Ulf Brunnbauer
Osteuropa-Institut, FU Berlin
Evaluationen vergangener Lehrveranstaltungen
Merkblatt für Hausarbeiten im Proseminar (pdf.-File)
Merkblatt für Hausarbeiten im Hauptseminar (pdf.-File)
Wie halte ich ein Referat? (pdf.-Datei)
Wie schreibe ich ein Abstract? (pdf.-Datei)
Blackboard
Dieser Grundkurs soll die Grundlagen südosteuropäischer Geschichte vermitteln. Dabei werden auch die wichtigsten historiografischen Ansätze zur Erforschung südosteuropäischer Geschichte vorgestellt.
Am Beginn des Grundkurses wird die Frage diskutiert, ob es überhaupt so etwas wie eine Geschichtsregion "Südosteuropa" gibt. Im weiteren Verlauf wird sich der Kurs auf vier Zeitperioden, die für das Verständnis der Geschichte und Gegenwart des südosteuropäischen Raumes von entscheidender Bedeutung sind, konzentrieren: die osmanische Periode, die rund ein halbes Jahrtausend dauerte; die Formierung der südosteuropäischen Nationalstaaten im 19. und 20. Jahrhundert; die Zeit des Sozialismus; und die post-sozialistische Zeit. Die jüngste Geschichte Griechenlands wird dabei als Vergleichsfolie dienen.
Insgesamt soll es im Grundkurs weniger um Ereignisse und Namen diverser Herrscher gehen, sondern um das Verständnis für die sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen der Region sowie den rapiden gesellschaftlichen Wandel, der im 20. Jahrhundert stattfand und noch immer andauert. Auch kultur- und alltagsgeschichtliche Fragestellungen – wie die Rolle der Religion sowie die Formen von Familie und Verwandtschaft – sollen nicht zu kurz kommen.
Dieser Kurs wird im Blackboard der FU Berlin elektronisch begleitet. Dort finden sich Vorlesungsskripte und weitere Lernunterlagen.
In diesem Seminar geht es um Fragen der Nationsbildung im östlichen und südöstlichen Europa im 19. Jahrhundert. Dabei soll aus einer vergleichenden Perspektive herausgearbeitet werden, wie Nationen in dieser Region konkret "erfunden" und "imaginiert" (B. Anderson) wurden. Dabei wird es u.a. um die Frage der sozialen Trägergruppen gehen sowie um die Inhalte der Nation: Was wurden als die entscheidenden Merkmale der Nation festgelegt (z.B. Sprache, Konfession, gemeinsame Geschichte und Abstammung), wer gehörte zu der Nation und wer wurde von ihr ausgeschlossen? Warum kam es überhaupt zu nationaler Mobilisierung und wie drückte sich diese (politisch,gesellschaftlich) aus? An besonders prägnanten Beispielen werden die nationalen Mythen und Vorstellungen über eine nationale Kultur analysiert, wobei auch auf divergierende Ansichten eingegangen werden soll. Darüber hinaus geht es natürlich um die konkreten politischen und gesellschaftlichen Prozesse, die der Nationsbildung in dieser im 19. Jh. noch durch Imperien (Habsburger-Monarchie, Russisches Reich, Osmanisches Reich) geprägten Region zugrunde lagen.
Ziel der Lehrveranstaltung ist auch, in die moderne Theorie und Forschung über Fragen der Nationsbildung und des Nationalismus einzuführen. Der theoretische Rahmen reicht dabei von Klassikern wie M. Hroch und E. Hobsbawm über Ideen des Postkolonialismus bis hin zu zeitgenössischen postmodernen und -strukturalistischen Theoretikern der Nation. Das östliche und südöstliche Europa dient uns somit als Labor für die Überprüfung theoretischer Postulate, aber auch für die Bereicherung des theoretischen Blickes auf Nation.
Dieser Kurs wird im Blackboard der FU Berlin elektronisch begleitet. Dort finden sich Vorlesungsskripte, Texte und weitere Lernunterlagen.
