{"id":11284,"date":"2021-07-22T13:58:09","date_gmt":"2021-07-22T11:58:09","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11284"},"modified":"2021-07-22T13:58:09","modified_gmt":"2021-07-22T11:58:09","slug":"stimmrecht-gegen-unrecht-barrierefreier-feminismus-aus-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11284","title":{"rendered":"Stimmrecht Gegen Unrecht: Barrierefreier Feminismus aus Berlin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit 2018 k\u00e4mpft eine Gruppe von Berliner Aktivistinnen f\u00fcr gerechtere Abtreibungsgesetze in Deutschland. Gleichzeitig wollen sie Feminismus zug\u00e4nglich und begeisternd f\u00fcr Einsteiger*innen machen. Unbezahlt aber lohnend: So erleben sie freiwillige feministische Bildungsarbeit bei &#8222;Stimmrecht Gegen Unrecht&#8220;.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><em>von Valentina Perezalonso<\/em><\/p>\n<p>Es ist Sommer 2018. Die Sonne scheint durch das Fenster und strahlt auf dem Computer zur\u00fcck. Im Hintergrund spielt eine Debatte rund um das Thema Schwangerschaftsabbruch in Deutschland. Eine Gr\u00fcnen-Politikerin \u00e4u\u00dfert sich dazu. Vier Privatpersonen sitzen im Raum einer feministischen Sommer-Uni in Berlin und fragen sich: \u201eWie k\u00f6nnen wir eine \u00c4nderung vorantreiben?\u201c Vier Studentinnen, die mit der Gesetzeslage<br \/>\nvon Abtreibungen in Deutschland gar nicht einverstanden sind. Lea, Hannah, Inga und Svenja schlie\u00dfen sich zusammen und nutzen die warmen Tage, um sich am Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften an der Humboldt Universit\u00e4t zu treffen, um eine Briefaktion zu organisieren. Eine Facebook-Veranstaltung wird angek\u00fcndigt. Der Titel dieses Events verfolgt sie bis heute. Sie nehmen Stift und Zettel in die Hand und schreiben alle zusammen Briefe an die SPD. Die Idee dahinter: Mit dem Brief nutzt man sein Stimmrecht gegen Unrecht.<\/p>\n<div id=\"attachment_11338\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11338\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-11338 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=300%2C200\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=200%2C133&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=600%2C400&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=800%2C533&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?resize=1200%2C800&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/B.-SGU-3_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-1.jpg?fit=4608%2C3072&amp;ssl=1 4608w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11338\" class=\"wp-caption-text\">Vier von den SGU-Mitgliedern, oben v. l. n. r. Klara und Leo; unten v. l. n. r. Pauline und Carla. Foto: Stimmrecht Gegen Unrecht, Ann-Kristin Janssen<\/p><\/div>\n<p>Die Briefe sind auf dem Weg zu ihren Empf\u00e4ngerinnen, die letzten Workshops der Sommer-Uni fanden schon statt und die T\u00fcren des SoWi Instituts schlie\u00dfen sich f\u00fcr den Tag. Die Aktion hinterl\u00e4sst ein empowerndes Gef\u00fchl bei den vier Freundinnen, aber auch eine Leere. Die Frage h\u00e4ngt noch im Hinterkopf: \u201eWie k\u00f6nnen wir eine \u00c4nderung vorantreiben?\u201c Aus Kaffee wird Bier und aus dem miteinander Reder ein Kollektiv: Aktivismus zu betreiben findet keine leicht, aber ein eigenes Kollektiv zu gr\u00fcnden? Vielleicht ist das genau der verlangte Wandel. So entsteht Stimmrecht Gegen Unrecht, ein Kollektiv mit dem Ziel Feminismus f\u00fcr Menschen zu machen, die explizit kein Vorwissen haben, sich aber engagieren wollen &#8211; Feminismus f\u00fcr Einsteiger*innen. Eines ist von Anfang an klar: Um diese Zug\u00e4nglichkeit zu schaffen, ist eine Verkn\u00fcpfung von Offline-Aktionen und Aktivismus im digitalen Raum notwendig. Kurz nach der Gr\u00fcndung traten zwei neue Teammitglieder ein, Jessi und Theresa, und direkt ging es los mit einem neuen Briefprotest und dem ersten Instagram-Beitrag.<\/p>\n<h3>Hinter den Kulissen: Wer, wie, was?<\/h3>\n<p>Wandlungen und Fluktuationen in der Struktur sind das t\u00e4gliche Brot von ehrenamtlichen Kollektiven. Heute sind etwa neun bis elf Personen im Koordinierungskreis von SGU aktiv. Daneben gibt es zwei Aktionsgruppen, die sich mit spezifischen Themen wie Sexualit\u00e4t oder &#8222;digitaler Gewalt&#8220; besch\u00e4ftigen. Diese Gruppen haben Mitglieder, die nur f\u00fcr die jeweiligen Projekte arbeiten, aber nicht unbedingt Teil der Basisgruppe sind. Den harten Kern bilden Studierende u.a. aus der Politikwissenschaft, der Kulturwissenschaft, der Geschichte, der Erziehungswissenschaft und aus dem Fach Soziale Arbeit. Einige jobben noch zus\u00e4tzlich. Anne, die Social-Media-Beauftragte bei SGU, sagt, dass die Gruppe versucht immer wieder zu reflektieren, wie ihr Aktivismus so gestaltet werden kann, dass er aus den akademischen Kontexten heraustritt. Studieren ist ein Privileg und es ist wichtig f\u00fcr SGU, dass politischer Protest alle Menschen anspricht.