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25.1.1960

Der FU-Student Reinhard Strecker stellt im Auftrag des SDS Strafantrag gegen 43 schwerbelastete Richter, die während des Dritten Reiches Todesurteile aussprachen.

  Schwarz-Weiß-Foto: Reinhard Strecker
Reinhard Strecker, Bildquelle: Privatarchiv Strecker
  Reinhard Strecker (* 8.9.1930 in Zehden/Oder, † 2.8.2026 in Berlin)
 
Nach dem Studium an der der École internationale des langues orientales (EILO) in Paris wechselt Reinhard Strecker 1954 zur FU. Er studiert indoger­manische Sprachen und ist wissenschaftliche Hilfs­kraft von Jacob Taubes.
 
Als Mitglied des SDS und der Deutsch-Israelischen Studiengruppe (DIS) organisiert Strecker 1959 die Ausstellung "Ungesühnte Nazijustiz", die auch durch den Liberalen Studentenbund Deutschland (LSD) und die Evangelische Studierendenge­mein­de (ESG) unterstützt wird (siehe den Eintrag zum 27.11.1959).
 
Die Galerie Springer präsentiert am Berliner Kur­fürstendamm im Februar 1960 eine er­weiterte Fassung der Ausstellung. Die Veranstalter, der SDS, der Liberale Studenten­bund und die DIS mussten dorthin ausweichen, nachdem die Freie und die Technische Universität ihnen auf Druck des Berliner Senats unter Willy Brandt keine Räume zur Verfügung stellten. Der Senator für Wissenschaft und Kunst, Joachim Tiburtius (CDU), hatte das Ver­bot mit der Behauptung begründet, es handele sich um eine DDR-Kampagne gegen die Bundesrepu­blik Deutschland.
 
Dem Ausstel­lungskuratorium gehören unter ande­ren Margherita von Brentano (Assistentin am FU-Institut für Philosophie) und die FU-Pro­fessoren Ossip K. Flechtheim, Helmut Gollwitzer und Wil­helm Weischedel sowie der Vorsitzende der Jüdi­schen Gemeinde Heinz Galinski an.
 
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