{"id":11278,"date":"2021-07-20T20:13:20","date_gmt":"2021-07-20T18:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11278"},"modified":"2021-07-20T20:13:20","modified_gmt":"2021-07-20T18:13:20","slug":"fuer-menschen-da-sein-nicht-fuer-maschinen-ambulante-pflege-und-der-wunsch-nach-mehr-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=11278","title":{"rendered":"F\u00fcr Menschen da sein, nicht f\u00fcr Maschinen: Ambulante Pflege und der Wunsch nach mehr Zeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Arbeit im ambulanten Pflegedienst erfordert von Pflegekr\u00e4ften wie Jana Wernitz und Sigmar Gadamer einiges an F\u00e4higkeiten. Neben fachlichen Kenntnissen sind vor allem Zeitmanagement und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen gefragt. Bei dieser intensiven Arbeit baut sich eine pers\u00f6nliche Bindung zu den Kunden auf. Auch daf\u00fcr braucht man Zeit, sagen beide.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><em>Titelbild: Jana Wernitz bei ihrer Arbeit als Altenpflegerin, (c) <\/em><a href=\"https:\/\/karriere.caritas-altenhilfe.de\/berufseinstieg\/ausbildung-berlin\/ausbildungsportrait-jenny\"><em>Caritas<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>von Julia Meier<\/em><\/p>\n<p>\u201eRein, konzentrieren, raus, Auto fahren, rein, konzentrieren, raus, Autofahren\u201c. Als ambulante Pflegefachkraft war Jana Wernitz (44) t\u00e4glich auf Trab, wenn sie f\u00fcr die Caritas-Sozialstation Tegel Senioren aus einem Gro\u00dfsteil von Reinickendorf besuchte. Bis April hat die Berlinerin als ambulante Altenpflegerin gearbeitet und gelernt, worauf es bei ihrer Arbeit ankommt und was sie daraus f\u00fcr sich pers\u00f6nlich mitnimmt. Sigmar Gadamer (62) war seine Arbeit als Schlosser zu langweilig. Er wollte etwas mit Menschen machen und arbeitete dann als ambulante und station\u00e4re Pflegefachkraft. F\u00fcr seine freiberufliche T\u00e4tigkeit tourte er durch ganz Deutschland.<\/p>\n<p>Fr\u00fch aufstehen hie\u00df es, wenn Wernitz um 6 Uhr morgens mit ihrem Fr\u00fchdienst begann. Zwischen 20 und 30 Kunden habe sie t\u00e4glich besucht, erz\u00e4hlt sie. Die genaue Anzahl h\u00e4nge immer davon ab, wie lange Versorgungszeiten f\u00fcr jeden Kunden vorgesehen sind. In der Regel seien das f\u00fcnf bis zehn Minuten. Viel Zeit ist das nicht. \u201eMan spricht heutzutage auch so ein bisschen von Minuten-Pflege\u201c, erkl\u00e4rt Wernitz. F\u00fcr die Leistung einem Kunden ein Medikament zu verabreichen habe man zum Beispiel f\u00fcnf Minuten Zeit. F\u00fcr das Spritzen von Insulin, vier Minuten. Wie lange die Pflegekraft f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit brauchen sollte, sagt ihr ein Handy, das sie immer bei sich tr\u00e4gt und die Minutenzahl anzeigt. Das Konzept der Pflegezeitmodule findet Pfleger Gadamer aus ethisch-moralischen Gr\u00fcnden nicht gut: \u201eDie Kunden sind keine Maschinen. Es sind Menschen.\u201c Seine Kunden seien auch manchmal \u00fcberfordert gewesen, wenn er sehr z\u00fcgig gearbeitet hat, erinnert er sich. Sinn mache es f\u00fcr ihn nur aus finanziellen und kapitalistischen Gr\u00fcnden, kritisiert er.<\/p>\n<h3><strong>Nicht stur nach Muster arbeiten<\/strong><\/h3>\n<p>Zeitmanagement sei eine der zentralen F\u00e4higkeiten in ihrem Beruf, sagt Wernitz. Doch immer auf den Punkt genau einhalten l\u00e4sst sich der getaktete Ablauf l\u00e4ngst nicht. Eine Kundin k\u00f6nnte gest\u00fcrzt sein, noch bevor Wernitz \u00fcberhaupt eingetroffen ist. Dann hei\u00dft es erst einmal Wundversorgung anstatt Medikamentengabe. \u201eAber es muss immer erkennbar sein, warum ich l\u00e4nger bei einem Kunden gebraucht habe\u201c, betont Wernitz. Den Grund hinterlegt sie dann in ihrem Handy.