[an error occurred while processing this directive] 2014

1.7.2014

Knochenfunde neben der Universitätsbibliothek

  Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik
Das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche
Erblehre und Eugenik in der Ihnestraße 22,
Quelle und © Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, VI. Abt., Rep. 1,
KWIAnthrop I/4b
  Die Knochenfunde werden zur Überprüfung der Charité-Gerichtsmedizin übergeben, die sie min­destens 15 Menschen zuordnet. Auch Knochen­reste kleiner Nutztiere befinden sich unter den Ausgrabungen sowie zehn runde Plastikmarken und eine Ampulle eines Lokalanästhetikums, das seit dem Ersten Weltkrieg in Benutzung ist.
 
Der SS-Lagerarzt von Auschwitz, Josef Mengele, schickt seit 1943 Knochen, Organe und Blutproben für medizinische bzw. genetische Forschung an das Dahlemer Institut. Mit Institutsdirektor Otmar von Verschuer hatte Mengele bereits 1938 als Assistent in Frankfurt am Main zusammengearbeitet.
 
Da den Gerichtsmedizinern der Kontext mit dem KWI-Institut nicht bekannt ist, werden die Funde routinemäßig an das Krematorium in Ruhleben überstellt und dort nach ihrer Einäscherung am 16. Dezember 2014 anonym bestattet. Nach öf­fentlicher Kritik an diesem Vorgang beginnt eine Arbeitsgruppe der FU und der Max-Planck-Gesell­schaft (Nachfolgeeinrichtung der KWG) mit Nach­forschungen nach weiteren Hinweisen am Ort der Fundstellen.
 
[an error occurred while processing this directive]