Das Schreiben von Kurzessays

Christian Boulanger, 04.02.2003


Vorbemerkung: Es gibt viele Arten von Essays: ein französisches "essay" oder ein Feuilletonaufsatz z. B. hat andere Anforderungen an Stil und Aufbau als das hier vorgestellte Essayformat, das sich an englischen/amerikanischen akademischen Essaystil orientiert. Auch haben andere Dozenten oder Dozentinnen vielleicht andere Vorstellungen, nach denen man sich vor dem Schreiben erkundigen sollte! 


Ein Essay ist keine Hausarbeit, muss keine Fußnoten enthalten und soll trotzdem "wissenschaftlich" sein. Es soll nur die ausgemachte  Seiten- oder Wortzahl umfassen und muss daher auf alle nicht unbedingt notwendige Details verzichten. Statt dessen steht eine oder mehrere Thesen oder Theorien im Mittelpunkt, deren Stichhaltigkeit gezeigt oder überprüft werden soll. 

Stilistisch steht das Essay zwischen einer analytischen Hausarbeit und einem Zeitungsessay (z.B. aus dem Feuilleton). Das heißt: stilistisch locker, aber präzise schreiben; kein gestelzter Wissenschaftsjargon, aber auch keine Umgangsprache. Man sollte keine Scheu haben, die erste Person zu verwenden "ich argumentiere" , "meiner Meinung nach". Formulierungen wie "Diese Arbeit", "der Autor", "es wird gezeigt", "man kann sehen"  etc., werden zwar im deutschen Wissenschaftsbetrieb zur Zeit noch bevorzugt. Sozialwissenschaftliche Texte, die einen Standpunkt vertreten, sollten jedoch immer die Person des Autors/ der Autorin deutlich werden lassen; die erste Person Plural ("wir") dagegen klingt albern.

Sinn der Übung ist es, - zumindest theoretisch - publizierbare Texte zu verfassen. Das heißt einen Text, den ein Zeitschriftenredakteur nicht sofort in den realen oder virtuellen Papierkorb wirft. Das heißt, ein Essay sollte 

1. ansprechend aussehen (Layout),

2. eine interessante Frage aufwerfen und plausibel beanworten (Fragestellung, These und Inhalt),

3. gut (und fehlerfrei) geschreiben sein (Stil) und

4. eine argumentative Struktur aufweisen (Gliederung).

Diese vier Gebote des publizierbaren Texts werden nachfolgend ausgeführt. 

1) Layout 

Textgestaltung, Schrift, Ränder, Satz, Absätze

Es kommt bei Texten zwar immer vor allem auf den Inhalt an, aber auch die Textgestaltung hat ihre ästhetischen Grundsätze. Man liest einen gut optisch aufbereiteten Text lieber und einfacher. Dazu gehört, dass der Text groß genug ist zum lesen (d.h. 12 pt), in keiner absonderliche Schriftart gesetzt ist (am besten ganz einfach in Times New Roman), dass die Seite nicht zu voll ist (deswegen 1,5 Zeilenabstand). Im Zeitalter des Textverarbeitungsprogramms und Laserdruckers sind Blocksatz und Seitennummerierung kein Problem mehr und sollte daher grundsätzlich verwendet werden. Bitte keine automatische Worttrennung, und auch nicht manuell trennen, da das beim Ändern des Layouts zu unerwünschten Bindestrichen im Text führt. Zum Zweck der Korrektur verlange ich 5 cm Rand rechts, das macht das Schreiben von Anmerkungen leichter. Normal ist aber 2 oder 3 cm.

Ein Titelblatt und das Inhaltsverzeichnis, das heute auch automatisch erstellt werden kann, ist nur bei der Hausarbeit notwendig; beim Essay bitte weglassen. Beim Essay reicht Name, Seminartitel, Datum, und Überschrift vor dem Text. 

Eine gute Absatzgliederung macht nicht nur den Text schöner, sondern auch verständlicher. Zu viele Absätze wirken konfus und abgehackt. Grundsätzlich gilt: pro Sinneinheit ein Absatz, in den meisten Fällen mindestens 4-5 Zeilen lang. Dabei sollte der erste Satz im Absatz schon ungefähr die Richtung angeben, in die der Absatz geht. Das hilft auch "Schnelllesern" - so kann man sich beim Lesen an den Absätzen entlang hangeln und herausfinden, welche Textstellen wichtig sind, und welche nicht. Optisch gliedert man die Absätze entweder durch einen kleinen Abstand zwischen den Absätzen oder durch eine kleine Einrückung der ersten Zeile des Absatzes. 

