von
Siegward Lönnendonker
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1945: |
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21. April |
Die Rote
Armee erreicht die Berliner Vororte Glienicke, Lübars, Blankenfelde,
Weißensee und Mahlsdorf |
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2. Mai |
Der
Wehrmachtsgeneral Weidling und sein Stab kapitulieren am 2. Mai um 15 Uhr. |
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11. Mai |
Erlaß der
„Direktive JSC 1067“ an die amerikanische Militärregierung, nach der
Deutschland nicht mit dem „Ziel der Befreiung" besetzt werden soll, sondern
als eine besiegte feindliche Nation, für die „Chaos und Leiden“ unausweichlich
seien. Ziele:
Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Entflechtung der Großkonzerne,
Demokratisierung. Bildungseinrichtungen sollten erst wieder eröffnet werden,
wenn alle Spuren des Nazismus beseitigt seien. Für höhere Lehranstalten waren
Zwischenprogramme möglich. |
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20. Mai |
Erstes
Professorentreffen im Kreis um den Philosophen und Pädagogen Prof. Dr. Eduard
Spranger. |
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23. Mai |
Spranger übernimmt die Führung der
Geschäfte der Universität. |
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8. Juni |
Spranger wird Vorsitzender des neu
gegründeten „Leitenden Ausschusses für Hochschulfragen“ |
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16. Juli |
Der Magistrat gründet den „Zentralausschuß der Berliner Studentenschaften“.
Aufgabe: „die zukünftige Studentenschaft zu einem Grundstein des antifaschistisch-demokratischen
Deutschlands zu gestalten“ und eine „baldige Wiederaufnahme des Studiums an
den Berliner Hochschulen“ zu forcieren. Zum Vorsitzenden wird Joachim
Schwarz bestimmt. |
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20. Aug. |
2. Sitzung des Allied Kommandatura Education Committee (AKEC). Der britische
Vertreter Thomas R. M Mandell verlangt
Aufklärung über den Status der Berliner Universität unter Militärverwaltung |
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3. Sept. |
Eröffnung der „Vorkurse für Studienanfänger“ an der Berliner
Universität. |
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6. Sept. |
Der sowjetische Vertreter im AKEC, Oberst Pjartly, erklärt, die Verwaltung der Berliner
Universität sei allein Angelegenheit der Sowjetischen Militäradministration
in Deutschland (SMAD) in Karlshorst. |
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11. Sept. |
Einrichtung der „Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung“ in
Berlin. Präsident: Paul Wandel. Zentrale Aufgabe: Wiederaufbau des Hochschulwesens und der
Wissenschaften. Unterstellung aller Universitäten unter die Deutsche
Zentralverwaltung für Volksbildung. |
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12. Okt. |
Absetzung Sprangers als
Kommissarischer Rektor. |
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Dez. |
Konstituierung der „Studentischen Arbeitsgemeinschaft“ an der
Berliner Universität. Vorsitzender: Georg Wrazidlo (von der amerikanischen Armee aus dem KZ Buchenwald befreit, Mitglied
der CDU). Die AG verfolgt neben dem allgemeinen Ziel der „Herausbildung eines
demokratischen und dabei konsequent antifaschistischen Lebens“ auch konkrete
Aufgaben: Bildung von Referaten für Politik und Kultur, Soziales und Sport
sowie des Außenreferats. |
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8. Dez. |
Die Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone
erläßt Richtlinien für die Zulassung zum Studium an den Universitäten und
Hochschulen der sowjetischen Besatzungszone. |
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1946 |
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8. Jan. |
Befehl Nr. 4 von Armeegeneral Wasslli Sokolowski, durch den die Berliner Universität
der Viermächtekontrolle entzogen und der Zentralverwaltung für Volksbildung
und damit der SMAD unterstellt wird. |
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20. Jan. |
Beginn des Lehrbetriebes an der Berliner Universität in der Naturwissenschaftlich-mathematischen,
Philosophischen, Medizinischen, Veterinärmedizinischen, Landwirtschaftlichen,
Juristischen und Theologischen Fakultät |
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29. Jan. |
Durch einen Festakt in der Staatsoper wird die ehemalige
„Friedrich-Wilhelms-Universität“ eröffnet. Sie erhält den Namen
„Humboldt-Universität“. (In den folgenden Tagen werden ebenfalls die Namen
„Universität unter den Linden“ und „Berliner Universität“ auch von
offiziellen Stellen benützt. Im Vorlesungsverzeichnis heißt sie „Universität
Berlin“, erst ab SS 1949 „Humboldt-Universität zu Berlin“.) Die Neugründung erhält
keinen autonomen Status, sondern gilt juristisch als eine Dienststelle der
Deutschen Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone. Zu
ihrem ersten Rektor wird der Altphilologe Prof. Dr. Johannes Stroux ernannt. Beim Festakt spricht für die
Militärregierung General Pjotr Solotuchin, für die Verwaltung für Volksbildung
deren Präsident Paul Wandel und für
die Studentenschaft Georg Wrazidlo (CDU). |
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10. März |
Richtlinien der Alliierten Kommandantur Berlin für die „Denazifizierung“
zur Ausschaltung des Einflusses des Nationalsozialismus und Militarismus im öffentlichen
und wirtschaftlichen Leben. |
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1. Mai |
Ungefähr 30 Mitglieder der „Studentischen Arbeitsgemeinschaft“ und
andere Studenten protestieren schriftlich beim Rektor gegen das Hissen einer
roten Flagge und die Anbringung des Emblems der SED - zwei ineinander verschlungene
Hände – über dem Haupteingang der Universität und übergeben ihren
schriftlichen Protest der Presse. Kurz darauf wird der Vorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft, Georg Wrazidlo, seines Postens enthoben. |
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Mai |
Einführung der „Vorstudienanstalten“ in Berlin und Brandenburg. (Mit
Gründung der DDR am 7. Okt. 1949 werden sie in „Arbeiter- und Bauernfakultäten“
umgewandelt.) |
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13. Juli |
Neuwahl des Vorsitzenden der „Arbeitsgemeinschaft demokratischer Studenten“.
Von den 325 abgegebenen Stimmen entfallen auf die vier Kandidaten: stud. med.
Hess (SPD) 160 Stimmen, stud. phil. Theuerkauf (SED) 94, stud. med. dent. Roegner
Francke (parteilos) 69, und
stud. phil. Stolz (SPD) 10
Stimmen. |
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16. Okt. |
Kundgebung der Arbeitsgemeinschaft anläßlich der Eröffnung des Wintersemesters
46/47. Der Leiter, Otto Hess, teilt mit, daß die Organisation erst ein Fünftel der Studenten
umfasse. Der Präsident der Zentralverwaltung, Paul Wandel, fordert die verstärkte
Berücksichtigung von „Werktätigen Schichten zum Universitätsstudium“. |
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18. Okt. |
Leitartikel des „Tagesspiegel“ – „Abschied von der Berliner
Universität“ - gegen die Zulassungsbestimmungen an der Humboldt-Universität. |
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WS46/47 |
Gesamtzahl der Studierenden an der Berliner Universität: 4200. Neuzugelassen:
1362. 434 davon sind Mitglieder der vier lizensierten Parteien (SED: 348,
SPD: 31, CDU: 37, LPD: 18), 703 sind ehemalige Soldaten, 311 stammen aus der
Arbeiterklasse, 47 aus bäuerlichen Schichten. Die neu gegründete Pädagogische
Fakultät nimmt ihren Lehrbetrieb auf. |
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17 Dez. |
„Vorläufiges Studentenstatut für die Hochschulen der sowjetischen
Besatzungszone“. Als allgemeine Vertretung der Studentenschaft soll der von
den Studenten gewählte „Studentenrat“ für die Aufgaben der Studentenschaft sorgen:
1. Unterstützung des Rektors „bei der Bekämpfung militaristischen und
faschistischen Ungeistes und bei der Förderung fortschrittlichen, demokratischen
Denkens und Handelns", 2. Förderung des Studiums, 3. Mithilfe bei der Verbesserung der materiellen Lage der Studenten, 4. Pflege des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der
Studentenschaft. |
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1947 |
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Jan. |
Erstes Erscheinen des „Forum – Zeitschrift für das geistige Leben an
den deutschen Hochschulen“ unter sowjetischer Lizenz. |
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2. Jan. |
Genehmigung von Stipendien für alle Berliner Hochschulen durch die
alliierten Behörden. |
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24. Jan. |
Bekanntmachung der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung über
die Ausschreibung von Wahlen „für eine Studentenvertretung“ an der Berliner
Universität. Das Statut „überträgt der Studentenschaft eine Reihe wichtiger
Aufgaben“, insbesondere zur sozialen Lage und „zur fruchtbaren Gestaltung der
fachlichen Belange. Die Studentenschaft ist jedoch nicht ermächtigt, über
Fragen allgemeiner Natur, z.B. über die verwaltungsmäßige Zuständigkeit der
Universität oder über die Berechtigung des Status selbst Beschlüsse zu fassen.“
Für Verstöße werden disziplinarische Maßnahmen angedroht. |
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4. Febr. |
Flugblatt-Protest gegen die Bekanntmachung vom 24. Jan. |
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6. Febr. |
Wahlen der Fakultätsräte (54) und des Studentenrates (28) an der
Berliner Universität. Wahlberechtigte: 4200 Studenten. Wahlbeteiligung: 76,4%. (Die Angaben
des Wahlergebnisses sind sehr unvollständig. Von den bekannten Mandaten des
Studentenrates entfielen auf die SPD: 5, CDU: 2, LPD: 1; SED: 3, Parteilose:
12.) |
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24. Febr. |
„Gruppenleiterkonferenz“ der studentischen Arbeitsgemeinschaft.
