First New York Big Psychobilly Rumble

27. - 29. Oktober 2000

Halloween 2000 – was liegt näher als dieses Happening in dem Land zu verbringen, das dieses Ding quasi erfunden hat. Also gesagt, getan: auf nach Amerika. Um genau zu sein zum First New York Big Psychobilly Rumble. Der sollte vom 27. Oktober (meinem Geburtstag) bis zum 29. Oktober 2000 stattfinden. Natürlich garniert mit Pre- und Post-Rumble Parties.

So machte man sich also mal wieder auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wir kamen am Donnerstag Mittag in Newark, New Jersey an und von dort aus ab ins Hilton, East Brunswick. Da sieht man mal, wo die Szene inzwischen hingekommen ist. Früher pennte man im Bahnhofsgebäude der Victoria Station in London, heute steigt man in 5 Sterne Hotels ab. Aber wer lässt sich nicht gern mal den Bauch kraulen ...

Die Berliner AbgesandtenAm Abend ging’s dann nachdem wir uns die Armbänder für den Weekender besorgt hatten, gleich das erste Mal rein in den Großstadtwahnsinn New York. Als gebürtiger Berliner bin ich ja mit viel Verkehr und ewig langen Staus vertraut, aber New York topt echt alles. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag noch Staus um 2:00 Uhr nachts ist nun wirklich nicht schlecht. Nach einigem Suchen waren wir schließlich am Ziel unserer Träume (?) angekommen: Dem legendären CBGB.

Dort sollte an diesem Abend die Aufwärmphase für das kommende Festival stattfinden. Mit fünf Bands handelte es sich ja eigentlich auch schon um ein Festival. Als erstes standen die X-Possibles auf der Bühne. Soundmäßig eine Mischung aus Cramps und Trashwomen – also ziemlich krachig. Aber gut. Die Sängerin im sexy Outfit war eine von der derberen Sorte. Leuten vor der Bühne trat sie in den Allerwertesten, beschimpfte andere so sehr, dass diese sich anschließend aus dem Staub machten und warf zudem noch Bierflaschen ins Publikum. Man wurde also gleich mit den rauen New Yorker Sitten vertraut. Danach kam mit Wreckdefy eine Band aus Kanada, die die gute Stimmung weiter aufrecht hielt.

Überhaupt war die Stimmung im gut gefüllten Laden sehr gut. Nach und nach trudelten immer mehr bekannte Gesichter ein und so gab es ein Hallo nach dem anderen. Komplett Demented are go, 'Big Dick' Wim Kouwenberg und Bartman aus Holland um nur die bekanntesten zu nennen aber auch viele Franzosen, ein Spanier usw. Und natürlich 'ne Menge Amis. Die sollten dann auch gleich mal richtigen Psychobilly aus good old Germany kennen lernen.

CBGBDenn als nächstes waren die Wuppertaler Scum Rats angesagt. Inzwischen mit 'nem neuen Drummer, der doch tatsächlich nach Noten spielte, und auch mal wieder einem neuen Gitarristen ausgestattet, legten sie ein ordentliches Set auf die Bretter mit all ihren Hits von damals.

Anschließend kamen nun auch die Liebhaber des etwas softeren Sounds auf ihre Kosten: Die englischen Caravans baten zum Tanz. Sie spielten wie gewohnt perfekt ihr Set und man konnte sich schon freuen, sie am nächsten Tag noch mal zu sehen. Allerdings erschien es mir als müssten sie alle Songs ein bisschen schneller spielen als sonst. 'More Whiskey' kam dadurch nicht annähernd so gut rüber wie auf Platte.

Headliner an diesem Abend waren schließlich Los Gatos Locos, die pünktlich um 0:00 Uhr anfingen und mir damit quasi mein neues Lebensjahr einläuteten. Nachdem sie sich nach einer vorübergehenden Trennung nun wieder zusammengefunden haben, kann man ohne Probleme behaupten, dass sie die Nummer 1 in Sachen amerikanischen Psychobilly sind. Sänger Charlie Splatterhead ist auf der Bühne ein ständiger Unruheherd und hat mit seiner Demented-ähnlichen Stimme natürlich ein leichtes Spiel bei den Psychos. Auch der Sound ist ziemlich hart, aber nie übertrieben metalmäßig. Die Tische, die seltsamerweise bis direkt vor die Bühne aufgebaut waren, flogen nun alle ein paar Meter weiter nach hinten, damit vorne genug Platz fürs Wreckin’ vorhanden war.

So gegen 1:00 Uhr war dann auch schon Schluß und wir machten uns dann auch auf den Weg nach Hause (immerhin waren wir nun schon 26 Stunden ohne Schlaf) und nach Taxi, U-Bahn und wieder Taxi kamen wir schließlich um 3:00 Uhr im Hotel an.

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