Schönheit liegt nicht nur im Auge des Betrachters. Manchmal liegt sie so nahe. Einfach einen Hauch Oxidation und vieles wendet sich zum Guten. Wie soll ich es sagen: "Was tun wenn's brennt? Brennen lassen!"
Natürlich soll man nix kaputt machen. Nicht mal wenn es einen kaputtmacht. Soll man nicht. Echt. Also, versucht das nicht zuhause, Kinder. Aber ein wenig -sagen wir es mal ganz ungezwungen- klammheimliche Freude wird doch noch erlaubt sein. Also, wenn die Versicherung gezahlt hat, die Täterin bereute und der Besitzer sich neuen Hobbies zugewandt hat. Und die Nachfahren die Schnauze halten, was ja in diesem Lande bedauerlicherweise auch keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Und da sind wir schon fast bei Pädagogensöhnen und der Unfähigkeit den Kapitalismus zu lieben, wo der sich doch 25 Jahre durch freie Kost und verschärfte Einzellogis alle erdenkliche Mühe gegeben hat, bis zum Ableben sympathisch zu sein.
Und dann kommen so Leute vielleicht schon fast mal wieder raus, wenn sie sich nicht zu finaler Integration in dunklen Nächten entschließen haben lassen müssen und schreiben sowas:
"Liebe Freunde, das Thema der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz »Das geht anders« bedeutet – so verstehe ich es – vor allem die Würdigung der Inspiration, die seit einiger Zeit von verschiedenen Ländern Lateinamerikas ausgeht. Dort wird nach zwei Jahrzehnten sozial vernichtender Rezepte der internationalen Besitzerklasse endlich den Rechten der Massen wieder Geltung gegeben und darüber hinaus an einer Perspektive gearbeitet. Aber wie sieht das in Europa aus? Von hier aus rollt weiter dieses imperiale Bündnis, das sich ermächtigt, jedes Land der Erde, das sich seiner Zurichtung für die aktuelle Neuverteilung der Profite widersetzt, aus dem Himmel herab zu züchtigen und seine ganze gesellschaftliche Daseinsform in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Die propagandistische Vorarbeit leisten dabei Regierungen und große professionelle PR-Agenturen, die Ideologien verbreiten, mit denen alles verherrlicht wird, was den Menschen darauf reduziert, benutzt zu werden.
Trotzdem gilt hier ebenso: »Das geht anders«. Wo sollte sonst die Kraft zu kämpfen herkommen? Die spezielle Sache dürfte sein, daß die in Europa ökonomisch gerade abstürzenden großen Gesellschaftsbereiche den chauvinistischen »Rettern« entrissen werden. Sonst wird es nicht möglich sein, die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen.
Es muß immer wieder betont werden: Schließlich ist die Welt geschichtlich reif dafür, daß die zukünftigen Neugeborenen in ein Leben treten können, das die volle Förderung aller ihrer menschlichen Potentiale bereithalten kann und die Gespenster der Entfremdung von des Menschen gesellschaftlicher Bestimmung vertrieben sind."
Naja, wenn das die Sprache der alten RAF ist, wie gerne herumgeplappert, fresse ich meinen Germanistenbesen quer.
Aber es gibt ja berufene Münder im Ländle, in Bayern und im Bund, bei den Kindern und Kindeskindern, den Gattinnen und Gattesgattinnen der "Opfer" mit der Blutgruppe auf dem Arm, deren finaler Audi mir ein Laudate und kein Silete sein zu dürfen in Göttingen damals nicht durchgesetzt werden konnte. Und die wollen eines der beiden Rs:
Reue oder Rache
Offensichtlicher als wohl bislang kein anderer hat einer dem faschistischen Schweinesystem die demokratische Maske von der hässlichen Fratze gerissen und bewiesen, was Generationen von Sympathisanten immer wussten: Politischer als so einer kann bei klarem Blick ein Gefangener nicht sein!
Wir haben es irgendwie immer geahnt.
"Die Diktatur versucht regelmäßig, ohne auffällige Gewaltanwendung auszukommen; indem man sie zwingt, sich ohne Maske zu zeigen, d. h. in ihrer wahren Gestalt als gewaltsame Diktatur der reaktionären Klassen, wird man zu ihrer Entlarvung beitragen, was den Kampf so bis zum Äußersten verschärfen wird, daß es kein Zurück mehr gibt.", schreibt Che Guevara in "Partisanenkrieg - eine Methode".
Was soll denn das jetzt, fragen Sie sich? Uralter Tobak, mag man denken aber 25 Jahre Zeit zum Nachdenken lassen Menschen ganz perfide, ja terroristische Ideen aushecken.
In Wahrheit aber sollt Ihr immer Treu und Redlichkeit üben und niemanden auch nicht den letzten Baumarktroller, den fiesesten SS-Mann -ob der nun die Nachfahren seiner Opfer um Entschuldigung gebeten hatte oder nicht- oder gar Arbeitgeberpräsidenten oder sonstwen anzünden, totschießen, parken oder gar Eure Gedanken in dem Zusammenhang in Richtung Tagespolitik schweifen lassen. Sowas tut man nämlich einfach nicht und das erklärt ein wenig, warum auch dieses Land auf Anstand aufgebaut ist. Und die, die von diesem Anstand mehr profitieren als von der Widerstandsklasse B6/B7, sollten sich vielleicht einmal fragen lassen, warum man einen bestrafen will, weil er den Kapitalismus nicht lieben kann. Wie sich hier jetzt ein Kreise schließen soll? Was weiß ich?
Nachtrag im März 2008
Eben lese ich, dass die Zahl der sekundären Öpferles bedauerlich natürlicher Auslese anheim gefallen sein mag. Rund wird die Sache damit schon gar nicht.
Nachtrag im November 2008
Eine deutsche Justizministerin versteht die Gleichbehandlung eines über Jahrzehnte als Kriminellen behandelten politischen Gefangenenen mit anderen Kriminellen einen "normalen Vorgang". Für deutsche Normalität ist das erstaunlich normal.
Nachtrag im Dezember 2008
Auf einem Transparent an einem Haus, in dem noch Menschen wohnen, lese ich: "Willkommen in der Freiheit, Christian!"
Nachtrag im April 2011
In dem Haus wohnen jetzt keine Menschen mehr. Es steht leer, verfällt. Wer immer die Räumung befahl, wundert sich bald vielleicht, dass manche den Kapitalismus einfach nicht lieben können.