{"id":10755,"date":"2019-08-25T17:54:54","date_gmt":"2019-08-25T15:54:54","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=10755"},"modified":"2019-08-26T10:09:48","modified_gmt":"2019-08-26T08:09:48","slug":"ein-jahr-seebruecke-sichere-haefen-in-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/?p=10755","title":{"rendered":"Ein Jahr Seebr\u00fccke: Sichere H\u00e4fen in Sicht?"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Seebr\u00fccke hat als klassische Solidarit\u00e4tsbewegung angefangen. Heute, ein Jahr nach der Gr\u00fcndung, mischt sie sich in die Migrationspolitik von der europ\u00e4ischen bis hin zur kommunalen Ebene ein.<\/b><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Von Marily Mataftsi und Theresa Thu\u00df<\/em><\/p>\n<p>Das Mittelmeer ist mittlerweile die t\u00f6dlichste Grenze der Welt. Laut dem B\u00fcndnis Seebr\u00fccke stirbt jede*r sechste Migrant*in beim Versuch, europ\u00e4isches Festland zu erreichen. Obwohl die 42 Menschen auf der Sea-Watch 3 das Gl\u00fcck hatten, aus dem Mittelmeer gerettet zu werden, war ein sicherer Hafen f\u00fcr sie trotzdem lange nicht in Sicht. Sie mussten eine 17-t\u00e4gige Odyssee auf sich nehmen, bis die Kapit\u00e4nin des zivilen deutschen Rettungsschiffs Carola Rackete aufgrund der schlechten gesundheitlichen Verfassung der Menschen an Bord den Notstand ausrief. Daraufhin handelte sie am 28. Juni 2019 dem Verbot zum Einlaufen der italienischen Beh\u00f6rden zuwider und steuerte ihr Schiff in den Hafen von Lampedusa. Eine Aktion, die die Migrant*innen in Sicherheit brachte, Rackete aber die Freiheit kostete. Sie wurde von der italienischen Polizei in Gewahrsam genommen \u2013 die Vorw\u00fcrfe: Menschenschmuggel und Behinderung der Hafenpolizei. Der italienische Innenminister Matteo Salvini bezeichnete ihre Rettungsaktion sogar als Kriegsakt. In weiten Teilen der europ\u00e4ischen Zivilgesellschaft l\u00f6ste diese offensichtlich fortschreitende Kriminalisierung von Seenotrettung heftige Emp\u00f6rung aus, besonders bei der <em>Seebr\u00fccke<\/em>. Die Solidarit\u00e4tsbewegung in Deutschland \u00fcbt an dieser Thematik schon seit einem Jahr Kritik. Nach ihrer Verhaftung rief die <em>Seebr\u00fccke<\/em> in Anlehnung an Racketes Aktion den \u201cNotstand der Menschlichkeit\u201d aus und forderte am 6. Juli 2019 bundesweit zu Demonstrationen auf, f\u00fcr die Rechte von Gefl\u00fcchteten und die Freilassung Racketes. Obwohl sie vier Tage nach ihrer Festnahme tats\u00e4chlich wieder freikam, laufen die Ermittlungen gegen sie nach wie vor weiter und die Sea Watch 3 bleibt \u201czur Beweissicherung\u201d beschlagnahmt. Ein Grund mehr, weshalb am 6. Juli in Berlin mehr als 8.000 Menschen auf die Stra\u00dfe gingen. Deutschlandweit waren es Zehntausende, die sich den <em>Seebr\u00fccke<\/em>-Demos anschlossen.<\/p>\n<div id=\"attachment_10767\" style=\"width: 4042px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-10767\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10767\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=1100%2C825\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"825\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?resize=1200%2C900&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1528.jpg?fit=4032%2C3024&amp;ssl=1 4032w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-10767\" class=\"wp-caption-text\">\u201cIgnorance Kills\u201d: Eine Mahnung an verantwortliche Politiker*innen auf der Seebr\u00fccke-Demonstration am 6. Juli 2019 (Foto: Theresa Thu\u00df)<\/p><\/div>\n<h3>Die europ\u00e4ische L\u00f6sung?