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Mitglieder der Kommune I vor dem Haus in der Niedstraße 14. Von links nach rechts: Dagmar Seehuber, Hans-Joachim Hameister, Rainer Langhans (kniend), Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel, Ulrich Enzensberger, Volker Gebbert, Dorothea Ridder. Foto Bernard Larsson, Quelle: Universitätsarchiv der FU, Foto BL-F/054
Mitglieder der Kommune I vor ihrem Domizil am Stuttgarter Platz, nach der Entlassung von Fritz Teufel aus der Untersuchungshaft (12.8.1967). Vorn: Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans und Ulrich Enzensberger, hinten: Fritz Teufel und Volker Gebbert, mit den Kindern Nessim und Grischa. Foto Klaus Mehner, Quelle und ©: Bundesstiftung Aufarbeitung, Mediennr. 00013812 |
Am 9. Juni 1967 beginnt in Moabit ein Gerichtsverfahren gegen die
FU-Studenten und Mitglieder der Kommune I Rainer Langhans und
Fritz Teufel. Sie sind angeklagt, durch die Verteilung von
Flugblättern an der FU im Mai 1967 zur Begehung strafbarer
Handlungen aufgefordert zu haben.
Fritz Teufel befindet sich zu diesem Zeitpunkt wegen eines angeblichen Steinwurfs während der Anti-Schah-Demonstration vor der Deutschen Oper unter dem Vorwurf des Landfriedensbruchs in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft bewertet das Kommune-Flugblatt Nr. 8, das sich auf eine Brandkatastrophe im Brüsseler Kaufhaus "À l'innovation" mit zahlreichen Todesopfern bezog, als Aufruf zur Brandstiftung. Unter der Überschrift "Wann brennen die Berliner Kaufhäuser?" wird in dem Pamphlet die Brüsseler Brandkatastrophe als Protestaktion gegen den Vietnamkrieg bezeichnet und eine Nachahmung in Berliner Kaufhäusern angeregt. Rechtsanwalt Horst Mahler bietet als Zeugen der Verteidigung die FU-Professoren Jacob Taubes, Peter Wapnewski, Peter Szondi, Charles H. Nichols, Michael Landmann, Eberhard Lämmert und Fritz Eberhard auf, die den Inhalt der Flugblätter aus religionswissenschaftlicher, philologischer und sprachwissenschaftlicher Sicht analysieren und sie als satirische Dokumente einer surrealistisch-dadaistischen Agitation bewerten, die nicht den juristischen Tatbestand des Aufrufs zu Gewalttaten erfüllen. Als auswärtige Gutachter äußern sich in diesem Sinn auch Walter Jens (Universität Tübingen) und Alexander Kluge (Hochschule für Gestaltung Ulm). Am 2. April 1966 legen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein Brände in zwei Frankfurter Kaufhäusern, um gegen den Krieg in Vietnam zu protestieren. Die Tat gilt als Geburtsstunde der RAF. Am 22. Dezember 1967 wird Fritz Teufel vom Vorwurf des Landfriedensbruchs freigesprochen und aus der U-Haft entlassen. Der Flugblatt-Prozess endet am 22. März 1968 mit Freispruch. |