Die Gesellschaften Südosteuropas waren im 19. und 20. Jahrhundert durch intensive Migrationsbewegungen gekennzeichnet. Ausgehend von einer Einführung in die moderne Migrationsforschung und der Diskussion relevanter theoretischer Konzepte (wie das des Transnationalismus), sollen die unterschiedlichen Formen der Migration und Mobilität in und aus Südosteuropa dargestellt werden. Es geht dabei sowohl um so genannte "freiwillige" als auch "Zwangsmigration" - beide Phänomene haben große Teile der Bevölkerung der Region in Vergangenheit und Gegenwart betroffen und zur Transformation der südosteuropäischen Gesellschaften maßgeblich beigetragen. Die dabei behandelten Fallbeispiele inkludieren u.a.:
- saisonale Arbeitsmigration und nomadische Mobilität (19. Jh.)
- Überseeauswanderung im späten 19./frühen 20. Jh.
- Zwangsmigration und Nationalstaatsbildung
- "Bevölkerungsaustausch" zwischen Griechenland und der Türkei 1923
- Flucht und Vertreibung im und nach dem Zweiten Weltkrieg
- Arbeitsmigration nach dem Zweiten Weltkrieg ("Gastarbeiter")
- "Ethnische Säuberungen" in den 1990er Jahren
- Postsozialistische Arbeitsmigration
- Internationale Migrationsregime
Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Diskussion der Folgen von Migration für die Gesellschaften Südosteuropa liegen (z.B. durch Diasporanationalismus und Migrantenüberweisungen). Die Perspektive wird dabei sowohl auf das Alltagshandeln und die sozialen Praktiken als auch die staatlichen Eingriffe gerichtet sein.
Mit Ausnahme Griechenlands und der Türkei wurden alle Länder Südosteuropas nach dem Zweiten Weltkrieg kommunistisch regiert. Und selbst in Griechenland standen die Kommunisten kurz vor der Machtergreifung. Bis 1989/1991 sollte daher die Geschichte Südosteuropas nicht nur von der Blockkonfrontation gekennzeichnet sein, sondern auch den sozialistischen Modernisierungsbemühungen.
In diesem Seminar werden zentrale Aspekte der Geschichte des Sozialismus in Südosteuropa im 20. Jahrhundert erörtert - sowohl vor als auch nach der Machtergreifung kommunistischer Parteien. Neben der Diskussion politischer Grundlagen und Auswirkungen des (Real-)Sozialismus in Südosteuropa wird es insbesondere um sozial-, wirtschafts- und kulturhistorische Aspekte der realsozialistischen Erfahrung gehen. Die Gesellschaften Südosteuropas wurden durch den Sozialismus nachhaltig transformiert, allerdings mit sehr ambivalenten Ergebnissen. Die Lebensrealitäten differierten häufig von den politischen Intentionen. Fragen der Alltagsgeschichte, der sozialen Praktiken und Identitäten sollen daher eingehend behandelt werden. Auch die vielfältigen Unterschiede, die es zwischen den einzelnen sozialistischen Regimen in Südosteuropa gab, sollen untersucht werden. Dabei wird dem Sonderfall Jugoslawien besondere Aufmerksamkeit zukommen.
Dieser Grundkurs soll die Grundlagen südosteuropäischer Geschichte vermitteln. Dabei werden auch die wichtigsten historiografischen Ansätze zur Erforschung südosteuropäischer Geschichte vorgestellt.
Am Beginn des Grundkurses wird die Frage diskutiert, ob es überhaupt so etwas wie eine Geschichtsregion "Südosteuropa" gibt. Im weiteren Verlauf wird sich der Kurs auf vier Zeitperioden, die für das Verständnis der Geschichte und Gegenwart des südosteuropäischen Raumes von entscheidender Bedeutung sind, konzentrieren: die osmanische Periode, die rund ein halbes Jahrtausend dauerte; die Formierung der südosteuropäischen Nationalstaaten im 19. und 20. Jahrhundert; die Zeit des Sozialismus; und die post-sozialistische Zeit. Die jüngste Geschichte Griechenlands wird dabei als Vergleichsfolie dienen.
Insgesamt soll es im Grundkurs weniger um Ereignisse und Namen diverser Herrscher gehen, sondern um das Verständnis für die sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen der Region sowie den rapiden gesellschaftlichen Wandel, der im 20. Jahrhundert stattfand und noch immer andauert. Auch kultur- und alltagsgeschichtliche Fragestellungen – wie die Rolle der Religion sowie die Formen von Familie und Verwandtschaft – sollen nicht zu kurz kommen.
