{"id":11627,"date":"2022-05-27T09:28:00","date_gmt":"2022-05-27T07:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11627"},"modified":"2022-05-28T18:29:42","modified_gmt":"2022-05-28T16:29:42","slug":"verloren-in-den-muehlen-der-buerokratie-safe-places-in-friedrichshain-kreuzberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11627","title":{"rendered":"Verloren in den M\u00fchlen der B\u00fcrokratie? Safe Places in Friedrichshain-Kreuzberg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wohnungslosigkeit ist in Berlin ein gro\u00dfes Problem. Safe Places sollen Abhilfe schaffen. Wie werden sie finanziert? Welche Fl\u00e4chen stehen zur Verf\u00fcgung? Und dann ist da noch die Frage der Zust\u00e4ndigkeit.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>von Amelie Kloas<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_11629\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11629\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11629\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125-225x300.jpg?resize=225%2C300\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?resize=200%2C267&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?resize=400%2C533&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?resize=600%2C800&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?resize=800%2C1067&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/wagenplaetze-retten-e1646824400125.jpg?fit=3024%2C4032&amp;ssl=1 3024w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11629\" class=\"wp-caption-text\">\u201eWagenpl\u00e4tze retten\u201c \u2013 in Berlin Friedrichshain lassen sich in vielen Eckkneipen solche Flyer finden. | Foto: Amelie Kloas<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berliner-stadtmission.de\/kaeltehilfe\/notuebernachtungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nach einer Sch\u00e4tzung<\/a> der Caritas und des diakonischen Werks sind ungef\u00e4hr 11.000 Menschen in Berlin wohnungslos. Wie viele es genau&nbsp;sind, das kann niemand sagen. Offiziell gesicherte Zahlen gibt es nicht, eine Z\u00e4hlung ist schlie\u00dflich schwer umsetzbar. Die Rummelsburger Bucht und auch die Br\u00fccke am S-Bahnhof Frankfurter Allee: nur zwei Beispiele f\u00fcr viele der Orte in Berlin, an denen sich wohnungslose Menschen zun\u00e4chst niedergelassen haben und diese Pl\u00e4tze dann anschlie\u00dfend ger\u00e4umt wurden. In Friedrichshain-Kreuzberg gibt und gab es viele davon. Seit langem regt sich auch immer wieder <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2021\/02\/demonstration-raeumung-obdachlosencamp-rummelsburger-bucht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Protest<\/a> gegen diese R\u00e4umungen. Wohnungslosigkeit lasse sich nicht l\u00f6sen, indem diese Lager ger\u00e4umt werden. Inzwischen wird versucht alternative L\u00f6sungsans\u00e4tze auch seitens der politisch Verantwortlichen umzusetzen.<\/p>\n<p>Um langfristig positive Effekte zu erzielen, scheint das Naheliegendste das Sinnvollste zu sein. Zum Entgegentreten von Wohnungslosigkeit, ben\u00f6tigt es ein Obdach. Und zwar kein tempor\u00e4res, sondern eine gesicherte, stabile und langfristige Unterbringung. Genau das ist es, was das Modellprojekt Housing First in Friedrichshain-Kreuzberg lange gemacht hat. Das Modellprojekt der Berliner Stadtmission und der Neue Chance GmbH vermittelt wohnungslosen Menschen eine Wohnung und gew\u00e4hrleistet zus\u00e4tzlich ein begleitendes Unterst\u00fctzungsangebot auch nach Abschluss des Mietverh\u00e4ltnisses. Laut des <a href=\"https:\/\/housingfirstberlin.de\/evaluation\/HousingFirst_Evaluationsendbericht_2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Evaluationsendberichts<\/a> haben sich zwischen Oktober 2018 und August 2021 insgesamt 611 Menschen um Aufnahme in das Projekt beworben. Einen Platz und somit einen vermittelten Mietvertrag bekamen aber nur 42 Personen. Die Wohnstabilit\u00e4t nach drei Jahren liegt bei 97,3%. Das zeigt: der Bedarf ist da, das Modell funktioniert. Gleichzeitig zeigen diese Zahlen aber auch, dass die Nachfrage um einiges h\u00f6her ist als das Angebot.