{"id":3074,"date":"2013-04-24T12:08:29","date_gmt":"2013-04-24T10:08:29","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=3074"},"modified":"2013-04-24T12:43:39","modified_gmt":"2013-04-24T10:43:39","slug":"cfp-jenseits-von-stadtlanddiesseits-des-dualismus-von-stadt-und-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=3074","title":{"rendered":"<abbr title=\"Call for Papers\">CfP<\/abbr>: <span lang=\"de\">Jenseits von Stadtland\/Diesseits des Dualismus von Stadt und Land<\/span>"},"content":{"rendered":"<p>Hier ein neuer Call for Papers, dieses Mal f\u00fcr eine \u00fcber das <a href=\"http:\/\/stadtraumarch.wordpress.com\" title=\"Homepage des Netzwerks\">Nachwuchsnetzwerk Stadt-Raum-Architektur<\/a> organisierte kleine, feine Tagung, bei der ich im Organisationsteam mit dabei bin:<\/p>\n<p><span lang=\"de\"><em>Deadline f\u00fcr Einsendungen: 1. Juli 2013<\/em><\/p>\n<p><strong>Jenseits von Stadtland\/Diesseits des Dualismus von Stadt und Land<\/strong><\/p>\n<p><em>Positionen zeitgen\u00f6ssischer Sozialforschung zum Bauen und Leben im l\u00e4ndlichen Raum Tagung des Nachwuchsnetzwerks Stadt \u2013 Raum \u2013 Architektur in Bezau, Vorarlberg (Bregenzerwald) 4.\/5. Oktober 2013<\/em><\/p>\n<p>Die Stadt und das St\u00e4dtische sind Ziel, B\u00fchne und Verhandlungsort moderner \u201eKultur\u201c, seit dieser Begriff von seiner urspr\u00fcnglich agrarischen Bedeutung als \u201eLandbau\u201c abgel\u00f6st wurde. Mit dem \u00dcbergang zur Neuzeit werden Begriffe wie Kultur und Kultiviertheit den Erzeugnissen der Kunst aller Gattungen zugesprochen, via Referenzierung Sprache, Geist, Bildung und dem Habitus der Gebildeten einverleibt und seither von Akademien verwaltet.<\/p>\n<p>Das Land und das L\u00e4ndliche erhalten in diesem Vorgang ihre Rolle als Gegenmodell, welches seine Plausibilit\u00e4t jedoch nur in Abgrenzung vom St\u00e4dtischen und dessen modernen Konnotationen gewinnt. Das Urspr\u00fcngliche, Eigentliche und Urw\u00fcchsige, das Unverbildete, welches dem und den L\u00e4ndlichen zugeschrieben wird, in ihm und ihnen gesucht, gefunden, gesch\u00fctzt und bedichtet wird, hat nicht nur Pflegeformen st\u00e4dtischer Kultur im l\u00e4ndlichen Milieu, wie die \u201eKunst des Landlebens\u201c (Fr\u00fchsorge 1993), sondern auch eine meist implizit bleibende Spaltung der wissenschaftlichen Befassung mit Gesellschaft hervorgebracht: jene in die Volkskunde (als \u201eBauernkunde\u201c) zur Erforschung l\u00e4ndlicher und die Soziologie zur Erforschung st\u00e4dtischer Gesellschaften (von \u201eArbeiterkultur\u201c bis zu Eliten).<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit dem Spatial turn in der Soziologie und der Hinwendung zum Alltag anstelle eines Raumes in der Volkskunde sind solch tradierte Territorialgrenzen der jeweiligen Gegenstandsverortungen durchl\u00e4ssiger geworden. Seither \u00fcberwiegen in beiden F\u00e4chern die Auseinandersetzungen mit st\u00e4dtischen gegen\u00fcber l\u00e4ndlichen Ph\u00e4nomenen. Erst die breite \u00dcbernahme einer globalisierungskritischen Haltung in den Habitus akademischer Eliten hat im letzten Jahrzehnt auch den sozial- und kulturwissenschaftlichen Blick wieder verst\u00e4rkt auf l\u00e4ndliche Gesellschaften gerichtet. Speziell deren traditionelle, von Kleinr\u00e4umigkeit, Subsistenz und Gemeinschaftseigentum gepr\u00e4gte und als Widerst\u00e4ndigkeit gedeutete Praxen dienen nun (erneut) als Argumente gegen einen als hegemonial empfundenen Anspruch neoliberaler Wirtschafts- und Entwicklungspolitik.