<\/h3>\n<p>Die j\u00fcngsten Ereignisse um die Sea Watch 3 sind exemplarisch. Sie f\u00fchren das Leid von Tausenden Menschen wieder vor Augen, die beim Versuch nach Europa zu gelangen, im Mittelmeer ertrinken. Alleine in diesem Jahr starben bereits 597 fl\u00fcchtende und migrierende Personen in der See (Stand Juli 2019, <a href=\"https:\/\/missingmigrants.iom.int\/\">missingmigrants.iom.int<\/a>). Die Geschehnisse spiegeln das Versagen einer dysfunktionalen europ\u00e4ischen Migrationspolitik wider, bei der durch die Dublin-Verordnung Verantwortlichkeiten zwischen den Erst- und Zweitaufnahmestaaten hin- und hergeschoben werden, was wiederum das Entstehen einer so breiten Solidarit\u00e4tsbewegung wie der <em>Seebr\u00fccke<\/em> begr\u00fcndet. Denn die Aktivist*innen haben verstanden, dass es sich beim Sterben im Mittelmeer nicht um eine humanit\u00e4re Krise handelt \u2013 ein Begriff, der Ohnmacht suggeriert \u2013 sondern um eine politische Krise, gegen deren Mechanismen sie ank\u00e4mpfen k\u00f6nnen. In Wirklichkeit werden hier Menschen sterben gelassen.<\/p>\n<p>Die <em>Seebr\u00fccke<\/em> wurde aus einer \u00e4hnlichen Situation wie die der Blockade gegen die Sea-Watch 3 heraus vor fast genau einem Jahr geboren, als das Rettungsschiff Lifeline mit 234 Geretteten an Bord eine Woche lang keinen Hafen zum Einlaufen fand. Es scheint, als w\u00fcrde sich das Gr\u00fcndungsmoment der Bewegung wiederholen, denn auch damals rief sie Anfang Juli zu einer bundesweiten Demonstrationen auf. Allein in Berlin gingen \u00fcber 25.000 Menschen auf die Stra\u00dfe. Was hat die <em>Seebr\u00fccke<\/em> also seitdem erreicht?<\/p>\n<h3>\u201cWir werden nicht besonders viel Erfolg haben, solange Horst Seehofer Innenminister ist.\u201d<\/h3>\n<p>Ende Mai 2019 vor der Parteizentrale der SPD in Berlin: Auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite hat sich eine Menschentraube gebildet. Trotz des Nieselregens und grauen Himmels bekennen die Leute Farbe \u2013 vor allem Orange, ein grelles Orange, wie man es von Rettungswesten kennt. Ein Orange, das gesehen werden muss. Heute hat die Berliner <em>Seebr\u00fccke<\/em> zur Kundgebung gegen das sogenannte Geordnete-R\u00fcckkehr-Gesetz aufgerufen, dessen erste Lesung gleichzeitig im Bundestag stattfindet. Der Gesetzesvorschlag des Bundesinnenministers Horst Seehofer sieht massive Versch\u00e4rfungen der Asylpolitik, unter anderem mit Abschiebehaft in regul\u00e4ren Haftanstalten f\u00fcr abgelehnte Asylbewerber*innen und K\u00fcrzung von Sozialleistungen vor. F\u00fcr die Leute bei der <em>Seebr\u00fccke<\/em> ist es ein \u201eHau-Ab-Gesetz\u201c, wie auf den mitgebrachten Plakaten zu lesen ist. Auf dem mit dem <em>Seebr\u00fccke<\/em>-Banner beh\u00e4ngten Demowagen steht Maura Magni. Obwohl es im Mikrofon knackt, hallt ihre Stimme bis zur SPD-Zentrale hin\u00fcber, in der Hoffnung, geh\u00f6rt zu werden. Im Namen der <em>Seebr\u00fccke<\/em> fordert sie die SPD-Abgeordneten auf, sich nicht den Machtinteressen innerhalb der Gro\u00dfen Koalition hinzugeben, sondern gegen die humanit\u00e4re Degradierung des Asylrechts zu stimmen. Trotzdem wird das Gesetz knappe drei Wochen sp\u00e4ter mit gro\u00dfer Mehrheit von den Abgeordneten im Bundestag beschlossen.