<\/p>\n<h3>Das Konzept Safe und Common Places<\/h3>\n<p>Bis Konzepte wie Housing First ausreichend Kapazit\u00e4ten haben, scheint eine Zwischenl\u00f6sung notwendig. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Idee der \u201eSafe Places\u201c. Schon im M\u00e4rz 2019 <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/sen\/ias\/aktuelles\/artikel.651273.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wirbt Elke Breitenbach<\/a> (ehemalige Senatorin f\u00fcr Integration, Arbeit und Soziales) f\u00fcr die Einrichtung von Safe Places in Berlin. Die Idee ist die Schaffung von Orten, von denen wohnungslose Menschen nicht vertrieben werden, eine grundlegende Hygiene-Infrastruktur, Sicherheit vor Angriffen und Bel\u00e4stigung und Betreuung durch sozialp\u00e4dagogisches Fachpersonal gew\u00e4hrleistet werden kann und weiterhin ein Einstieg in das weitere Hilfesystem erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?t=796&amp;v=wttrDKtuYDw&amp;feature=youtu.be\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SafePlaces<\/a> im urspr\u00fcnglichen Sinne sind sichere Orte f\u00fcr Menschen, die einen h\u00f6heren Betreuungsbedarf aufweisen. Hierbei steht die Schaffung tempor\u00e4rer Quartiere im Vordergrund. CommonPlaces stellen eine Version von einer Schaffung sicherer Orte dar, die auf Inklusion im Stadtteil und Empowerment abzielen.<\/p>\n<p>Angedacht war die Umsetzung zweier entsprechender Modellprojekte. Zum einen die Errichtung eines <a href=\"https:\/\/youtu.be\/wttrDKtuYDw?t=796\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Common Places<\/a> auf der Gr\u00fcnfl\u00e4che der Frankfurter Allee Ecke G\u00fcrtelstra\u00dfe in Zusammenarbeit mit Karuna e.V. und in Zust\u00e4ndigkeit des Bezirks Lichtenberg. Au\u00dferdem die Schaffung eines Safe Places auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Containerbahnhofs in Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtmission und dem Verein Urban Beta in Zust\u00e4ndigkeit des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.<\/p>\n<h3>Was hat sich aber seit 2019 getan?<\/h3>\n<p>Am 08. Februar 2021 hei\u00dft es in einer <a href=\"https:\/\/pardok.parlament-berlin.de\/starweb\/adis\/citat\/VT\/18\/SchrAnfr\/S18-26447.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antwort des Berliner Abgeordnetenhauses<\/a> auf eine schriftliche Anfrage: 2020 konnte die Umsetzung des Projektes coronabedingt nicht durchgef\u00fchrt werden \u2013 die Wahrung von Abst\u00e4nden, sowie die Einhaltung der geltenden Hygieneregeln sei in dieser Form nicht m\u00f6glich. Diese Entscheidung w\u00fcrde auch f\u00fcr 2021 gelten. Au\u00dferdem: \u201cF\u00fcr den Doppelhaushalt 2022\/2023 beabsichtigt die Senatsverwaltung f\u00fcr Integration, Arbeit und Soziales \u2013 unter der Ma\u00dfgabe, dass die pandemische Lage dies zul\u00e4sst \u2013 erneut die Umsetzung eines Projekts \u201eSafe Places\u201c in Kooperation mit einem Bezirk\u201d.<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/adosservice\/18\/Haupt\/vorgang\/h18-3743-v.