chlich ziemlich kurz, bevor sie links abbiegt und es ist in der Tat beachtlich, dass in der Zukunft eine Grundschule, eine Fl\u00fcchtlingsunterkunft, Wohnh\u00e4user und ein soziales Zentrum hier ihren Platz finden werden.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong> Ceyda A.<\/strong>&nbsp;studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im Hauptfach und BWL im Nebenfach. Sie findet, dass die Wohnungssituation in Berlin eines der gr\u00f6\u00dften Probleme der Stadt ist.<\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende September 2021, Gize kommt nach einem zweiw\u00f6chigen Urlaub nach Hause. Schon von weitem erkennt sie eine riesige Baustelle, die pl\u00f6tzlich gegen\u00fcber ihrem Wohnhaus steht. Sie ist \u00fcberrascht und fragt sich, woher diese Baustelle pl\u00f6tzlich kommt? 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