„Kritische Medizin“/Jahrbuch für Kritische Medizin

(Titel der Bände 1986-1997)

 

Band JKM 27 mit dem Titel Gesundheit, Bürokratie, Managed Care (1997) diskutiert u. a.: Wenn wiederholt nahegelegt wird, daß nur finanzielle Steuerungsmechanismen etwas bewirken, wenn z.B. allein die Änderung des Bezahlungs- und Bewertungssystems der Kassenärzte plötzlich zu einer »diagnostischen Epidemie« führt, so zeigt dies eher, daß schon davor Motivations- und Organisationsstrukturen eine extreme Schieflage hatten. Die entscheidende Problematik aller finanziellen Anreizsysteme ist, daß die Beteiligten vor allem lernen, das wahrzunehmen und zu tun, was dieser Struktur entspricht und so andere Bedürfnisse beiseite schieben. Gesundheitsdienste sind Teil der Gesamtgesellschaft und können für das Individuum keine Qualität bewahren, wenn sie nicht eine breite Unterstützung in ihr erfahren. Die Schaffung von Institutionen, die ihre Aufmerksamkeit auf die individuellen Bedürfnisse von Menschen richten und diese Orientierung unter den dominanten ökonomischen und politischen Werten und Belohnungsstrukturen aufrechterhalten, ist die zentrale Herausforderung und sollte im Zentrum der politischen Debatte stehen. Den Überblick zu neuen Ansätzen im System geben Arbeiten zu: Managed care in den USA - Marktreformen und Sozialstaat in Schweden Markt und/oder staatliche Steuerung - Effektivität und Effizienz in England - Frauenspezifisches HIV/AIDS-Programm in Indonesien - Soziale Ungleichheit als Thema im Medizinstudium. Der Band enthält zusätzlich ein Register zu allen Jahrbüchern für kritische Medizin von 1987-1997. (ISBN 3-88619-806-5)

 

Band JKM 26 thematisiert Soziale Medizin (1997). Neben dem Fach "Sozialmedizin" in der ärztlichen Ausbildung und der Praxis der Versicherungsmedizin trägt die "Medizinsoziologie" eher den kritischen Impetus einer Analyse gesellschaftlicher Bedingungen von Krankheit und Gesundheit sowie der daraus resultierenden sozialpolitischen Nutzbarmachung wissenschaftlicher Erkenntnis. Seit einigen Jahren nun kommt "Public Health/Gesundheitswissenschaften" hinzu. Dort geht es um die Integration unterschiedlicher disziplinärer Ansätze und die praktische Seite der Anwendung in der Versorgung. "Public Health" ist auf die Gesellschaft insgesamt, deren Wertorientierung, deren Ressourcennutzung etc. hin ausgerichtet. Soziale Medizin stand und steht deutlich näher einer politischen Position, die solidarisch ist mit den Benachteiligten, mit den Angehörigen der unteren Sozialschichten, mit der Arbeiterschaft. Deshalb >Soziale Medizin< - zwischen den Lehrstühlen der Hochschulen - als Feld wissenschaftlicher Diskussion für gesundheitspolitisches Handeln! (ISBN 3-88619-805-7)

 

Band JKM 25 fragt nach der Lage von Weltgesundheit (1995): Sie hat sich mit Ausnahme einer verschwindenden Minderheit von reichen Ländern in der letzten Dekade nicht verbessert, sie hat sich vielmehr in den armen Ländern verschlechtert, die Ungleichheit der gesundheitlichen Verhältnisse nimmt zu. Dies geschieht in einer Epoche, in der die Gesundheit für alle als Motto der Weltgesundheitsorganisation das verbale Leitmotiv ist. Behandelt werden auch Transformation, Reform und Ungleichheit in Osteuropa, Markt und Sozialstaat im Gesundheitswesen, Lebensqualität und Gesundheit in Deutschland, Primärmedizin in England und Holland, Gemeindekrankenversorgung in den USA, Ethik und Gentechnik. (ISBN 3-88619-804-9)