Einstimmiger Beschluß der Delegierten, trotz der Wahl eines Studentenrates
die Arbeit fortzusetzen. Hess (SPD) fordert für die Arbeitsgemeinschaft das politische Mandat. |
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3. März |
Der Studentenrat beschließt auf seiner dritten Tagung einstimmig, daß
die Berliner Universität nun endgültig auch offiziell den Namen „Wilhelm von
Humboldt-Universität“ tragen soll. |
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8. März |
Die im Zulassungsbüro der Humboldt-Universität beschäftigte
parteilose Studentin Gerda Rösch wird vom sowjetischen Abwehrdienst (NKWD) verhaftet. |
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13. März |
Verhaftung des Mitglieds der katholischen Jugend und CDU-Vertreters
im Zentralrat der „Freien Deutschen Jugend“, Manfred Klein, durch den NKWD. (Klein stellte kurze Zeit vorher den Antrag,
die FDJ möge in ihre Grundrechte ein Bekenntnis zur Freiheit der Person
aufnehmen) Klein ist Mitglied
des Studentenrates. |
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17. März |
Der NKWD verhaftet den abgesetzten ehemaligen Leiter der
„Studentischen Arbeitsgemeinschaft“, Georg Wrazidlo. Trotz Protestes kann der Studentenrat keine ordentlichen
Gerichtsverfahren für die drei inhaftierten Studenten durchsetzen. |
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26. März |
Studenten verteilen Flugblätter mit den Namen der drei verhafteten
Studenten im Berliner Stadthaus. |
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27. März |
Der Präsident der Zentralverwaltung für Volksbildung in der
sowjetischen Besatzungszone, Wandel, bittet die sowjetische Militärregierung um eine Stellungnahme
zu den Verhaftungen der drei Studenten. |
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Mai |
Erstes Erscheinen des „Colloquium – Zeitschrift für junge Akademiker“
unter amerikanischer Lizenz. |
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Okt. |
Stud. math. nat. Eva Heilmann ruft im Colloquium die Frauen zur bewußten Ausnutzung ihrer
Rechte auf. (Obwohl fast die Hälfte der Studierenden Frauen sind, wurden nur
zwei Studentinnen in den Studentenrat gewählt.) |
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8. Nov. |
Polemischer Artikel des „Tagesspiegels“: „Universitas oder Parteihochschule?“
mit dem Vorwurf, die Zentralverwaltung habe die Berliner Universität in eine
„Volksuniversität“ verwandelt, die „Kommunistische Funktionäre“ ausbilde,
„die nebenher auch heilen, richten, abrichten“, während die Professoren,
„überaltert, unpolitisch, sorglich darauf bedacht, sich nicht bloßzustellen“,
nahezu widerspruchslos der SED-Politisierung verfielen. |
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Dez. |
Otto Hess (SPD) fordert im
Colloquium eine „internationale Universität Berlin“. Die Planung solle von
einem internationalen Kuratorium aus Wissenschaftlern, Künstlern,
Wirtschaftlern und Gewerkschaftlern übernommen werden. |
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11. Dez. |
Wahlen zum 2. Studentenrat an der Humboldt-Universität. Wahlbeteiligung 75,5 %. Von 30 Mandaten entfallen auf die SED: 3, SPD: 2, CDU: 3, LPD: 1, Parteilose:
21. (In der Philosophischen Fakultät erhält der Vorsitzende dir
SPD-Hochschulgruppe, Otto Stolz, mehr als zwei Drittel der gültigen Stimmen, in der juristischen
Fakultät wird der Vorsitzende der CDU-Hochschulgruppe, Ernst Benda, gewählt.) |
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1948 |
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Jan. |
Durch die Entnazifizierung des Lehrkörpers der Humboldt-Universität
verlieren 349 Professoren und Dozenten ihre Stellungen. Gründung des „Außeninstituts
für Politik in Berlin“ an der Humboldt-Universität. |
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6. Jan. |
Mitteilung des amerikanischen Kommandanten, Oberst Frank
L. Howley, an den Berliner
Magistrat, daß neuimmatrikulierte Studenten der Humboldt-Universität sich
nicht mehr im US-Sektor polizeilich anmelden dürfen und auch künftig keine
Lebensmittelkarten mehr erhalten. |
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13. Jan. |
Der 2. Studentenrat der Humboldt-Universität wählt auf seiner
konstituierenden Sitzung stud. math.-nat. Reuber (parteilos) zu seinem ersten Vorsitzenden,
die Studentin stud. phil. Enick (parteilos) und stud. med. dent. Rögner Francke (parteilos) zu gleichberechtigten
Stellvertretern (Außenreferat: Stud. phil. Otto Stolz, SPD, Pressereferat: stud. jur. Ernst
Benda, CDU. Das Kriegsgefangenenreferat
übernimmt ein SED-Abgeordneter.) |
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15. Jan. |
Die Stadtverordneten der SPD, CDU und LPD beschließen gegen die Stimmen
der SED die Errichtung einer „Hochschule für Politik“, die außerhalb der
Humboldt-Universität den städtischen Behörden unterstellt werden solle. |
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1.2.48 |
Das „Neue Deutschland“ veröffentlicht einen Artikel „Agentenumtriebe
an der Berliner Universität - Der Telegraf auf der Anklagebank“, in dem der
Student Otto Stolz als Provokateur bezeichnet
wird. |
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13.Febr. |
Auf der 4. Tagung des zentralen
Hochschulausschusses der SED diskutieren 120 Professoren, Dozenten,
Studentenvertreter und Mitarbeiter der Verwaltung für Volksbildung mit dem
mitglied des ZK der SED, Anton Ackermann, über die bisherige
Politik an den sechs Universitäten in der sowjetischen Besatzungszone. Ackermann
fordert, den Anteil der deutschen Hochschulen an den revolutionären Kämpfen
gründlicher zu untersuchen. |
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Frühjahr |
Schriftliche Befragung des Lehrkörpers der philosophisch Fakultäten
in der sowjetischen Besatzungszone zu den wesentlichen methodischen und theoretischen
Problemen des dialektischen und historischen Materialismus. |
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9. März |
Artikel im „Neuen Deutschland“ „Der Feldzug gegen die Berliner FDJ-,
SPD- und CDU-Jugend bei Captain Biel“. Bei einem geselligen Beisammensein in
den Räumen der Militärregierung in Berlin-Dahlem, an dem u.a. H.
Scheffler (SPD), H. Westphal (Falken), Otto Stolz (SPD-Hochschulgruppe) und Peter
Lorenz (CDU) teilgenommen
haben, habe der Vertreter der amerikanischen Militärregierung den Teilnehmern
dieses Gesprächs nahegelegt, zukünftig in organisatorischer und
propagandistischer Hinsicht enger zusammenzuarbeiten. Die Dienststellen der
amerikanischen Militärbehörde seien angewiesen, die Jugendorganisationen der
CDU, LPD und SPD in jeder Weise zu unterstützen. |
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15. März |
Besprechung der geschäftsführenden Leitung des Studentenrats der Humboldt-Universität
mit dem Chef der Volksbildungsabteilung der SMA, Solotuchin, über die laufende Arbeit. Am Ende
der Unterredung fordert dieser die Studenten zur Unterstützung der Politik
der Blockparteien auf. Auf die Frage nach den drei vor einem Jahr verhafteten
Studenten erklärt Solotuchin, daß er
sich erkundigen wolle, sobald er Material über den Fall erhalte. Es sei
jedoch Sache des Studentenrats, seine Arbeit so durchzuführen, daß keine Gründe
zu Verhaftungen bestünden. |
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22. März |
Die amerikanische Militärregierung in Berlin nimmt unter Bezug auf
Gesetz Nr. 25 des Alliierten Kontrollrats die Kaiser-Wilhelm-Institute direkt
unter seine Befehlsgewalt. |
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30. März |
Die Berliner Stadtverordnetenversammlung
beschließt gegen die Stimmen der SED-Abgeordneten, daß Berlin dem Projekt der
„süddeutschen Länder“ einer „Forschungshochschule“ unter „deutscher Leitung“
zu gründen, zustimmen soll. |
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16. April |
Der Präsident der Deutschen Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen
Besatzungszone, Paul Wandel (SED),
zieht seine Zustimmung zur Immatrikulation der Studenten Otto Stolz (SPD), Otto
Hess (SPD) und Joachim
Schwarz (CDU) zurück
aufgrund des Befehls vom 8. 1., der ihm die letzte Verantwortung für den gesamten
Universitätsbetrieb einschließlich der Zulassung zum Studium zuweist. Der Rektor der Humboldt-Universität, der Arbeitsrechtler Prof. Hermann
Dersch, teilt den relegierten
Studenten in einem Schreiben mit, er widerrufe „im Hinblick auf die in Ihrer
publizistischen Tätigkeit liegende Verletzung von Anstand und Würde" die
Zulassung zum Studium. |
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1948 |
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23. April |
Das Neue Deutschland erklärt, daß jetzt auch an der Berliner
Universität „die Machtfrage“ gestellt sei. „Nun, wir nehmen die Machtfrage
an!“ Wer streike oder Solidaritätsaktionen durchführe, gehe „den Weg der
Drei!“ Protestversammlung von ca. 2000 Studenten im Hotel Esplanade. Der relegierte Jenaer
Student Erich Weber (LPD) fordert die amerikanische Militärregierung
auf, in den Berliner Westsektoren eine separate Universität zu errichten. Der
Vorsitzende der Berliner CDU, Prof. Dr. Kurt Landsberg, erklärt seine
Überzeugung, daß die „Mehrheit der Berliner Stadtverordneten“ bereit sei, die
„notwendigen Mittel für die Gründung einer freiheitlichen Berliner
Universität zur Verfügung zu stellen“. Der relegierte Student Otto
Stolz (SPD) sieht einen größeren Zusammenhang der dauernden Bemühungen
der Kommunisten, die Universität zu einem kommunistischen Machtinstrument zu
machen. Zu diesem Zweck sei die Universität mit einem „Spitzelsystem“
durchsetzt worden. Es sei notwendig, daß die drei „demokratischen Parteien“
auf eine Unterstellung der Universität unter den Magistrat hinwirkten oder
daß eine freie Universität im Westen Berlins errichtet werde. |
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24. April |
Der amerikanische Journalist Kendall Foss wird auf seinen
Wunsch von General Lucius D. Clay beauftragt, die
Möglichkeiten für die Errichtung einer eigenständigen Universität in den drei
West-Sektoren zu prüfen, ohne jedoch seinen Auftrag bei den Verhandlungen mit
den Deutschen allzu offen bekannt geben zu dürfen. |
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4. Mai |
Der amerikanische Stadtkommandant, General Hays, bildet
eine inoffizielle Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Kendall Foss, in der
folgende amerikanischen Dienststellen und Persönlichkeiten vertreten sind:
Information Control Divisioin (Thomas Headen), Office of the
Finance Advisor (Walter Heller), Legal Division (Prof. William E. McCurdy),
Civil Administration Division (John Elliot) und OMG. Berlin Sector (Howard W. Johnston). (Die Education and
Cultural Relations Division rät später von der Gründung ab. [Vgl.
