[an error occurred while processing this directive] 1959

20.7.1959

Politisches Forum über "Widerstand im totalen Staat"

  Einzug der Vertreter der Studentenschaft und Pro­fessoren
Berliner Gedenktafel für Otto von der Gablentz in der Habelschwerdter Allee 24,
Foto: OTFW, Berlin, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

 
  Otto Heinrich von der Gablentz (* 11.9.1898 in Berlin, † 27.4.1972 ebenda)
 
Nach schwerer Kriegsverwundung im Ersten Welt­krieg studiert Otto von der Gablentz seit 1917 an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität Staats­wissenschaften. Er engagiert sich in der evangeli­schen Jugendbewegung und gehört der von Paul Tillich beeinflussten Michaelsbruderschaft an. Von der Gablentz wird 1920 promoviert und arbeitet bis 1933 im Reichswirtschaftsamt sowie im Statisti­schen Reichsamt. Als Sachverständiger gehört er den deutschen Delegationen bei Reparationsver­handlungen in Lausanne, Basel und London an.
 
Von der Gablentz wird nach der nationalsozialisti­schen Machtergreifung aus dem Reichswirtschafts­ministerium entlassen. Er arbeitet danach in der Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie und lernt Horst von Einsiedel (1905-1947) im Spezial­lager Sachsenhausen kennen. Durch ihn stößt er 1940 zur Widerstandsorganisation "Kreisauer Kreis".
 
Von der Gablentz gehört 1945 in Berlin zu den Gründungsmitgliedern der CDU, aus der er 1965 nach Kritik an ihrer unzureichenden Reformbereit­schaft austritt. Von 1948 bis 1950 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Bizonen-Verwal­tung und danach des Bundeswirtschaftsministe­riums unter Ludwig Erhard. Er gehört mit Otto Suhr 1948 zu den Mitbegründern der Deutschen Hoch­schule für Politik (DHfP), die er von 1955 bis 1959 leitet und in das Otto-Suhr-Institut der FU überführt.
 
Von der Gablentz lehrt von 1951 bis zu seiner Eme­ritierung 1966 Politikwissenschaft an der FU. Er gehört dem Evangelischen Arbeitskreis in der CDU an und ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.
 
Seit September 1998 ist in Berlin-Reinickendorf die Von-der-Gablentz-Straße nach ihm benannt, die bis dato den Namen des Ersten-Weltkriegs-Generals Karl Hoefer (1862-1939) trug, der 1936 der SS bei­getreten ist.
 
[an error occurred while processing this directive]