<\/p>\n<div id=\"attachment_10763\" style=\"width: 279px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-10763\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-10763\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=269%2C318\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=200%2C236&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=254%2C300&amp;ssl=1 254w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=400%2C472&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=600%2C708&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=800%2C944&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=867%2C1024&amp;ssl=1 867w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?resize=1200%2C1417&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/807FED42-A865-4EFE-9FD2-22B6B54384D8-Kopie.jpeg?fit=1451%2C1713&amp;ssl=1 1451w\" sizes=\"(max-width: 269px) 100vw, 269px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-10763\" class=\"wp-caption-text\">Seebr\u00fccke-Sprecherin Maura Magni auf einer Demonstration im September 2018 (Foto: seebr\u00fccke.org)<\/p><\/div>\n<p>\u201cAuf Bundesebene sehen wir gerade, dass wir nicht besonders viel Erfolg haben werden, solange Horst Seehofer der Innenminister ist\u201d, kommentiert Maura sp\u00e4ter frustriert. Obwohl der Fokus der Bewegung nicht auf deutscher Asylrechtsgebung sondern auf europ\u00e4ischer Migrationspolitik liege, sei das nat\u00fcrlich eng miteinander verzahnt. Maura ist die Pressesprecherin bei der <em>Seebr\u00fccke<\/em>. Schon lange ist sie im migrantischen und antirassistischen Bereich aktiv. Vor ihrem Engagement bei der Bewegung war sie bei den NGOs <em>Welcome United<\/em> und <em>Multitude<\/em> dabei. Sie hat pers\u00f6nliche Erfahrungen mit Gefl\u00fcchteten im sozialarbeiterischen Kontext in Deutschland und in der Rechtsberatung in Ecuador gesammelt. Der Ursprung ihrer Motivation liegt aber noch tiefer: Maura beschreibt, dass sie fr\u00fch politisiert wurde, da ihr Vater selbst Peruaner und Migrant in Deutschland ist und sie dadurch immer schon mit Rassismus konfrontiert wurde.<\/p>\n<p>Die Seenotrettung hat Maura lange von Deutschland aus mitverfolgt. \u201eDie krasse Dramatik der Situation auf dem Mittelmeer, dass es jetzt um Leben und Tod geht, dass wirklich massenweise Menschen sterben gelassen werden\u201c, bewegte sie und viele andere Aktivist*innen dazu, sich der Seebr\u00fccke anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<h3>Leinen los f\u00fcr kommunale L\u00f6sungen<\/h3>\n<p>Wenn es auf Bundesebene nicht funktioniert, eine gerechtere und zeitgem\u00e4\u00dfere Migrationspolitik voranzubringen, dann m\u00fcssen die Aktivist*innen eben eine Ebene darunter ansetzen, auf der kommunalen Ebene. Die <em>Seebr\u00fccke<\/em> kritisiert vor allem das sture Festhalten der deutschen Entscheidungstr\u00e4ger*innen an b\u00fcrokratischen, aber nicht real logischen Verteilungsschl\u00fcsseln f\u00fcr die Aufnahme von Gefl\u00fcchteten in Deutschland. Dabei w\u00e4re es laut den Aktivist*innen so einfach, der an Deutschlands Reichtum und Bev\u00f6lkerungszahl gemessenen Verantwortung innerhalb Europas nachzukommen und mehr Gefl\u00fcchtete und Migrant*innen aufzunehmen. Die Initiative der Sicheren H\u00e4fen soll auf der kommunalen Ebene dabei helfen. Im Laufe ihrer einj\u00e4hrigen Existenz baute die <em>Seebr\u00fccke<\/em> gute Kontakte zu vielen Stadtregierungen auf und \u00fcberzeugte 59 von ihnen, ihre St\u00e4dte und Kommunen zu sogenannten &#8222;Sicheren H\u00e4fen&#8220; zu erkl\u00e4ren. Das hei\u00dft, diese haben die Kapazit\u00e4ten und den politischen Willen, mehr Menschen aufzunehmen. Damit die st\u00e4dtische Eigeninitiative greifen kann, bedarf es allerdings der Zustimmung von Horst Seehofer, doch der macht nicht mit. \u201cSolange das Bundesinnenministerium weiterhin blockiert, haben die St\u00e4dte keinen gro\u00dfen Spielraum\u201d, meint Maura.