{"id":11294,"date":"2021-07-23T13:24:54","date_gmt":"2021-07-23T11:24:54","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11294"},"modified":"2022-04-18T17:33:25","modified_gmt":"2022-04-18T15:33:25","slug":"arbeiten-in-der-notuebernachtung-marie-zehn-schlafplaetze-fuer-frauen-in-prekaeren-lebenslagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11294","title":{"rendered":"Arbeiten in der Not\u00fcbernachtung \u201eMarie\u201c: Zehn Schlafpl\u00e4tze f\u00fcr obdachlose Frauen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin bietet wohnungslosen Menschen in Form von Not\u00fcbernachtungen Hilfe bei der Suche nach einem geeignetem Schlafplatz. So auch die Einrichtung \u201eMarie\u201c in der Tieckstra\u00dfe 17, die dem Tr\u00e4ger der Koepjohann\u2019schen Stiftung angeh\u00f6rt und ausschlie\u00dflich Frauen beherbergt. Eine Mitarbeiterin erz\u00e4hlt von ihrer Arbeit.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><em>von Malin Friedrich<\/em><\/p>\n<p>Es ist Montagnachmittag, 17:30 Uhr. Die Sonne geht allm\u00e4hlich unter, der Himmel f\u00e4rbt sich rot und die Luft wird k\u00fchler. Sie \u00fcberlegt, wo sie heute schlafen kann. Ihre Entscheidung f\u00e4llt auf eine Notunterkunft f\u00fcr wohnungslose Frauen. Damit ist sie nicht allein, viele Frauen nehmen diese Angebote dankbar an. Gleichzeitig bereiten sich Sozialp\u00e4dagogen*innen und Mitarbeiter*innen auf ihre Nachtschicht und die Ankunft der Frauen vor.<\/p>\n<p>Eine genaue Statistik \u00fcber die Anzahl wohnungsloser Menschen in Berlin gibt es nicht. Der Versuch, durch manuelles Z\u00e4hlen Licht ins Dunkle zu bringen, ist laut Expert*innen in der sogenannten \u201eNacht der Solidarit\u00e4t\u201c nicht als realit\u00e4tsgetreu zu werten \u2013 Ergebnis dieser Z\u00e4hlung sind mindestens 2.000 Menschen ohne Wohnung. Die wirkliche Anzahl wird laut Tagesspiegel-Bericht<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/ergebnis-der-obdachlosenzaehlung-in-berlin-warum-die-zahl-so-weit-unter-den-schaetzungen-liegt\/25521782.html\"> \u201eErgebnis der Obdachlosenz\u00e4hlung in Berlin \u2013 Warum die Zahl so weit unter den Sch\u00e4tzungen liegt\u201c<\/a> auf 6.000-10.000 Menschen gesch\u00e4tzt. Durch die Corona-Pandemie k\u00f6nnte die Zahl weiter gestiegen sein. Studierende mussten teilweise in ihre Elternh\u00e4user zur\u00fcckkehren, Menschen verloren ihren Job und andere konnten ihre Miete nicht rechtzeitig bezahlen.<\/p>\n<h3>Direkthilfe f\u00fcr obdachlose Frauen: Schlafplatz, Essen, W\u00e4sche und Gespr\u00e4che<\/h3>\n<div id=\"attachment_11374\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11374\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11374\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=300%2C200\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=200%2C133&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=600%2C400&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=800%2C533&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?resize=1200%2C800&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8730.jpg?fit=6720%2C4480&amp;ssl=1 6720w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11374\" class=\"wp-caption-text\">Die K\u00fcche mit Sitzgelegenheiten bildet den Kern der Einrichtung. Foto: Yvonne Standke<\/p><\/div>\n<p>Neben ihrem Studium der Sozialen Arbeit unterst\u00fctzt Annika R. die Not\u00fcbernachtung \u201eMarie\u201c regelm\u00e4\u00dfig von 19:00 Uhr abends bis 8:00 Uhr morgens. Meistens ist sie zehn Minuten fr\u00fcher vor Ort, damit sie sich mit Hilfe des Dienstbuches einen \u00dcberblick der letzten Nacht verschaffen kann. Danach schlie\u00dft sie die Zimmer auf, \u00f6ffnet die Fenster und schaltet den Luftfilter an. Dieser ist seit der Corona-Pandemie fest in den routinierten Ablauf integriert. Langsam kommen die ersten Frauen an, finden sich in den Schlafzimmern ein. W\u00e4hrenddessen k\u00fcmmert sich Annika mit ihrer Kollegin um andere Dinge, wie die Vorbereitung des Abendessens oder um die W\u00e4sche. Die Abende laufen immer unterschiedlich ab: Mal l\u00e4uft ein Film, mal wird etwas gespielt, und manchmal sind Annika R. und ihre Kollegin auch einfach nur Ansprechpartnerinnen mit einem offenen Ohr. Ab 22:00 Uhr herrscht Nachtruhe bei \u201eMarie\u201c und somit stoppt auch die Aufnahme weiterer \u00dcbernachtungsg\u00e4ste. Am n\u00e4chsten Morgen startet der Tag gegen zehn vor sechs. Die Frauen werden geweckt, das Fr\u00fchst\u00fcck vorbereitet und der Putzdienst