{"id":11606,"date":"2022-05-27T09:44:46","date_gmt":"2022-05-27T07:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11606"},"modified":"2022-06-02T12:45:24","modified_gmt":"2022-06-02T10:45:24","slug":"start-with-a-friend-besonders-wichtig-ist-uns-dass-alles-auf-augenhoehe-stattfindet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11606","title":{"rendered":"Start with a Friend: \u201eBesonders wichtig ist uns, dass alles auf Augenh\u00f6he stattfindet\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>In einem fremden Land neu anzufangen und Anschluss zu finden ist oftmals schwer und kostet viel \u00dcberwindung. Um Einwandernden diesen Weg in Deutschland und inzwischen auch in \u00d6sterreich zu erleichtern, gr\u00fcndete sich 2014 die Organisation \u201eStart with a Friend\u201c. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Einwandernde mit sogenannten \u201eLocals\u201c, also Menschen, die schon l\u00e4ngere Zeit vor Ort wohnen, zu vernetzen. So helfen sie, neue Kontakte und Freundschaften zu f\u00f6rdern und einen wichtigen Schritt in Richtung Integration zu gehen. In einem Interview spreche ich mit Josefine Hoppe, die bei Start with a Friend als \u201eFellow\u201c arbeitet.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>von Emely Germer<\/em><\/p>\n<p><strong>Josefine, wie sieht dein Arbeitsalltag bei Start with a Friend aus?<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_11612\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11612\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11612\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=300%2C205\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=200%2C136&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=300%2C205&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=400%2C273&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=600%2C409&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=800%2C546&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=1024%2C699&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?resize=1200%2C819&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/logo-start-with-a-friend.png?fit=1558%2C1063&amp;ssl=1 1558w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11612\" class=\"wp-caption-text\">Logo von Start with a Friend | Foto: SwaF<\/p><\/div>\n<p>Meine Arbeit besteht im Wesentlichen aus dem Zusammenbringen von Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte. Daf\u00fcr vernetze ich Einwandernde und Vereine. Zurzeit passiert das haupts\u00e4chlich \u00fcber Emails und Telefonate. Sofern die Corona-Bestimmungen es zulassen, besuche ich aber auch gern die Vereine oder gehe f\u00fcr das Kennenlernen mit den Einwandernden spazieren. Je besser ich die Personen kenne, desto besser kann ich den passenden Verein f\u00fcr sie finden.<\/p>\n<p><strong>Wonach entscheidet ihr, ob ein Verein passt, oder nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Als Erstes m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich schauen, was die Interessen der jeweiligen Person sind. Dann k\u00f6nnen wir sehen, welche Vereine dazu passen k\u00f6nnten. Wir achten aber auch noch auf andere Dinge. Zum Beispiel versuche ich einen passenden Verein in der N\u00e4he des Wohnortes zu finden, damit nicht so weite Fahrtwege entstehen. Nat\u00fcrlich ist es auch wichtig, die Zeiten abzustimmen. Die meisten Vereine bieten schlie\u00dflich nicht sieben Tage die Woche f\u00fcr mehrere Stunden Training an. Diese Zeiten m\u00fcssen f\u00fcr den Einwanderer oder die Einwanderin passen. Au\u00dferdem schauen wir auch auf die Altersstruktur und Geschlechterverteilung des Vereins.<\/p>\n<p><strong>Gibt es auch Auswahlkriterien f\u00fcr die vermittelten Vereine?<\/strong><\/p>\n<p>Von der Art des Vereins eigentlich kaum. Wir arbeiten mit vielen Sportvereinen zusammen, aber auch mit Musikvereinen und lockeren Gruppen, wie Nachbarschaftscaf\u00e9s oder \u00e4hnliches. Da ist schon ziemlich viel dabei. Es ist auch nicht notwendig, dass es sich um eine als Verein eingetragene Organisation handelt. Die sind allerdings sehr viel leichter zu finden.