Zeittafeldatum vom 29. Mai 1948]). Der Kontakt zu deutschen Amtsstellen und Persönlichkeiten wird in der
Folge weitgehend durch den späteren Sekretär des „Vorbereitenden Ausschusses
der Freien Universität“, Fritz von Bergmann, eingeleitet. |
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8. Mai |
Der „TAGESSPIEGEL" greift die Professoren der Berliner Universität
scharf an und ruft unverzüglich zur „praktischen Vorarbeiten zur Gründung
einer freien, unabhängigen Universität“ auf. |
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11. Mai |
Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt gegen Stimmen der SED den
Magistrat von Groß-Berlin, Maßnahmen zur Errichtung einer „freien Universität“
zu ergreifen. |
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25. Mai |
Aufruf des „TAGESSPIEGELS“ an „ganz Deutschland“, eine private Stiftung
für eine freie Berliner Universität zu gründen. Die Professorenschaft der Humboldt-Universität
habe sich mit wenigen Ausnahmen „der Tyrannei gefügt“. Von Diskussionen und
Resolutionen habe die Berliner Bevölkerung genug. „Theorien mögen vertreten
werden, wenn die Universität gegründet ist“. Alles, was Komplikationen
schaffen könne, müsse beiseite gelegt werden. |
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Anfang Juni |
Ein studentischer Vorbereitungsausschuß für die Gründung einer freien
Universität wird ins Leben gerufen. Er setzt sich zusammen aus Mitgliedern
des Studentenrats der Berliner Universität, Redaktionsmitgliedern der Studentenzeitschrift
„Colloquium“, Angehörigen der Hochschulgruppen SPD, CDU und LDP und einigen
freiwilligen studentischen Mitarbeitern. Er delegiert die studentischen
Vertreter Hess und Ringmann - an dessen Stelle später
Petermann
- in den am 19.6. gewählten vorbereitenden Ausschuß zur Gründung einer freien
Universität. |
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2. Juni |
Resolution des Studentenrats der Universität Leipzig gegen die
Gründung einer zweiten Universität in Berlin. |
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5./6.Juni |
Resolution des Studentischen Zonenrates gegen die Errichtung einer
zweiten Universität in Berlin. Der anwesende Vertreter des Studentischen Zonenrates
der britischen Besatzungszone und die Vertreterin des AStA der Universität
Frankfurt/Main schließen sich an. (Am 25.
Okt. 1948 drückt der Vorsitzende des Studentenrats der Universität
Greifswald in seinem Brief an den „vorläufigen Studentenausschuß der Freien
Universität“ die „Empörung“ des Studentenrats aus, daß sich „Studenten, die
sich Deutsche nennen,“ zum „Werkzeug“ und „Aushängeschild“ von „Mächten“
gemacht haben, „die die Zerreißung Deutschlands beabsichtigen“. Am 2. Nov.
1948 lehnt der Studentenrat der Universität Leipzig in einem Schreiben die
Gründung der Freien Universität ab. Am 6. Nov. 1948 lehnt der Studentenrat
der Friedrich-Schiller-Universität Jena in scharfer Form die Zusammenarbeit
mit dem Allgemeinen Studentenausschuß der „sogenannten Freien
Universität" ab.) |
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17. Juni |
Die sowjetische Delegation verläßt die Alliierte Kommandantur. 1.
Juli 1948: Der sowjetische Oberst Kalinin erklärt, die Alliierte
Kommandantur bestehe nicht mehr, die Regierung der UdSSR erkenne aber
weiterhin alle „Viermächte-Vereinbarungen“ an. |
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19. Juni |
Informatorische Besprechung über die Möglichkeiten zur Gründung einer
freien Universität in den westlichen Sektoren. Anschließende Konstituierung
eines vorbereitenden Ausschusses. Anwesend sind 40 Personen (Professoren, Dozenten,
Politiker, Verwaltungsangestellte und Studenten, unter ihnen Otto
Hess. In einer Abstimmung entscheiden sich 38 für eine Gründung, 2 dagegen. Durch Zuruf werden 12 anwesende und 3 abwesende Kandidaten für den
Gründungsausschuß aufgestellt und ohne Abstimmung als Gründungsausschuß
konstituiert. Abschließend wird ein Kommuniqué für die Presse aufgesetzt. |
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20. Juni |
Separate Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands. |
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22. Juni |
Erste Sitzung des „Ausschusses für eine freie Universität“. Der
Ausschuß für eine freie Universität tagt in der Folge ungefähr wöchentlich zu
den Problemen: Standort, Bibliotheken, Finanzierung, Berufungen, Bildung von
Fakultäten, Aufbau der Verwaltung, Satzung etc. |
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23. Juni |
Durchführung der Währungsreform in der sowjetischen Besatzungszone
Deutschlands und in Groß-Berlins auf Grund des Befehls Nr. 111 von Marschall Sokolowski. |
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24. Juni |
Die Kommandeure des
französischen, britischen und amerikanischen Sektors dehnen die Währungsreform
auf ihre Sektoren aus. Das Währungsgesetz der Westmächte tritt am 25. Juni
1948 um 7 Uhr in Kraft. Beginn der Blockade: Der Güterverkehr zwischen Helmstedt und Berlin
und die Stromversorgung aus der sowjetischen Besatzungszone für die drei Westsektoren
werden eingestellt. |
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23. Juli |
Veröffentlichung des Manifests „Aufruf zur Gründung einer freien
Universität“. Die neue Universität solle eine unabhängige Stelle der
wissenschaftlichen Ausbildung werden, an der man „frei von Furcht“ und „ohne
einseitige Bindung an parteipolitische Doktrin lehren und forschen“ könne.
Alle werden um Unterstützung durch Mitarbeit und Spenden gebeten. |
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25. Juli |
Die Notkonferenz des SDS im Landschulheim Eddinghausen Göttingen. begrüßt
die Gründung der Freien Universität Berlin, bei der die sozialdemokratischen
Studenten an hervorragender Stelle beteiligt gewesen seien. |
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30. Aug. |
General Lucius D. Clay drückt in einem Schreiben an die Privatadresse
Prof. Reuters sein Wohlwollen gegenüber der geplanten
Universitätsgründung aus. |
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4. Sept. |
Sitzung des „Ausschusses für eine neue Universität“. Prof. Redslob
gibt die Zusicherung über 1,9 Millionen Westmark von amerikanischer Seite und
den Eingang eines „nicht offiziellen“ Briefes von General Lucius
D. Clay bekannt. Besprechung des vorläufigen Etats. Verabschiedung
der vom Studentischen Komitee ausgearbeiteten Zulassungsbedingungen mit
geringen Änderungen. |
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9. Sept. |
Sitzung des „Ausschusses für eine Freie Universität“. Prof. Redslob
berichtet über die ablehnende Haltung der Rektorenkonferenz der westlichen Universitäten.
Er wird gebeten, „bekannte Akademiker“ der Westuniversitäten über die Freie
Universität Berlin in persönlichen Briefen zu informieren. |
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22. Sept. |
Der Magistrat von Groß-Berlin stimmt der Errichtung einer Freien
Universität in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu. |
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Okt. |
Konstituierung des „vorläufigen AStA“ der FU aus den studentischen Vertretern
im Gründungsausschuß, denen der von diesem eingesetzten Fachausschüsse und
den studentischen Vertretern im Sekretariat. |
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10. Nov. |
Der sechsundachtzigjährige Professor der Geschichte,
Friedrich Meineke, wechselt von der Humboldt-Universität zur Freien
Universität. |
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15. Nov. |
Beginn der Vorlesungen an der Philosophischen Fakultät im Gebäude
Boltzmannstraße 4 (das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie). |
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18. Nov. |
Das „studentische Statut für die Freie Universität Berlin“ wird vom
vorläufigen AStA angenommen. Die Satzung sieht die Institutionalisierung der
studentischen Öffentlichkeit als Studentenparlament vor. Anstelle des „Studentenrates“
treten der „Konvent“ als Legislative und der „Allgemeine Studentenausschuß“
als Exekutive. Der Vorsitzende des AStA soll vom Konvent gewählt, der AStA in
seiner Gesamtheit vom Konvent bestätigt werden. (Die vorgesehene
Fakultätsvertretung der Studenten wird später nicht geschaffen, um das
zentrale Parlament, in dem alle Probleme behandelt werden sollen, nicht durch
partikulare Vertretungen zu schwächen.) Das Studentenparlament ist als Repräsentativorgan
der gesamten Studentenschaft vorgesehen |
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22. Nov. |
Beginn der juristischen Vorlesungen und der Vorlesungen an der
Medizinischen Fakultät. |
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1. Dez. |
An der FU haben sich 2140 Studenten immatrikuliert. 128 Professoren,
Dozenten und Lehrbeauftragte haben die Arbeit aufgenommen. Die Philosophische
Fakultät, zu der auch die mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen
gehören, hat 47 Hochschullehrer und Assistenten. Die Medizinische Fakultät
(Kliniker) verteilt sich auf das Krankenhaus Westend, das
Kaiserin-Aug.e-Viktoria-Krankenhaus, die Frauenklinik in Charlottenburg und
andere Krankenhäuser. Die Vorkliniker sollen erst zum Sommersemester
zugelassen werden. Als dritte hat die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche
Fakultät die Arbeit aufgenommen. |
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4. Dez. |
Festliche Gründungsfeier der „Freien Universität Berlin“ im Titania-Palast.