<\/p>\n<div id=\"attachment_11312\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11312\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-11312\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Jana-Wernitz-Potr\u00e4t.jpg?resize=150%2C200\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"200\"  data-recalc-dims=\"1\"><p id=\"caption-attachment-11312\" class=\"wp-caption-text\">Jana Wernitz. Foto: privat<\/p><\/div>\n<p>Auch wenn der Ablauf eines Tages in der Theorie vorgegeben ist, \u201eman hat ja eigentlich seine festgelegte Tour an Kunden\u201c, sagt Wernitz, m\u00fcsse man immer wachsam sein. \u201eMan darf nicht in den Modus verfallen, nur schnell Aufgaben abzuarbeiten, sondern muss immer achtsam sein, falls irgendetwas nicht stimmt.\u201c Wenn ihr zum Beispiel ein Kunde erz\u00e4hle, er m\u00fcsse pl\u00f6tzlich f\u00fcnfmal die Nacht auf Toilette, dann m\u00fcsse Wernitz aufhorchen und sich Gedanken um einen m\u00f6glichen Grund machen und im Zweifelsfall einen Arzt anrufen. \u201eDu brauchst eine gute Einsch\u00e4tzung, eine Behutsamkeit und Fachlichkeit daf\u00fcr zu sagen, wann breche ich aus meinem Muster aus\u201c.<\/p>\n<h3><strong>Blo\u00df kein Stressgef\u00fchl aufbauen<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Immer Zeit f\u00fcr das richtige Gesp\u00fcr zu haben, ist gar nicht so einfach. Oft kommt einem der Stress in die Quere. Doch \u201eman ist im Pflegealltag sehr bedacht darauf, dass weder man selbst noch der Kunde ein Stressgef\u00fchl versp\u00fcrt. Das ist wichtig f\u00fcrs Arbeitsgef\u00fchl und die Arbeitsmoral\u201c, sagt sie. Allerdings sei der Grad sehr schmal, dass nicht zu irgendeinem Zeitpunkt doch ein Stressgef\u00fchl aufkomme. Zum Beispiel dann, wenn sich ihre ganze Tour nach hinten verschiebt, weil ein Kunde gest\u00fcrzt ist. Und wenn sich drei solcher Vorf\u00e4lle hintereinander reihen, dann k\u00f6nne sich die Tour auch mal um ganze 40 Minuten nach hinten verschieben. \u201eDann hei\u00dft es, dass man den Rest der Tour erstmal Druck abbauen muss. Besonders wenn jeder Kunde, zu dem man noch f\u00e4hrt, die T\u00fcr \u00f6ffnet und sagt: Sie sind aber sp\u00e4t heute\u201c, so Wernitz. Auch Gadamer betont: \u201eDu musst richtig fit sein in dem Beruf\u201c. Es g\u00e4be wenige Verschnaufpausen. \u201eIch habe immer w\u00e4hrend der Autofahrten essen m\u00fcssen. Essen und Autofahren gleichzeitig, um das Zeitmanagement zu erf\u00fcllen\u201c, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<div id=\"attachment_11313\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11313\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11313\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?resize=1200%2C900&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Sigmar-Portr\u00e4t.jpg?fit=4000%2C3000&amp;ssl=1 4000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11313\" class=\"wp-caption-text\">Sigmar Gadamer in seiner Arbeitskleidung. Foto: Julia Meier<\/p><\/div>\n<p>Neben gutem Zeitmanagement und guter Einsch\u00e4tzungsgabe erfordert der Beruf au\u00dferdem ein hohes Ma\u00df an Konzentration. Als ambulante Pflegekraft stellt man zum Beispiel Medikamenten-Wochenboxen f\u00fcr die Kunden zusammen. Dabei sei es