
Forschergruppe 463
Innovative Arzneistoffe und Trägersysteme -
Integrative Optimierung zur Behandlung entzündlicher
und hyperproliferativer Erkrankungen
Beteiligte Fachrichtungen
Biochemie - Dermatologie - Experimentalphysik - Medizinische Mikrobiologie - Molekularbiologie - Organische Chemie- Pharmazeutische Chemie - Pharmazeutische Technologie - Pharmakologie und Toxikologie
Im März 2005 von der DFG verlängert um weitere 3 Jahre
Ziele des Programms
Noch immer fehlt eine befriedigende Therapie für viele häufige und schwerwiegende Erkrankungen. Daher besteht auch in der Zukunft ein hoher Bedarf an Verbesserungen, speziell der Arzneimitteltherapie. Die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte der molekularen Medizin und das zunehmende Verständnis der Krankheitsursachen erlauben heute oftmals die gezielte, d.h. ursachenorientierte Behandlung. Ermöglicht wird dies durch eine Identifizierung neuer Zielstrukturen und die Entdeckung neuer Leitstrukturen für Pharmaka. Nicht selten weisen aber gerade die neuesten Wirkstoffe ungünstige Eigenschaften (geringe Selektivität, hohe Toxizität, geringe Stabilität, schlechte Löslichkeit) für die Entwicklung eines Arzneimittels auf. Als Lösungen bieten sich eine Strukturoptimierung, ein Targeting sowie moderne Trägersysteme an.
Die Entwicklung neuer Strategien für bessere Arzneistoffe und die Weiterentwicklung zum Arzneimittel ist eine interdisziplinäre Herausforderung, der sich diese Forschergruppe widmet. Vertreter verschiedener Disziplinen der Bio- und Naturwissenschaften zeigen neue Wege zur Therapie von bislang nur unzureichend behandelbaren entzündlichen und hyperproliferativen Erkrankungen auf, Wirkstoffe und Träger werden wechselweise aufeinander abgestimmt. Stark wirksame aber nicht selektive Wirkstoffe werden für einen Transport mittels Carrier modifiziert, dies gelingt z.B. durch Prodrug-Bildung.
Ein neuartiger Eingriff in Entzündungsprozesse ist durch Selektine möglich, die allerdings der Clusterung mit Hilfe von Trägern bedürfen, um wirksam zu werden. Weitere aktuelle Forschungsgegenstände sind das Targeting von Antiinfektiva zum Gehirn und die Entwicklung innovativer Tumortherapeutika - Platinderivate, Glycerophospholipide und Sphingolipide. Die Arzneistoffe sollen als Dendrimerkonjugate bzw. als Nanokristalle über die Blutbahn direkt zum Krankheitsort transportiert werden. Durch ihren Eingriff in Differenzierungsvorgänge von Keratinozyten eröffnen Glycerophospho- und Sphingolipide aber auch neue Horizonte für die Behandlung der Psoriasis - sofern es gelingt, die Wirkstoffe zur Resorption in/über die Haut zu bringen. Für eine gesteuerte kutane und transkutane Aufnahme dieser und anderer Pharmaka werden Lipidcarrier maßgeschneidert.
Diese Untersuchungen sind ohne eine interdisziplinäre Kooperation undenkbar. Signalwege innerhalb der Zelle müssen präziser spezifiziert, Eingriffe in die Signalwege aufgeklärt, Leitstrukturen synthetisiert, neue Träger entwickelt und die Interaktionen von Wirkstoff-Träger und Zielort/-struktur mit neu entwickelten physikalischen Methoden bestimmt werden.
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