<\/p>\n<p>Darauf aufbauend, wollen wir unser Treffen dazu nutzen, \u201edas L\u00e4ndliche\u201c, seine Akteure, Gesellschaften und R\u00e4ume, wie sie sich in aktuellen Forschungsans\u00e4tzen spiegeln, neu auszuleuchten und zu diskutieren.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Themen zur gemeinsamen Bearbeitung sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Die aktuelle \u00d6konomisierung und \u00c4sthetisierung des l\u00e4ndlichen Raumes, Landschaft als Bild, als Park, als Museum\n<\/li>\n<li>Das Spannungsfeld zwischen traditionell-l\u00e4ndlicher Autonomie mit kleinr\u00e4umigen Verwaltungsstrukturen einerseits und transnationalen Wirtschaftsinteressen andererseits. <\/li>\n<li>Regionalit\u00e4t als Kategorie\/Technik von Governance\n<\/li>\n<li>Aspekte und Schaupl\u00e4tze von Re-Ruralization, Schrumpfung, Brachlegung und Abwesenheit\n<\/li>\n<li>Zersiedlungsdebatten, Steuerung\/Steuerbarkeit von Siedlungsstrukturen\n<\/li>\n<li>Landleben zwischen suburbanem Wohnen und global village\n<\/li>\n<li>Die technisch-informative Durchdringung des l\u00e4ndlichen Raumes und neue Bez\u00fcge, die sich dar\u00fcber herstellen\n<\/li>\n<li>Das Spannungsfeld zwischen engen, ortsgebundenen Netzwerken und zunehmender Mobilit\u00e4t. L\u00e4ndliche Gemeinschaft vs. l\u00e4ndliche Enge\n<\/li>\n<li>Die spezifische R\u00e4umlichkeit sozialer Praktiken, z.B. im Hinblick auf mehr und weniger \u201everdichtete\u201c R\u00e4ume\n<\/li>\n<li>Zeitgem\u00e4\u00dfe Beschreibungen, Rollenzuweisungen und Umdeutungen traditioneller l\u00e4ndlicher Wirtschafts- und Produktionsformen in Handwerk und Landwirtschaft, z.B. im Hinblick auf ihre gegenw\u00e4rtige \u201eP\u00e4dagogisierung\u201c.\n<\/li>\n<li>Die explizite Diskussion des Stadt-Land-Gegensatzes und seiner Grenzen\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Andere Themenvorschl\u00e4ge sind willkommen. Das Treffen soll in offener Atmosph\u00e4re nicht nur die Diskussion von Ideen erm\u00f6glichen, sondern auch die Entwicklung weitergehender und f\u00e4cher\u00fcbergreifender Zusammenarbeit f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Als Tagungsort steht uns, passend zum Thema, ein l\u00e4ndliches Berghotel in 1.220 m Seeh\u00f6he zur Verf\u00fcgung. Wegen der begrenzten Bettenzahl bitten wir auch nichtvortragende Teilnehmer um fr\u00fchzeitige Anmeldung. Wir empfehlen eine Anreise am 3. Oktober. Die Kosten f\u00fcr zwei \u00dcbernachtungen inkl. Bewirtung betragen etwa Eur 120.- pro Person.<\/p>\n<p>Wir freuen uns \u00fcber Abstracts mit einer L\u00e4nge von maximal 500 W\u00f6rtern, die bis zum 1. Juli 2013 an unsere Kontaktadresse gesandt werden. Bis zum 5. August erhalten Sie von uns eine R\u00fcckmeldung.<\/p>\n<p>Organisation:<\/p>\n<p>Stephanie Kernich (Z\u00fcrich), Wiebke Reinert (Marburg), Lars Frers (Telemark), G\u00fcnther Prechter (Bregenz)<\/p>\n<p>Kontakt:<\/p>\n<p><a href=\"mailto:guenther.prechter@gmx.net\">guenther.prechter@gmx.net<\/a><\/p>\n<p>Der Call als PDF-Dokument: <a href=\"\/frers\/CfP-Jenseits-von-Stadtland.pdf\">CfP-Jenseits-von-Stadtland.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier ein neuer Call for Papers, dieses Mal f\u00fcr eine \u00fcber das Nachwuchsnetzwerk Stadt-Raum-Architektur organisierte kleine, feine Tagung, bei der ich im Organisationsteam mit dabei bin: Deadline f\u00fcr Einsendungen: 1. 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