Stadtrat Prof. Ernst Reuter übergibt als Vorsitzender des Gründungsausschusses
die Freie Universität dem Rektor, dem Senat, den Professoren und der
Studentenschaft. Reuter dankt besonders den westlichen Besatzungsmächten für
ihre Unterstützung. Die Rede des erkrankten ersten Rektors der FU, des Geheimrats
Prof. Dr. Friedrich Meinecke, wird vom Rundfunk im amerikanischen
Sektor (RIAS) vom Krankenbett übertragen. Meinecke spricht sich
gegen einen ständigen „Kampf“ zwischen Humboldt-Universität und Freier
Universität und für einen „Wetteifer“ miteinander aus. Gegen die offizielle Teilnahme an der Eröffnungsfeier bestehen in den
Westzonen Bedenken. Die zum Festakt geladenen Rektoren der Universitäten in
den Westzonen lassen sich ausnahmslos entschuldigen. Als Gründe werden Krankheit,
dienstliche Gründe u.ä. angegeben. |
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1949 |
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15. Jan. |
Eröffnung der Hochschule für Politik. |
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26.Jan. |
Die ehemalige
Friedrich-Wilhelms-Universität Unter den Linden wird offiziell in
“Humboldt-Universität zu Berlin“ umbenannt. |
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2. Febr. |
Der Oberbürgermeister Reuter beauftragte Dr. Fritz
von Bergmann mit der Führung der Geschäfte des Kurators der FU. |
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16. Febr. |
Das Studentenparlament der TU beschließt in den Streik zu treten.
falls der Rektor Prof. Dr. Ing. Kurt Abel und der Senat der TU bis
zum 23. Febr. 1949 nicht die Beteiligung der Studentenvertretung an den
Vorarbeiten für ein künftiges Universitätsstatut gestattet. Die Professoren
halten diesen Vorschlag für „sehr revolutionär“. |
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Frühjahr |
Der FU werden Gebäude wissenschaftlicher
Institute im amerikanischen Sektor übergeben. |
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Eröffnung der Vorklinik. |
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1. April |
Beginn des Sommersemesters an der „Humboldt-Universität zu Berlin“.
Das Personal- und Vorlesungsverzeichnis führt die Universität erstmals unter
diesem Namen (vorher „Universität Berlin“). (Vgl. Zeittafeldatum vom 29. Jan.
1946) |
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6. April |
Die drei westlichen Militärkommandanten verkünden
„Entnazifizierungs-Amnestie“ für alle Personen, die nach dem 1. Jan. 1919
geboren sind. Ausgenommen sind aktive Nationalsozialisten. |
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Achtzehn der der Humboldt-Universität unterstehenden Institute im Westteil
Berlins werden der FU übergeben. |
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SS |
Im SS 1949 studieren an der FU insgesamt 3850 Studenten. |
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28. April |
Die drei westlichen Stadtkommandanten teilen dem AStA der FU mit, daß
ein Umtausch von Ostmark in Westmark für FU-Studenten aus der sowjetischen
Besatzungszone nicht genehmigt wird. Auf diese Mitteilung hin nehmen viele FU-Studenten an einer Protestversammlung
von ca. 3000 Studenten gegen die unzureichende Währungsumstellung teil. |
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7. Mai |
Die amerikanische Militärregierung beschließt, den Studenten aller
Westberliner Hochschulen mit Wohnung in der sowjetischen Besatzungszone
zunächst für einen Monat den Umtausch von 90 Ostmark 1:1 in Westmark zu
gestatten. |
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30. Juni |
Der Studentische Sprecher im Senat der FU wird hinausgebeten, obwohl
keine Personalsache der Dozenten zur Debatte steht. |
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14. Aug. |
Wahl zum ersten Bundestag. Wahlbeteiligung: 78,5%, CDU/CSU: 31%, SPD: 29,2%, FDP: 11,9%, KPD:
5,7%. (Am 15.9. wird Dr. Konrad Adenauer zum ersten
Bundeskanzler gewählt.) |
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7. Okt. |
Die Provisorische Volkskammer proklamiert die Deutsche Demokratische
Republik. |
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12. Okt. |
Besuch des amerikanischen Hohen Kommissars" McCloy und des Oberbürgermeisters
Reuter
in der FU. Der Außenreferent des AStA, stud. phil. Kalischer dankt für die
bisherige „großzügige Hilfe“ der amerikanischen Militärregierung. McCloy
sagt dem Prorektor, Prof. Dr. med. von Kress, und dem Kuratorialdirektor,
Dr. von Bergmann, zu, sich persönlich bei der Rockefeller-Stiftung
um eine finanzielle Unterstützung der FU zu bemühen. |
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WS |
Zu Beginn des Wintersemesters tritt der 86jährige Prof. Friedrich
Meinecke von seinem Amt als Rektor der FU zurück. Sein Nachfolger
wird Prof. Edwin Redslob. |
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13. Dez. |
Wahl zur studentischen Selbstverwaltung, dem 1. Konvent der FU, und Urabstimmung
über das Studentenstatut der FU. Wahlbeteiligung: 71,4%. Urabstimmung: Ja:
82,2%, Nein: 12,3%, Enthaltungen: 5,5% der abgegebenen Stimmen. Die Satzung der Studentenschaft lehnt das Farbentragen nicht generell
ab, verbietet jedoch die Zugehörigkeit zu „Vereinigungen und Gruppen, die gegen
die Völkerverständigung arbeiten oder totalitäre Ziele haben oder terroristische
Methoden empfehlen oder anwenden“. |
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22. Dez. |
Der Rektor der FU, Prof. Redslob, trifft den Präsidenten
der Columbia-Universität in New York, General Dwight D. Eisenhower.
Anschließend besuchte er die Rockefeller Stiftung. Als Folge dieses
Zusammentreffens beschließt der Studentenrat der Columbia-Universität Ende
Febr. 1950, die Hälfte der von Columbia für den Fonds des
Weltstudentendienstes aufgebrachten Mittel ausschließlich der FU
vorzubehalten und direkte Kontakte zur FU aufzunehmen. |
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1951 |
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Beginn des Studenten-Austauschs mit der Stanford University im
US-Staat Kalifornien. |
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3. Jan. |
Der Rektor der FU, Prof. Redslob, übergibt dem AStA das
Klubhaus in Zehlendorf. |
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28. Febr. |
Auf Beschluß des Konvents finden an allen Fakultäten
Vollversammlungen statt. Die Vollversammlung der Medizinischen Fakultät
spricht dem Konvent das Vertrauen aus. Die von ungefähr einem Drittel der
Studenten der juristischen Fakultät besuchte Vollversammlung mißbilligt den
Beschluß des Konvents, gegen die Berufung von Prof. Brandt vorzugehen. Sie
sieht in diesem Vorgehen „den Bestand der juristischen Fakultät gefährdet“.
Ein studentischer Fakultätssprecher bezeichnet die Studentenvertreter als
„Gründungsclique“. (Am 17. Juni 1950 zieht der AStA seine Bedenken gegen die
Berufung zurück.) |
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30. März |
Der Konvent richtet sich gegen eine Vertretung der Assistentenschaft
im Senat der FU und in den Fakultäten, da die Assistentenschaft kein Organ
der FU ist und ihre Vertretung in Senat und Fakultäten der Satzung der FU
widersprechen würde". |
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20. April |
Auf seiner 12. Sitzung beschließt der 1. Konvent das Verbot der
Arbeit und Werbung farbentragender Verbindungen und des Farbentragens
innerhalb der FU oder auf ihren Veranstaltungen. Die Frage, ob Mitglieder
farbentragender Verbindungen Mitglieder der FU sein können, wird ohne Beschlußfassung
diskutiert. |
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SS |
Im Sommersemester studieren insgesamt 5188 Studenten an der FU. |
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16. Mai |
Aufruf des AStA der FU an „alle Kommilitonen“ zum Pfingsttreffen der
FDJ, nicht nur die FU zu schützen, sondern sich auch darüber hinaus „für den
Schutz der Westsektoren“ einzusetzen. Alle FU-Studenten, die sich während der
Pfingsttage am „Schutz der öffentlichen Gebäude in den Bezirken“ beteiligen
wollen, sollen sich unverzüglich beim FU-AStA melden. |
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27. Mai |
Mehr als 500 000 Jugendliche nehmen am „Ersten Deutschlandtreffen der
Jugend“ („für Frieden, demokratische Einheit, nationale Unabhängigkeit und
ein besseres Leben“) in Ost-Berlin teil. |
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14. Juni |
Der Kurator der FU, Dr. von Bergmann, begründet in einer
Aufstellung über die Finanzlage der Freien Universität, daß die FU im
laufenden Rechnungsjahr 2 Millionen DM Zuschuß von amerikanischer Seite
benötigt. |
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26.-31. Juni |
,Kongreß für kulturelle Freiheit' Eröffnung im Titania-Palast einen
Tag nach Beginn des Korea-Krieges. Der Journalist Arthur Koestler umreißt
das Ziel des Kongresses: „Wir kommen nicht, um eine abstrakte Wahrheit zu
suchen, wir wollen ein Kampfbündnis schließen.“ |
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Juli |
Gründung der „studentischen Darlehenskasse Berlin-Charlottenburg e.