<\/p>\n<p>Auf andere Komponenten schauen wir schon. Uns ist wichtig, dass die Aktivit\u00e4ten und Einstellungen des Vereins mit unseren vereinbar sind. Meistens merkt man auch schon beim Telefonat, ob es passt, oder nicht. Die meisten Vereine, die wir anrufen, freuen sich aber \u00fcber die Initiative. Viele engagieren sich auch schon in diese Richtung oder wollten es ohnehin gern tun.<\/p>\n<div id=\"attachment_11609\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11609\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-11609 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=300%2C200\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=200%2C133&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=600%2C400&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=800%2C533&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?resize=1200%2C800&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/fussball.jpg?fit=4000%2C2667&amp;ssl=1 4000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11609\" class=\"wp-caption-text\">SwaF Community | Foto: Virginia Pech<\/p><\/div>\n<p><strong>Ich h\u00f6re heraus, dass ihr auf die Vereine in der Regel direkt zugeht. Wie sieht das bei den Einwandernden aus? Wie werden sie auf euch aufmerksam?<\/strong><\/p>\n<p>Wir gehen zum Beispiel h\u00e4ufig in Sprachkurse und d\u00fcrfen dort unsere Organisation vorstellen. Oft gibt es sogar eine Lektion innerhalb des Kurses, bei der es um Freizeitaktivit\u00e4ten und Vereine geht. Das ist sehr gut f\u00fcr uns, da dort im Rahmen des Unterrichts schon gleich das Konzept Verein gelehrt wird. Einige werden auch \u00fcber Freund*innen auf uns aufmerksam, die auch schon mitmachen.<\/p>\n<p><strong>Habt ihr manchmal das Problem, dass die Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um bei euch mitzumachen?<\/strong><\/p>\n<p>Also, gerade wenn wir in die Deutschkurse gehen, besuchen wir eher die ab Niveau B1 und h\u00f6her. Sonst wird es schon wirklich schwierig im Verein anzukommen. Es gibt nat\u00fcrlich ein paar Menschen, die total mutig sind und sich auch ohne viele Worte super verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, aber in der Regel muss man schon ein paar Vorkenntnisse mitbringen. Unser Anmeldebogen im Internet ist zum Beispiel auch auf Deutsch. Wir helfen auch gelegentlich den Bewerber*innen, ihn auszuf\u00fcllen, aber wenn man damit so gar nichts anfangen kann, ist es halt schwierig. Aber nat\u00fcrlich achten wir bei all diesen Dingen auf einfache Sprache. Das bedeutet, viele Haupts\u00e4tze und wenige Fachw\u00f6rter. Ein bisschen B\u00fcrokratie muss aber trotzdem sein, damit wir datenschutzrechtlich abgesichert sind.<\/p>\n<p><strong>Die Mitgliedschaft in einem Verein kostet oft auch einen gewissen Beitrag im Monat. Kommt es manchmal vor, dass Menschen, die bei euch mitmachen m\u00f6chten, das nicht bezahlen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich nicht. Wenn wir \u00fcber unsere Organisation informieren, sind wir sehr transparent und teilen mit, dass einige Vereine auch Geld kosten. Wir versuchen nat\u00fcrlich immer Vereine zu finden und zu vermitteln, die im Budget der Einwandernden liegen. Au\u00dferdem gibt es die M\u00f6glichkeit, Unterst\u00fctzung daf\u00fcr zu beantragen. Das sind, glaube ich, so etwa 15\u20ac im Monat f\u00fcr solche Freizeitaktivit\u00e4ten. Auch daf\u00fcr leiten wir gern Informationen weiter.<\/p>\n<p><strong>Vorhin hast du gesagt, ihr achtet auch auf die Zusammensetzung in den Vereinen bez\u00fcglich Geschlecht und Alter. Gibt es da auch eine Tendenz bei den Einwandernden?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist unterschiedlich, aber viele, die uns kontaktieren sind 20-30 Jahre alt und h\u00e4ufig mehr M\u00e4nner als Frauen. Frauen kommen auch \u00f6fter gemeinsam mit ihrem Mann. Aber wenn sie alleine kommen, bevorzugen sie meistens einen Verein, in dem viele Frauen vertreten sind.