Dieser Kurs wird im Blackboard der FU Berlin elektronisch begleitet. Dort finden sich Vorlesungsskripte und weitere Lernunterlagen.
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Lehrmaterialien zum Kernkurs
Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes und mit der Öffnung der sowjetischen Archive hat sich die Forschung in den letzen Jahren wieder vermehrt Fragen der Sozial- und Kulturgeschichte der UdSSR gewidmet. Das Interesse richtet sich hierbei zunehmend darauf, wie die sowjetische Gesellschaft funktioniert hat und welche kulturellen Praktiken das Leben und den Alltag der Menschen geprägt haben. Zur Diskussion steht insbesondere, ob es sich bei der Sowjetunion um ein spezifisches staatliches Gebilde handelte, in dem sich neuartige soziale und kulturelle Strukturen und Formen herausgebildet haben. Erklärungsmodelle reichen von der Fokussierung auf ein gesellschaftspolitisches "Gesamtkunstwerk" (Boris Groys) bis zu Forschungsansätzen, die eher die Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten mit (populär)kulturellen Erscheinungen in den hoch- und postindustriellen westlichen Gesellschaften betonen. Diese Thesen wollen wir in dem Seminar exemplarisch anhand signifikanter kultureller Phänomene (Avantgarde, Sozialistischer Realismus, Tauwetter, Samizdat, Estrade, Jugendkultur u.a.) erörtern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Interdependenzen zwischen Vergesellschaftungsprozessen und der künstlerischen Produktion in der Sowjetunion.
Das Seminar beruht - neben den Inputs der Dozenten - auf der Diskussion gemeinsam gelesener Texte sowie kurzen Präsentationen der Teilnehmer/innen. Die Analyse von Bildern und Filmen wird einen integralen Bestandteil des Seminars ausmachen.
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Literatursuche (Links zu Katalogen und Datenbanken)
Hat während des Kalten Krieges das Interesse an den kommunistisch regierten Staaten vor allem politischen, militärischen und wirtschaftlichen Fragen gegolten, so ist in den letzten Jahren ein deutlicher Schwenk in der Forschung hin zu sozial- und alltagsgeschichtlichen Fragestellungen zu bemerken. Dieser Trend wird in dieser Lehrveranstaltung aufgegriffen; in ihr sollen zentrale Aspekte der sozialen Realitäten realsozialistischer Gesellschaften erarbeitet werden. Der Fokus wird dabei auf dem alltäglichen sowie dem Arbeitsleben der "gewöhnlichen" Menschen des Sozialismus liegen. Diese Perspektive vermag die Komplexität, Widersprüchlichkeit und Unterschiedlichkeit (in Zeit und Raum) der sozialistischen Erfahrung deutlich zu machen. Dabei wird es auch um das dialektische Verhältnis zwischen Politik und Ideologie einerseits und sozialer Praxis andererseits gehen.
Diese Fragestellungen sollen anhand einiger konkreter Themen erarbeitet werden, wie z.B.: Politik der sozialistischen Regime gegenüber dem Alltag; Familienbeziehungen; Arbeitsleben; Freizeitverhalten; Mobilität; soziale Beziehungen; Informalität; öffentlicher und privater Raum; Alltagsstrategien in Situationen ökonomischer Knappheit; soziale Identitäten und Sozialisierung, etc.
Die Themen sollen gemeinsam auf der Basis der Sekundärliteratur sowie mit Originalquellen und biografischen Erinnerungen erarbeitet werden; auch visuelles Material wird genutzt werden.
Eine Exkursion nach Eisenhüttenstadt wird das Proseminar abrunden.
Semesterplan und Lektüreliste (pdf.-Datei)
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Literatursuche
Für das alltägliche Leben der Menschen in Ost- und Südosteuropa in vormodernen Zeiten spielten Familie und Verwandtschaft eine zentrale Rolle; aber auch während der Zeit des Sozialismus und der post-sozialistischen Transformation stellten Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen wichtige soziale Institutionen für ökonomische und emotionelle Unterstützung dar. Die Beschäftigung mit Familienformen und Verwandtschaftsstrukturen eröffnet somit tiefe Einblicke in das Funktionieren der ost- und südosteuropäischen Gesellschaften und den Wandel, dem sie unterlegen sind. Darüber hinaus sind wertvolle Aufschlüsse über den Alltag der Menschen, und wie sie gesellschaftlichen Wandel wahrnahmen, sich an ihn anpassten und ihn voran trieben, zu gewinnen.