V.“ Gegen zwei Bürgen werden bis zu 500 DM Darlehen an Studierende vor dem
Abschluß gewährt, rückzahlbar in den ersten 5 Jahren des Berufs. |
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20. Juli |
Prof. Dr. Freiherr von Kress wird Rektor der Freien
Universitäts-Kliniken und –Institute. |
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22. Juli (und 2. Febr. 1951) |
Beschluß über die Fakultätsordnung der Juristischen Fakultät. Nach §
3, Abs. 4 ist der Studentische Vertreter nicht (mehr) stimmberechtigt bei Verleihung
eines akademischen Grades oder Vorbereitung dazu, bei Beschlüssen, „denen
eine wissenschaftliche Beurteilung zugrunde liegt“ und bei „Feststellung oder
Beurteilung des dienstlichen Verhaltens eines Lehrkörpers“. Laut Satzung der
FU haben die studentischen Vertreter im Senat, in den Fakultäten und im Kuratorium
Mitsprache und Stimmrecht in allen Angelegenheiten, außer Disziplinarangelegenheiten
des Lehrkörpers.) |
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25. Okt. |
Die Philosophische Fakultät beschließt die Umwandlung der
mathematisch-naturwissenschaflichen Abteilung in eine eigene Fakultät zum 1.
April 1951. |
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Nov. |
Ab Heft 9/1950 wird das „Colloquium“ Organ der gesamten Westberliner
Studentenschaft. Untertitel: „Zeitschrift der freien Studenten Berlins“. Die
Studenten der FU sind auch weiterhin automatisch Bezieher. Ein neu gebildeter
Redaktionsausschuß besteht aus je einem Vertreter der Westberliner Hochschulen
und den bisherigen ständigen Mitarbeitern. Die Gestaltung des Blattes soll
sich nach den Bedürfnissen der gesamten Studentenschaft richten. |
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4. Nov. |
Vorsitzende des 2. Konvents wird: Eva Heilmann
(SPD-Hochschulgruppe), 2. Vorsitzender: Peter Lorenz (Junge Union). 1.
AstA-Vorsitzender: Dietrich Spangenberg (SPD und
SDS), 2. AstA-Vorsitzender: Fritz Maßberg. |
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10. Nov. |
In einem Jahresbericht beklagt der 1. AStA-Vorsitzende
Spangenberg das nachlassende politische Engagement der Studenten: „Es
wächst die Zahl derer - auch unter den Dozenten -, denen die Erinnerung an
die Zeit gleichberechtigter Zusammenarbeit recht lästig wird.“ |
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16. Nov. |
Ein Vertreter der amerikanischen Garnison in Berlin übergibt das
Correns-Haus der FU für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Die
sechzig Räume ermöglichen es der Fakultät, ihre 1200 Hörer im eigenen Gebäude
zu unterrichten. |
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8. Dez. |
Bei einer Demonstration, zu der alle Studenten Berlins aufgerufen
waren, durchbrechen Demonstranten mehrere Polizeiketten, zertrümmern die Glastüren
des Foyers des Theaters am Kurfürstendamm und verlangen im Theater die
Absetzung des Gastspiels des Wiener Burgtheater-Ensembles mit Werner
Krauss (Krauss war Hauptdarsteller des antisemitischen Propagandafilms
„Jud Süß“ von Veit Harlan). Die Berliner Schutzpolizei setzt Wasserwerfer
und Holzknüppel ein. Auf Wunsch der Mehrheit der Zuschauer wird das Gastspiel
fortgesetzt. (Am 11. Dez. bricht das Burgtheater nach weiteren Protesten das
Gastspiel ab.) |
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1951 |
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1. April |
Aufstellung des Kurators Dr. von Bergmann über die Zuwendungen
an die FU von amerikanischer Seite (bisher DM 5.101.422). |
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28. April |
Der Nobelpreisträger Prof. Dr. Otto Warburg tritt aus dem Kuratorium
der FU aus, weil nach seiner Ansicht für die FU wesentliche Fragen dort nicht
besprochen werden. |
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4. Mai |
Auf der Fakultätssitzung der juristischen Fakultät wird in
Abwesenheit des studentischen Vertreters eine Vertretung des Sprechers der
Studentenschaft in der Fakultät ausgeschlossen. |
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11. Mai |
Kultussenator Tiburtius stimmt der Berufung von
Professoren an die Veterinär-Medizinische Abteilung der FU zu, die ihre
Lehrstühle an der Humboldt-Universität bereits aufgegeben haben. (Am 4. Febr.
1952 wird die Vet.-Med. eigenständige Fakultät.) |
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SS |
Im
Sommersemester studieren insgesamt 5945 Studenten an der FU. |
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17. Juli |
Die Henry-Ford-Stiftung bewilligt der FU eine Spende in Höhe von
5.499 DM in Anerkennung ihres „unter großen Schwierigkeiten geleisteten Beitrages
für die demokratische Erziehung“. Die Mittel sollen vor allem für den Ausbau
der Bibliothek, des „Auditorium Maximum“ und der Mensa und zur Errichtung einer
Abenduniversität verwendet werden. |
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19./20. Juli |
Neuwahlen zum 3. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 56,4%. (1952:
71,4%; 1955: 51,2 %; 1956: 73,7 %; 1958: 64,6 %) |
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5.-19. Aug. |
3. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Ost-Berlin. Zirka 2
Millionen Jugendliche aus der DDR, der Bundesrepublik sowie aus Ost- und
Westeuropa nehmen an dem 14tägigen Treffen teil. Rund ein Viertel der
Festival-Teilnehmer besucht die Westsektoren Berlins. |
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WS |
Im Wintersemester 1951/52 studieren 5986 Studenten an der FU. Die Studenten
der Geschichtswissenschaft richten die ersten acht „Tutoren-Gruppen“ ein
(Anregung ursprünglich durch Helmut Coper). |
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25. Nov. |
Feierliche Eröffnung des „Ost-Europa-Instituts“. Das Institut soll
die Tradition der Ostforschung an den Universitäten Breslau und Königsberg
fortsetzen. Rektor Prof. von Kress betont, das Institut
werde nicht nur „der Forschung dienen, sondern auch Gutachten abgehen“ und an
politische Parteien und die Bundesregierung „Auskünfte erteilen“. Der
Regierende Bürgermeister Prof. Ernst Reuter erklärt, das
Ost-Europa-Institut müsse das „Bewußtsein dafür erwecken, daß Europa nicht an
der Elbe endet“. |
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1952 |
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4. Jan. |
Der ‚Tagesspiegel‘ wendet sich einem polemischen Artikel –
„Akademische Leistung – nicht Doktorenfabrik“ - gegen die Einmischung des
Abgeordnetenhauses in die „internen Angelegenheiten“ der juristischen Fakultät:
„daß sich ein Parlament mit den internen Angelegenheiten einer Fakultät
befaßt, ist ein in der deutschen Universitätsgeschichte ungewöhnlicher Fall“. |
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1.März |
Gründung der Universitätsbibliothek.
(Bisher war der Ausbau der Seminarbibliotheken vorrangig betrieben worden.
Die Bücherspenden lagern in der Bibliotheksleitstelle im Keller der
Ihnestraße 22 (“Rattenkeller“). Den Grundstock bildet eine 1-Million-Dollar-Spende
der Ford Foundation. |
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20. April |
25.000 wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften werden der FU von
amerikanischen Universitäten („Bücher für die Freiheit“) gestiftet. |
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23. Juli |
Der Dekan der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Georg Rohde wird für
das Studienjahr 1952/53 zum Rektor der FU gewählt. Der bisherige Rektor.
Prof. von Kress, wird satzungsgemäß Prorektor. |
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24. Juli |
Feierliche Grundsteinlegung zum Hauptgebäude der FU, dessen Bau durch
die Ford-Foundation finanziert wird. |
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31. Juli |
Kultussenator Tiburtius gibt im „Tagesspiegel“
die Einrichtung von vier ordentlichen Lehrstühlen an den FU bekannt, die von
der Hochschule für Politik finanziert werden, je ein Lehrstuhl für „Vergleichende
Verfassungslehre“ und für „Internationale Beziehungen“ in der Philosophischen
Fakultät und je ein Lehrstuhl für „Politische Struktur- und Funktionslehre“
und für „Politische Wirtschaftslehre“ in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen
Fakultät. |
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1. Aug. |
Die Juristische Fakultät beschließt auf ihrer 51. Fakultätssitzung,
der Dekan solle in einem Schreiben an die Philosophische Fakultät zum
Ausdruck bringen, daß sich die Juristische Fakultät weder mit der Errichtung
eines Lehrstuhls „Vergleichende Verfassungslehre“ einverstanden erklären werde,
da dieses Fach bereits „in vollem Umfang“ zu ihrem Lehr- und Forschungsbetrieb
gehöre, noch zustimmen werden, daß in dem geplanten Lehrstuhl für „Internationale
Beziehungen“ völkerrechtliche Vorlesungen gehalten würden. Der Dekan soll
ferner dem „Tagesspiegel“ (auf dessen Meldung vom 31.7. sich dieser Beschluß
bezieht) mitteilen, daß die Errichtung eines Lehrstuhls für Politik an der
Juristischen Fakultät vom Kuratorium abgelehnt worden sei. |
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Mitte Okt. |
Die Freie Universität, die Technische Universität und die Hochschule
für Politik bereiten eine gemeinsame Vorlesungsreihe „Abendveranstaltungen
der Berliner Hochschulen“ für das Wintersemester 1952/53 vor. Die Vorlesungsreihe
soll die Grenzen des Fachstudiums sprengen und Berufstätigen die Gelegenheit
bieten, sich mit der Entwicklung der Wissenschaft vertraut zu machen. Durch
enge Zusammenarbeit wollen die drei Hochschulen versuchen, später eine von
allen Westberliner Hochschulen wissenschaftlich und organisatorisch getragene
„Abenduniversität“ aufzubauen. Federführend soll die Freie Universität sein,
die schon im Sommersemester 1952 erste Erfahrungen mit Abendvorlesungen
gesammelt hat. |
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WS |
Im Wintersemester studieren insgesamt 5971 Studenten an der FU. |
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22. Okt. |
Der 3. Konvent der FU beschließt in seiner 24. Sitzung die
Einrichtung eines AStA-Referats „zur Förderung des studentischen
Gemeinschaftslebens“. |
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4. Dez. |
Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik
an den ehemaligen Rektor der FU, Prof. Edwin Redslob. wegen seiner
Verdienste um die Gründung der FU anläßlich der Feier zum 4. Jahrestag der
FU-Gründung. |
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15. Dez. |
Gründung der „Studentischen Krankenversicherung e.V.“ (SKV). Die eigene
Krankenversicherung fordert von den Studenten bei freier Arztwahl 20% Kostenbeteiligung.