<\/p>\n<div id=\"attachment_11339\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11339\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11339\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=300%2C204\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=200%2C136&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=300%2C204&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=400%2C272&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=600%2C408&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=800%2C544&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=1024%2C697&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?resize=1200%2C817&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/all-rights-reserved-Lea-Wessels-2.jpg?fit=3575%2C2433&amp;ssl=1 3575w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11339\" class=\"wp-caption-text\">An die Arbeit: Plenum im Park, v. l. n. r. Anne, Pauline, Sheena, Alina; Foto: Stimmrecht Gegen Unrecht, Lea Wessels<\/p><\/div>\n<p>Eine feste Rollenverteilung ist n\u00f6tig, um Zeitmanagement-Probleme zu vermeiden und die Effektivit\u00e4t zu steigern, mit der die eigene Botschaft in die Welt getragen wird. Die Kollektivstruktur besteht aus zwei gro\u00dfen Arbeitsgruppen: Social Media und Presse &amp; \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Darunter fallen eine Gestaltungs- und Design AG, eine Finanzenbeauftragte sowie zwei Mailpostfachbeauftragte. Die Recherche und Zusammenstellung eines alle zwei Wochen erscheinenden Newsletters, die Konzeption und Gestaltung von Social-Media- und Website-Inhalten, die Organisation von feministischen Aktionen auf der Stra\u00dfe, oder die Teilnahmen an verschiedenen Demos. Die Durchf\u00fchrung von Online- und Offline-Kampagnen, wie z.B. \u201e#Toxicmalenet\u201c, zur digitalen Gewalt. Das Angebot von Barabenden, um Menschen \u00fcber feministische Themen ins Gespr\u00e4ch zu bringen. All das sind Aufgaben, die SGU sich vornimmt. Jede steckt ungef\u00e4hr 5-10 Stunden pro Woche in das Kollektiv, sch\u00e4tzt Anne.<\/p>\n<h3>Braucht Feminismus Geld?<\/h3>\n<p>Die Ideen flie\u00dfen nach der Neugr\u00fcndung des Kollektivs, allerdings braucht deren Umsetzung neue F\u00e4higkeiten, um auch im digitalen Raum sichtbar zu werden: Vom Erlernen wie man digitale Illustrationen erstellt \u00fcber Bildbearbeitungsprogramme bis hin zum Bauen einer Website. Das Ziel, digitale feministische Bildungsarbeit, erfordert Zeit und M\u00fche. Finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Kollektiv zu bekommen ist schwierig. Im n\u00e4chsten Schritt soll SGU ein Verein werden, um Spenden sammeln und F\u00f6rderung beantragen zu k\u00f6nnen. Und bis dahin? Ihre pers\u00f6nliche Leistung belohnen sie nicht, aber f\u00fcr Kampagnen, die finanzielle Unterst\u00fctzung brauchen, wenden sie sich zum Beispiel an die Asten der Berliner Universit\u00e4ten. Durch sie war z.B. die Plakatierung in Berlin im Rahmen der #toxicmalenet-Kampagne m\u00f6glich, berichtet Anne, die Socia-Media-Beauftragte von SGU.<\/p>\n<div id=\"attachment_11340\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11340\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11340\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=300%2C215\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=200%2C143&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=300%2C214&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=400%2C286&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=600%2C429&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=800%2C572&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=1024%2C732&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?resize=1200%2C858&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/D.