Der Kernkurs wird in die wichtigsten Entwicklungen hinsichtlich Familie und Verwandtschaft in Ost- und Südosteuropa im 19. und 20. Jh. einführen. So werden die Strukturen von Haushalten und Verwandtschaftsgruppen erläutert und damit zusammenhängend Heirats- und Erbschaftsmuster sowie Sexualverhalten. Ein besonderer Fokus wird auf den Wandel dieser Strukturen liegen, wobei auch die staatliche Familienpolitik diskutiert werden soll. Auch die geografische Vielfalt an Familienformen wird herausgearbeitet und erklärt.
Daneben wird es auch um methodologische Fragen gehen, die sich anhand der Familiengeschichte bestens illustrieren; so wird z.B. die Anwendung statistischer Methoden exemplarisch präsentiert werden.
Strukturell wird die Lehrveranstaltung aus einem Vorlesungsteil sowie von Beiträgen der Studierenden (Diskussionen, Kurzpräsentationen) bestehen.
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Handapparat (pdf.-Datei)
Literatursuche
Einige Tabellen und Grafiken zu Haushalten in Bulgarien im 19. und 20. Jh. (pdf.-Datei)
Dieser Grundkurs soll die Grundlagen südosteuropäischer Geschichte vermitteln. Dabei werden auch die wichtigsten historiografischen Ansätze zur Erforschung südosteuropäischer Geschichte vorgestellt.
Am Beginn des Grundkurses wird die Frage diskutiert, ob es überhaupt so etwas wie eine Geschichtsregion "Südosteuropa" gibt. Im weiteren Verlauf wird sich der Kurs auf vier Zeitperioden, die für das Verständnis der Geschichte und Gegenwart des südosteuropäischen Raumes von entscheidender Bedeutung sind, konzentrieren: die osmanische Periode, die rund ein halbes Jahrtausend dauerte; die Formierung der südosteuropäischen Nationalstaaten im 19. und 20. Jahrhundert; die Zeit des Sozialismus; und die post-sozialistische Zeit. Die jüngste Geschichte Griechenlands wird dabei als Vergleichsfolie dienen.
Insgesamt soll es im Grundkurs weniger um Ereignisse und Namen diverser Herrscher gehen, sondern um das Verständnis für die sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen der Region sowie den rapiden gesellschaftlichen Wandel, der im 20. Jahrhundert stattfand und noch immer andauert. Auch kultur- und alltagsgeschichtliche Fragestellungen – wie die Rolle der Religion sowie die Formen von Familie und Verwandtschaft – sollen nicht zu kurz kommen.
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Lehrmaterialien zum Kernkurs
Die Gesellschaften Südosteuropas waren im 19. und 20. Jahrhundert durch sehr hohe Mobilität gekennzeichnet. Im 19. Jahrhundert war z.B. saisonale Arbeitsmigration von Männern weitverbreitet und Ende des 19. Jahrhunderts setzte massive Auswanderung ein, die bis heute - mit unterschiedlichen Konjunkturen - die Region prägt. Auch innerhalb der Region selbst gab es im 20. Jh. große Wanderungsbewegungen, wie die massive Landflucht während des Sozialismus oder die Einwanderung hunderttausender AlbanerInnen nach Griechenland nach 1991. Eine besondere Form der Wanderung waren erzwungene Migrationen, v.a. im Kontext so genannter "ethnischer Säuberungen". Die kumulierten Effekte dieser Wanderungsbewegungen haben die Gesellschaften Südosteuropas radikal transformiert und gleichzeitig globalisiert, da sie alle über nennenswerte Diasporagruppen verfügen, die häufig auf die Entwicklung in ihrer ehemaligen Heimat zurückwirken.
In diesem Kernkurs (Proseminar) sollen zentrale Aspekte der Migrationsgeschichte Südosteuropas behandelt werden. Zur Interpretation dieser Entwicklungen werden auch theoretischen Zugänge zur Erforschung von Migration (z.B. Transnationalismuskonzept) vorgestellt. Schließlich sollen ausgewählte Methoden der Migrationsforschung thematisiert und erprobt werden (z.B. durch eine kleine Feldforschung unter ImmigrantInnen aus Südosteuropa in Berlin).