enorm wichtig auf die richtigen Medikamente und deren korrekte Dosis zu achten. \u201eDas fordert \u00fcber l\u00e4ngere Zeit eine gute Konzentration. Und trotzdem musst du es schnell machen\u201c, erkl\u00e4rt Wernitz. Das Zusammenstellen sei eine der Hauptfehlerquellen w\u00e4hrend der Arbeit. Daher laute auch die Ansage der Caritas: \u201eGuckt nicht auf die Zeit. Macht es richtig\u201c, so die Pflegefachkraft. Und doch reihen sich die vielen Abl\u00e4ufe in der Arbeit so schnell und routiniert aneinander, dass Wernitz oft wenig Ruhe zum Durchatmen bleibt. Wenn der Dienst zu Ende ist und sie zu Hause sitzt, l\u00e4sst sie den Tag h\u00e4ufig noch einmal Revue passieren: \u201eDann gehst du mental nochmal alles durch und denkst dir: Oh Gott, habe ich heute wirklich alles gemacht oder nicht etwas vergessen\u201c.<\/p>\n<h3><strong>Auch b\u00fcrokratische Aufgaben sind Teil der Arbeit<\/strong><\/h3>\n<p>Mit den pflegerischen T\u00e4tigkeiten ist es jedoch noch nicht getan. Nach der f\u00fcnf- bis sechsst\u00fcndigen Arbeit im ambulanten Dienst, f\u00e4llt noch ein zweiter wichtiger Teil an. Die Stationsarbeiten. Zum Beispiel m\u00fcsse man Medikamente f\u00fcr die Wochenboxen bestellen, erz\u00e4hlt Wernitz. Oder b\u00fcrokratische Anliegen bearbeiten, wie Sturzprotokolle schreiben und diese an den Arzt des Kunden schicken. Au\u00dferdem wichtig sei es, mit dem Arzt die Bed\u00fcrfnisse der Kunden abzukl\u00e4ren. Sie selbst m\u00fcsse einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wie sehr ein Kunde pflegebed\u00fcrftig ist. Wenn ein Kunde pl\u00f6tzlich \u00fcber Bauchschmerzen klagt, m\u00fcsse sie mit dem Arzt kommunizieren und gemeinsam mit diesem \u00fcberlegen, ob sie nicht pflegerisch etwas \u00e4ndern sollten.<\/p>\n<p>Angedacht ist es, dass ambulante Pflegekr\u00e4fte im Schnitt nicht volle acht Stunden mit ambulanter- und Stationsarbeit verbringen. Sie w\u00fcrden tendenziell eine Stunde k\u00fcrzer arbeiten und h\u00e4tten meistens auch nur drei\u00dfig-Stunden Vertr\u00e4ge, sagt Wernitz. \u201eWenn du eine sechs-Stunden-Tour hast, auf der du im f\u00fcnf bis zehn Minuten Takt Kunden versorgst, mit Autofahrten dazwischen, dann bist du einfach kaputt\u201c, betont sie.<\/p>\n<h3><strong>Intensive Bindung zu den Kunden<\/strong><\/h3>\n<p>Die Beziehung zu den Kunden, die Wernitz in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, ist f\u00fcr sie einer der wertvollsten Teile ihrer Arbeit. Man spreche auch von Langzeitpflege, weil sie Kunden \u00fcber Jahre betreut, erkl\u00e4rt sie. Daher habe sie oft eine sehr intensive Beziehung zu den Personen, die sie besucht. \u201eSie sind sehr offen und sprechen oft mit einem \u00fcber das Eingemachte, das was sie psychisch, k\u00f6rperlich und auch biografisch bewegt\u201c, erz\u00e4hlt Wernitz. Dies sei zum einen ein Geschenk, denn die Kunden lie\u00dfen sie Anteil an ihrem Leben nehmen. Zum anderen m\u00fcsse man f\u00fcr sich selbst aber darauf achten, dass man das nicht als Last empfindet. \u201eDenn sie erz\u00e4hlen einem alles. Kriegserinnerungen und Verluste\u201c. Das sieht Gadamer \u00e4hnlich. \u201eEmpathie ist ganz wichtig. Trotzdem muss man schon Abstand halten, damit es einem nicht zu nahe geht\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Durch die Altenpflege, und dank der Reflektion mit ihren Kunden, habe sich in Wernitz Leben au\u00dferdem viel st\u00e4rker manifestiert, welchen Stellenwert ihre Familie und ihre eigene Gesundheit haben, erz\u00e4hlt sie. Sie habe bemerkt, wie wichtig f\u00fcr Senioren deren Kinder und Enkelkinder sind, die mal f\u00fcr eine halbe Stunde zum Kaffee vorbeischauen.