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Das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in der Ihnestraße 22, Quelle und © Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, VI. Abt., Rep. 1, KWIAnthrop I/4b |
Die Knochenfunde werden zur Überprüfung der
Charité-Gerichtsmedizin übergeben, die sie mindestens
15 Menschen zuordnet. Auch Knochenreste kleiner Nutztiere befinden
sich unter den Ausgrabungen sowie zehn runde Plastikmarken und eine
Ampulle eines Lokalanästhetikums, das seit dem Ersten Weltkrieg
in Benutzung ist.
Der SS-Lagerarzt von Auschwitz, Josef Mengele, schickt seit 1943 Knochen, Organe und Blutproben für medizinische bzw. genetische Forschung an das Dahlemer Institut. Mit Institutsdirektor Otmar von Verschuer hatte Mengele bereits 1938 als Assistent in Frankfurt am Main zusammengearbeitet. Da den Gerichtsmedizinern der Kontext mit dem KWI-Institut nicht bekannt ist, werden die Funde routinemäßig an das Krematorium in Ruhleben überstellt und dort nach ihrer Einäscherung am 16. Dezember 2014 anonym bestattet. Nach öffentlicher Kritik an diesem Vorgang beginnt eine Arbeitsgruppe der FU und der Max-Planck-Gesellschaft (Nachfolgeeinrichtung der KWG) mit Nachforschungen nach weiteren Hinweisen am Ort der Fundstellen. |