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Handapparat (pdf.-Datei)
Literatursuche
Wie schreibe ich ein Abstract? (pdf.-Datei)
Ausländische Wohnbevölkerung in Deutschland, 2002-2004 (pdf.-Datei)
Zahl der ZuwandererInnen aus Südosteuropa in Berlin (pdf.-Datei)
19.10.2005: Vorlesung "Konfliktregion Makedonien (19./20. Jh.)" von Ulf Brunnbauer.
Unterlagen zur Vorlesung (Skriptum, Literatur, Tabellen, Karten)
Die moderne Frauengeschichte sowie die auf sie folgende Gender-Forschung machten deutlich, wie wichtig sowohl die Geschlechterbeziehungen als auch insbesondere die historische Situation der Frauen für ein umfassendes Verständnis der Vergangenheit sind. In dieser Lehrveranstaltung sollen Ansätze und Fragestellungen der Gender-Forschung auf Ost- und Südosteuropa angewandt werden; dabei geht es einerseits um die sozialen und kulturellen Konstruktionen von Geschlechterrollen und andererseits um die Geschichte der Frauen in Ost-/Südosteuropa im 19. und 20. Jahrhundert.
Die behandelten Themen reichen von den traditionellen patriarchalen Strukturen in der Region über die Formierung der Frauenbewegung und die Veränderungen in der Situation der Frauen im 20. Jh. (insbesondere während der sozialistischen Periode) bis hin zu den für die Frauen sehr ambivalenten Entwicklungen der postsozialistischen Periode. Im Kernkurs sollen sowohl die in der konkreten historischen Situation den Frauen zugeschriebenen sozialen Rollen als auch ihr Handlungsspielraum erläuert werden; daher gibt es einen starken Fokus auf Frauen als politische Subjekte.
Die Themen des Kernkurses sollen durch Inputs des Dozenten, die Lektüre und Diskussion von ausgewählten Texten, die Analyse von Quellen und kurze Referate seitens der TeilnehmerInnen erarbeitet werden.
Semesterplan und Liste der gemeinsamen Lektüre (pdf.-Datei)
Handapparat zum Kernkurs (pdf.-Datei)
Literatursuche
Links zu gender studies
Familie und Geschlechterbeziehungen am Balkan; Möglichkeiten der quantitativen Analyse (pdf.-Datei)
Zeitbudget von Frauen und Männern sowie Erwerbstätigkeit von Frauen im sozialistischen Bulgarien (pdf.-Datei)
Anzahl der legalen Abtreibungen in Europa (1960-2004) (pdf.-Datei)
Durchschnittliches Alter bei der ersten Heirat, Osteuropa und eur. Vergleichsländer; 1960-2000 (pdf.-Datei)
Natürliche Bevölkerungsbewegung in Osteuropa, 1948-1995 (pdf.-Datei)
Natürliche Bevölkerungsbewegung in Osteuropa, 1998-2004 (pdf.-Datei)
Die Situation der Frauen im Postsozialismus - Bestimmungsfaktoren (pdf.-Datei)
Multiethnizität ist eines der charakteristischen Merkmale der Gesellschaften Südosteuropas. Der Umgang der Staaten der Region mit ihren Minderheiten war allerdings höchst unterschiedlich und reichte von Vertreibung, Ermordung und Zwangsassimilation bis hin zu weitgehenden Minderheitenrechten oder föderalen Lösungen. Ausgangspunkt des Seminars ist die vornationale Epoche; es soll erläutert werden, wie die supra- bzw. multinationalen Reiche der Habsburger und der Osmanen mit der kulturellen, religiösen und sprachlichen Vielfalt ihrer südosteuropäischen Provinzen umgingen. Daran schließt die Erörterung der Entstehung von nationalen und ethnischen Minderheiten im Kontext der Etablierung der Nationalstaaten und des Umgangs der Nationalstaaten mit ihren Minderheiten im 19. und 20. Jh. an. Schließlich werden aktuelle Problemlagen und Konfliktlösungsversuche analysiert.
Die behandelten Fälle werden nicht nur empirisch, sondern auch theoretisch erörtert, damit Begrifflichkeiten und Analysemöglichkeiten klar werden. Neben einem Vortragsteil wird das Seminar aus den Referaten der TeilnehmerInnen sowie der gemeinsamen Lektüre ausgewählter Texte bestehen.
