{"id":10945,"date":"2020-02-12T18:35:12","date_gmt":"2020-02-12T16:35:12","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=10945"},"modified":"2022-06-08T13:56:47","modified_gmt":"2022-06-08T11:56:47","slug":"pieksige-debatte-im-prenzlauer-berg-wo-eine-nebenwirkung-ist-sollte-auch-eine-freiwilligkeit-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=10945","title":{"rendered":"Pieksige Debatte im Prenzlauer Berg: \u201eWo eine Nebenwirkung ist, sollte auch eine Freiwilligkeit sein\u201d"},"content":{"rendered":"<h3>Schaut man sich die Impfquoten im Prenzlauer Berg an, wird eins deutlich: Der Bezirk, der sonst als so gesundheitsbewusst gilt, schw\u00e4chelt in Sachen Masernvorsorge. Wie stehen die Eltern und Erzieher dort zu dem Gesetz, das die Masernimpfung ab M\u00e4rz 2020 zur Pflicht macht?<\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>von Maurice Endres und Johanna J\u00fcrgens<\/em><\/p>\n<p>Berlin ist divers und so sind es auch die einzelnen Bezirke. Die Hauptstadt unterteilt sich in Szeneviertel und Brennpunkte, Party- und Wohngebiete. Irgendwo dazwischen findet sich auch der Bezirk Pankow-Prenzlauer Berg wieder. Der auch liebevoll genannte \u201ePrenzlberg\u201c ist bekannt daf\u00fcr, Ballungsraum f\u00fcr junge Familien mit Kindern zu sein. Vom Kollwitzkiez zum Winsviertel, vorbei am Mauerpark und Helmholtzplatz, \u00fcber die Sch\u00f6nhauser Allee bis hin zum Wasserturm. Trifft man pro Kreuzung auf weniger als zwei Kinderwagen-schiebende, Bio-Haferlatte-trinkende und Schw\u00e4bisch-sprechende Eltern, dann kann nur ein R\u00e4umungsverkauf in einem der flechtenartig angesiedelten Biosuperm\u00e4rkten der Grund daf\u00fcr sein. \u201eBio\u201c und \u201eNachhaltigkeit\u201c werden hier gro\u00dfgeschrieben, aber das Impfen der eigenen Kinder ist eher ein kritisches Thema. Was sagt es \u00fcber den Prenzlauer Berg aus, dass die Impfdebatte gerade hier so pr\u00e4sent ist?<\/p>\n<h3><strong>Impfen: Eine Ego-Debatte?<\/strong><\/h3>\n<p>F\u00fcr die meisten Eltern ist das Impfen der eigenen Kinder keine Prinzipienfrage, sondern eine Notwendigkeit. In dem Kindergarten, in dem Max H. als Erzieher arbeitet, sind fast alle Eltern \u00fcber die kommende Masernimpfpflicht informiert. Nicht jeder findet sie ausschlie\u00dflich gut, aber alle sind daf\u00fcr. Kritisiert wird vor allem der Eingriff in die elterliche Entscheidungsfreiheit. Per se w\u00fcrden sie ihre Kinder ohnehin impfen, die Pflicht bringt ihnen aber ein Gef\u00fchl der Machtlosigkeit. Ist das Ganze also nichts weiter als eine Ego-Debatte? Oft h\u00f6ren wir lauter werdende Stimmen, die von \u201eunwohlen Bauchgef\u00fchlen\u201c und \u201eEinschr\u00e4nkung der eigenen Freiheit\u201c sprechen. Ab M\u00e4rz kommt allerdings keiner mehr ohne teure Strafe an der MMR-Impfung vorbei. L\u00e4sst sich also festhalten, dass eine Mehrheit der Eltern im Prenzlauer Berg zwar f\u00fcr die Masernimpfung, aber gegen die einzuf\u00fchrende Pflicht sind? Und wie stehen diejenigen, f\u00fcr die Impfen keine Option darstellt, der Debatte gegen\u00fcber?<\/p>\n<h3><strong>Kein neuer Protest <\/strong><\/h3>\n<p>\u201eImpfen? Nein Danke!\u201d&nbsp; Das war lange Zeit der Schlachtruf der Impfgegner, den sie lauthals protestierend auf Stra\u00dfendemos in die Luft gehalten haben. Auch wenn die Gruppe der Skeptiker nicht kleiner und ihr Protest nicht leiser geworden ist, \u00e4ndert sich jedoch eins: In Zukunft werden sie nicht mehr gefragt. Zu der Gruppe der Impfgegner z\u00e4hlt sich auch Nadine S.