Die Internetseite glowsky.de präsentiert
vor allem Daten der Ahnenforschung, also derjenigen Vorfahren,
die eine direkte Abstammungslinie von einem Probanden (hier David
Glowsky) bilden. Die Brüder und Schwestern von Vorfahren werden
in der Ahnenforschung nicht berücksichtigt.
Ein anderer Zweig der Genealogie, die Familienforschung,
sucht nach Verwandten in allen Generationen, also auch die Kinder
von Tanten oder des Bruders des Urgroßvaters. Diese Geschichte
ist ein kleiner Beitrag zur Familienforschung.
Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Amerika,
wie wohl klingt dieser Name in den Ohren vieler Generationen Deutscher.
Ab dem 17. Jahrhundert bot es zunächst Zuflucht für religiöse
Gruppen, die in den deutschen Staaten verfolgt wurden. Spätestens
ab dem 19. Jahrhundert wurde es zum Auswanderungsland Nummer 1 für
alle, die der Armut entfliehen und ihr Glück suchen wollten.
Auch in unserer Familie gibt es die Geschichte vom Glück suchenden
armen Preußen, der es in den USA zu etwas brachte. Unter den
älteren Mitgliedern unserer Familie erzählt man von Heinrich
Glowsky, geboren 1857, der Ende des 19. Jahrhunderts in die USA
auswanderte. Er war der siebte von acht Kindern von Eberhard
Josef Henrich Glosque/Glowskÿ. Er entschied sich, sein
Leben in Westfalen inklusive seiner Familie hinter sich zu lassen
und allein in die USA zu gehen. Später, so wird erzählt,
hatte er sich bis zum Autoverkäufer hochgearbeitet. Viele Jahre
nachdem er fortgegangen war kam Heinrich noch einmal in seine alte
Heimat. Er kam sicher, um seine Familie wiederzusehen, aber er hatte
auch ein wichtiges Anliegen: Ihm war leider kein männlicher
Nachkommen geschenkt worden. Deshalb fragte er seinen ältesten
Bruder Anton Joseph Glowsky, ob er seinen noch jungen Sohn mit nach
Amerika nehmen dürfe. Doch seine Hoffnung, auf diese Weise
einen männlichen Namensträger in seine amerikanische Familie
zu bringen, wurde leider enttäuscht. Kurz vor dem 2. Weltkrieg,
so heißt es außerdem, wurde die Verlobung von Henrys
Tochter mit einem Lord bekannt gegeben. Außer dieser Anekdote
wird in der Familie nur noch von den Carepaketen erzählt, mit
denen Heinrichs Familie nach dem 2. Weltkrieg Glowskys in Berlin
(Brüder von Heinrich) versorgten.
So weit die Familienerzählungen über Heinrich den Auswanderer.
Was ist Wahres daran? Karl-Heinz konnte schon vor einigen Jahren
im Selmer Stadtarchiv Heinrich Glowskys Auswanderungsgesuch von
1883 finden. Danach war allerdings erst einmal Schluss mit der Suche
nach Heinrich, da erstens das Hauptaugenmerk auf der Ahnenforschung
lag (und liegt) und zweitens für einer Suche nach Heinrichs
Verbleib in den USA praktisch keine Anhaltspunkte vorlagen.
Diese schwierige Lage änderte sich 2001 schlagartig. Bei einer
gewöhnlichen Suche nach "Glowsky" im Internetsuchdienst
Google fand sich auf einmal "Henry Glowsky, geboren am 07.11.1857".
Das ist das gleiche Geburtsdatum wie Heinrich Glowskys. Der Eintrag
steht auf der Homepage des Bethlehem
New Cemetery (Bethlehem, Connecticut). Amerikanische Genealogen
haben die Daten aller, die dort beerdigt wurden, im Internet veröffentlicht.
Über Henrys Eintrag ist "Hedwig Constance Glowsky, 1892-1900"
genannt.
In der Hoffnung, dass wir in Bethlehem, CT auf Geburts- und Sterbeurkunden
von Glowskys stoßen würden, wandten wir uns an die Stadtverwaltung.
In der Tat konnte uns der "Town Clerk" mit reichlich Informationen
über 5 Personen helfen. Nach unserem Wissensstand hatte Heinrich
eine Frau und drei Kinder:
Ehepaar
Heinrich (Henry) Glowsky 1857-1917
Anna Katherina Mohr 1866-1943
Kinder
Hedwig Anna Konstanze / Constance Glowsky
1892-1900
Beatrice Dora Glowsky 1894-1989
Helmuth Henry Glowsky 1904-1976
Durch die uns zugesandten Urkunden wissen wir einiges über
Heinrich und seine Familie. Wann er genau ausgewanderte, ist nicht
bekannt, außer dass er sein Auswanderungsgesuch 1883 stellte.
Spätestens ab 1892 lebte er dann bis zu seinem Tod in Morris
beziehungsweise Bethlehem
im Litchfield County, Connecticut. In Morris, wenige Kilometer nördlich
von Bethlehem, wurde seine älteste Tochter Hedwig 1892 geboren.