Semesterplan des Seminars (pdf.-Datei)
Reader der für das Seminar zu lesenden Texte (pdf.-Datei)
Handapparat zum Seminar (pdf.-Datei)
Ethnische Struktur der Staaten Südosteuropas (pdf. Datei)
Definitionen und Begriffe: Nation, Nationalismus, Ethnizität, Minderheiten (pdf. Datei)
Bevölkerungsstruktur Österreich-Ungarns (1910) (pdf. Datei)
Bevölkerungsstruktur des osmanischen Balkans und Makedoniens im 19. Jh. (pdf. Datei)
Historische Karten: Südosteuropa, 10.-19. Jh.
Minderheitenparteien in Südosteuropa (eine Auswahl)
Die Mobilisierung der serbischen Minderheiten außerhalb des engeren Serbiens
Im historischen Teil der Ringvorlesung soll es darum gehen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die Geschichte Südosteuropas ein konstitutiver Bestandteil europäischer Geschiche ist. Umgekehrt lässt sich die Geschichte dieser Region nicht ohne Bezugnahme auf Entwicklungen in Europa verstehen. In drei Vorlesungseinheiten sollen ausgewählte Aspekte der europäischen Dimension südosteuropäischer Geschichte erörtert werden, wobei drei Ebenen thematisiert werden: Diskurse, Abhängigkeiten, Handlungsoptionen. Im ersten Teil geht es um den europäischen Balkandiskurs ebenso wie um den Europadiskurs am Balkan; im zweiten Teil werden die Verbindungen von "Europa" und Balkan behandelt - es geht um politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten ebenso wie um Kulturtransfers und Migrationsprozesse, im dritten Teil soll aus aktuellem Anlass der mögliche EU-Beitritt der Türkei aus einer historischen Perspektive, d.h. mit einem Blick auf die lange Geschichte der "Europäisierung" der Türkei, diskutiert werden.
Vorlesungsmanuskripte
15.12.2004: "Balkanbilder in Europa, Europabilder auf dem Balkan" (pdf.-Datei)
5.1.2005: "Die Geschichte des Balkans als europäische Geschichte" (pdf.-Datei)
12.1.2005: "EU, Südosteuropa und die Türkei" (pdf.-Datei);
siehe auch diese Powerpoint-Präsentation der Geschichte der Republik Türkei, 1923-2004 (als pdf.-Datei)
Dieser Grundkurs soll die Grundlagen südosteuropäischer Geschichte vermitteln. Dabei werden auch die wichtigsten historiografischen Ansätze zur Erforschung südosteuropäischer Geschichte vorgestellt.
Am Beginn des Grundkurses wird die Frage diskutiert, ob es überhaupt so etwas wie eine Geschichtsregion "Südosteuropa" gibt. Im weiteren Verlauf wird sich der Kurs auf vier Zeitperioden, die für das Verständnis der Geschichte und Gegenwart des südosteuropäischen Raumes von entscheidender Bedeutung sind, konzentrieren: die osmanische Periode, die rund ein halbes Jahrtausend dauerte; die Formierung der südosteuropäischen Nationalstaaten im 19. und 20. Jahrhundert; die Zeit des Sozialismus; und die post-sozialistische Zeit. Die jüngste Geschichte Griechenlands wird dabei als Vergleichsfolie dienen.
Insgesamt soll es im Grundkurs weniger um Ereignisse und Namen diverser Herrscher gehen, sondern um das Verständnis für die sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen der Region sowie den rapiden gesellschaftlichen Wandel, der im 20. Jahrhundert stattfand und noch immer andauert. Auch kultur- und alltagsgeschichtliche Fragestellungen – wie die Rolle der Religion sowie die Formen von Familie und Verwandtschaft – sollen nicht zu kurz kommen.
Semesterplan (pdf.-Datei)
Handapparat (pdf.-Datei)
Lehrmaterialien zum Kernkurs
Hinter der Fassade totaler Kontrolle verbargen sich in den realsozialistischen Gesellschaften Ost- und Südosteuropas vielfältige Formen der sozialen Praxis. Die Bevölkerungen der sozialistischen Staaten entwickelten verschiedene informelle Wege (von Korruption und Nepotismus bis hin zu Schattenwirtschaft und Diebstahl), um die Unzulänglichkeiten der offiziellen Gesellschafts- und Wirtschaftsorganisation (z.B. bei der Versorgung mit Waren) auszugleichen.