* Die gelernte Handelsfachwirtin wurde durch ihre drei Kinder gleich mehrfach mit der Debatte konfrontiert. Wenn heute das Stichwort \u201eImpfen\u201d f\u00e4llt, denkt sie sofort an ihre \u00e4lteste Tochter. Maja* litt einige Zeit nach der MMR-Impfung an Fieberkr\u00e4mpfen. Das M\u00e4dchen wurde vom behandelnden Kinderarzt als Impfschadensverdachtsfall eingestuft. Dass ihr gesundheitlicher Zustand tats\u00e4chlich im Zusammenhang mit der Masernimpfung stand, konnte jedoch nie nachgewiesen werden. Seither besch\u00e4ftigt sich die 33-j\u00e4hrige nach eigenen Angaben in jeder freien Minute mit der Thematik, steht mittlerweile nicht nur der Masernvorsorge, sondern auch allen anderen Impfungen skeptisch gegen\u00fcber. Misstrauen hegt sie vor allem gegen\u00fcber dem deutschen Gesundheitssystem und der Pharmaindustrie. Ihre zwei j\u00fcngeren Kinder haben die empfohlenen Impfungen nicht mehr erhalten.<\/p>\n<p>Wer mit ihr \u00fcber die Thematik spricht, muss einige Stereotypen zu Impfgegnern \u00fcber Bord werfen. Die junge Frau ist informiert, kann nicht nur die Zusammensetzung der Impfstoffe, sondern auch die Zahlen des Robert Koch-Instituts zur Masernforschung korrekt wiedergeben. Dennoch: Auch Statistiken bieten Interpretationsspielraum, vor allem dann, wenn die Angst um die eigenen Kinder damit verkn\u00fcpft ist.<\/p>\n<h3><strong>Die Kinderkrankheit, die eigentlich keine ist<\/strong><\/h3>\n<div style=\"width: 451px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"fusion-preview-image\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/PHOTO-2020-01-27-15-27-50-2.jpg?resize=441%2C299\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"299\"  data-recalc-dims=\"1\"><p class=\"wp-caption-text\"><em>Neben der gesetzlichen Verpflichtung wird auch die Werbetrommel f\u00fcr die Masernschutzimpfung ger\u00fchrt. Foto: Maurice Endres<\/em><\/p><\/div>\n<p>Schaut man sich die Zahlen an, wird eins schnell deutlich: Ein Masernausbruch ist im s\u00fcdlichen Prenzlauer Berg alles andere als unwahrscheinlich. Der Grund: Hier sind nur knapp 89 Prozent der schulpflichtigen Kinder gegen die Krankheit geimpft. F\u00fcr den Aufbau einer Herdenimmunit\u00e4t reicht das nicht aus. Diese setzt voraus, dass mindestens 95 Prozent der Bev\u00f6lkerung gegen den Krankheitserreger immun ist. So kann sichergestellt werden, dass auch diejenigen, die nicht geimpft werden k\u00f6nnen, darunter Schwangere und Alte, sich nicht mit der Infektionskrankheit anstecken. Dass die Herdenimmunit\u00e4t auch national noch nicht erreicht wurde, hat Konsequenzen: In der Begr\u00fcndung des Entwurfes f\u00fcr das Masernimpfschutzgesetz hie\u00df es, in den ersten Monaten des vergangenen Jahres seien 400 Masernf\u00e4lle gemeldet worden.<\/p>\n<p>Die hoch ansteckende Infektionskrankheit wird im Volksmund \u201eKinderkrankheit\u201d genannt. Die Bezeichnung ist tr\u00fcgerisch: Zwar treten Masern h\u00e4ufig im Vor- oder Grundschulalter auf, dennoch sind sie keinesfalls harmlos. Ein Drittel bis zur H\u00e4lfte der F\u00e4lle, die bisher an das Robert Koch-Institut gemeldet wurden, mussten im Krankenhaus behandelt werden. J\u00e4hrlich werden in Deutschland im Durchschnitt 4 bis 7 Todesf\u00e4lle registriert, die auf eine Maserninfektion zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Vor Einf\u00fchrung der Impfung waren es in Deutschland um die 100 Todesf\u00e4lle pro Jahr. Auch Masernkomplikationen sind keine Seltenheit: Die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Gehirnsch\u00e4digung zu bekommen, liegt bei 1:500 bis 1:1000. F\u00fcr 20 Prozent der Erkrankten endet sie t\u00f6dlich, 30 Prozent erlangen schwere Folgesch\u00e4den, wie geistige Behinderung oder schwere L\u00e4hmungen. Auch Jahre nach der Maserninfizierung kann eine neurodegenerative Erkrankung des Gehirns auftreten, die in jedem Fall letal ist.