Informationen und Hinweise

Das Archiv "APO und soziale Bewegungen", kurz: "APO-Archiv", ist ein bedeutender Quellenfundus der Zeitgeschichte und verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen zum Themengebiet. Die Recherche im APO-Archiv ist mittlerweile zur festen Größe im Rahmen von Forschungs- und Dissertationsvorhaben aus dem In- und Ausland geworden. Dazu ist das Archiv eine geschätzte Ressource journalistischer Hintergrundrecherchen und zudem ein Reservoir ikonographischer Zeitzeugnisse und symbolträchtiger Reliquien für diverse größere und kleinere Ausstellungen.
Von den Ausstellungen, die die politische Geschichte und den Selbstverständigungsprozeß der Bundesrepublik Deutschland zu repräsentieren suchen, sind die Materialien des Archivs inzwischen nicht mehr wegzudenken. Bei den eher kulturgeschichtlich orientierten Ausstellungen, die das Archiv mit Leihgaben versorgte, waren mitunter Mythen des Revoltealltags nicht sowohl zu "pflegen" als zu korrigieren. Z.B. glaubte einst ein Fernsehteam, einen Frühstückstisch der Kommune I mit Marx- und Mao-Schriften ausstatten zu müssen. Der Archivleiter konnte sie vor einem Fehler bewahren: Dort lagen nicht Marx und Mao, sondern Micky-Maus und Donald Duck (die der Archivleiter selbstverständlich auch leihweise zur Verfügung stellen konnte, die genauen Jahrgänge, versteht sich).
Die besondere Attraktivität des Archivs für die politisch-zeitgeschichtliche- wie für die sozial- und kulturgeschichtliche Forschung beruht auf der großen Anzahl von Unikaten und nichtoffiziellen Quellen sowie den Zeugnissen einer vergangenen Publizistik, die gespeichert und zu kontinuierlichen Sammlungen verdichtet worden sind. Ein Materialienschatz, der, würde sein Inhalt einmal zur Gänze ausgebreitet, die Gestalt einer Epoche sichtbar werden ließe.
Auf dem Gebiet der politischen und kulturellen Sozialisation der Mitglieder und Sympathisanten der politischen Studentenverbände und anderer Gruppierungen im vor- und außerparlamentarischen Raum erfüllt das Archiv wichtige Aufgaben für Projekte der Parteien-, Gewerkschafts- und Elitenforschung, die z.B. auf die Dokumentierung und Analyse der Herkunft politischer Führungskräfte angewiesen, auch und gerade wenn diese nicht über die "normalen" Organisationen sozialisiert wurden.
Alle speziell diese Thematik berührenden Lehrangebote der Berliner Universitäten und Hochschulen und darüber hinaus auch die Veranstaltungen, die auf den Gebieten der Parteien-, Gewerkschafts- und Elitenforschung mit Problemen der politischen Sozialisation in sozialen Bewegungen im vor- und außerparlamentarischen Raum befaßt sind, greifen auf das Material des Archivs zurück, sei es direkt als Benutzer oder durch Inanspruchnahme der Beratertätigkeit, sei es indirekt durch Benutzung der hier erstellten Dokumentationen und Forschungsarbeiten.
Zugangsbeschränkungen bestanden im APO-Archiv nur im Falle der Privatsammlungen, deren Nutzung vertraglich festgelegt und an die Einverständniserklärung des Leihgebers im Falle konkreter Anfragen gebunden war. Faktisch indessen waren die Arbeiten im laufenden Archivbetrieb zu keinem Zeitpunkt ernsthaft von etwaigen Bedenken betroffen, so daß auch dieser Teilbestand stets in vollem Umfang und uneingeschränkt zur Verfügung stand. Sämtliche Privatsammlungen sind inzwischen als Dauerleihgaben in Archivbesitz und ohne rechtliche Zugangsbeschränkungen verfügbar.
Die von Peter Dohms verschiedentlich beklagte Blockadepolitik "freier Archive", die diese neben anderen Gründen nur bedingt forschungstauglich mache (vgl. Dohms, Peter: Studentenbewegung und Überlieferungsvielfalt - das Beispiel Nordrhein-Westfalen, in: Der Archivar 52. Jg., Heft 3, 1999; Online in Internet: url = http://www.archive.nrw.de/archivar/1999-03/Archiv13.htm, Dez. 2000), war und ist für das seinem Gründungszweck nach der wissenschaftlichen Öffentlichkeit und der Forschung zugewandte Berliner APO-Archiv völlig undenkbar.

Die Website

Die Publikation eines elektronischen Findbuches mit recherchefähigen Bestandsnachweisen in einer umfassenden Datenbank bleibt das Fernziel. Gegenwärtig muß sich der/die Interessierte zumindest online noch mit einer kompakten Bestandsübersicht - 30 Bestandsgruppen inkl. Größenangaben - begnügen. Dies mag für eine erste Orientierung ausreichend sein. Weitere Findmittel stehen vor Ort zur Verfügung, Beratung selbstredend eingeschlossen.
Als Einblicke in den Forschungsschwerpunkt sind hier neben der Liste der Veröffentlichungen auch einige Volltexte als erste Online-Publikationen verfügbar. Letztere sollen genügend "Luft" bekommen und werden wegen ihres z.T. beträchtlichen Umfangs im Vollbild dargestellt und nicht im Frame.
Für die Darstellung wird der Browser "MS Internet Explorer" (ab Version 4.0 aufwärts) empfohlen.

Hinweise zu den Bestandsangaben

Die Bestandsübersicht untergliedert das Archivgut nach Themen, Herausgebern und Quellengruppen. Beispiele: Universitäten, SDS-Archiv, Plakate. Die Gruppen 1-23, und 27, 28, 29 umfassen das als solches nicht gesondert gekennzeichnete Schriftgut und verschiedene Tondokumente (s. SDS, KBW).

Die Einzelerfassung einer Bestandsgruppe hat den folgenden Grundaufbau:
1. der individuelle oder systematische Name des Bestandsbildners und der Umfang der zugeordneten Sammlung(en)
2. eine Gliederung und Kennzeichnung des Inhalts (ohne formale Systematik)
3. eine Kommentierung mit technischen, historischen oder archivalischen Zusatzinformationen.

Typographie: die Angaben unter eins sind generell fett- und Personennamen sind generell kursiv gesetzt.