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schreiben<\/a> der Senatsverwaltung f\u00fcr Integration, Arbeit und Soziales an den Hauptausschuss (24.08.2021) hei\u00dft es: \u201eVorbehaltlich der Schwerpunktsetzung der neuen Koalition wird die weitergehende Finanzierung im Jahr 2022 aus den dem Einzelplan 11 zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln sichergestellt werden\u201c. Der hier ebenso beantragten Entsperrung der Haushaltsmittel in H\u00f6he von 20.000,00 \u20ac f\u00fcr die erste Phase des Modellprojekts \u201eSafe Places\u201c f\u00fcr das Jahr 2021 wurde in der <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/adosservice\/18\/Haupt\/protokoll\/h18-095-bp.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sitzung des Hauptausschusses am 08.09.2021<\/a> zugestimmt.<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/sen\/ias\/_assets\/aktuelles\/2021_09-02-masterplan2030.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berliner Masterplan zur \u00dcberwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis zum Jahr 2030<\/a> hei\u00dft es, \u201e[b]ei erfolgreicher Erprobung sollen Safe Places \/ Common Places zu einem weiteren Regelansatz der niedrigschwelligen Notversorgung gemacht werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen die aktuellen Ans\u00e4tze f\u00fcr das Modellprojekt im kommenden Doppelhaushalt 2022\/23 verstetigt und im \u00fcbern\u00e4chsten Doppelhaushalt 2024\/25 verbindlich festgelegt werden\u201c.<\/p>\n<p>Laut Auskunft des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg sei die Errichtung weiterhin geplant: \u201eIn ihrer Vereinbarung zur Bildung einer Z\u00e4hlgemeinschaft haben sich die Bezirksverb\u00e4nde der Parteien B\u00b490\/Gr\u00fcne und SPD zu einem solchem Vorhaben bekannt. DIE LINKE \u2013 obwohl nicht Teil der Z\u00e4hlgemeinschaft \u2013 hat eine solche Idee im Wahlkampf unterst\u00fctzt\u201c. Konkrete Fl\u00e4chen w\u00fcrden immer noch diskutiert werden &#8211; die geplante Umsetzung in Kooperation mit der Berliner Stadtmission auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Containerbahnhofs wurde jedoch nicht realisiert. Der Bereich Soziales w\u00fcrde momentan Konzepte erarbeiten, jedoch w\u00e4re seitens der Landesebene signalisiert worden, dass keine weitere Finanzierung in Form von Modellprojektmitteln m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Die Senatsverwaltung f\u00fcr Integration, Arbeit und Soziales verweist auf die Zust\u00e4ndigkeit des Bezirksamtes und darauf, dass man sich noch in Abstimmung zu den kommenden Haushaltsverhandlungen befinde.<\/p>\n<p>Auf einer Wiese an der Ecke G\u00fcrtelstra\u00dfe\/Frankfurter Allee (Zust\u00e4ndigkeit des Bezirks Lichtenberg) sollte ein Common Place eingerichtet werden. Dieser erg\u00e4nzt das Konzept der Safe Places mit einer gemeinschaftlichen Komponente. Bewohner*innen der Tiny Houses in den Common Places, sowie Nachbar*innen der umgebenden H\u00e4user k\u00f6nnten sich hier in Repair-Caf\u00e9s oder beim Urban Gardening treffen und in den Austausch treten. Die Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg hatte schlussendlich aber gegen die Umsetzung gestimmt, obwohl bereits Gespr\u00e4che mit Anwohner*innen und von Wohnungslosigkeit Betroffenen gef\u00fchrt wurden.Das Bezirksamt teilt auf Nachfrage weiterhin mit: \u201eEs gibt im Bereich des ehemaligen Containerbahnhofes derzeit ein Projekt mit einigen Wohnw\u00e4gen, welches einen niedrigschwelligen Einstieg in das Konzept eines \u201eSafe Places\u201c darstellen