<\/p>\n<p><strong>Was denkst du, woran das liegen k\u00f6nnte, dass mehr M\u00e4nner bei euch teilnehmen m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist nicht so leicht zu beantworten. Zum einen sehe ich in den Deutschkursen, in denen wir auf unsere Organisation aufmerksam machen oft mehr M\u00e4nner als Frauen. Zum anderen ist es aber vielleicht auch ein kulturelles Ding. Wenn du in deinem Herkunftsland auch nicht in einem Verein warst, ist die H\u00fcrde noch gr\u00f6\u00dfer, sich hier einen zu suchen. Dann muss man vielleicht nicht nur eine neue Sprache lernen und kennt kaum jemanden, sondern zus\u00e4tzlich noch eine neue Sportart, die man vorher noch nicht ausprobiert hat. Das muss man sich erstmal trauen. Daher versuchen wir die H\u00fcrde ein bisschen niedriger zu machen, damit mehr Menschen diesen Schritt wagen.<\/p>\n<p><strong>Wenn ihr eine Einwanderin oder einen Einwanderer und einen Verein zusammenbringt, wie l\u00e4uft das dann ab?<\/strong><\/p>\n<p>Erstmal gibt es ein Treffen mit einem Buddy. Das ist eine Person aus dem Verein, die den Einwandernden alles \u00fcber den Verein erz\u00e4hlt und sie oder ihn in den Verein mitnimmt. Und dort lernen sie dann gleich mal zehn Personen kennen, mit denen sie sich bestenfalls gut verstehen. Und wenn sie sich mit, sagen wir mal, zwei Personen besonders gut verstehen, dann entstehen schon gleich neue Freundschaften, und das ist ja unser Ziel. Besonders wichtig ist uns, dass alles auf Augenh\u00f6he stattfindet. Hier hilft nicht eine Person der anderen, sondern beide k\u00f6nnen aus dem Erfahrungsschatz des anderen etwas lernen.<\/p>\n<p>Um als Organisation noch weiter unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen, fragen wir etwa zwei Wochen nach der Vermittlung nach, wie das erste Treffen im Verein gelaufen ist. Den n\u00e4chsten Check-In gibt es dann nach drei Monaten und dann noch einen nach sechs Monaten. Nach diesem halben Jahr ist die Vermittlung f\u00fcr uns als Organisation erfolgreich abgeschlossen. Die Einwandernden d\u00fcrfen dann nat\u00fcrlich so lange in dem Verein bleiben, wie sie m\u00f6chten.<\/p>\n<p><strong>Wie kann man selbst ein Fellow werden?<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_11611\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11611\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11611\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=300%2C200\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=200%2C133&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=600%2C400&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=800%2C533&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?resize=1200%2C800&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/sommerfest.jpg?fit=1790%2C1193&amp;ssl=1 1790w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11611\" class=\"wp-caption-text\">Event bei Start with a Friend | Foto: Virginia Pech<\/p><\/div>\n<p>Einmal im Jahr, im Oktober und November, werden offene Stellen ausgeschrieben und man kann sich darauf bewerben. Im Bewerbungsprozess gibt es dann erstmal ein Telefonat und wenn man weiterkommt, noch ein Vorstellungsgespr\u00e4ch. Im neuen Jahr gibt es dann zurzeit eine dreit\u00e4gige Online-Einarbeitung. Vor Corona haben wir uns eigentlich immer f\u00fcr f\u00fcnf oder sechs Tage alle zusammen in einer Herberge getroffen und vor Ort gelernt. Dieses Training ist dann f\u00fcr alle, die neuen und die \u201ealten\u201c Fellows. Da gibt es ganz viele Workshops zu verschiedensten Themen wie Rassismus, Gender, einfache Sprache und so weiter. Im Sommer gibt es dann nochmal ein Bundestreffen. Auch wieder mit vielen Workshops, an dem auch die ehrenamtlichen Teams der verschiedenen St\u00e4dte teilnehmen k\u00f6nnen. Im Herbst kommen alle Fellows nochmal zu einer Abschluss-Reflexion zusammen.<\/p>\n<p>Das schwei\u00dft als Team noch mal gut zusammen und ist auch das Sch\u00f6ne bei uns. Da gibt\u2018s nicht ganz oben irgendwie einen Chef oder eine Chefin, vor der alle kuschen m\u00fcssen. Sondern wir sind eben ein Team und ich kann auch mit denen aus dem Bundesteam ganz normal auf Augenh\u00f6he reden. Es hat halt jede und jeder so seine Aufgabenbereiche, f\u00fcr die er oder sie zust\u00e4ndig ist und um die man sich k\u00fcmmert, aber gleichzeitig kann man auch die anderen immer fragen, wenn etwas unklar ist. Ich denke, dass wir auch deshalb ein so gutes Team sind, weil wir im Grunde alle mit Menschen zusammenarbeiten, statt irgendein Produkt zu entwickeln. Da passt dann auch einfach so der Vibe.