{"id":1098,"date":"2007-03-30T05:07:00","date_gmt":"2007-03-30T05:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/~frers\/cgi-bin\/blosxom.cgi\/blog\/070329-beblasebalgen.html"},"modified":"2010-01-22T17:42:34","modified_gmt":"2010-01-22T16:42:34","slug":"sich-beblasebalgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=1098","title":{"rendered":"<span lang=\"de\">Sich beblasebalgen.<\/span>"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"de\">Mal wieder ein neues Wort f\u00fcr die Rechtschreibkorrektur. Ein verbreitetes Missverst\u00e4ndnis bezieht sich auf den Blasebalg. Man denkt n\u00e4mlich, der diene blo\u00df dazu, Sand, Staub und andere unliebsame Partikel fort zu pusten. (Und zwar ohne sich darum zu k\u00fcmmern, wo der kleine Wind die unerw\u00fcnschten Kleinigkeiten ablegt.) Nach dem Spaziergang entlang des best\u00fcrmten Strandes: <em>blas, blas<\/em>! Fort mit dem Sand von der Kamera. Fort mit der Erinnerung an Salz und flatternde \u00c4rmel. In den Momenten, in denen man sich noch nicht aufraffen kann, weiter zu tippen und einen neuen Gedanken zu fassen: <em>blas, blas<\/em>! Fort mit den Resten der alten Br\u00f6tchen, die zwischen den Tasten hervorlugen. Vielleicht schafft das ja Platz f\u00fcr eine feine Idee.<br \/>\nDamit k\u00f6nnte man den Balg dann wieder an seinen Platz bef\u00f6rdern. Ab in die Schublade, die Fototasche oder den anderen d\u00fcsteren Ort, in dem der Balg sein Dasein fristet. Da liegt er dann und wird nicht mehr Verbalgt. Das Ventil geschlossen. Die D\u00fcse in stiller Luft. Ein tragisches Schicksal. Ein Schicksal, das die Existenz des Balges links liegen l\u00e4sst. Ein Schicksal aber auch, das Potentiale schlummern l\u00e4sst, die in diesem Gegenstand bereit sind. Denn nicht nur Tastatur und Kamera brauchen gelegentlich einen gut gezielten frischen Wind. Nein, auch der werte Autor mag sich manchmal etwas eingestaubt f\u00fchlen. Sitzend im eigenen Dunst. Steht aber ein Blasebalg bereit, so kann der tr\u00e4ge Schleier vertrieben werden. Einmal links, einmal rechts wird der Balg gedr\u00fcckt: <em>blas, blas<\/em>! Fort mit alten Gedanken, die sich niedergelegt haben. Etwas hand- und hausgemachter Wind im Antlitz, schon geht es weiter. So einfach ist das. Und vielleicht erinnert der kleine Wind ja auch an seinen gro\u00dfen Bruder und ist so Anlass, mal wieder vor die T\u00fcr zu gehen. Ab mit dem Balg in die Lade! Oder man erfreut sich doch einfach nur an diesem Gegenstand, der nicht nur <em>total haptisch<\/em> ist \u2013 nein! \u2013 er tr\u00e4gt auch noch so einen famosen Namen, dass er einfach der Niederschrift bedarf. Aber am besten h\u00e4lt man es mit dem Namen so wie mit dem Ding. Man f\u00fcllt ihn mit Luft und bl\u00e4st ihn in die Welt. Und wen es erfreut, der macht den Namen zu einem selbstreflexiven Tuwort.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mal wieder ein neues Wort f\u00fcr die Rechtschreibkorrektur. Ein verbreitetes Missverst\u00e4ndnis bezieht sich auf den Blasebalg. Man denkt n\u00e4mlich, der diene blo\u00df dazu, Sand, Staub und andere unliebsame Partikel fort zu pusten. (Und zwar ohne sich darum zu k\u00fcmmern, wo der kleine Wind die unerw\u00fcnschten Kleinigkeiten ablegt.) 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