eingeteilt. Sp\u00e4testens um 8:00 Uhr muss jede die Unterkunft verlassen haben, bevor sie um 19:00 Uhr erneut ihre T\u00fcren \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4tzt leben, laut NTV-Recherchen, 3.000 Frauen auf den Stra\u00dfen Berlins oder in schwierigen Wohnverh\u00e4ltnissen. F\u00fcr diese Anzahl stehen knapp 60 Betten in sieben Einrichtungen zur Verf\u00fcgung, die ausschlie\u00dflich von Frauen genutzt werden d\u00fcrfen. \u201eMarie\u201c ist eine dieser Unterk\u00fcnfte. Nach aufw\u00e4ndigem Umbau und Kernsanierung eines alten Pfarrhauses ist im M\u00e4rz 2019 die erste barrierefreie Not\u00fcbernachtung er\u00f6ffnet worden. \u00dcblicherweise d\u00fcrfen die Frauen zwei Wochen am St\u00fcck bei \u201eMarie\u201c \u00fcbernachten. Danach gibt es eine zweiw\u00f6chige Sperrfrist, die sie bis zum n\u00e4chsten Aufenthalt einhalten m\u00fcssen. Insgesamt gibt es zehn Schlafpl\u00e4tze auf zwei R\u00e4ume verteilt, mit je zwei Doppelstockbetten und einem Einzelbett. Nicht gestattet sind Tiere oder das Mitbringen von Kindern. Au\u00dferdem gibt es bestimmte Hausregeln, die eingehalten werden m\u00fcssen. Dazu z\u00e4hlt unter anderem, dass die Unterkunft p\u00fcnktlich um 8:00 Uhr zu verlassen ist, die Frauen sich an die Einteilung ihrer Dienste halten m\u00fcssen und dass sie sich nicht gegenseitig beleidigen oder diskriminieren. Auch das Konsumieren von Alkohol und anderen Drogen ist untersagt. Andernfalls gibt es Abmahnungen, die nach der dritten Verwarnung zu einem Hausverbot f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert wird \u201eMarie\u201c durch das integrierte Sozialprogramm (IPS) des Landes Berlin. Diese Mittel werden durch die Koepjohann\u2018sche Stiftung und durch Spenden erg\u00e4nzt. Tags\u00fcber ist die Einrichtung Anlaufstelle f\u00fcr Frauen, die Sozialberatungen in Anspruch nehmen wollen, Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen, beispielsweise bei der Erstellung von Antr\u00e4gen, oder andere Anliegen haben. Das Ziel ist es, m\u00f6glichst vielen Frauen tatkr\u00e4ftig bei ihrem Weg in ein neues Leben zur Seite zu stehen und helfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Corona-Ma\u00dfnahmen in der Not\u00fcbernachtung<\/h3>\n<div id=\"attachment_11375\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11375\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11375\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Tieckstra\u00dfe-17-\u00a9Janka-Haverbeck.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Tieckstra\u00dfe-17-\u00a9Janka-Haverbeck.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Tieckstra\u00dfe-17-\u00a9Janka-Haverbeck.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Tieckstra\u00dfe-17-\u00a9Janka-Haverbeck.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Tieckstra\u00dfe-17-\u00a9Janka-Haverbeck.jpg?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Tieckstra\u00dfe-17-\u00a9Janka-Haverbeck.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Tieckstra\u00dfe-17-\u00a9Janka-Haverbeck.jpg?fit=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11375\" class=\"wp-caption-text\">Au\u00dfenansicht der Not\u00fcbernachtung \u201eMarie\u201c. Foto: Janka Haverbeck<\/p><\/div>\n<p>Durch die Corona-Pandemie hat sich einiges ver\u00e4ndert: Die Frauen werden w\u00f6chentlich mindestens einmal getestet, es wird Fieber gemessen, vier Luftreinigungsfilter sorgen zus\u00e4tzlich f\u00fcr m\u00f6glichst gereinigte Luft und es m\u00fcssen \u00fcberall Masken getragen werden, mit Ausnahme der Schlafzimmer. Zu Beginn der Pandemie stieg die Nachfrage nach Unterk\u00fcnften, die explizit nur f\u00fcr Frauen ausgelegt sind, rasant an. Durch die unsichere Situation waren viele von ihnen noch verzweifelter als zuvor. Es kam zu vermehrten Schlie\u00dfungen von Einrichtungen wie Suppenk\u00fcchen, Tagesst\u00e4tten und Not\u00fcbernachtungen.