<\/p>\n<p><strong>Wie kann man euch als Organisation sonst noch bei eurer Arbeit helfen?<\/strong><\/p>\n<p>Naja, das eine sind die Spenden, aus denen wir uns finanzieren. Das hilft uns nat\u00fcrlich enorm. Was aber genauso wichtig ist, ist unsere Idee weiterzutragen. Das ist so eine Art Kreislauf. Wenn wir bekannter werden, erhalten wir mehr Spenden und auch mehr F\u00f6rdermittel vom Staat. Dadurch k\u00f6nnen wir bessere Arbeit machen, da mehr Budget da ist, um zum Beispiel mehr Fellow-Stellen zu schaffen, wodurch wir wieder mehr Menschen erreichen k\u00f6nnen. Und wenn wir bessere Arbeit machen, werden mehr Menschen auf uns Aufmerksam und dadurch bekommen wir wieder mehr F\u00f6rdermittel und k\u00f6nnen mehr Menschen erreichen und so weiter.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview. Als abschlie\u00dfende Worte, was w\u00fcrdet ihr euch f\u00fcr die Zukunft w\u00fcnschen?<\/strong><\/p>\n<p>Nun ja, ich kann nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr das gesamte SwaF-Team sprechen, aber ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass den Einwandernden in Zukunft nicht mehr so viele Steine in den Weg gelegt werden. Ich habe so viele Personen, mit denen ich spreche, die sich \u00fcber die viele B\u00fcrokratie beklagen. Vor allem m\u00fcssen sie lange darum k\u00e4mpfen, dass ihr Universit\u00e4tsabschluss in Deutschland anerkannt wird. Manche denken, nur weil die Einwandernden nicht die gleiche Sprache sprechen, sind sie weniger intelligent. Aber ich habe so viele Menschen kennengelernt, die in ihrer Heimat viele Jahre studiert haben und eigentlich ausgebildete Ingenieure, Informatiker oder \u00c4rzte sind, aber hier ihren Abschluss nicht anerkannt bekommen. Ich w\u00fcnsche mir, dass sich das \u00e4ndert.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong> <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-11608\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/emely-germer.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/emely-germer.jpg?resize=66%2C66&amp;ssl=1 66w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/emely-germer.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/emely-germer.jpg?zoom=2&amp;resize=150%2C150 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/emely-germer.jpg?zoom=3&amp;resize=150%2C150 450w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/emely-germer.jpg?fit=3145%2C3568&amp;ssl=1 3145w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" data-recalc-dims=\"1\" \/>Emely Germer<\/strong> studiert im 3. Semester Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin. Sie ist selbst Trainerin in einem Verein und findet, dass es kaum etwas Besseres als Sport gibt, um Menschen zusammenzubringen. <\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem fremden Land neu anzufangen und Anschluss zu finden ist oftmals schwer und kostet viel \u00dcberwindung. Um Einwandernden diesen Weg in Deutschland und inzwischen auch in \u00d6sterreich zu erleichtern, gr\u00fcndete sich 2014 die Organisation \u201eStart with a Friend\u201c. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Einwandernde mit sogenannten \u201eLocals\u201c, also Menschen, die schon l\u00e4ngere Zeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11610,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[501,497,537,503],"tags":[935,167,146,32,1022,1023],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/gruppenbild.jpg?fit=3156%2C2104&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11606"}],"collection":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11606"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11606\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11783,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11606\/revisions\/11783"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11610"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}