 

In Band JKM 24 Frauen Gesundheit (1995) resümieren die Autoren: Frauen wurden (und werden) als Patientinnen häufiger medikalisiert, operiert, psychotherapiert und hospitalisiert als Männer - und dies keineswegs immer zu ihrem Vorteil. Der medizinische Fortschritt und die Politik haben Interessen und Bedürfnisse von Frauen oft unberücksichtigt gelassen. Auch in Bereichen, die sich traditionell mit Frauengesundheit befassen, wie der Gynäkologie oder der Psychosomatik. Zwar haben seit 1899 auch "Weibliche Ärzte" staatliche Examina ablegen dürfen, die Bastionen der modernen Medizin, Kliniken und Hochschulinstitute bleiben ihnen aber bis heute verschlossen. Was muß sich in Medizin und Politik verändern? (ISBN 3-88619-803-0)

 

Der Band JKM 23 Gesundheitskult und Krankheitswirklichkeit (1994) wird dargestellt: Die kulthafte Idealisierung von Gesundheit und die Verdrängung von Krankheit gehören zusammen. Wo die Phantasie eines Lebens ohne Erkrankung und Risiko handlungsleitend wird, ist kein Platz mehr für das Elend und die Häßlichkeit von Krankheit. Zugleich aber produziert der Gesundheitskult für seine Anhänger ein Lebensgefühl der beständigen Bedrohung. (ISBN 3-88619-802-2)

 

Im Band JKM 22 Rationalitäten der Medizin (1994) fragen und diskutieren die Autoren: Ist die Rationalität der Medizin mit dem Hinweis auf klinisch-wissenschaftliche Methoden hinreichend begründet? In welchem Verhältnis steht hierzu die ökonomische Rationalität? Mit den Plänen, bei weiteren "Gesundheitsreformen" die Krankenkassen auf eine Grundsicherung zu reduzieren und alles weitere der privaten Vorsorge zu überlassen, tritt schließlich die Rationalität der Klassengesellschaft sichtbar in den Vordergrund. Hat die Autonomie der Ärzte hier noch eine Chance? Ist sie überhaupt erhaltens- bzw. erstrebenswert? (ISBN 3-88619-801-4)

 

JKM 21 Arzt-Konsumenten-Verhältnisse 1993 (ISBN 3-88619-800-6)

JKM 20 Die Regulierung der Gesundheit 1993 (ISBN 3-88619-200-8)

JKM 19 Gesundheitsmärkte 1993 (ISBN 3-88619-199-0)

JKM 18 Wer oder was ist „Public Health“? 1992 (ISBN 3-88619-198-2)

JKM 17 Rationierung der Medizin 1991 (ISBN 3-88619-196-6)

JKM 16 Das Risiko, zu erkranken 1991 (ISBN 3-88619-193-1)

JKM 15 „Gesundheitsreform“ und die Folgen 1990 (ISBN 3-88619-190-7)

AS 182 Chronische Krankheit: ohne Rezepte 1990 (3-88619-182-6)

JKM 14 Gesundheitspolitik zwischen Steuerung und Autonomie 1989 (3-88619-186-9)

AS 162 Der ganze Mensch und die Medizin 1989 (3-88619-162-1)

JKM 13 Pflege und Krankenhaus, Krankenhaus und Politik, Politik und Gesundheit, Gesundheit und Umfeld 1988 (3-88619-155-9)

AS 178 Grenzen der Prävention 1988 (3-88619-178-8)

JKM 12 Medizin, Moral & Markt 1987 (3-88619-146-X)

AS 152 Fremde Nähe. Festschrift für Erich Wulff 1987 (3-88619-152-4)

AS 141 Technologie und Medizin 1986 (3-88619-141-9)

AS 80 W.F. Haug: Faschisierung des Subjekts 1986 (3-88619-080-3)

 

AS = Argument-Sonderband (Reihe Kritische Medizin)

JKM = Jahrbuch für Kritische Medizin