Semesterbeitrag: 21 DM. Der Vorstand der SKV besteht jeweils aus drei
Studenten und drei Professoren. |
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Ende Dez. |
Die Rektoren von FU und TU, Prof. Rohde und Prof. Stranski,
lehnen in einer gemeinsamen Erklärung das – vom Hochschuldezernenten Dr. Kruspi
(FDP) ausgearbeitete – geplante Hochschulgesetz als unnötig und als Eingriff
in die Selbstverwaltung der Universitäten mit Entschiedenheit ab. Es sei lediglich
erforderlich, der TU eine Verfassung ähnlich der der FU zu geben. (Die
Studenten fordern später die Entlassung Dr. Kruspis.) |
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1953 |
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6. März |
Tod Josef Stalins (Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili). |
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8. März |
Feierliche Einweihung der mit Mitteln der „Ford Foundation“ erbauten
Mensa der FU. |
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19. März |
Der Bundestag ratifiziert den „Deutschlandvertrag“ und den Vertrag
über die „Europäische Verteidigungsgemeinschaft". |
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27. März |
FU-Studenten protestieren gegen die Aufführung des Sartre-Films
„Die ehrbare Dirne“. („Sartre hat von Moskau gut
gelernt“) |
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13.-17. April |
CV-Kartellwoche 1953 in Trier. Der Bundesvorsitzende des CV-Rates,
Dr. Schlehberger, fordert, den Kampf der Freien Universität
Berlin um das „Erbe des Abendlandes“ zu unterstützen und „Brücken zu schlagen
zu der Insel in der roten Flut“. Mensuren lehnt der Verband ab. |
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SS |
Im Sommersemester 1953 studieren 5996 Studenten an der FU |
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6. Mai |
Die Philosophische Fakultät der FU ordnet das Fach „Politische Wissenschaft“
in die Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät ein. |
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16. Juni |
Mehrere Tausend Bauarbeiter der „Stalinallee“ demonstrieren gegen die
10%ige Arbeitsnormenerhöhung. |
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17/18. Juni |
Der sowjetische Stadtkommandant General Dibrowa ordnet eine Ausgeh-
und Verkehrssperre für den sowjetischen Sektor Berlins an. Einheiten der
Roten Armee besetzen mit T3-Panzern die Verkehrsknotenpunkte Ost-Berlins. Die
Industriearbeiter in den VEB in Jena, Gera, Karl-Marx-Stadt, Dresden, Leipzig,
Halle, Erfurt, Cottbus, Rostock und Berlin rufen den Generalstreik aus und bilden
regionale Streikleitungen. Der DDR-Rundfunk behauptet, der Generalstreik sei
von „Provokateuren aus den Reihen faschistischer Organisationen in
Westberlin“ organisiert. Demonstrierende Arbeiter werden durch Panzereinsätze
getötet. Die alliierte Kommandantur verbietet alle Kundgebungen in den
Westsektoren. |
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26. Juni |
Der 4. Konvent der FU begrüßt in seiner 18. Sitzung den Antrag der
„beiden Fraktionen des Bundestages“, „den 17. Juni zum Nationalfeiertag der
deutschen Einheit zu erheben“. (3 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung.) |
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14. Juli |
Im Grunewald-Kasino in West-Berlin werden Mensuren geschlagen. |
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7. Sept. |
Wahl des 2. Bundestages. Wahlbeteiligung: 86,2%. CDU/CSU: 45,2%, SPD:
28,8%, FDP: 9,5%. |
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29. Sept. |
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Ernst Reuter, erleidet
einen Herzanfall und stirbt. |
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WS |
Im Wintersemester 1953/54 studieren
insgesamt 5918 Studenten an sechs Fakultäten der FU. Seit Gründung der FU
erwarben 580 Studierende den Doktorgrad. 2300 absolvierten eine akademische
Abschlußprüfung. |
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4. Dez. |
Fünf-Jahres-Feier der FU und Rektoratsübergabe im Titania-Palast. Der
bisherige Rektor Prof. Rohde gibt seiner Hoffnung
Ausdruck, daß das Nachlassen des Andranges der Studenten und die damit
verbundene „Normalisierung des Universitätslebens“ bald eine Abschaffung der
Zulassungsprüfungen erlaube. Die Juristische Fakultät verleiht General Lucius
D. Clay die „Würde eines Ehrendoktors der Rechte“ für „seine
hervorragenden Verdienste um die Pflege der freien Rechtswissenschaft durch
die in seiner Amtszeit gegründete Freie Universität. |
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10. Dez. |
Auf der Immatrikulationsfeier verpflichtet Rektor Prof. Dr. Ernst
Hirsch 620 Neuimmatrikulierte durch Handschlag auf die FU-Satzung. |
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1954 |
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6. Febr. |
Der FU-Historiker, Ehrendoktor und Geheimrat und 1. Rektor der FU, Professor
Dr. Friedrich Meinecke, stirbt im Alter von 92 Jahren. |
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22. April |
Im Sommersemester studieren insgesamt 6726 Studenten an der FU. |
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7. Mai |
Nach 56tägiger Belagerung füllt die französische Festung Dien Bien
Phu nach Einkreisung durch Viet-minh-Verbände. |
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19. Juni |
Einweihung des nach Plänen der Architekten Sobottka und Müller
gebauten „Auditorium Maximum“ und der Bibliothek der FU. Die Baukosten von
7,5 Millionen DM wurden von der Ford-Foundation gespendet. Kultussenator Tiburtius
teilt mit, daß die Ford-Foundation weitere 125.000 Dollar zum Ausbau der
Universitätsbibliothek und eines Gesamtkatalogs der Berliner Bibliotheken
bereitgestellt habe. Vizekanzler Franz Blücher, der amerikanische
Journalist Kendall Foss. General Howley und der Vertreter der
Ford-Foundation Dr. Shephard Stone erhalten die
Ehrendoktorwürde. Der Komplex des Auditorium Maximum soll künftig „Henry
Ford-Bau“ heißen. |
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13. Okt. |
Der erste Senat des Berliner Oberverwaltungsgerichtes erklärt die
Zulassungsbedingungen der FU (Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in schlagenden
Korporationen mit der Zugehörigkeit an der FU) für verfassungswidrig. Nach
Ansicht des Bundesgerichtshofes sind Mensuren nicht strafbar und nicht sittenwidrig
und Forschung und Lehre an der Freien Universität nicht durch sie gefährdet. |
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18. Okt. |
Beschluß des Senats von Berlin, aufgrund § 2 Abs. 3, Satz 2 des
Berliner Landesbeamtengesetzes vom 24. Juli 1952, der FU die Dienstherrenfähigkeit,
das Recht, mittelbare Beamtenverhältnisse zu begründen, zu verleihen. |
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WS |
Zu Beginn des Wintersemesters 1954/55 studieren laut Studienführer
der FU insgesamt 6829 Studenten an der FU. |
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1955 |
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28.-31. März |
Vorlesungsstreik der Medizinstudenten der Universität Greifswald
gegen die Umwandlung der Medizinischen Fakultät in eine Akademie der Kasernierten
Volkspolizei. Während des Streiks werden über 280 Personen festgenommen. |
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SS |
Im Sommersemester studieren laut Studienführer 7635 Studenten an der
FU. |
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26. Okt. |
Richtfest der neuen Zahn- und Kieferklinik der FU. Der Neubau kostet
4.8 Millionen DM. |
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4. Nov. |
Rektoratsübergabe in der FU. Neuer Rektor ist Prof. Dr.
Andreas Paulsen, Prorektor ist Prof. Dr. Hirsch. |
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1956 |
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Die FU führt als erste deutsche Universität den Magisterstudiengang
ein. |
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Mai |
Bericht über die Freie Universität Berlin von Dr. Shuster,
in New York, für die Ford-Foundation zur Prüfung weiterer
Finanzierungsmöglichkeiten. Shuster
konzentriert sich „auf die Bestrebungen, ... die dazu geeignet erscheinen,
der Universität ihren Platz in der durch den Kalten Krieg geschaffenen Situation
zu geben. und die daher um so mehr amerikanischer Unterstützung bedürfen“.
