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Ossip K. Flechtheim (Oktober 1973), Foto: Reinhard Friedrich, Quelle: Universitätsarchiv der FU, Foto RF/0190-08 |
Ossip Kurt Flechtheim (* 5.3.1909 in Nikolajew/Ukraine, † 4.3.1998 in Berlin) Ossip K. Flechtheim kommt als Sohn von Olga und Hermann Flechtheim in der Ukraine zur Welt. Sein Vater leitet dort als Geschäftsführer einen Getreidegroßhandel. Flechtheim tritt nach dem Abitur an der Düsseldorfer Hindenburgschule 1927 in die KPD ein, der er 1931 wegen des stalinistischen Dogmatismus den Rücken kehrt. Flechtheim studiert Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten in Freiburg, Paris, Heidelberg, Berlin und Köln und promoviert 1934 bei Carl Schmitt in Köln. Die Buchfassung seiner Dissertation zu Hegels Strafrechtstheorie erscheint 1936 in Brünn. Flechtheim wird 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem juristischen Staatsdienst entlassen. Er engagiert sich gemeinsam mit Richard Löwenthal in der marxistischen Untergrundorganisation "Neu Beginnen" und verlässt Deutschland nach kurzer Inhaftierung 1935. Aus der Schweiz siedelt er 1939 in die Vereinigten Staaten über. Er arbeitet dort am Institut für Sozialforschung der Columbia University und lehrt an verschiedenen US-Universitäten. In dieser Zeit erscheint seine erste Arbeit zur "Futurologie", als deren Begründer er später gilt. Flechtheim meldet sich 1943 freiwillig zum Kriegsdienst in der US-Armee und ist nach Kriegsende 1946 im Rang eines Lieutenant Colonel zeitweise an der Vorbereitung des Nürnberger Kriegsverbrecherprozess beteiligt, bevor er seine Tätigkeit als Hochschullehrer in den USA wieder aufnimmt. Ossip K. Flechtheim wird 1952 als ordentlicher Professor an die Deutsche Hochschule für Politik berufen und lehrt nach deren Überführung in die FU von 1959 bis 1974 am Otto-Suhr-Institut. Zu Richard Löwenthal siehe den Eintrag zum 7./8.12.1991. |