{"id":1040,"date":"2008-06-30T07:22:00","date_gmt":"2008-06-30T07:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/~frers\/cgi-bin\/blosxom.cgi\/socialsci\/080629-automatische_irritationen.html"},"modified":"2010-01-22T17:10:49","modified_gmt":"2010-01-22T16:10:49","slug":"automatische-irritationen-%e2%80%93-die-sprache-der-dinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/?p=1040","title":{"rendered":"<span lang=\"de\">Automatische Irritationen \u2013 Die Sprache der Dinge.<\/span>"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"de\">Ich bin ziemlich im Hintertreffen mit den Ank\u00fcndigungen der guten Nachrichten aus der Welt der Wissenschaft\u2026 Dem will ich mich heute jedenfalls ein wenig entgegenstemmen, denn ich sitze zwar ersch\u00f6pft aber trotzdem beschwingt in dem Zug, der mich von der von unserem Kolleg veranstalteten <span lang=\"en\">Summer School<\/span> <q>Nach dem <q lang=\"en\">Spatial Turn<\/q>: Raum im Brennpunkt disziplin\u00e4rer Perspektiven<\/q> wieder zur\u00fcck nach Hause bringt. Die Organisation der <span lang=\"en\">Summer School<\/span> war anstrengend, aber ich glaube, dass alle TeilnehmerInnen Gutes mitgenommen und gemeinsam an einem offenen akademischen Arbeiten mitgewirkt haben. Mir hat es auch reichlich Freude gemacht!<br \/>\nZur\u00fcck zur Nachricht: Vor einiger Zeit habe ich mich mit einem Abstract f\u00fcr die Tagung <em>Die Sprache der Dinge \u2013 kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die materielle Kultur<\/em> der Gesellschaft f\u00fcr Ethnographie beworben. Die Bewerbung f\u00fcr diese spannende Tagung war zu meiner gro\u00dfen Freunde erfolgreich, so dass ich im November in Berlin einige \u00dcberlegungen, Videos und Absichten zur Thematisierung der Dinge in der sozialwissenschaftlichen Forschung pr\u00e4sentieren kann.<br \/>\nWie \u00fcblich hier auch noch das Abstract:<\/span><\/p>\n<blockquote lang=\"de\"><p><em>Automatische Irritationen \u2013 \u00dcberlegungen in Video zur Initiativentfaltung der Dinge.<\/em><br \/>Beim L\u00f6sen eines Fahrscheins an einem der Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn wird innerhalb von ein paar Minuten eine Vielzahl von Interaktionsregistern gezogen. Die Begegnung mit dem Automaten ist eine Herausforderung f\u00fcr alle Beteiligten, f\u00fcr die Jungen oder Alten, mit Mu\u00dfe oder in Hast, f\u00fcr die Neulinge oder die Erfahrenen, f\u00fcr die die gerade einen Fahrschein l\u00f6sen oder f\u00fcr die Wartenden \u2013 in der kurzen Handlungssequenz passiert sehr viel mehr als ein reines Bedienen eines passiven, technischen Apparats.<br \/>\nBeim Eintreten in den Bahnhof werden T\u00fcren durchquert. Die T\u00fcr als sicht- und manipulierbare Grenze zwischen Innen und Au\u00dfen ist einer der zentralsten Aspekte architektonischer Konfigurationen des Sozialen. Dieses Ding markiert eine wichtige symbolische Grenze, in seiner Materialit\u00e4t ist es aber gleichzeitig Bestandteil von ausgesprochen allt\u00e4glichen Handlungsroutinen.<br \/>\nDie zwei Dinge, welche im Mittelpunkt dieser Pr\u00e4sentation stehen, scheinen sehr unterschiedlich zu sein: der Fahrkartenautomat ist f\u00fcr seine Komplexit\u00e4t geradezu ber\u00fcchtigt, w\u00e4hrend die T\u00fcr gleichsam von selbst in den Routinen des Alltagslebens unterzugehen droht.<br \/>\nIn dieser Pr\u00e4sentation sollen diese zwei Dinge jedoch nicht <q>als<\/q> etwas behandelt werden: nicht <q>als Symbol<\/q>, nicht <q>als Mensch-Maschine-Interface<\/q>, nicht <q>als Grenze<\/q> und auch nicht <q>als Ding-an-sich<\/q>. Durch den Einsatz von digitalen Videoaufzeichnungen sollen die hier untersuchten Dinge in ihrem Wechselspiel mit dem Wahrnehmen und Handeln der Menschen hervortreten. In der detaillierten Analyse von Videosequenzen wird deutlich, welche Aspekte der Dinge in der Interaktion relevant werden. In Anbetracht des konkreten Materials soll die Frage verhandelt werden, von wo die Initiative ausgeht: handeln die Dinge oder doch nur die Menschen? In der Pr\u00e4sentation soll nicht nur die Performativit\u00e4t des Geschehens betont werden, auch die Performativit\u00e4t der Pr\u00e4sentation soll reflektiert werden: welche Herausforderungen stellen die Dinge an Methode und Methodologie der Analyse? Wie gehen wir sinnvoll mit dem um, was gelegentlich als das nicht-Repr\u00e4sentationale bezeichnet wird?<br \/>\nIn der immer auch kontingenten Interaktion mit dem Ding verflechten sich Wahrnehmen und Handeln zu einem genauso dichten Geflecht wie die Menschen und die Dinge. Auf theoretischer Ebene sollen Merleau-Ponty und die Entwicklungen in den neueren Science and Technology Studies der Analyse Instrumente an die Hand geben, mit denen ein Teil der Ordnung des Geflechts nachvollzogen werden kann.<\/p><\/blockquote>\n<p lang=\"de\">Ich bin gespannt, wie die Diskussionen zu den Dingen in der Ethnographie\/Ethnologie\/Museumskunde gef\u00fchrt werden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin ziemlich im Hintertreffen mit den Ank\u00fcndigungen der guten Nachrichten aus der Welt der Wissenschaft\u2026 Dem will ich mich heute jedenfalls ein wenig entgegenstemmen, denn ich sitze zwar ersch\u00f6pft aber trotzdem beschwingt in dem Zug, der mich von der von unserem Kolleg veranstalteten Summer School Nach dem Spatial Turn: Raum im Brennpunkt disziplin\u00e4rer Perspektiven [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[115,116,8,117,114],"class_list":["post-1040","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-social-science","tag-confusion","tag-machine","tag-presentation","tag-sts","tag-terminal"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1040","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1040"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1040\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2100,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1040\/revisions\/2100"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1040"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1040"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/userpage.fu-berlin.de\/frers\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1040"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}