<\/p>\n<p>Auch \u201eMarie\u201c musste ihre Schlafplatzanzahl von zehn auf sechs Betten reduzieren. Trotz aller Umst\u00e4nden wurde Corona mit der Zeit zu einer Chance vieler wohnungsloser Menschen: Es wurden Ausweichm\u00f6glichkeiten geschaffen wie Hostels, die zu 24\/7 Einrichtungen umfunktioniert wurden, in denen wohnungslose Menschen Zuflucht und Ruhe fanden. Die Stadtmission hat es geschafft, eine Quarant\u00e4ne-Station f\u00fcr wohnungslose Menschen einzurichten, in der Substitutionen bei Abh\u00e4ngigkeit mit Hilfe von \u00c4rzt*innen durchgef\u00fchrt werden durften. Es wurden Angebote bereitgestellt, die auf diese neue Situation abgestimmt wurden, aber schon deutlich l\u00e4nger notwendig gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<h3>\u201eIch m\u00f6chte helfen, wo ich kann\u201c<\/h3>\n<p>Annika R. ist 23 Jahre alt und arbeitet seit Oktober 2019 bei \u201eMarie\u201c. Schon lange besch\u00e4ftigt sie sich mit der Lage von wohnungslosen Menschen in Berlin. Nach dem Abitur 2016 machte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Bahnhofsmission am Berliner Hauptbahnhof und kann sich auch zuk\u00fcnftig vorstellen, mit wohnungslosen Menschen zusammenzuarbeiten. Sie sieht eine Herausforderung bei der Erstellung passender Angebote f\u00fcr wohnungslose Menschen, weil keine genauen Statistiken \u00fcber die Anzahl existiert. Au\u00dferdem gibt es einen Mangel an Unterk\u00fcnften f\u00fcr Menschen mit Haustieren oder einer Substanzabh\u00e4ngigkeit. \u201eEs m\u00fcssen Ruheorte geschaffen werden, an denen sie sich erholen k\u00f6nnen.\u201c Auch Annika und ihre Kolleginnen m\u00fcssen sich vor jedem Dienstantritt testen lassen und Masken tragen, obwohl sie zu der Priorisierungsgruppe 2 z\u00e4hlen und bereits gr\u00f6\u00dftenteils geimpft sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_11376\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11376\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11376\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=198%2C300\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=198%2C300&amp;ssl=1 198w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=200%2C303&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=400%2C605&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=600%2C908&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=677%2C1024&amp;ssl=1 677w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=800%2C1211&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?resize=1200%2C1816&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/J8A8776-A.jpg?fit=4370%2C6614&amp;ssl=1 4370w\" sizes=\"(max-width: 198px) 100vw, 198px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11376\" class=\"wp-caption-text\">Eingang des Hauses. Foto: Yvonne Standke<\/p><\/div>\n<p>Was sind f\u00fcr sie Herausforderungen bei ihrer Arbeit in der Not\u00fcbernachtung? \u201eEs ist wichtig, beim Verlassen der Not\u00fcbernachtung die Ereignisse und Geschichten dort zu lassen. Man sollte versuchen, sie m\u00f6glichst nicht mit Nachhause zu nehmen.\u201c Sie habe schon einige Situationen erlebt, die sie im Nachgang besch\u00e4ftigt haben. Aus datenschutzrechtlichen Gr\u00fcnden kann auf diese Situationen nicht explizierter eingegangen werden. Jede Frau hat ihre ganz eigene Geschichte, die wahrgenommen werden muss. Annika&nbsp; erz\u00e4hlt, dass es auch manchmal unsch\u00f6ne Momente gibt: \u201eWenn wir Frauen wieder wegschicken m\u00fcssen, weil unsere Kapazit\u00e4ten bereits ausgesch\u00f6pft sind. Gerade in den kalten Monaten gibt einem das ein sehr negatives Gef\u00fchl.\u201c Die einzige M\u00f6glichkeit ist dann, jede andere Not\u00fcbernachtung abzutelefonieren und zu hoffen, dass irgendwo noch ein Platz frei ist. \u201eIch mache diese Arbeit sehr gerne und m\u00f6chte helfen, wo ich kann. Daf\u00fcr nehme ich auch schlaflose N\u00e4chte in Kauf.\u201c<\/p>\n<p>Die gravierenden Probleme von wohnungslosen Menschen sind weiterhin ein Tabu unserer Gesellschaft, sie werden oft nicht gesehen wird. Es sind vor allem Frauen, die sich bewusst der \u00f6ffentlichen Stigmatisierung ein St\u00fcck weit entziehen wollen und mit Hilfe eines gesellschaftlich akzeptierten Auftretens dem Alltag auf den Stra\u00dfen Berlins entgegenwirken. Umso wichtiger sind Menschen wie Annika R., die sich f\u00fcr Frauen in prek\u00e4ren Lebenslagen einsetzen und ihnen tempor\u00e4r ein St\u00fcck Normalit\u00e4t bieten.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>Malin Friedrich <\/strong> studiert Deutsche Philologie und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin. Sie findet, dass das Problem der Obdachlosigkeit in Berlin viel mehr Aufmerksamkeit verdient.<\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin bietet wohnungslosen Menschen in Form von Not\u00fcbernachtungen Hilfe bei der Suche nach einem geeignetem Schlafplatz. So auch die Einrichtung \u201eMarie\u201c in der Tieckstra\u00dfe 17, die dem Tr\u00e4ger der Koepjohann\u2019schen Stiftung angeh\u00f6rt und ausschlie\u00dflich Frauen beherbergt. 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