{"id":2832,"date":"2010-11-25T10:57:40","date_gmt":"2010-11-25T09:57:40","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=2832"},"modified":"2010-11-25T11:12:03","modified_gmt":"2010-11-25T10:12:03","slug":"hindernisse-in-der-ubertragung-von-wissenschaft-vom-deutschen-ins-englische","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=2832","title":{"rendered":"<span lang=\"de\">Hindernisse in der \u00dcbertragung von Wissenschaft vom Deutschen ins Englische.<\/span>"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"de\">Der Linguist Winfried Thielmann hat unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.academics.de\/wissenschaft\/dreamliner_in_richtung_scholastik_42168.html?unpaged=true\" title=\"Artikel auf academics.de\">Dreamliner in Richtung Scholastik<\/a> einen interessanten Artikel zu Unterschieden in den Wissenschaftssprachen ver\u00f6ffentlicht. (Es gibt auch ein Buch dazu: <a href=\"http:\/\/www.synchron-publishers.com\/texte\/12-wissen\/1202thiel-t.html\" title=\"Buchpr\u00e4sentation auf der Verlagswebsite\">Deutsche und englische Wissenschaftssprache im Vergleich: Hinf\u00fchren \u2013 Verkn\u00fcpfen \u2013 Benennen<\/a>.) Insbesondere die Ausf\u00fchrungen zur unterschiedlichen Gestaltung von Einleitungen waren aufschlussreich: im Deutschen wird in der Regel eher hermeneutisch, am Verstehen orientiert, argumentiert, w\u00e4hrend im Englischen eher das \u00dcberzeugen und der Kontrast zu Anderen im Vordergrund steht. Thielmann zeigt dies an der unterschiedlichen Verwendung scheinbar vollkommen \u00e4quivalenter W\u00f6rter wie <q>weil<\/q> und <q lang=\"en\">because<\/q>.<br \/>\nDie Argumentation leuchtet mir ein \u2013 so habe ich beispielsweise den neuesten Artikel, den ich zum Peer-Review einsenden will, nach R\u00fcckmeldung einer Amerikanerin vom Fach noch einmal stark umgestellt und dabei genau die von Thielmann angesprochene hermeneutisch vorgehende Einleitung zugunsten eines direkten Einstiegs in <q>Was ist hier das neue?<\/q> geopfert. Obwohl die Muttersprachlerin meinte, dass mein Englisch an sich gut genug sei, habe ich den Text dann auch noch an eine andere Muttersprachlerin zur Sprachw\u00e4sche (wie man in Norwegen passenderweise sagt) geschickt &#8211; eben weil sich der Gebrauch von Metaphern im Allgemeinen und in Adjektiv- und Substantivkonstruktionen im Besonderen in beiden Sprachen unterscheidet. Hier muss man als nicht-Muttersprachler immer extra Kosten auf sich nehmen und Mehraufwand betreiben. Der Artikel kann nat\u00fcrlich auch nach all diesen Ma\u00dfnahmen noch so sehr aus einem anderen Duktus kommen, dass er nicht wirklich passt. (Thielmann fasst dieses Problem als mangelnde sprachliche Initiation.) Gleichzeitig kann es nat\u00fcrlich auch passieren, dass der Artikel im Prozess der \u00dcbertragung gerade eine bestimmte Qualit\u00e4t verliert, die er durch die Verwendung von Argumentationsweisen und \u00e4hnlichem erlangt hat, die eben der eigenen Sprache eigen waren. Alles nicht so einfach\u2026<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Linguist Winfried Thielmann hat unter dem Titel Dreamliner in Richtung Scholastik einen interessanten Artikel zu Unterschieden in den Wissenschaftssprachen ver\u00f6ffentlicht. 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