Dabei stützten sich die Menschen auf unterschiedliche soziale Netzwerke abseits der offiziellen Organisationen. Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen spielten ebenso eine Rolle wie lokale Verbundenheiten und Klientelbeziehungen. Diese Verbindungen konnten auch dazu dienen, oppositionelle Aktivitäten zu entwickeln. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus erwiesen sich die sozialen Netzwerke sowie die erprobten informellen Beziehungen als wichtige Ressourcen für die Anpassung an die schwierigen Bedingungen der Transformation. Sie stellen daher einen wichtigen Moment der gesellschaftlichen Kontinuität dar.
Im Seminar sollen – anhand gemeinsam gelesener Texte sowie individueller Referate – die wichtigsten Aspekte dieses Themas vor und nach 1989 dargestellt werden. Am Beginn des Seminars wird die Beschäftigung mit theoretischen Zugängen zu Verwandtschaft, Informalität, Reziprozität, sozialen Netzwerken und sozialem Kapital stehen.
Semesterplan (pdf.-Datei)
Handapparat (pdf.-Datei)
Literatur im Reader (pdf.-Datei)
Recherchiermöglichkeiten in Bibliotheks- und Verbundkatalogen sowie Datenbanken (pdf.-Datei)
Begriffe, Theorien, Konzepte (Powerpoint-Präsentation)
Das Proseminar soll einen Überblick über die Entwicklung von Familien- und Verwandtschaftsstrukturen im östlichen und südöstlichen Europa geben. Die unterschiedlichen Familienformen von Verwandtschaftsbeziehungen, die im östlichen und südöstlichen Europa existiert haben, werden dabei auf ihre sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Kontexte sowie die herrschenden Geschlechterverhältnisse bezogen. In der Diskussion der jüngsten Vergangenheit wird es insbesondere um Fragen der Familien- und Reproduktionspolitik gehen. Einen wichtigen Aspekt des Proseminars stellt die Einführung in Inhalte und Methoden der historischen Familienforschung sowie in die Geschichte der Erforschung von Familie und Verwandtschaft in Ost- und Südosteuropa dar. Die wichtigsten Methoden der historischen Familienforschung (z.B. life course and household cycle Zugang, Haushaltsrekonstitution und demografische Methoden, Ökotypuskonzept etc.) sollen erarbeitet werden. Dabei werden auch einige typische Quellengattungen exemplarisch präsentiert.
Syllabus
Literatur im Handapparat
Literatur im Reader
Am Ausgangspunkt des Kurses steht die Diskussion wichtiger Literatur zu Fragen der nationalen und ethnischen Identität, um einen konzeptuellen Rahmen für die Erarbeitung der Fallbeispiele zu erarbeiten. Dabei sollen neben sozial- und kulturhistorischen Ansätzen insbesondere anthropologische vorgestellt werden, welche die Kontextbezogenheit, Wandelbarkeit und Pragmatik von nationalen und ethnischen Identitäten betonen. Diese theoretischen Vorstellungen werden dann auf einige ost- und südosteuropäische Fallbeispiele angewandt. Zum einen sollen erfolgreiche Neuschaffungen nationaler Identitäten vorgestellt werden: etwa der makedonische, bosnisch-herzegowinische, aber auch österreichische Fall. Die einzelnen Faktoren, die zu ihrem Erfolg geführt haben, sollen analysiert werden Des weiteren werden exemplarisch einige aktuelle Versuche, neue ethnische bzw. nationale Identitäten zu schaffen, betrachtet, ebenso wie Prozesse des Identitätswechsels (z.B. Aromunen in Südosteuropa, "Ägypter" in Kosovo und Makedonien, Pomaken in Bulgarien, Poleschuken in Belarus und Ukraine, "Transnistrier" in Moldawien). Diese Identitäten sind oft umstritten, da größere Nationen Anspruch auf die jeweilige Bevölkerungsgruppe erheben. Schließlich soll auf gescheiterte Versuche, neue nationale oder supranationale Identitäten zu formen (z.B. DDR, Schaffung einer jugoslawischen Identität) sowie auf instabile nationale Identitäten im postsowjetischen Raum (z.B. Belarus und Moldawien) eingegangen werden.
Syllabus
Literatur im Handapparat
Literatur im Reader