<\/p>\n<h3><strong>\u00dcber Zweifel an der Wissenschaft<\/strong><\/h3>\n<div style=\"width: 319px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"fusion-preview-image\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/IMG_8718.jpg?resize=309%2C356\" alt=\"\" width=\"309\" height=\"356\"  data-recalc-dims=\"1\"><p class=\"wp-caption-text\"><em>Wer seine Kinder zur Schule oder in den Kindergarten schicken will, muss ab M\u00e4rz einen gef\u00fcllten Impfpass vorweisen k\u00f6nnen. Foto: Johanna J\u00fcrgens<\/em><\/p><\/div>\n<p>Eigentlich ist Wissenschaft keine Glaubenssache. Nadine S.* hegt dennoch ihre Zweifel an dem Konzept der Herdenimmunit\u00e4t: \u201eIch \u00fcbernehme nicht f\u00fcr einen sogenannten \u201aHerdenschutz\u2019, den ich auch arg bezweifle, das Risiko. Warum? Als wenn das irgendein anderer macht? Das ist ja nur die Angst, die unter jedem ist. Kein anderer w\u00fcrde ein Kind, das von der Klippe h\u00e4ngt und er nicht kennt gegen sein eigenes Kind eintauschen.\u201d Auch wenn die 33-j\u00e4hrige so wirkt, als sei sie Impfgegnerin aus \u00dcberzeugung, war dem nicht immer so. \u201e2015 gab es eine gro\u00dfe Masernwelle. Da sp\u00fcrte ich Angst und Druck. Die Angstmacherei h\u00e4tte mich fast dazu gebracht, meine Kleine doch impfen zu lassen. Heute bin ich froh, dass ich\u2019s nicht gemacht habe.\u201d<\/p>\n<p>\u00dcberwunden habe die junge Frau solche Phasen durch Zuversicht und das Buch des impfkritischen Mediziners Dr. Andre Braun. Der Kinderarzt propagiert seine Meinung zum Masernschutz und anderen Immunisierungen vor allem in einschl\u00e4gigen Internetforen. Als problematisch erachtet er unter anderem das fehlende Gesp\u00fcr des Einzelnen f\u00fcr den Umgang mit Krankheiten: So sei die hohe Zahl der station\u00e4r behandelten Masernf\u00e4lle nicht durch die Schwere des Krankheitsverlaufes, sondern durch eine Abh\u00e4ngigkeit des Einzelnen vom Gesundheitssystem zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Das sieht die dreifache Mutter \u00e4hnlich: \u201e40 Prozent der Masernf\u00e4lle landen im Krankenhaus. Das beeindruckt mich \u00fcberhaupt nicht, weil einfach die \u00fcberwiegende Bev\u00f6lkerung nicht mehr wei\u00df, wie man mit Krankheiten umgeht. In vielen F\u00e4llen ist vor allem die N\u00e4he zur Mutter notwendig. Da hilft es nichts, wenn ich mein Kind direkt zum Arzt schleppe.\u201d Hier zeigt sich erneut deutlich: Ergebnisse von Studien, insbesondere bei solch hochemotionalisierten Themen, bed\u00fcrfen einer Kontextualisierung. \u201eIch informiere mich stets ganzheitlich\u201c, so Nadine S. \u201eViele Zahlen sind ja auch nicht gelogen, sie sind nur falsch geschlussfolgert.\u201d Nadine S. vermutet, dass es bei der Masernimpfpflicht vor allem darum geht, Profit zu schlagen: \u201eDas Interesse hat auf jeden Fall die Pharmaindustrie und auch die Politik. Die \u00c4rzte sind f\u00fcr mich in der ganzen Geschichte die Leidtragendsten \u00fcberhaupt, das sind f\u00fcr mich die Marionetten des Systems.