kann\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-11632\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?resize=1200%2C900&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/schlafen-unter-der-bruecke.jpg?fit=4032%2C3024&amp;ssl=1 4032w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<div id=\"attachment_11631\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11631\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11631\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?resize=1200%2C900&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/notunterkunft.jpg?fit=4032%2C3024&amp;ssl=1 4032w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11631\" class=\"wp-caption-text\">Die Notunterkunft der Berliner Stadtmission am alten Containerbahnhof ?| Fotos: Amelie Kloas<\/p><\/div>\n<p>Die Notunterkunft der Berliner Stadtmission steht auf dem alten Containerbahnhof, hinter dem Ring Center in der Frankfurter Allee. Wohnw\u00e4gen sind von au\u00dfen nicht erkennbar. Die gro\u00dfe W\u00e4rmelufthalle scheint sie abzuschirmen. Auf diesem Gel\u00e4nde sollten Safe Places entstehen und bis heute sind diese nicht auszumachen.<\/p>\n<p>Der Verein Urban Beta, ein Studio f\u00fcr Rauminnovation, arbeitet in den Bereichen Projektentwicklung, Architektur und Foresight. Im Gespr\u00e4ch mit Marvin Bratke und Anke Carlson von Urban Beta, will und kann man nicht viel zur aktuellen Situation der Safe Places in Friedrichshain-Kreuzberg sagen.<\/p>\n<h3>Ohne Finanzierung keine \u201eSafe Places\u201c &#8211; Ein leeres Versprechen also?<\/h3>\n<p>Im Interview erz\u00e4hlt J\u00f6rg Richert, Vorstandsvorsitzender der Karuna e.V., von dem Planungsprozess und den H\u00fcrden bez\u00fcglich der Umsetzung. Ein Safe Place w\u00fcrde die Ausgangslage f\u00fcr karitative Versorgung um einiges verbessern. Soziale Arbeit w\u00fcrde besser greifen, da dann ein zentraler Ort der Ansprechbarkeit besteht. Viel effektiver w\u00e4re es, wenn m\u00f6glicherweise hilfsbed\u00fcrftige Menschen nicht dezentral gesucht werden m\u00fcssten, sondern klar w\u00e4re, an welche Stellen Sozialarbeiter*innen effektiv Hilfestellung leisten k\u00f6nnen. Des Weiteren w\u00fcrden Safe Places eines der vorrangigsten Probleme wohnungsloser Menschen entgegentreten: der Schlaflosigkeit. Erst wenn sich Menschen sicher f\u00fchlen, k\u00f6nne dann ein Leben ohne st\u00e4ndiges Wachbleiben und permanente Wachsamkeit aus Bef\u00fcrchtung vor \u00dcbergriffen m\u00f6glich werden. Auch bedeuten die Safe Places\/Common Places eine Schaffung von gemeinschaftlichem Raum, der einen Beitrag zur Transformation, heraus aus der immer noch vorherrschenden Viktimisierung von Wohnungslosen, hin zu einem Umgang auf Augenh\u00f6he schafft.<\/p>\n<p>Viele Menschen, die seit langer Zeit wohnungslos sind und dementsprechend jahrelange Stigmatisierung erfahren haben, wollen nicht in regul\u00e4re Wohnungen ziehen. Das m\u00fcsse akzeptiert werden, denn auch das sei eine freie und legitime Entscheidung. Mittels performativer Soziologie k\u00f6nne im Rahmen von Modellprojekten wie das der Common Places dann zum Beispiel erforscht werden, ob Menschen, die einige Zeit in Safe Places wohnen dann auch in eine regul\u00e4re Wohnung ziehen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>J\u00f6rg Richert sieht aber nicht die Finanzierung als Problem &#8211; das w\u00fcrde mithilfe von Stiftungen auch ohne ausschlie\u00dfliche Finanzierung seitens des Senats funktionieren. Das gr\u00f6\u00dfere Problem w\u00e4re eher die Suche nach einer geeigneten Fl\u00e4che. Die andere Seite der Medaille w\u00e4ren n\u00e4mlich die Beschwerden von Anwohner*innen \u00fcber jene Pl\u00e4tze, an denen sich viele Menschen zum \u00dcbernachten und Leben versammeln.