Sie ist das Musterbeispiel des sportlichen Tourenmotorrades. Die Krönung des sozialistischen Motorenbaus und ein Beispiel für die unaufhaltsame -komme Ochs oder Esel- Macht des Fortschritts.
Ob als Reisemaschine auf großer Fahrt auch in das nicht sozialistische Ausland oder beim schnellen Ritt um die wohlgeschützten vier Ecken des eigenen Kreises: Mit der TS 250/1 spielen Entfernungen keine Rolle. Der immerhin ausreichend großvolumige Motor, die zum Teil bis in dreistellige Geschwindigkeitsbereiche hinein spürbare Beschleunigung und das tadellose Fahrwerk erfreuen genauso, wie die flutlichtartige 6-Volt-Bilux-Beleuchtung, die bei Tag und bei Nacht gerade soviel der Umgebung sichtbar macht, wie der Konzentration des Piloten unbedingt zuträglich ist.
Vibrationen bleiben ein Fremdwort, wenn auch ein lateinisches wie gleichermaßen allgegenwärtiges. Die reiche Instrumentierung gibt oft über ungefähre Geschwindigkeit, Tendenzen der Drehzahlentwicklung und -günstige Lichtverhältnisse natürlich immer vorausgesetzt- gerne auch über ein oder zwei andere Betriebszustände Auskunft. Dieses prachtvolle Beispiel sozialistischen Kraftfahrzeugbaus lässt nicht sehr viele Wünsche offen. Innovative Technik wie seilzugbetätigte Trommelbremsen mit innenliegendem Hebel und eine gepolsterte Sitzbank bilden hier mit dem Besten der Tradition eine Einheit, die kaum ein Fahrer je vergisst.
Ob in den Tiefen der märkischen Wälder oder am weißen Strand der Ostsee. Überall
fügen sich die Prachtmaschinen der Zschopauer Motorradbauer harmonisch in Feld, Wald, Wiese, in Nebenstraße, Feldweg und Schotterpiste oder jeden anderen Ort an dem man nicht pausenlos von anderen Fahrzeugen gnadenlos hergebrannt wird. Aber nicht nur zu Lande, auch zu Wasser, in der Luft und eigentlich immer da, wo man es nicht erwarten würde, glänzen die Zschopauer Boliden und ihre unerschrockenen Maschinisten mit beeindruckenden Höchstleistungen. Silbervasenwürdig ist ohne Frage die unübertroffene Watfähigkeit der mithin schärfsten Waffe der Nationalen Volksarmee.
Wo echte Kerle sich die Hand geben, wo nach langem Ritt real German Gemjuhtlikkait einkehrt, ja, da
kann die TS 250/1 nicht weit sein! Da prasselt hurtig ein wärmendes Feuerchen, da werden selbst billigste Drogen noch mit Inbrunst konsumiert. Kein Weg ist zu weit, kein Setting letztlich zu peinlich. Wo sich MZ-Fahrer treffen umtost brüderliche Liebe in einem schlechtwetterfrontartigen Amoklauf die ödesten Orte. Und nicht erst seit die Mauer fiel kann man sie überall treffen. Wenn man nur langsam genug fährt und weit genug von jedem oberflächlich für Motorräder geeigneten Wegstück entfernt ist. Mit entsetzenverbreitender Geselligkeit und einer Leutseligkeit, die nur noch durch ihr gefestigtes wissenschaftlich - materialistisches Weltbild übertroffen wird, schlagen sie eine blutrote Schneise in eine kälter werdende Welt.
Diese Maschine schmückt Fahrerin und Fahrer gleichermaßen.
Die Lasche: Derzeit wird leichtes Gepäck in einer durchaus billigen Kopie einer Ortlieb Fahrradrolltasche verstaut.
Um den in Berlin allgegenwärtigen Hang zum Diebstahl auch billigster Anbauteile entgegenzuwirken, wurde die Tasche verschraubt. Die Bilder zeigen Maschine meines Bruders.
Und die Klappe: Eine schöne und alte Lösung war ein Klappkorb, der im Fahrradzubehör
leider immer seltener Auftaucht. Die Befestigung vermittelst Kabelbindern war bei jährlicher Erneuerung durchaus stabil, leistete aber den gierigen Griffeln der Hauptstadtbewohner nicht immer ausreichenden Widerstand. .