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Berliner Gedenktafel für Otto von der Gablentz in der Habelschwerdter Allee 24, Foto: OTFW, Berlin, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 |
Otto Heinrich von der Gablentz (* 11.9.1898 in Berlin, † 27.4.1972 ebenda) Nach schwerer Kriegsverwundung im Ersten Weltkrieg studiert Otto von der Gablentz seit 1917 an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität Staatswissenschaften. Er engagiert sich in der evangelischen Jugendbewegung und gehört der von Paul Tillich beeinflussten Michaelsbruderschaft an. Von der Gablentz wird 1920 promoviert und arbeitet bis 1933 im Reichswirtschaftsamt sowie im Statistischen Reichsamt. Als Sachverständiger gehört er den deutschen Delegationen bei Reparationsverhandlungen in Lausanne, Basel und London an. Von der Gablentz wird nach der nationalsozialistischen Machtergreifung aus dem Reichswirtschaftsministerium entlassen. Er arbeitet danach in der Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie und lernt Horst von Einsiedel (1905-1947) im Speziallager Sachsenhausen kennen. Durch ihn stößt er 1940 zur Widerstandsorganisation "Kreisauer Kreis". Von der Gablentz gehört 1945 in Berlin zu den Gründungsmitgliedern der CDU, aus der er 1965 nach Kritik an ihrer unzureichenden Reformbereitschaft austritt. Von 1948 bis 1950 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Bizonen-Verwaltung und danach des Bundeswirtschaftsministeriums unter Ludwig Erhard. Er gehört mit Otto Suhr 1948 zu den Mitbegründern der Deutschen Hochschule für Politik (DHfP), die er von 1955 bis 1959 leitet und in das Otto-Suhr-Institut der FU überführt. Von der Gablentz lehrt von 1951 bis zu seiner Emeritierung 1966 Politikwissenschaft an der FU. Er gehört dem Evangelischen Arbeitskreis in der CDU an und ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Seit September 1998 ist in Berlin-Reinickendorf die Von-der-Gablentz-Straße nach ihm benannt, die bis dato den Namen des Ersten-Weltkriegs-Generals Karl Hoefer (1862-1939) trug, der 1936 der SS beigetreten ist. |