<\/p>\n<p>So auch Florian Fleck, Anwohner der Siedlung in der N\u00e4he der Gr\u00fcnflache Frankfurter Allee\/G\u00fcrtelstra\u00dfe. Besonders die Ansammlung unter der Br\u00fccke am S-Bahnhof Frankfurter Allee w\u00fcrde teilweise als st\u00f6rend empfunden. Die H\u00e4lfte des Gehwegs immer belegt, oft riecht es unangenehm und eine hohe M\u00fcllbelastung sei festzustellen. Ideen wie die des Common Places findet er gut. Ihm f\u00e4llt das Projekt Frieda S\u00fcd in der N\u00e4he des j\u00fcdischen Museums ein. Ungef\u00e4hr so k\u00f6nne er sich auch einen Common Place vorstellen.<\/p>\n<p>Abzuw\u00e4gen w\u00e4re laut J\u00f6rg Richert also immer der Druck, welcher Seitens Anwohner*innen, Ordnungsamt und Polizei hinsichtlich Einhaltung der \u00f6ffentlichen Ordnung ausge\u00fcbt wird und auf der anderen Seite eben der Anspruch f\u00fcr Menschen da zu sein und Hilfsangebote zu machen. Die Verantwortung nur der Politik zuzuschreiben greife zu kurz. Wohnungslosigkeit und alle damit einhergehenden Probleme und Herausforderungen w\u00e4ren ein stadtgesellschaftliches Problem. W\u00fcnschenswert w\u00e4re eine Umsetzung, welche sowohl Politik als auch die Zivilgesellschaft einbindet. So w\u00e4re auch das emanzipatorische Potential um einiges h\u00f6her.<\/p>\n<h3>Verloren oder nur verschoben?<\/h3>\n<p>Zust\u00e4ndigkeit, Finanzierung und Umsetzung werden auf den ersten Blick scheinbar zwischen Bezirk und Senat hin und her geschoben. Klar ist aber, dass der Wille zur Schaffung von Safe und Common Places da ist. Die Suche nach nutzbaren Fl\u00e4chen, die Pandemie und die Finanzierung seitens des Senats stellen jedoch erhebliche Barrieren dar. Die M\u00fchlen der B\u00fcrokratie mahlen, so wie das in Berlin eben ist. Die Modellprojekte gehen aber zumindest nicht ganz verloren. Es bleibt abzuwarten, was der Berliner Doppelhaushalt 2022\/23 bringt und ob, wenn die Finanzierung gesichert ist, dann auch eine Umsetzung erfolgt.<br \/>\nTrotz aller Schwierigkeiten ist zumindest J\u00f6rg Richert optimistisch und sagt: \u201cDer aktivistische Geist der Zivilgesellschaft wird daf\u00fcr sorgen, dass die Stadt solche Pl\u00e4tze bekommt\u201d.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong> <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-11633 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748-150x150.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=66%2C66&amp;ssl=1 66w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=200%2C200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=400%2C400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=600%2C600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=800%2C800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?resize=1200%2C1200&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/amelie-kloas-e1649693460748.jpg?fit=2171%2C2171&amp;ssl=1 2171w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" data-recalc-dims=\"1\" \/>Amelie Kloas<\/strong> studiert im 5. Semester Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, sowie Politikwissenschaft an der FU Berlin. Ihre journalistische, sowie wissenschaftliche Arbeit wird geleitet von kritischen Perspektiven auf gesellschaftspolitische Strukturen und Entwicklungen. <\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohnungslosigkeit ist in Berlin ein gro\u00dfes Problem. Safe Places sollen Abhilfe schaffen. Wie werden sie finanziert? Welche Fl\u00e4chen stehen zur Verf\u00fcgung? 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