{"id":2975,"date":"2012-03-16T10:16:29","date_gmt":"2012-03-16T09:16:29","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=2975"},"modified":"2012-03-16T11:25:10","modified_gmt":"2012-03-16T10:25:10","slug":"gefuhlte-stadt-gefuhlte-schrumpfung-zur-phanomenologie-der-schrumpfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=2975","title":{"rendered":"Gef\u00fchlte Stadt \u2013 gef\u00fchlte Schrumpfung? Zur Ph\u00e4nomenologie der Schrumpfung."},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die n\u00e4chste Woche hat mich die Graduate Studies Group des Georg-Simmel-Zentrums f\u00fcr Metropolenforschung zu einem Vortrag zum Themenbereich Ph\u00e4nomenologie der schrumpfenden St\u00e4dte eingeladen. Die von <a href=\"http:\/\/graduatesstudiesgroup.blogspot.com\/p\/mitglieder.html#haese\" title=\"Kurzportrait\">Inga Haese<\/a> vorbereitete Veranstaltung spricht ein wichtiges, gleichsam auch poetisches Thema an, das ich vorher noch nicht aus ph\u00e4nomenologischer Perspektive betrachtet hatte. Das Leben in schrumpfenden St\u00e4dten bietet in der Tat eine Vielzahl spannender, das Erleben und Erfahren betreffender Aspekte die der Untersuchung harren. Besonders relevant und aus meiner Perspektive passend erscheint mir das Ph\u00e4nomen der Abwesenheit, zum dem ich in den letzten Monaten viel geforscht und gearbeitet habe. Dementsprechend widme ich mich in meinem Input unter dem Titel <em>Ph\u00e4nomenologie, Stadt und das Abwesende<\/em> neben grunds\u00e4tzlichen, die Ph\u00e4nomenologie betreffenden Fragen vor allem der Erfahrung des Abwesenden. Hier mein Vortragsabstract:<\/p>\n<blockquote><p>Ph\u00e4nomenologisches Forschen folgt Husserls ber\u00fchmten Aufruf <q>Zur\u00fcck zu den Sachen selbst<\/q>. Hier soll der Frage nachgegangen werden, was eine solche Perspektivierung f\u00fcr die Stadtforschung bedeutet und wie dabei insbesondere dem Ph\u00e4nomen der schrumpfenden St\u00e4dte nachgegangen werden kann. Dazu wird in einem ersten Schritt anhand von Videomaterial gezeigt, wie die Erfahrungsebene bzw. das Wahrnehmen f\u00fcr wissenschaftliche Reflexion greifbar gemacht werden kann. Im sich-bewegen durch den Stadtraum wird dieser in jeweils bestimmter Weise hervorgebracht. Dabei spielen die K\u00f6rperlichkeit bzw. Leiblichkeit der Wahrnehmenden genauso eine Rolle wie die sozial-r\u00e4umlich-materielle Konstellationen, durch die man sich bewegt. All diese Faktoren pr\u00e4gen das Wahrnehmen und damit auch das Handeln im Stadtraum \u2013 das Perfide daran ist allerdings, dass die Beeinflussung des Wahrnehmens selbst normalerweise nicht wahrgenommen wird und deshalb auch nicht als Gegenstand f\u00fcr eigene Einflussnahme auftaucht. So wird durch die Konfiguration des Wahrnehmens auf subtile Weise eine \u00e4u\u00dferst wirksame Kontrolle \u00fcber das Handeln ausge\u00fcbt.<br \/>\nIm einem zweiten Schritt sollen diese theoretischen genauso wie methodischen \u00dcberlegungen auf das Ph\u00e4nomen der Schrumpfung gewendet werden. Dabei wird die Abwesenheit im Mittelpunkt stehen. Wie wird Abwesendes eigentlich erfahren? Was ist die besondere Qualit\u00e4t des Abwesenden? H\u00e4user die Erdboden gleichgemacht wurden, Gesch\u00e4fte die leerstehen, St\u00fchle die von niemandem besetzt werden\u2026 alle diese Leerstellen m\u00fcssen gef\u00fcllt werden. Aus eben dieser Notwendigkeit des F\u00fcllens bezieht das Abwesende seine Kraft: das, was fehlt, wird mit den Erinnerungen und Emotionen derer angef\u00fcllt, die es vermissen. Die schrumpfende Stadt wird so zu einem Ort, dessen F\u00fclle sich aus denen speist, die ihn erfahren haben &#8211; oder zu einem Ort der einfach nur leer bleibt, weil keine Erinnerungen und Emotionen mit ihm verkn\u00fcpft sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mehr Informationen zur gesamten Veranstaltung, die viel Raum f\u00fcr Austausch und Diskussion bieten wird, gibt es in der <a href=\"http:\/\/graduatesstudiesgroup.blogspot.com\/2012\/03\/grenzganger-ii-im-marz.html\" title=\"Weblog der Graduate Studies Group\">Veranstaltungsank\u00fcndigung<\/a> \u2013 ich freue mich schon sehr auf die Diskussionen. Besonders charmant finde ich die Tatsache, dass das Georg-Simmel-Zentrum in den ehemaligen R\u00e4umlichkeiten meines ehemaligen Arbeitgebers, n\u00e4mlich des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte in der Mohrenstra\u00dfe angesiedelt ist \u2013 das gibt ein wenig Heimatgef\u00fchl! Also, kommt Mittwoch den 21. M\u00e4rz um 19:00 Uhr zur Mohrenstra\u00dfe 41!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die n\u00e4chste Woche hat mich die Graduate Studies Group des Georg-Simmel-Zentrums f\u00fcr Metropolenforschung zu einem Vortrag zum Themenbereich Ph\u00e4nomenologie der schrumpfenden St\u00e4dte eingeladen. Die von Inga Haese vorbereitete Veranstaltung spricht ein wichtiges, gleichsam auch poetisches Thema an, das ich vorher noch nicht aus ph\u00e4nomenologischer Perspektive betrachtet hatte. 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