Literaturzitate, Fußnoten und Bibliographie

In Proseminaren soll man ja eigentlich lernen, wie man wissenschaftlich arbeitet, das heißt meistens: wie man Fußnoten und Bibliographien erstellt. Diese Dinge werden an anderer Stelle ausführlich behandelt, deswegen erspare ich das mir hier und verweise dorthin. Was die hier besprochenen Arbeitsformen betrifft, gilt folgendes:

  • Statt der "deutschen Fußnote" kann die anglo- amerikanische Zitierweise verwendet werden ( z.B. "(Müller, 1996:34)"), die dann am Ende der Arbeit in einer Bibliographie aufgelöst wird. Das bietet sich insbesondere beim Essay an, der eine begrenzte Zahl von Literaturquellen vertieft diskutiert. Es gilt nicht: je mehr Fußnoten, desto besser. Eher das Gegenteil. Fußnoten sollten dazu genutzt werden, Gedanken, Anmerkungen und Literaturkritik unterzubringen, die nicht zur Hauptargumentation des Textes gehört. Im Zweifel aber überflüssigen Text lieber weglassen, als ihn in Fußnoten zu "parken". Siehe allgemein zur Fußnote Anthony Grafton, Die tragischen Ursprünge der deutschen Fußnote. Berlin: Berlin Verlag, 1995.

  • Der nachfolgende Stil ist ein nur ein Vorschlag, aber enthält alle Informationen, die auch in Ihrem individuellen Stil enthalten sein müssen. Schließen Sie Ihre Literaturangabe immer mit einem Punkt ab.
    • Bücher
      Evans, Richard J., 2001: Rituale der Vergeltung. Die Todesstrafe in der deutschen Geschichte 1532 - 1987. Berlin: Kindler. 
      Angegeben werden müssen Autor (Vor- und Zuname, Vorname nicht abgekürzt), Jahr, Titel, Ort, Verlag, evtl. Auflage. Unnötig sind: Serientitel, ISBN, Seitenanzahl. Zitieren als "(Evans, 2001)".
    • Herausgegebene Bücher
      Hodgkinson, Peter / Rutherford, Andrew ( Hg.), 1996: Capital punishment : global issues and prospects. Winchester: Waterside Press.
      Selbe Angaben wie oben, aber "Hg." nicht vergessen! Zitieren als "(Hodgkinson/Rutherford, 1996)".
    • Zeitschriftenartikel
      Hohmann, Olaf., 2000: "Darf ein Staat töten? Überlegungen anlässlich der Aktualität der Todesstrafe", Jura, Bd.10, Nr. 6, S. 285-292.
      Angegeben werden müssen: Autor, Titel des Aufsatzes, Voller Zeitschriftentitel (Juristische Zeitschriftenabkürzungen auflösen und als vollen Titel ausschreiben). Band/ Jahrgang, Seitenzahlen (Anfangsseite-Endseite). Nr./Heft kann weggelassen werden. Zitieren als "(Hohmann, 2000)".
    • Kapitel in Sammelband
      Sarat, Austin, 1998: "Between (the Presence of) Violence and (the possibility of) Justice", in: Austin Sarat und Stuart Scheingold (Hg.), Cause Lawyering. Political Commitments and Professional Responsibilities, New York: Oxford University Press, S. 317-346.
      Angegeben werden müssen: Autor, Titel, Herausgeber, Buchtitel, Ort, Verlag, Seiten des Kapitels (Anfang bis Ende). Zitiert als (Sarat, 1998). 
  • Wenn Sie die volle Literatur- oder Quellenangabe unbedingt in einer Fußnote angeben möchten, wird der Autor mit dem Vornamen zuerst angegeben, dann können Sie auch die Jahreszahl ans Ende stellen. Das aber auch nur, wenn die Literaturstelle nur einmal genannt wird und nicht im Literaturverzeichnis auftauchen muss. Bitte keine Verweise innerhalb der Fußnoten ("Müller (siehe Fußnote 4), S. 43" oder "Müller, Verfassungsgerichtsbarkeit (Fn.1)"), das ist sehr leserunfreundlich.