<\/p>\n<h3><strong>Was unterscheidet Pflegefachkr\u00e4fte von Pflegehelfern?<\/strong><\/h3>\n<p>Wernitz ist als Quereinsteigerin zu ihrem Beruf als Pflegefachkraft gekommen. Neben ihrer selbstst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit als Heilpraktikerin hat sie zun\u00e4chst acht Jahre als Pflegehelferin gearbeitet. Doch sie habe sich noch weiterentwickeln wollen, erz\u00e4hlt sie. Also begann sie bei der Caritas 2014 eine Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft. Der Unterschied zwischen Pflegehelfern und examinierten Pflegefachkr\u00e4ften bestehe darin, dass erstere nur einen Basiskurs oder ein dreimonatiges Praktikum absolvieren m\u00fcssten, erkl\u00e4rt Wernitz. Pflegehelfer d\u00fcrften demensprechend nur jene Aufgaben \u00fcbernehmen, die nicht zur Behandlungspflege geh\u00f6ren, das hei\u00dft, keine Arztt\u00e4tigkeiten sind. Pflegefachkr\u00e4fte hingegen bek\u00e4men eine offizielle Verordnung vom Arzt und d\u00fcrften \u00e4rztliche Anweisungen ausf\u00fchren.<\/p>\n<div id=\"attachment_11314\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-11314\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-11314\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=300%2C225\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?resize=1200%2C900&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Auto-Sigmar.jpg?fit=3264%2C2448&amp;ssl=1 3264w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-11314\" class=\"wp-caption-text\">\u201eDie Helfende Hand\u201c, Gadamers Gesch\u00e4ftsauto. Foto: Sigmar Gadamer<\/p><\/div>\n<p>Auch Gadamer ist nicht auf direktem Wege zu seiner Stelle als examinierter Altenpfleger gekommen. Nach mehreren Jahren als Schlosser wollte er etwas anderes machen. Er fing an als Mobilit\u00e4tshelfer und besuchte Personen, sprach mit ihnen, oder ging mit ihnen spazieren oder einkaufen. \u201eDie Arbeit mit Menschen hat mir Spa\u00df gemacht. Und ich habe dabei gemerkt, dass ich mit Menschen umgehen kann\u201c, erinnert er sich. Er wollte eine zweite Ausbildung machen. Nach einem zweimonatigen Vorpraktikum bei einem ambulanten Pflegedienst, dem Unionhilfswerk Berlin, stand f\u00fcr ihn fest: \u201eDas gef\u00e4llt mir, das m\u00f6chte ich professionell machen\u201c. Schlie\u00dflich begann er seine dreij\u00e4hrige Ausbildung. Dazu geh\u00f6rte auch ein Praktikum in einer Senioreneinrichtung. Im Beisein von seinem Pflegeleiter durfte er auch schon erste Pfleget\u00e4tigkeiten durchf\u00fchren. 2000 schloss er seine Ausbildung ab und konnte anfangen als examinierter Altenpfleger, sowohl station\u00e4r als auch ambulant zu arbeiten. Vor allem war er dann freiberuflich t\u00e4tig und daf\u00fcr mit seinem Twingo, seinem Gesch\u00e4ftsauto, in ganz Deutschland unterwegs. Er meldete sich bei einer Firma, die Freiberufler tempor\u00e4re Jobs \u00fcber einen gewissen Zeitraum vermittelte. Ambulante Pflegedienste oder Heime brauchten immer wieder kurzfristig Pflegekr\u00e4fte. Ben\u00f6tigte eine Pflegeeinrichtung einen Pfleger f\u00fcr vier Wochen, wurde Gadamer angefragt und er konnte die T\u00e4tigkeit entweder ablehnen oder annehmen.