
| Hautmodelle | Nanoderm |
Im Zentrum steht die Verbesserung der Therapie von Hauterkrankungen durch
Wesentliche Gegenstände der Untersuchungen sind - der Bedeutung in der derzeitigen Dermatotherapie entsprechend - Glucocorticoide sowie als neuartige Stoffe Phospholipide, Zielerkrankungen sind die wichtigen Dermatosen Ekzeme und Psoriasis vulgaris.
Entgegen der ursprünglichen Vorstellung, daß Glucocorticoide sich in ihren Wirkungen nicht prinzipiell unterscheiden, eine Zunahme der erwünschten antiphlogistischen Wirkung stets mit einem ebenso starken Anstieg des - bei Ekzemen unerwünschten - antiproliferativen Effekts einher geht, konnten wir zeigen, daß einzelne Vertreter dieser Substanzklasse eine besondere Keratinozytenselektivität zeigen. Diese wird derzeit anhand der Rezeptorbindung, Rezeptor-DNA-Interaktion und Transkriptionseffizienz analysiert, wobei als neuartiges Detektionsverfahren biologischer Wechselwirkungen die Fluoreszenzkorrelations-spektroskopie etabliert werden konnte.
Pharmakokinetische Experimente zeigen darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag der Metabolisierung dieser Pharmaka in der Haut für die Unterschiede in der Nutzen/Risiko-Relation. Gerade diese Untersuchungen weisen auf die besondere Bedeutung des heute noch weithin unbekannten Hautmetabolismus hin. Nachdem bereits klinische Untersuchungen mit einem liposomalen Glucocorticoid auf einen Fortschritt durch partikuläre Trägersysteme hingewiesen haben, erfolgen nun systematische Untersuchungen zur hautspezifische Wirkstoff-applikation mit Hilfe komplexer Trägersysteme.
Neben den Ekzemtherapeutika bilden neue Antipsoriatika. den zweiten Forschungschwerpunkt. Leitstrukturen für Pharmaka, die selektiv eine erhöhte Zellteilungsrate von Keratinozyten reduzieren, sind Sphingosin-1-phosphat und Lysophosphatidsäure. Interessanterweise induzieren diese Stoffe keine Apoptose und hemmen auch nicht die Vermehrung der Fibroblasten, die bei Glucocorticoiden gefürchtete Hautatrophie ist demnach nicht zu erwarten. Gegenstand der Forschungen sind wiederum der molekulare Angriffspunkt, der überwiegend intrazellulär, partiell aber offenbar über die erst kürzlich entdeckten EDG-Rezeptoren erfolgt. Infolge der ausgesprochen schlechten Löslichkeit sollten diese Wirkstoffe nur mittels komplexer Trägersysteme therapeutisch nutzbar sein. Interessant wird es auch sein, welche Wechselwirkungen zwischen den beiden genannten Wirkstoffgruppen stattfindet und ob bzw. wie andere Steroidhormone in die Wirkung eingreifen. Diese Untersuchungen werden im Rahmen von Forschungsverbünden vorgenommen.

Keratinozyten und Fibroblasten