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_10765\" style=\"width: 362px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-10765\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-10765\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=352%2C264\" alt=\"\" width=\"352\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=200%2C150&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=600%2C450&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?resize=1200%2C900&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1331.jpg?fit=4032%2C3024&amp;ssl=1 4032w\" sizes=\"(max-width: 352px) 100vw, 352px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-10765\" class=\"wp-caption-text\">Podiumsdiskussion beim Sichere-H\u00e4fen-Kongress im Roten Rathaus (Foto: Marily Mataftsi)<\/p><\/div>\n<p>Mitte Juni 2019 fand im Namen der Seebr\u00fccke dann der Kongress \u201cSichere H\u00e4fen. Leinen los f\u00fcr kommunale Aufnahme\u201d statt. Die Hoffnung der Aktivist*innen war dabei, den Druck auf Bundesebene zu erh\u00f6hen. Die zweit\u00e4gige Veranstaltung mit Podiumsdiskussion und Workshops im Roten Rathaus wurde sogar vom Berliner B\u00fcrgermeister Michael M\u00fcller als Schirmherr offiziell er\u00f6ffnet. Laut Maura \u201cso&nbsp; richtiges Politiker-Bla\u201d. Gleichzeitig sch\u00e4tzte sie den Erfolg der Veranstaltung aber auch als \u201cn\u00e4chsten Schritt\u201d ein, \u201cdamit es im Anschluss an die Potsdamer Erkl\u00e4rung nicht nur bei Worten bleibt\u201d. Jene Deklaration war die Grundlage f\u00fcr den Kongress gewesen, in der die Eigeninitiative der St\u00e4dte, allen voran Potsdam, festgeschrieben wurde. Dem B\u00fcndnis der Potsdamer Erkl\u00e4rung geh\u00f6ren nun seit dem Kongress offiziell 13 St\u00e4dte an: Berlin, Detmold, Flensburg, Freiburg, Greifswald, Heidelberg, Hildesheim, Kiel, Krefeld, Marburg, Potsdam, Rostock und Rottenburg am Neckar. Sie fordern nun geschlossen die Aufnahme und sofortige Eingliederung der im Mittelmeerraum geretteten Gefl\u00fcchteten in den Gemeinden. Ein Erfolg f\u00fcr die <em>Seebr\u00fccke<\/em>!<\/p>\n<p>Allerdings ist der Konflikt zwischen kommunaler Ebene, der Zivilgesellschaft und den Aktivist*innen um die <em>Seebr\u00fccke<\/em> auf der einen und der Bundesebene auf der anderen Seite somit noch nicht gel\u00f6st. Mike Schubert, Oberb\u00fcrgermeister von Potsdam, brachte es gegen\u00fcber dem Referenten des BMI auf der Podiumsdiskussion auf den Punkt: \u201cDas, was wir &#8211; die Seebr\u00fccke, Organisationen wie Sea-Watch, die Zivilgesellschaft und die Kommunen &#8211; machen, hat eine solche Breite erreicht, dass das Bundesinnenministerium sich endlich an die Spitze setzen muss!\u201d Doch wann?<\/p>\n<h3>\u201cEs bringt jetzt nichts mehr, wenn wir routinem\u00e4\u00dfig immer weiter auf die Stra\u00dfe gehen.\u201d<\/h3>\n<p>Derweil orientieren sich die Aktivist*innen weiter in die Breite und suchen nach neuen Strategien und Verb\u00fcndeten. \u201cVor dem Hintergrund, dass die Seebr\u00fccke eigentlich eine Bewegung ist, die EU-Migrationspolitik, also internationale Politik, kritisiert, stehen wir vor einem Dilemma oder Spannungsfeld. Denn wir sind haupts\u00e4chlich eine Bewegung in Deutschland, aber wollen EU-Politik \u00e4ndern. Die Frage ist, wie man das strategisch schafft\u201d, erkl\u00e4rt Maura. Was zurzeit innerhalb der Bewegung f\u00fcr Diskussionen sorgt, ist zuf\u00e4llig auch Thema ihrer Masterarbeit: Die Idee der internationalen Vernetzung zu \u00e4hnlichen Gruppierungen, die zum Beispiel in Italien oder Frankreich existieren.