<\/p>\n<h3><strong>Immer auf der Suche nach Pflegepersonal<\/strong><\/h3>\n<p>Seit April diesen Jahres arbeitet Wernitz nicht mehr als ambulante Pflegefachkraft. Sie ist in ein neues T\u00e4tigkeitsfeld der Caritas gewechselt. Im \u201eOnboarding\u201c ist sie nun daf\u00fcr zust\u00e4ndig, neue Pflegekr\u00e4fte anzuwerben und Bewerber zu begleiten. Die Zahl von ambulanten Pflegediensten betreuten Pflegebed\u00fcrftigen hat sich laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes von 1999 bis 2019 schon mehr als verdoppelt. Und immer noch macht sich der Fachkr\u00e4ftemangel stark bemerkbar. \u201eWir sind st\u00e4ndig am Suchen\u201c, so Wernitz. Bei den meisten Organisationen, auch bei der Caritas, w\u00fcrden mehr Pflegekr\u00e4fte ben\u00f6tigt werden als der Arbeitsmarkt hergibt. Das liege zum einen daran, dass die Pflegekr\u00e4fte f\u00fcr ihre Leistungen und T\u00e4tigkeiten immer weniger Zeit bek\u00e4men. Die Devise laute verst\u00e4rkt: \u201eOptimieren, optimieren, optimieren\u201c. Gleichzeitig g\u00e4be es immer mehr Pflegebed\u00fcrftige. Das liege daran, dass die Alterspyramide in den letzten Jahrzehnten begonnen habe, sich umzudrehen, erkl\u00e4rt Wernitz. W\u00e4hrend fr\u00fcher die jungen Menschen die Basis bildeten, zeichnet sich immer mehr ein Wandel zu einer Gesellschaft der Alten ab. Zu dem erh\u00f6hten Bedarf an Pflegekr\u00e4ften habe auch der gesellschaftliche Wandel beigetragen. Frauen sind erwerbst\u00e4tig. \u201eDas bedeutet, wenn Mama und Papa alt werden, wer pflegt die dann? Damals haben das oft die Frauen \u00fcbernommen, und jetzt muss pl\u00f6tzlich eine Fachkraft her\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-11309 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890-150x150.jpg?resize=150%2C150\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=66%2C66&amp;ssl=1 66w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=200%2C200&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=400%2C400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=600%2C600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=800%2C800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?resize=1200%2C1200&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Autorenportr\u00e4t-2-e1626802678890.jpg?fit=3244%2C3244&amp;ssl=1 3244w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><strong>Julia Meier <\/strong> studiert im vierten Semester Spanische Philologie und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Das gro\u00dfe Idol ihrer Kindheit war Karla Kolumna vom Neust\u00e4dter Abendblatt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeit im ambulanten Pflegedienst erfordert von Pflegekr\u00e4ften wie Jana Wernitz und Sigmar Gadamer einiges an F\u00e4higkeiten. Neben fachlichen Kenntnissen sind vor allem Zeitmanagement und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen gefragt. Bei dieser intensiven Arbeit baut sich eine pers\u00f6nliche Bindung zu den Kunden auf. Auch daf\u00fcr braucht man Zeit, sagen beide.<\/p>\n","protected":false},"author":47,"featured_media":11310,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[501,497,503],"tags":[954,950,953,952,951,804],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/auswahl_caritas_jana2.jpg?fit=300%2C199&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11278"}],"collection":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/47"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11278"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11316,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11278\/revisions\/11316"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}