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Vorlesungsstreik gegen die Notstandsgesetze, 15. Mai 1968 im Audimax der FU. Auf dem Podium: Sigrid Fronius (am Mikrofon), Heinrich Hannover (Rechtsanwalt, zweiter von links), Quelle und ©: Bundesstiftung Aufarbeitung, Foto: Klaus Mehner, Mediennr. 00011989
Vorlesungsstreik gegen die Notstandsgesetze, 15. Mai 1968 im Audimax der FU Quelle und ©: Bundesstiftung Aufarbeitung, Foto: Klaus Mehner, Mediennr. 00013088
Besetzung des Germanischen Seminars am 28. Mai 1968, Quelle und ©: Bundesstiftung Aufarbeitung, Foto: Klaus Mehner, Mediennr. 00013493 |
Der Aufruf zum Vorlesungsstreik wird an der FU fast vollständig
befolgt. Etwa 3000 Studenten versammeln sich um 15 Uhr im
Auditorium maximum der FU und diskutieren über Kampfmaßnahmen
gegen die Notstandsgesetze. Immer wieder ziehen einzelne Trupps in
Institute, um dort Vorlesungen und Seminare zu verhindern. In der
Diskussion im Auditorium maximum erklärt der Schriftsteller
Günter Grass, dass die Krise der Demokratie durch die
Notstandsgesetze nicht behoben, sondern verschärft werde.
Gegen die geplante Verabschiedung der Notstandsgesetze durch die Große Koalition rufen die Studentenvertretungen der Berliner Universitäten am 15. Mai, am Tage der zweiten Lesung der Notstandsgesetze im Bundestag, zu einem Streiktag auf. Anlässlich der Verabschiedung der Notstandsgesetze demonstrieren am 30. Mai 40 000 Anhänger der Außerparlamentarischen Opposition in Bonn. An 25 Universitäten kommt es zu Protestkundgebungen und Institutsbesetzungen. An der FU sind das Germanische Seminar und das Otto-Suhr-Institut ab dem 27.5. für mehrere Tage besetzt. |