Außer dem Friedrich-Meinecke-Institut werden das Osteuropa-Institut
(Direktor: Prof. Dr. Werner Philipp), das Institut für
politische Wissenschaft (Prof. Dr. Otto Stammer), die Hochschule für
Politik(Prof. Dr. Otto Heinrich von der Gablentz)und das Institut für internationales
und ausländisches Recht und Rechtsvergleichung (Prof. Dr. Wilhelm Wengler)
gesondert besprochen. |
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4. Sept. |
Auf der 65. Kuratoriumssitzung der FU kündigt der Vorsitzende des Kuratoriums
Willy
Brandt eine Begrenzung der Studentenzahl an: die Grenze der vorhandenen
Kapazität sei erreicht. |
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1957 |
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8. Febr. |
Denkschrift des Senators für Volksbildung über Entwicklung, Ausbau
und Möglichkeiten der Finanzierung der Universitäten des Landes Berlin. |
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4. April |
Der Leiter der Berliner US-Mission, Mr. Gufler, übergibt
dem Rektor der FU 7,5 Millionen DM für den Aufbau eines Studentendorfes an
der Potsdamer Chaussee. Debatte des Abgeordnetenhauses über die Planung der Finanzierung
der FU und TU. Der Senator für Volksbildung Tiburtius teilt mit,
daß man mit einem Zuschuß von 7,5 Millionen DM vom Bund rechnen könne. Trotz
Beschränkung auf 9.500 Studenten sei die Zahl der an der FU Studierenden auf
10.500 angestiegen. Für die nächsten Jahre betrage der Gesamtbedarf der FU
und TU 140 Millionen DM. |
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5. April |
In einer Pressekonferenz erklärt Bundeskanzler Adenauer, taktische Atomwaffen
seien „nichts weiter als die Weiterentwicklung der Artillerie“. |
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12. April |
18 führende deutsche Atomwissenschaftler, darunter die Professoren Born,
Hahn, Heisenberg, von Laue und Weizsäcker, warnen vor der
Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen. Die Professoren lehnen es
ab, sich an Herstellung, Erprobung oder Einsatz von Atomwaffen zu beteiligen. |
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23. April |
Im Sommersemester studieren an der FU insgesamt 10.500 Studenten. |
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24. April |
Der Hauptausschuß des Abgeordnetenhauses schließt die erste Lesung
des Etats 1957 für die FU ab. Zuschuß für die FU: 18 Millionen DM. Aus dem
Bundeshaushalt (72 Millionen DM für 34 Universitäten zur Förderung von
Wissenschaft und Forschung) erhält die FU ca. 2 Millionen DM. DM 500.000,-
will die Deutsche Forschungsgemeinschaft zur Verfügung stellen. Weitere 3,5
Millionen sind von FU und TU zusätzlich für besondere Aufgaben beantragt. |
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Juli |
Der Akademische Senat der FU wählt Prof. Dr. phil. Gerhard
Schenck zum Rektor. Prorektor wird Prof. Paulsen. |
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16. Sept. |
Wahlen zum 3. Bundestag. CDU/CSU: 50,2%, SPD: 31,8%. FDP: 7,7% und
DP/FVP: 3,4%. |
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3.-5. Dez. |
Wahl des 9. Konvents der FU. Wahlbeteiligung: 68,5%. Gleichzeitig
findet die Urabstimmung der Studentenschaft über ihre Satzung statt, die bei
einer Beteiligung von 62% mit 53,7% Ja-Stimmen angenommen wird. Damit wird
die Satzung der Studentenschaft Teil der Universitätsverfassung. |
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1958 |
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Jan. |
Die Rockefeller-Foundation stiftet der FU $ 31.700 (DM 133.140) zur
Förderung des „Studiums der marxistisch-leninistischen Lehre“. |
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8. Jan. |
Der 2. AStA-Vorsitzende stud. phil. Martin Schmidt (ESG)
beschreibt die politische Position des neuen AStA als grundsätzlich
verschieden von der der FU-Gründer. Die FU sei „eine Gründung des kalten
Krieges und werde heute noch in Ost und West als eine antikommunistische Universität
verstanden. Die Geschichte der FU verstehen, heißt über sie hinaus kommen.“ Das Berliner Abgeordnetenhaus billigt die Höchstzahlen für die FU
(10.800) und die TU (8.000) und die beantragten Zuschüsse aus Bundesmitteln. |
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29. Jan. |
Der Haushaltsplan der FU sieht einen Landeszuschuß in Höhe von 18 Millionen
DM und einen Bundeszuschuß in Höhe von DM 1.291 500 und von DM 261.600 für
die psychiatrisch-neurologische Klinik vor. Die FU soll eine Spende von DM
764.000,- von der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten. Das Kuratorium
erklärt sein Einverständnis zur Aufnahme einer von der Ford-Foundation in
Aussicht gestellten Spende in Höhe von $ 1.102.500 zur Förderung einiger
wissenschaftlicher und pädagogischer Projekte (die Spende geht auf den Shuster-Bericht
über die FU zurück). |
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1. April |
Übernahme des Instituts für Politische Wissenschaft in die FU.
Kultussenator Tiburtius erläßt eine neue Assistentenordnung für die
Berliner Hochschulen. Wissenschaftliche Arbeiten, die von einem Assistenten
angefertigt sind, dürfen nur noch unter dessen Namen veröffentlicht werden.
In allen Sammelveröffentlichungen soll der Assistent einen Anspruch darauf
haben, „entsprechend seinem Beitrag ... als Mitautor oder Miturheber genannt
zu werden“. Diese Assistentenordnung gilt nicht für die FU und die TU, da
beide Universitäten für den Erlaß eigener Assistentenordnungen zuständig
sind. |
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21. April |
Im Sommersemester 1958 studieren insgesamt 11.005 Studenten an der
FU. |
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8. Mai |
Der Haushaltsausschuß des Bundestages stellt 82 Millionen DM für die
Finanzierung des „Deutschen Wissenschaftsrates“ und 38,4 Millionen DM für das
„Honnefer Modell“ zur Verfügung. Die studentischen Gemeinschaften ESG
(Evangelische Studentengemeinde), LSD (Liberale Studenten Deutschlands), SDS,
„Deutsch-Israelische Studiengruppe“ (DIS), der Internationale Studentenbund
(ISSF) und das Filmstudio der FU gründen einen „Studentenausschuß gegen
Atomrüstung“ an der FU. Der Ausschuß legt Wert darauf, auch Assistenten mit
in die Arbeit einzubeziehen. |
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12. Juni |
„Politisches Forum“ des AStA der FU zum Thema „die Wiedervereinigung
Deutschlands“. Der Journalist Erich Kuby erklärt in seinem
Referat zur Freien Universität, „daß der Name ein äußerstes Maß von
Unfreiheit zum Ausdruck bringt“. Durch die Worte „Freie Universität“ werde
eine innere antithetische Bindung an die andere unfreie Universität jenseits
des Brandenburger Tores fixiert. |
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18. Sept. |
Das Kuratorium nimmt von der Absicht zur Errichtung eines Klinikums
der FU im Bezirk Steglitz Kenntnis. |
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20. Okt. |
Im Wintersemester 1958/59 studieren insgesamt 11.017 Studenten an der
FU. |
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24. Okt. |
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in letzter Instanz, daß der
Passus der Universitätsordnung, daß die Zugehörigkeit zu schlagenden Verbindungen
und die Zugehörigkeit zur FU unvereinbar seien, rechtswidrig sei (VII G
104.57). |
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21. Nov. |
Das Abgeordnetenhaus billigt die Eingliederung der Deutschen
Hochschule für Politik als „Otto-Suhr-Institut“ in die FU. |
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27. Nov. |
Berlin-Ultimatum Chruschtschows. Die Regierung der UdSSR erklärt die
Protokolle und Abkommen mit den ehemaligen Anti-Hitler-Alliierten USA, Großbritannien
und Frankreich für null und nichtig. Den ehemaligen Alliierten wird eine
Frist von sechs Monaten gesetzt, um in Verhandlungen über den künftigen
Status Berlins einzutreten. |
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7. Dez. |
Wahlen zum Westberliner Abgeordnetenhaus. Wahlbeteiligung: 93,1%.
SPD: 52,6%, CDU: 37,7%, FDP: 3,8%, DVP: 3,3% und SEW: 1,9%. |
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12. Dez. |
Der Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät,
Prof. Dr. Otto Stammer, weiht das neue Fakultätsgebäude in der
Garystraße ein. |
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1959 |
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3. Jan. |
Die Bewegung vom 26. Juli 1953 unter der Führung von Fidel
Castro und Che Guevara stürzt nach
zweijährigem Partisanenkrieg den Diktator Batista. |
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3./4. Jan. |
Studentenkongreß gegen Atomrüstung im Neubau der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen
Fakultät der FU. Das Kongreßplenum nimmt in seiner letzten Sitzung einen
Antrag mit Zweidrittelmehrheit an, in dem es heißt: Es ist . . . nötig. daß
Formeln wie „Mit Pankow wird nicht verhandelt“ aus der politischen
Argumentation verschwinden. Ziel müsse sein. „1. Die Umrisse eines Friedensvertrages
zu entwickeln, 2. die möglichen Formen einer interimistischen Konföderation
zu prüfen . . Der SPD-Wehrexperte Helmut Schmidt (MdB) und der Dekan
der WiSo-Fak., Prof. Dr. Otto Stammer, verlassen den
Kongreß unter Protest. |
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12. Febr. |
Der Konvent begrüßt eine Unterschriftensammlung an den Bundestag, die
vorbelasteten Richter und Staatsanwälte aus den Ämtern zu entfernen und Berufsverbote
für Ärzte auszusprechen, die an Menschen-Experimenten mitwirkten. |
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20. Febr. |
Der 7. Senat des Bundesverwaltungsgerichts erklärt in einem
Grundsatzurteil, daß Bürger der Bundesrepublik, die ihren Studienaufenthalt
in Berlin, zum Beispiel durch ein Studium an der FU oder TU, nachweisen
können, nicht den Vorschriften des Wehrpflichtgesetzes unterliegen. |
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13. März |
Der SPD-Vorstand schließt den stellvertretenden Chefredakteur der
DGB-Zeitung „Welt der Arbeit“ und FU-Mitgründer, Otto Stolz, aus der
Partei aus. Stolz ist 3. Vorsitzender des Komitees „Rettet die Freiheit
e.V." |
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1. April |
Eingliederung der Deutschen Hochschule für Politik in die Freie
Universität mit dem Namen „Otto-Suhr-Institut an der Freien Universität
(vormals Deutsche Hochschule für Politik)“. |
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17. April |
Der Hauptausschuß des Abgeordnetenhauses von Berlin erhöht die finanziellen
Zuwendungen des Landes Berlin für die FU und TU von 40,3 Millionen im Jahre
1958 auf 53,4 Millionen DM für 1959. Die zusätzlichen 13,2 Millionen DM
sollen zu einem großen Teil für die durch die Besoldungsreform entstandenen
Mehrkosten und die Übernahme der Polikliniken und dem OSI in die FU verwendet
werden. |
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11. Mai |
Das Kuratorium der FU beschließt auf seiner 91. Sitzung den
Haushaltsplan 1959 mit einer Zuschußsumme des Landes Berlin für Personal- und
Sachausgaben in Höhe von DM 29.430.000,-. |
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7. Juli |
Auf seiner letzten Sitzung beschließt der „Senatsausschuß für
Politische Meinungsäußerung akademischer Gremien“ Grundsätze und
Empfehlungen: die politische Bildung und Erziehung sei Aufgabe der Gesamtuniversität,
an der die einzelnen Organe mitzuwirken hätten. Stellungnahmen zu politischen
Fragen könnten von den Organen nur für sie betreffende Probleme abgegeben werden.