  • In Essays, die sich auf bestimmte Texte beziehen, müssen diese angegeben werden. Im Text kann man auf die Texte verkürzt etwa so verweisen: "Müller argumentiert (S. 29), dass ... ". Wenn eine Autorin oder ein Autor zitiert, paraphrasiert oder besprochen wird, dann müssen immer die Seitenzahlen angegeben werden.

  • In Hauarbeiten wird eine ausführlichere Literaturliste verlangt als in den Essays. Ich muss erkennen können, dass sie eigene Recherchen angestellt haben. Wichtiger als das Anhäufen von Fakten ist, ähnlich wie bei den Essays, die Auseinandersetzung mit dem Thema. 

  • Die Bibliographie sollte alphabetisch geordnet sein, nicht nach Publikationstyp (Bücher, Artikel, Quellen, etc., wie es z.T. bei den Historikerinnen üblich ist). Zur besseren Lesbarkeit bietet sich an, die zweite Zeile jedes Eintrages etwas einrücken.

2) Fragestellung, These und Inhalt 

Ein Essay ohne Fragestellung, einer These und einer stichhaltigen Argumentation ist kein Essay. Das selbe sollte übrigens auch für Hausarbeiten gelten, allerdings ist dort der Raum für "Faktenwissen" größer.

  • Man kann Texte nur unter  einer Fragestellung diskutieren, sonst müsste man sie Satz für Satz wiedergeben. Es geht immer um Auswahl einer Perspektive. Ich werde zu den Texten ein paar Fragen formulieren, die helfen sollen, die wesentlichen Punkte in den Texten zu erkennen. Ich empfehle, die Fragestellung für das Essay aufzunehmen. Wenn einem die Frage allerdings partout nicht liegt, kann man sich eine andere überlegen - das muss dann aber in der Einleitung deutlich werden.  
  • Wichtig ist, dass es nicht darum geht, einfach die Texte wiederzugeben. Es kommt darauf an, sich mit dem Standpunkt der Autorin oder des Autors auseinanderzusetzen. Was ist besonders an dessen Darstellung der Theorie / der Fakten / der Argumente? Ist sie schlüssig? Worin unterscheidet sich dieser Text von anderen Texten? Was fällt beim Lesen auf? Was halten Sie davon? 
  • Ihre These sollte plausibel, beweisbar, und bescheiden sein. Auch wenn man munter argumentieren soll - nicht den Bezug zum Text oder zum Thema verlieren. Wenn man nicht viel über das Thema weiß, ist es besser, nah am Text zu bleiben und die Argumente der Autoren zu referieren, als sie auf Teufel-komm-raus widerlegen zu wollen. Insbesondere besteht die Gefahr dann, wenn die Textstellen aus einem Buch oder Gesamtzusammenhang genommen sind, das oder den man nicht genau kennt.
  • Wenn die gelesenen Texte wenig Argumentation enthalten, sondern eher Fakten referieren, muss man natürlich einen anderen Ansatz wählen. Zum Beispiel bietet es sich an, eine interessante Tatsache zum Ausgangspunkt einer selbst gewählten Fragestellung machen.
  • Allerdings soll vor lauter Argumentation nicht der materielle Inhalt des Themas aus den Augen verloren werden. Decken Sie die wesentlichen Aspekte des Themas ab? Nennen Sie die wesentlichen Fakten? Hat man nach dem Lesen Ihres Essays trotz einer spezialisierten Fragestellung das Gefühl, die Gesamtthematik zumindest in Umrissen zu verstehen?

3) Stilistik

Wer später in den Journalismus oder in die Öffentlichkeitsarbeit gehen möchte, sollte früh auf Stilistik achten. Ansonsten kann man bei eventuellen Praktika erst einmal Schiffbruch erleiden. Aber nicht nur im Journalismus, sondern auch in der Wissenschaft sollte ein frischer, farbiger Stil herrschen.  Wissenschaftlichkeit zeigt nicht durch die Verwendung von "-ung" und "-tät", graeco-latinischem Wissenschaftsvokabular, und zehnzeiligen Sätzen, die man drei Mal lesen muss, um sie zu verstehen. Was man einfach sagen kann, sollte man auch einfach sagen. Fachterminologie ist nur da nötig, wo die Alltagssprache nicht genau genug ist. Im Viele gute Tipps geben:

  • die Bücher von Wolf Schneider (z.B. Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil (Mosaik-Goldmann Verlag) - empfehle ich zur Anschaffung) . 