<\/p>\n<p>Ein weiterer Ansatz ist, das klassische Aktionsrepertoir durch \u201ck\u00fcnstlerisch-kreativere und andererseits auch militante Aktion aus dem Spektrum des zivilen Ungehorsams\u201d aufzupeppen. Gerade Mitte Mai war die <em>Seebr\u00fccke<\/em> international durch eine sehr medienwirksame Aktion aufgefallen, die es bis in die Washington Post und die New York Times schaffte. Die riesige Statue des Molecule Man in der Spree wurde von den Aktivist*innen mit einer Rettungsweste eingekleidet. \u201cUnsere Idee war dabei, gerade vor der Europawahl noch einmal medial Aufmerksamkeit auf die Themen Seenotrettung, Rechte von Migrant*innen und offene Grenzen nach Europa zu lenken und in den Diskurs zu intervenieren.\u201d Um ihre Themen weiter oben zu halten und Druck aufzubauen, sei das n\u00f6tig. \u201cEs bringt jetzt nichts mehr, wenn wir routinem\u00e4\u00dfig immer weiter auf die Stra\u00dfe gehen.\u201d<\/p>\n<div id=\"attachment_10768\" style=\"width: 6026px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-10768\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-10768\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=1100%2C734\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"734\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=200%2C134&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=400%2C267&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=600%2C401&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=800%2C534&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=1024%2C684&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?resize=1200%2C801&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?w=3300 3300w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/8_Copyright-Seebr\u00fccke.jpg?fit=6016%2C4016&amp;ssl=1 6016w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-10768\" class=\"wp-caption-text\">Aktivist*innen bekleiden den Molecule Man in der Spree Mitte Mai 2019 mit einer Rettungsweste (Foto: seebr\u00fccke.org)<\/p><\/div>\n<h3>Zwischen Pragmatik und Symbolik<\/h3>\n<p>Im September 2018 fand auch in Athen eine Aktion im Namen der <em>Seebr\u00fccke<\/em> statt. Gemeinsam demonstrierten dort migrantisierte Menschen und griechische Aktivisten*innen. Das Ereignis bot Hoffnung f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, Migrant*innen und die Leute, die sich mit ihrer Situation besch\u00e4ftigen. Auch sie trugen orangefarbene Rettungsweste als Symbol f\u00fcr die Menschen, die im Mittelmeer gestorben waren. F\u00fcr Gefl\u00fcchtete war es sehr wichtig zu sehen, dass Menschen aus der ganzen Welt helfen und sich mit ihnen solidarisieren wollen. Diese Erfahrung war einzigartig, da die <em>Seebr\u00fccke<\/em> nicht die M\u00f6glichkeit hatte, diesen Menschen pers\u00f6nlich zu begegnen. Es war ein wichtiger Teil der Entwicklung der Organisation in Griechenland. Zudem erfuhren sie, wie eine ausl\u00e4ndische Organisation zum Thema Migration arbeitet und Aktionen plant. Die Leute in Griechenland waren sehr aufgeregt \u00fcber die Beteiligung der <em>Seebr\u00fccke<\/em> und berichteten, dass diese eine bemerkenswerte Gruppe mit erheblichem Einfluss auf die Einwanderungsfrage sei. Die teilnehmenden Gruppen (<em>?? Borderas, City Plaza, ONPA, Rosinante<\/em>) zeigten sich solidarisch. Ihr Motto war: \u201cDerzeit sind massive europ\u00e4ische Proteste erforderlich.