\u201d<\/p>\n<p>Dass die Masernimpfung stets durch einen Dreifachimpfstoff, der auch Mumps und R\u00f6teln umfasst, durchgef\u00fchrt wird, macht Nadine S. ebenfalls misstrauisch. \u201eDie Masernschutzimpfung ist wie ein trojanisches Pferd. Erst freuen sich alle dar\u00fcber, aber ihr glaubt doch nicht, dass es dabei bleibt. Durch die Hintert\u00fcr kommt dann auch noch Keuchhusten dazu, der Dreifachimpfstoff wird ja schon gar nicht mehr produziert.\u201d Wenn Nadine S. die Gesetzes\u00e4nderung kritisiert, geht es vor allem um eins: die Einschr\u00e4nkung ihrer pers\u00f6nlichen Freiheit. F\u00fcr die 33-j\u00e4hrige steht fest, dass Impfungen mit Begleiterscheinungen einhergehen, die sich nicht gegen die Gefahr von potentiellen Masernkomplikationen aufwiegen lassen.<\/p>\n<p>\u201eZu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker\u201d, hei\u00dft es bei der Bewerbung von Arzneimitteln. Nadine S. hingegen beobachtet die Folgen des Impfens lieber im privaten Umfeld. So ist sie der festen \u00dcberzeugung, Impfungen schw\u00e4chen das Immunsystem und machen Kinder anf\u00e4lliger f\u00fcr Krankheiten: \u201eWenn ich im Wartezimmer bin, um eine Bescheinigung abzuholen, dann ist das voll. Und ich frage mich jedes Mal, ob das normal sein soll. Was ist Schnupfenzeit? Wir haben keine Schnupfenzeit! Wir haben auch keine Bronchitis, asthma\u00e4hnlichen Zust\u00e4nde und auch keine Mittelohrentz\u00fcndung. Wir haben sowas alles nicht!\u201c Wie Nadine S. mit der Masernimpfpflicht umgehen will, wei\u00df sie noch nicht. Eins steht fest: Impfen ist keine Option, Auswandern hingegen schon.<\/p>\n<h3><strong>Vertrauen in die Medizin generell gegeben<\/strong><\/h3>\n<p>Radikale Querdenkerin oder eine von Vielen? Wie verbreitet ist die Meinung der Dreifachmutter hier im Bezirk? Zur\u00fcck in der Kindertagesst\u00e4tte von Max H. zeigt sich schnell, dass die erst so kritischen M\u00fctter und V\u00e4ter zwar erst einmal ihrem \u00c4rger Luft verschaffen mussten, die Notwendigkeit der Impfung jedoch anerkennen. Dem Fachurteil der Mediziner und der St\u00e4ndigen Impfkommission k\u00f6nne man vertrauen, so die Eltern. \u201eDer Herdenaspekt kann Leben retten. Das deines Kindes, das meines Kindes&#8220;, so eine Mutter. Nat\u00fcrlich begleiten einen die \u00c4ngste um Nebenwirkungen und Komplikationen, aber die Gewissheit, damit das eigene und auch andere Kinder zu sch\u00fctzen, sei Grund genug, die Impfung auch ohne die Entscheidung des Gesetzgebers durchzuf\u00fchren. Sie alle wollen wissen, dass ihre Kinder in guten H\u00e4nden sind. Dabei helfen nun auch die Gewissheit und der Schutz, der die Impfpflicht bringen wird.<\/p>\n<h3><strong>\u201eIch f\u00fchle mich nicht gut informiert, um eventuelle Fragen und Sorgen zu kl\u00e4ren!\u201c<\/strong><\/h3>\n<div style=\"width: 417px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"fusion-preview-image\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bild-4.jpg?resize=407%2C291\" alt=\"\" width=\"407\" height=\"291\"  data-recalc-dims=\"1\"><p class=\"wp-caption-text\">Kein untypisches Bild: Krankheitswelle in einer Kindertagesst\u00e4tte. ErzieherInnen im Bezirk Prenzlauer Berg warnen Eltern vor Magen-Darm-Erkrankungen. Foto: Maurice Endres<\/p><\/div>\n<p>Eltern sind sich der brenzligen Situation im Prenzlauer Berg bewusst. Doch wie steht jemand, der von der Debatte weniger emotional befangen ist, dazu? Der junge Erzieher, Max, spricht sich im Sinne der Gesundheit aller Kinder f\u00fcr die Impfpflicht aus. Vor allem wegen der &#8222;Absicherung im Kopf&#8220;: &#8222;Wir m\u00fcssen uns weniger Sorgen machen. Au\u00dferdem sinkt die Ansteckungsgefahr und im besten Falle werden Krankheiten wie die Masern nun doch ausgerottet.