  • Wolf-Dieter Narr und Joachim Stary, Lust und Last des Wissenschaftlichen Schreibens. Frankfurt/Main: Suhrkamp1999.

  • Weniger als Anleitung, aber als ironischer Kommentar zu lesen: Johan Galtung, "Struktur, Kultur und intellektueller Stil. Ein vergleichender Essay über sachsonische, teutonische, gallische und nipponische Wissenschaft", Leviathan, Bd. 11 (1983), S. 303-338.

Vermeiden sollte man z.B.

  • Nominalstil und Passiv-Konstruktionen: Verben sind viel lebendiger und aussagekräftiger, sie benennen auch, wer handelt. Hier ein Zitat:

In Bezug auf die Beurteilung der Grade der Legitimität zeigt sich nun anhand eines grundlegenden Problems der alternativen Legitimitätskonzepte die Relevanz der subjektiven Legitimitätsanerkennung für die Abbildung des Legitimitätsstandes in einer Bevölkerung.

Das mag verstehen, wer will. Warum schreibt der Autor nicht etwa  "Ein grundlegendes Problem für alternative Legitimitätskonzepte zeigt sich, wenn man den Grad der  Legitimität beurteilen und abbilden will, welche Legitimität [das politische System] in einer Bevölkerung genießt. Dann ist es äußerst wichtig, die subjektive Anerkennung dieser Legitimität [zu messen]."  Oder so ähnlich. Auf jeden Fall verursachen die Nominalisierungen überflüssige Zweideutigkeiten. Oder siehe dieses Zitat:

Angesichts der gegenseitigen Perzeptionsproblematik hinsichtlich der Verwendung diplomatischer und militärischer Mittel im Rahmen des Krisenmanagements beider Supermächte war  die Gefahr einer nuklearen Eskalation höchst real.

Wer perzipiert, verwendet, und krisenmanaged hier was? Und das ganze noch "angesichts" und "im Rahmen", deren kausale Beziehungen zum Rest des Satzes unklar bleibt. "Problematik" ist dazu immer problematisch. Ein Nominalmonster erster Güte.

  • Zu lange Sätze:  Ein Satz, der länger als drei Zeilen ist, kann in den meisten Fällen in zwei Sätze aufgeteilt werden. Als "Sollbruchstellen" bieten sich Kommas und Anschlusswörter an (z.B. "was", "worauf", "weshalb", "deswegen", "denn", "wie", "wobei", "welcher", etc. etc.). Schachtelsätze mit mehreren Relativ- oder Partizipkonstruktionen sind ebenfalls zu vermeiden.

  • Füllwörter und Allgemeinplätze wie "ja", "eben", "gerade", "selbstverständlich", "oft", "manche", "einige", "viele", "häufig", "selten" weglassen oder durch präzisere Ausdrücke ersetzen. Siehe die Liste überflüssiger "Füll- und Flickwörter" bei Wolf Schneider, Deutsch für Profis, S. 120-122. 

  • Satzstrukturzeichen (Parenthesen; Doppel- und Strichpunkt) verwenden, aber sparsam, auf Einklammerungen weitgehend, wenn nicht vollständig verzichten! Vor allem: keine Argumente in Klammern "nachreichen". 

Was die Geschlechterfrage angeht, bin ich leidenschaftslos. Sie können gerne alle Plurale männlich ("Richter") oder weiblich ("Richterinnen") gestalten, solange das keine Verständnisschwierigkeiten bereitet (und nicht auf "alle männlichen Richterinnen" hinausläuft). In den theoretisch publizierbaren Texten aber bitte die Verenkungen mit dem großen "I" (StudentInnen) vermeiden, und auf Partizipialsubstantive ausweichen ("Studierende"). 

Gliederung, Überschriften

Der Text sollte in irgend einer Weise eine Einleitung, einen Hauptteil, und einen Schluss besitzen. Grundsätzlich muss man diese Gliederung aus dem Text selbst erkennen können, also auch dann, wenn man die Überschriften weglassen würde! Die Überschriften ersetzen nicht die Strukturierung des Textes durch sprachliche Mittel! Viele Essays haben z.B. nur Zahlen als Überschriften ("I, II, III, IV" etc). Mit Überschriften im Übrigen sparsam umgehen, es sollte nicht vor jedem Absatz eine Überschrift kommen. Außerdem: bitte keine alberne Untergliederung mit ellenlangen Zahlenreihen im Stil von  "1.2.1.4.3.". Bei Hausarbeiten sollte die Untergliederung 3 Stufen in die Tiefe gehen, bei Essays allerhöchstens 2 Stufen, am besten nur eine. 