\u201d<\/p>\n<div id=\"attachment_10775\" style=\"width: 254px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-10775\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-10775\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/65139857_2274347265948028_447993032030027776_n.jpg?resize=244%2C300\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/65139857_2274347265948028_447993032030027776_n.jpg?resize=200%2C246&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/65139857_2274347265948028_447993032030027776_n.jpg?resize=244%2C300&amp;ssl=1 244w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/65139857_2274347265948028_447993032030027776_n.jpg?resize=400%2C492&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/65139857_2274347265948028_447993032030027776_n.jpg?resize=600%2C738&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/65139857_2274347265948028_447993032030027776_n.jpg?fit=780%2C960&amp;ssl=1 780w\" sizes=\"(max-width: 244px) 100vw, 244px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-10775\" class=\"wp-caption-text\">Die Gleichg\u00fcltigkeit f\u00fchrender europ\u00e4ischer Politiker*innen gegen\u00fcber dem Sterben im Mittelmeer (K\u00fcnstlerin: Vasco Gargalo)<\/p><\/div>\n<p>Die Frage, die in diesen Situationen relevant ist: Symbolische und theoretische Aktionen oder mehr Praxis? Eine Frage, die Maura sich auch stellt. In Griechenland und in in den anderen L\u00e4ndern, die am Mittelmeer liegen, ist die Situation der Gefl\u00fcchteten sehr schwierig und tragisch. Die Aktivisten*innen m\u00fcssten dort mehr praktische Aktionen umsetzen: Zum Beispiel fahren viele zu den Inseln in der \u00c4g\u00e4is und helfen bei der Rettung der Menschen. Au\u00dferdem sammeln sie Kleidung, Lebensmittel und Bedarfsartikel, weil die Geretteten nichts haben. Zuletzt sind die Aktivist*innen dort auch darin involviert, Unterbringungen f\u00fcr die Menschen zu finden. Sie haben tagt\u00e4glich sehr viel Arbeit bei ihrem Engagement f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, sodass ihr Alltag sehr fordernd ist.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es viele Organisationen in Europa, die sich f\u00fcr die Belange von Gefl\u00fcchteten und Migrant*innen einsetzen, darunter die <em>Seebr\u00fccke<\/em>. Die Aktionen sind eher solidarischer Natur und haben weniger direkte Beziehungen zu den Migrant*innen und Gefl\u00fcchteten. Sie organisieren haupts\u00e4chlich Demonstrationen und Veranstaltungen. Aber sie wollen auf die Politik einwirken und einen gro\u00dfen Schritt in der Einwanderungsfrage tun: die Grenzen \u00f6ffnen. Laut Maura hat Deutschland eine Symbolkraft innerhalb Europas und einen Multikulturalismus, der ausgenutzt werden muss, um die Situation f\u00fcr diese Menschen zu verbessern. Jede Art von Aktion spielt eine unterschiedliche Rolle und hilft den Gefl\u00fcchteten und Migrant*innen. Sie brauchen die Unterst\u00fctzung aller Menschen in allen L\u00e4ndern. Deutschland ist ein gro\u00dfes Land und kann ohne Zweifel mehr Menschen aufnehmen. Aus diesem Grund sollte Deutschland diese Gelegenheit nutzen, um den Migrant*innen mehr Perspektiven zu geben.<\/p>\n<p>Die L\u00e4nder am Mittelmeer und die L\u00e4nder in Zentraleuropa haben verschiedene Ziele und verschiedene Aufgaben zu \u00fcbernehmen. Beide Arten von Aktionen sind f\u00fcr die Einwanderungsfrage sehr wichtig. Jede Organisation hat ein bestimmtes Projekt unternommen, ohne jedoch die Wichtigkeit des anderen zu negieren. L\u00e4nder im Mittelmeerraum m\u00fcssen praktischer agieren, weil die Situation vor ihnen lebendig ist. Die anderen zentraleurop\u00e4ischen L\u00e4nder sollten sich dagegen mit den zuk\u00fcnftigen Fragen zum Schutz von Gefl\u00fcchteten und zur Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen besch\u00e4ftigen. Die direkte Aktionen bringen keine radikalen politischen Ver\u00e4nderungen mit sich, sie helfen nur in der Zwischenzeit. Es bedarf anderer Mittel, um die Situation zu \u00e4ndern und etwas Bemerkenswertes f\u00fcr Migrant*innen und Gefl\u00fcchtete zu erreichen. Deshalb konzentriert sich jedes Land und jede Organisation auf ihr Ziel, n\u00e4mlich die Linderung und sofortige Hilfe f\u00fcr Gefl\u00fcchtete. All dies geschieht unter der Bedingung von Menschlichkeit und Solidarit\u00e4t. Alle Menschen sind f\u00fcr diesen Zweck mit ihren eigenen Mitteln wichtig f\u00fcr das gro\u00dfe Ganze.