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6.9.1975

FU-Student Diethard Küster in Chile festgenommen

  Schwarz-Weiß-Foto: Diethard Küster
Diethard Küster im Januar 1978 auf dem Tunix-Kongress im Audimax der TU
Berlin, Quelle: privat
  Einen konkreten Grund für die Festnahme gibt es nicht. Die zahlreichen DDR-Stempel in Küsters Reisepass, ein Ergebnis der Fahrten auf der Tran­sitstrecke Berlin-Westdeutschland, erregen ver­mutlich den Argwohn der chilenischen Geheimpoli­zei. Ein weiterer Grund: Küsters angebliche Ähn­lichkeit mit dem international gesuchten Terroristen "Carlos" alias Illich Ramirez Sánchez.
 
Diethard Küster (* 1952 in Dortmund) studiert nach dem Abitur Germa­nistik und Erziehungswissen­schaft an der Freien Universität Berlin. Als Student gehört er zur Sponti-Szene in Berlin und ist 1978 einer der Veranstalter des Tunix-Kongresses, einer Initialzündung für die Alternativbewegung.
 
Küster arbeitet nach dem Studium als Filmema­cher. Sein Spielfilm "Va Banque" aus dem Jahr 1986 wird zu einem "Berlin-Kultfilm". Neben Win­fried Glatzeder und Rolf Zacher treten darin auch die Musiker Willy DeVille, Rio Reiser, Achim Rei­chel, Kevin Coyne, Joy Rider auf sowie in einer Nebenrolle Joschka Fischer (als Taxifahrer). Küster arbeitet in den folgenden Jahren als Regisseur für Serienproduktionen von Sat.1, RTL und ARD ("Tatort"). Im Jahr 2002 gehört er zu den Preisträ­gern des "Deutschen Fernsehpreises".
 
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