Hauptüberschrift

Soll auf Kernaussage / Fragestellung hinweisen und Leser neugierig machen. Die Überschrift soll nicht die Fragestellung wörtlich wiedergeben. Hier ist auch Platz für Wortspiele, Metaphern, Zitate. Achtung, nicht übertreiben! 

I. Einleitung

  1. Interessanter Einstiegssatz

  1. Zusammenhang, in dem das Essay geschrieben wird / Grund für das Schreiben des Essays / Fragestellung. Letztere sollte nicht wörtlich übernommen, sondern in eigenen Worten formuliert werden.

  1. Empirisches Phänomen, das erklärt werden muss

In den letzten Jahrzehnten haben Verfassungsgerichte eine zunehmende Bedeutung gewonnen. Unklar ist allerdings noch, wie diese Entwicklung zu erklären ist.

  1. Ungelöster Theoriestreit

Wie kann man den politischen Einfluss von Verfassungsgerichten theoretisch fassen? Während einige Autoren Verfassungsgerichte zum Rechtssystem, Parlamente zum politischen System zuordnen, halten andere diese Unterscheidung für irreführend.

  1. Revisionsbedürftige Forschungsmeinung

Josef Schumpeter hat in seinem Buch "Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie" postuliert, dass das Hauptmerkmal der Demokratie der Kampf von Eliten um die Stimmen des Wahlvolkes sei. Neuere Beiträge betonen dagegen...

  1. Normative Fragestellung (was soll getan werden?)

Seit langem wird kontrovers über die Frage diskutiert, ob das Verfassungsgericht oder das demokratisch gewählte Parlament über wichtige politische Entscheidungen das letzte Wort haben soll.

  1. Überblick über die Forschungslage / Kurzer Hinweis zur Argumentation der besprochenen Texte

Beispielhaft für diese Debatte sind die Positionen von Maier und Müller. Maier argumentiert,..., während Müller ...

  1. Ankündigung der eigenen Position / Kernaussage, die im Hauptteil erläutert wird, z.B. 

    1. Anschluss an eine Meinung, Verwerfen der anderen Meinung(en)

  1. Synthese der verschiedenen Meinungen, die nur scheinbar miteinander in Konflikt stehen

  1. Völlig andere eigene Position (damit vorsichtig umgehen)

II. Hauptteil

  • genauere Darstellung der Kernaussagen der verschiedenen Autoren zur Fragestellung, Details nur soweit unbedingt notwendig. Statt dessen verdichten, analysieren, Beispiele strategisch zur Unterstützung der eigenen Meinung aufführen oder als "Paradebeispiel" für ein bestimmtes Phänomen.

  • Möglichst in eigenen Worten wiedergeben, Zitate nur da, wo die Wortwahl des Autors besonders wichtig, interessant oder stilistisch gelungen ist. Zitate, die länger als eine Zeile sind, absetzen und einrücken (keine Anführungszeichen, nicht kursiv). Zitate dürfen nicht länger als 3-4 Zeilen sein.

  • Welche Stärken und Schwächen haben ihre Argumente, logische Schlüssigkeit der Argumentationskette überprüfen; evtl. um eigene Argumente ergänzen; durch empirische Beispiele untermauern bzw. falsifizieren.

  • Erläuterung der eigenen Position, viele anschauliche Beispiele verwenden.

III. Zusammenfassung

  • Argumentation kurz zusammenfassen. Nicht alle Argumente wiederholen, sondern "verdichten"

  • Eventuell Folgen für weitere Forschung / Diskussion skizzieren: welche Gedanken / Fragestellungen sollen weiter verfolgt werden, welche nicht? Welche Handlungsanweisungen ergeben sich aus der Analyse?

  • Interessanten Schlusssatz, der zum Weiterdenken anregt.

  • Wichtig: nicht am Ende irgend eine Tatsache "nachreichen", die das Argument des Essay abschwächt, das macht die ganze Argumentation zunichte. Wenn es ein gewichtiges Argument gegen Ihre These gibt, muss es schon im Hauptteil abgehandelt und möglichst dort entkräftet werden.

 

Christian Boulanger, Letztes Update: 04.02.2003 . [ Haftungsausschluss / Disclaimer ]