-SGU-10_DSC00389_19Lea-Wessels.jpg?fit=5311%2C3799&amp;ssl=1 5311w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11340\" class=\"wp-caption-text\">Aktivismus im urbanen Raum: Plakat der #Toxicmalenet Kampagne. Foto: Stimmrecht Gegen Unrecht, Lea Wessels<\/p><\/div>\n<p>\u201eIch finde, alles was so Richtung Bildungsarbeit geht, auch Bildung im Kontext von Selbstbestimmung, ist schon auf jeden Fall finanzierungswert und es w\u00e4re toll, wenn es da bessere Zug\u00e4nge dazu g\u00e4be. Ich habe das Gef\u00fchl, um Gelder zu beantragen, muss man sich wirklich sehr gut reinfuchsen und irgendwie auch Connections haben, man muss Netzwerke aufbauen und pflegen\u201c, sagt Anne. Das kann sich durchaus lohnen. Die Zusammenarbeit mit der Influencerin Nike Van Dinther hatte zur Folge, dass sie heute von einer Spendenaktion des Unternehmens OUI beg\u00fcnstigt werden. Diese Kooperation k\u00f6nnte der Gruppe die M\u00f6glichkeit geben, Ressourcen auch an andere Projekte weiterzugeben.<\/p>\n<h3>Corona und ehrenamtliche Arbeit<\/h3>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir unsere Strukturen professionalisieren? Was machen wir mit all den Menschen, die uns schreiben und bei uns mitmachen m\u00f6chten? Wie sieht\u2019s aus mit der Postplanung f\u00fcr Instagram? Solche Fragen besch\u00e4ftigen jede Woche die Mitglieder des Kollektivs. Nach intensiven organisatorischen und inhaltlichen Diskussionen in den Plenen, gab es sonst immer ein Bier und Snacks zum Entspannen. Seit Beginn der Pandemie f\u00e4llt dieser Spa\u00df aber aus und die Abende, an denen sich die Menschen von SGU gerne pers\u00f6nlich getroffen haben, finden jetzt \u00fcber Zoom statt. Was hat das zur Folge? Mehr Low-Phasen. Zeiten, wo wenig auf Instagram gepostet, kaum Kampagnen vorbereitet und die Recherche f\u00fcr den Newsletter pausiert werden. Die Barabende sind auch komplett ausgefallen, der Offline-Aktivismus kam fast zum Stillstand. \u201eDie Pandemie war einfach auch f\u00fcr aktivistische Kontexte super kr\u00e4ftezehrend\u201c, meint Anne. Jedoch war der Einfluss der Online-R\u00e4ume auf die Arbeitsstrukturen von SGU nicht nur negativ: Seitdem sie sich f\u00fcr Plenen online treffen, sind sie effektiver geworden. Wie sie trotz der Corona-H\u00fcrden auf ein gutes Zusammenarbeiten vertrauen k\u00f6nnen, h\u00e4ngt von jedem einzelnen Mitglied ab. Wichtig sind Feedbacks und eine angenehme Atmosph\u00e4re. Diese Form der ehrenamtlichen Arbeit betrachten Anne als ein Privileg, das sie nicht f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich nimmt. Sei es Freundschaft, Lob oder berufliche Kompetenzen, die Mitglieder von SGU nehmen viele Erfahrungen f\u00fcr sich mit, es ist eben mehr als nur unbezahlte Arbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-11335 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=66%2C66&amp;ssl=1 66w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=200%2C200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=400%2C400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=600%2C600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=800%2C800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?resize=1200%2C1200&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Portrait_Perezalonso.jpg?fit=3024%2C3023&amp;ssl=1 3024w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><strong>Valentina Perezalonso <\/strong> studiert studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft. Sie interessiert sich f\u00fcr soziale Bewegungen und Feminismus und ist selbst in der feministischen Szene Berlins aktiv.<\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2018 k\u00e4mpft eine Gruppe von Berliner Aktivistinnen f\u00fcr gerechtere Abtreibungsgesetze in Deutschland. Gleichzeitig wollen sie Feminismus zug\u00e4nglich und begeisternd f\u00fcr Einsteiger*innen machen. Unbezahlt aber lohnend: So erleben sie freiwillige feministische Bildungsarbeit bei &#8222;Stimmrecht Gegen Unrecht&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":47,"featured_media":11334,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[501,497,503],"tags":[961,854,51,915,269,918,962,960,951],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/A.-SGU-5_all-rights-reserved-Ann-Kristin-Janssen-3.jpg?fit=1536%2C1024&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11284"}],"collection":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/47"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11284"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11341,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11284\/revisions\/11341"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11334"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}