\u201c Dennoch kann er auch die besorgten und verunsicherten Eltern verstehen. Kritisches Denken f\u00f6rdere den Diskurs und alles sofort abzunicken sei auch nicht sinnvoll, so der Kinderg\u00e4rtner. Ob alle Kinder seiner Einrichtung bisher den notwendigen Impfschutz haben, wisse er nicht. Allgemein spreche man wenig \u00fcber die Thematik \u2013 weder mit Eltern, noch mit Vorgesetzten und Beh\u00f6rden. Am Ende des Tages stehen er und seine Kollegen vor vollendeten Tatsachen und sind oft ratlos. \u201eIch f\u00fchle mich nicht besonders gut informiert oder geschult, eher gar nicht. Vor allem nicht genug, um eventuelle Fragen, Sorgen oder schwere Frage der Eltern zu kl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n<p>Ist die Impfpflicht erst einmal eingef\u00fchrt, so werden die Fragezeichen in Max\u2018 Kopf und den K\u00f6pfen der anderen Erzieher, die wir getroffen haben, hoffentlich verschwinden. Bisher wurden alle beteiligten Parteien vor vollendete Tatsachen gestellt, an der n\u00f6tigen Aufkl\u00e4rungsarbeit mangelt es jedoch. Ein fatales Vers\u00e4umnis, denn gerade ein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch mit informierten und geschulten ErzieherInnen kann besorgten Eltern die Angst vor dem Impfzwang nehmen und Missverst\u00e4ndnisse aus dem Weg r\u00e4umen. Die BetreuerInnen in Einrichtungen bilden die kontrollierende Instanz der Pflicht, werden aber im Dunklen gelassen. Das sollte sich \u00e4ndern.<\/p>\n<p>*Namen ge\u00e4ndert<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10989 alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/IMG_1110.jpg?resize=159%2C211\" alt=\"\" width=\"159\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/IMG_1110.jpg?resize=200%2C265&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/IMG_1110.jpg?fit=220%2C292&amp;ssl=1 220w\" sizes=\"(max-width: 159px) 100vw, 159px\" data-recalc-dims=\"1\" \/>&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\">Johanna J\u00fcrgens studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft <\/span><span style=\"color: #003366;\">sowie Literaturwissenschaft an der Freien Universit\u00e4t Berlin. Sie wohnt im Prenzlauer Berg. Ihr Impfpass ist fast voll.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10990 alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?resize=158%2C223\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?resize=200%2C283&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?resize=212%2C300&amp;ssl=1 212w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?resize=400%2C565&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?resize=600%2C848&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?resize=725%2C1024&amp;ssl=1 725w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?resize=800%2C1131&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/8e4052a6-f941-41eb-9d10-91379ea71477.jpg?fit=990%2C1399&amp;ssl=1 990w\" sizes=\"(max-width: 158px) 100vw, 158px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Maurice Endres, ebenfalls Student der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, sch\u00e4tzt sein Zuhause im Prenzlauer Berg genau so wie seine geimpften Nachbarskinder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaut man sich die Impfquoten im Prenzlauer Berg an, wird eins deutlich: Der Bezirk, der sonst als so gesundheitsbewusst gilt, schw\u00e4chelt in Sachen Masernvorsorge. 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