<\/p>\n<h3>Das Mittelmeer ist n\u00e4her denn je<\/h3>\n<div id=\"attachment_10766\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-10766\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-10766\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=320%2C426\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=200%2C267&amp;ssl=1 200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=400%2C533&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=600%2C800&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=800%2C1067&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?resize=1200%2C1600&amp;ssl=1 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?w=2200 2200w, https:\/\/i0.wp.com\/userpage.fu-berlin.de\/melab\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG_1333.jpg?fit=3024%2C4032&amp;ssl=1 3024w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><p id=\"caption-attachment-10766\" class=\"wp-caption-text\">Solidarische Unterschriften auf einem Seebr\u00fccke-Banner unter dem Fernsehturm am Tag des Sichere-H\u00e4fen-Kongress (Foto: Theresa Thu\u00df)<\/p><\/div>\n<p>Ein Jahr nach der Gr\u00fcndung zeichnet sich ab, dass die St\u00e4rke der <em>Seebr\u00fccke<\/em> gerade darin liegt, verschiedene Schwerpunkte im Diskurs \u00fcber die europ\u00e4ische Migrationspolitik zu fusionieren. Der Ausruf \u201cSeenotrettung ist kein Verbrechen!\u201d findet hier genauso Widerhall wie die Forderung nach der M\u00f6glichkeit f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und Migrant*innen sicher anzukommen. Mit der Initiative der Sicheren H\u00e4fen haben die Aktivist*innen einen Weg gefunden Solidarit\u00e4t noch pragmatischer zu gestalten. Das Mittelmeer liegt uns heute n\u00e4her denn je. So macht die Symbolkraft, die die Bewegung nutzt, f\u00fcr viele Menschen innerhalb der deutschen Zivilgesellschaft sichtbar, wie alles zusammenh\u00e4ngt \u2013 die Blockade gegen zivile Seenotrettung dort und die Abschiebemaschinerie hierzulande. Das Motto der Seebr\u00fccke \u201cSchafft sichere H\u00e4fen!\u201d l\u00e4sst sich breit anwenden. Es zeigt, wie \u00fcber alle politischen Ebenen hinweg Ver\u00e4nderung eingefordert werden k\u00f6nnen, von humanit\u00e4rer Soforthilfe in den Mittelmeerstaaten bis hin zu bleibenden Transformation in deutschen Kommunen und St\u00e4dten.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>Marily Mataftsi<\/strong> ist Erasmus-Studentin an der FU Berlin. Sie kommt aus Griechenland und studiert Journalismus in Athen. Marily interessiert sich sehr f\u00fcr das Thema Migration, da sie in Athen selbst mit Gefl\u00fcchteten gearbeitet hat. Au\u00dferdem findet sie es spannend zu beobachten, wie sich Aktivist*innen au\u00dferhalb Griechenlands organisieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #003366;\"><strong>Theresa Thu\u00df<\/strong> hat den Aktivismus der Seebr\u00fccke seit der Gr\u00fcndung mitverfolgt. Sie studiert an der FU Berlin im 4. Semester Sozial- und Kulturanthropologie und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Besonders interessiert sie sich f\u00fcr die Schnittstellen beider F\u00e4cher. Dazu geh\u00f6ren auch Soziale Bewegungen und die zugeh\u00f6rige Berichterstattung.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Seebr\u00fccke hat als klassische Solidarit\u00e4tsbewegung angefangen. 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