Als Beatrice zwei Jahre später auf die Welt kam, wurde als
Geburtsort Bethlehem angegeben. Auch Helmuth, sein sehnlichst gewünschter
Sohn, wurde 1904 in Bethlehem geboren, wo Heinrich 1917 auch starb.
Zum Autoverkäufer hat er es - zumindest langfristig - nicht
geschafft. In drei Urkunden (1894, 1904, 1917) ist sein Beruf als
"Blacksmith" (Grob- oder Hufschmied) angegeben, einmal
ist er außerdem als "Wageworker" (Lohnarbeiter)
bezeichnet. Seit 1908 stellte Henry Ford zwar massenhaft sein legendäres
Model T her, Henry Glowsky behufte aber wohl weiterhin die traditionellen
Verkehrsmittel. Dank der Forschung einer amerikanischen Freundin
in Bethlehem konnten wir den Ort von Henrys Werkstätte ermitteln.
Neben der Schmiedewerkstatt an der "Road to Giles Hollow"
(heute: Road to Guilds Hollow) gab es auch einen Kutschenmacher
und insgesamt war der Ort ziemlich belebt.
Schmiedewerkstatt um 1890 [169 kb]
(unbekannt, ob Henry abgebildet ist)
Henry starb 1917 in der "Road to Giles Hollow". Der
Arzt gab als Todesgründe "Cancer of Sigmoid" (Dickdarmkrebs,
1 Jahr lang) und "Metastasis of liver" (Metastasenbildung
in der Leber, 3 Monate) an.
Heinrichs Frau Anna Katherina Mohr wurde in Deutschland geboren,
aber ihr Geburtsort (? Logsthausen / Fogsthausen ?) ist leider unlesbar
geschrieben. Sie starb 1943 an "Senility and hardening of the
arteries" (Altersschwäche und Arterienverhärtung).
Die älteste Tochter Hedwig starb schon im Alter von 8 Jahren
an "Endocarditis" (Herzinnenhautentzündung) und daraus
resultierender "Dilitation" (Gefäßerweiterung).
Die beiden jüngeren Kinder Beatrice (1894-1989) und Helmuth
(1904-1976) wurden im Abstand von 10 Jahren in Bethlehem, CT geboren.
Wie wir von einem Freund aus späteren Lebensjahren wissen,
arbeiteten Helmuth als Bauer und Beatrice als Krankenschwester in
Connecticut. Beide blieben ihr Leben lang unverheiratet. Im Jahr
1973 oder 1974 zogen sie nach Bradford, New Hampshire, wo sie ein
Haus kauften und sich zur Ruhe setzten. Helmuth starb im Alter von
72 Jahren an einem Herzinfarkt. Er wurde eingeäschert und von
einem Freund in Bethlehem, CT im Familiengrab beerdigt. Seine Schwester
blieb in dem gemeinsamen Haus in Bradford, NH wohnen. Sie starb
erst 13 Jahre später im Alter von 95 Jahren an Herzversagen
und wurde ebenfalls eingeäschert und von dem Familienfreund
in Bethlehem, CT beigesetzt.
Familiengrabstein in Bethlehem, CT [102 kb]
Hauptstein, Ostseite (Eltern) [99 kb]
Hauptstein, Westseite (Kinder) [99 kb]
Einzelne Grabteine mit Initialen [119 kb]
| Anna K. Mohr ?-? |
| geboren |
11.09.1866 in Deutschland |
| verheiratet |
24.02.1891 in Manhattan, NY mit Heinrich (Henry) Glowsky |
| Beruf |
|
| gestorben |
18.07.1943 in den USA |
| |
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| Vater |
? |
| Mutter |
? |
| |
|
| Kinder |
Hedwig Constance Glowsky 1892-1900 |
| |
Beatrice Glowsky 1894-1989 |
| |
Helmuth Glowsky 1904-1976 |
| Hedwig Anna
Konstanze / Constance Glowsky 1892-1900 |
| geboren |
29.01.1892 in Morris, CT |
| gestorben |
09.06.1900 in Bethlehem, CT |
| |
|
| Vater |
Heinrich (Henry) Glowsky 1857-1917 |
| Mutter |
Anna K. Mohr 1866-1943 |
| |
|
Todesurkunde [103 kb] |
| Beatrice Glowsky 1894-1989 |
| geboren |
29.05.1894 in Bethlehem, CT |
| verheiratet |
unverheiratet |
| Beruf |
? |
| gestorben |
18.02.1989 in New London, NH, begraben in Bethlehem, CT |
| |
|
| Vater |
Heinrich (Henry) Glowsky 1857-1917 |
| Mutter |
Anna K. Mohr 1866-1943 |
| |
|
| Kinder |
? |
| Helmuth
Henry Glowsky 1904-1976 |
| geboren |
26.04.1904 in Bethlehem, CT |
| verheiratet |
unverheiratet |
| Beruf |
? |
| gestorben |
28.12.1976 in Bradford, NH, begraben in Bethlehem, CT |
| |
|
| Vater |
Heinrich (Henry) Glowsky 1857-1917 |
| Mutter |
Anna K. Mohr 1866-1943 |
| |
|
| Kinder |
? |
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