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25. Juli |
Der amerikanische Außenminister Christian A. Herter lehnt in
Berlin das Chruschtschow-Ultimatum ab. Die Regierung der USA sei nicht
bereit, eine Befristung „ihrer Rechte und Pflichten“ im amerikanischen Sektor
Berlins zu akzeptieren. |
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19. Okt. |
Im Wintersemester 1959/60 studieren insgesamt 11.457 Studenten an der
FU. Von den 1784 Studienbewerbern wurden 450 abgelehnt. |
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21. Okt. |
Grundsteinlegung des Klinikums. |
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1.-3. Dez. |
Wahlen zum 11. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 65,7%. Die „Rechten“
gewinnen die Wahlen zum 11. Konvent eindeutig. |
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1960 |
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25. Jan. |
Der FU-Student Reinhard Strecker stellt im
Auftrag des SDS Strafantrag gegen 43 schwerbelastete Richter, die während des
Dritten Reiches Terrorurteile aussprachen. |
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18. Febr. |
Wahl des neuen AStA: 1. Vorsitzender: cand. jur. Jürgen Wohlrabe. |
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4.-8.Apr. |
6. Deutscher Studententag in Berlin zum Thema „Abschied vom Elfenbeinturm“. |
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1. Mai |
Ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug vom Typ "U2" wird in
der Nähe der sowjetischen Stadt Swerdlowsk abgeschossen. |
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30. Juni |
Richtfest des „Osteuropa-Instituts“. |
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18. Juli |
Prof. Dr. Renate Riemeck, Wuppertal, wird die Prüfungsberechtigung entzogen,
da sie Ost-Kontakte unterhalten habe. |
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19. Juli |
Zum neuen 1. AStA-Vorsitzenden wird der 27jährige stud. jur. Heinrich
Lummer (RCDS und CDU) gewählt. 10-Jahres-Plan für den Ausbau der beiden Westberliner
Universitäten". Bauvolumen insgesamt: 250 Mill. DM (Fast ausschließlich
aus Bundesmitteln); jährliche Baukosten für die Universitäten sowie die
Studentenwohnheime und Mensen: rund 25 Millionen DM. Die dringlichste
Bauplanung sieht 200 Millionen DM vor. |
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Nov. |
Veröffentlichung der „Empfehlungen zum Ausbau der Wissenschaftlichen
Einrichtungen. Teil I Wissenschaftliche Hochschulen“ des Wissenschaftsrates.
Für die FU empfiehlt der Wissenschaftsrat eine Erweiterung von 56 ordentlichen
und 18 außerordentlichen Lehrstühlen. |
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25. Nov. |
Der Deutsche Wissenschaftsrat fordert in einer Denkschrift die
Gründung von drei neuen Universitäten und die Errichtung von 1200
zusätzlichen Lehrstellen. |
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5. Dez. |
Gemeinsamer Festakt der FU und der Westdeutschen Rektorenkonferenz im
Auditorium maximum der FU anläßlich der 150. Wiederkehr des Gründungstages
der ehemaligen Friedrich-Wilhelms-Universität. Hauptreferenten: Der Rektor
der FU, Prof. Eduard Neumann, und der Präsident der Westdeutschen
Rektorenkonferenz. Prof. Hans Leussink. An dem Festakt nehmen 21
Rektoren ans dem Bundesgebiet, der Lehrkörper der FU. der VDS-Vorstand und
Vertreter des Westberliner Senats und Abgeordnetenhauses teil. |
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6.-8. Dez. |
Wahlen zum 12. Konvent. Wahlbeteiligung: 57,3%. Rechte Fraktion
(RCDS, Freiheitlich-konservative Studentengruppe, Korporierte, SHB): 23; „Unabhängige“:
16; Linke Fraktion (SDS, Argument-Club, LSD): 26 Mandate. |
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1961 |
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9.-11. Jan. |
Universitätstage 1961 an der FU zum Thema „Marxismus-Leninismus, Geschichte
und Gestalt“. Das Thema soll ein Beitrag zum „Abschied vom Elfenbeinturm“
sein. |
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12 April |
Juri Gagarin umkreist als erste Mensch in einem sowjetischen Satelliten die Erde. |
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24. April |
Das Kuratorium stellt den Haushaltsplan für 1961 in Einnahme und Ausgabe
endgültig auf 49.361.500,- fest. |
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l 0. Mai |
Richtfest für den Erweiterungsbau des Pharmazeutischen Instituts der
FU. |
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17. Mai |
Der Konvent beschließt eine außerordentliche öffentliche
Konventssitzung im Auditorium maximum. Einziger Tagesordnungspunkt:
Berichterstattung studentischer Journalisten über den in Jerusalem
stattfindenden Eichmann-Prozeß.
Die Konventsabgeordneten des RCDS sehen in dieser geplanten Konventssitzung
eine „unzulässige Politisierung des Konvents“. |
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1. Juni |
Die Schering AG Berlin bringt das erste hormonale Verhütungsmittel
Europas "Anovlar"(„Die Pille“) auf den Markt. |
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5. Juni |
Das neue Gebäude des "Osteuropa-Instituts“ an der FU wird
eingeweiht. |
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1. Juli |
Der Ordinarius für Strafrecht, Prof. Dr. jur. Ernst Heinitz, wird zum
neuen Rektor der FU gewählt. |
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2.-12. Aug. |
Vor allem Bild-Zeitung und BZ erscheinen mit der Schlagzeilen der
Flüchtlingszahlen aus Ost-Berlin und der DDR: „4 Millionen bis heute
geflüchtet - PANKOW IN PANIK!“ bis „ . . macht Pankow jetzt die Grenzen
dicht?“ |
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13. Aug. |
Die Regierung der DDR läßt die Sektorengrenzen zwischen den drei Westsektoren
und dem Ostsektor Berlins durch Einheiten der Nationalen Volksarmee, der
Betriebskampfgruppen und der Volkspolizei abriegeln und Stacheldrahthindernisse
und provisorische Betonmauern errichten. |
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17. Sept. |
Bundestagswahl. Wahlbeteiligung: 87,5%. CDU/CSU: 45,3%, SPD: 36,3% und FDP: 12,7%. |
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8. Okt. |
Der Berliner Hochschularbeitskreis legt der DK des SDS eine
Denkschrift „Hochschule in der Demokratie“ vor. |
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8. Nov. |
Der SPD-Parteivorstand beschließt, die SPD-Mitgliedschaft für
unvereinbar zu erklären mit einer Mitgliedschaft sowohl im SDS, als auch in
der Sozialistischen Förderergesellschaft e.V. |
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1. Dez. |
Das Kuratorium stellt den Haushaltsplan 1962 der FU in Einnahme und
Ausgabe auf DM 69.338.750, - fest. |
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12./14. Dez. |
Wahlen zum 13. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 57,88%. 7 Mitglieder
des RCDS, je ein Mitglied des SHB und des SDS und 4 Mitglieder der „Deutschen
Burschenschaft“ werden gewählt. |
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15. Dez. |
Der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann wird in
Jerusalem zum Tode verurteilt. |
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1962 |
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20. März |
Dem Berliner SDS-Landesverband werden auf Anweisung des Bundesministeriums
für gesamtdeutsche Fragen alle Zuwendungen aus dem Bundesjugendplan
(Sonderplan - Berlin) gestrichen. |
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7. Mai |
Das neue OSI-Gebäude der FU wird eingeweiht. |
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22.-26. Juni |
Straßenschlachten in München-Schwabing. Von der Kriminalpolizei
werden 199 Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, groben Unfugs,Aufwiegelei
und Aufruhr eingeleitet. |
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18. Okt. |
Im Wintersemester 1962/63 studieren insgesamt 14.167 Studenten an der
FU. |
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27. Okt. |
Der Herausgeber des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Rudolf
Augstein, wird verhaftet. |
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31. Okt. |
Auf dem Steinplatz in West-Berlin demonstrieren ungefähr fünfhundert
Studenten und Mitglieder der „Gruppe 47“ gegen den „Akt von staatlicher
Willkür“ in Hamburg. |
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12. Nov. |
Der Haushaltsplan der FU für 1963 wird (ohne einmalige Baumaßnahmen)
auf 68.815.950,- DM festgestellt. |
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11.-13. Dez. |
Wahlen zum 14. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 57,9 %. RCDS: 5;
SHB: 4; Internationaler Studentenbund: 7; Katholische Studentengemeinde 4;
Evangelische Studentengemeinde 3; und schlagenden Korporationen: 9. |
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13. Dez. |
Der Innensenator von Berlin, Heinrich Albertz, erklärt vor
FU-Studenten, ein paar tausend am Karabiner ausgebildete junge Leute „seien
für die freiwillige Polizeireserve“ (FPR) notwendig, um „ein Mindestmaß von
normalem Leben“ in Krisensituationen aufrechtzuerhalten. Eine Betätigung der
FU- und TU-Studenten in der FPR sei vernünftiger als „dilettantische
Sprengstoffanschläge auf die Mauer“. |
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1963 |
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28. Jan. |
Das Kuratorium erklärt sich grundsätzlich mit der Umwandlung des „Amerika-Instituts“
an der FU in ein interfakultatives Institut einverstanden. Es begrüßt die
Bereitschaft der Ford-Foundation, eine Spende von 5.650.000 zum Aufbau zur
Verfügung zu stellen. |
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30. Jan. |
Der 14. Konvent der FU wählt das Mitglied der schlagenden
Burschenschaft „Saravia“, stud. jur. Eberhard Diepgen zum neuen 1.
AStA-Vorsitzenden. |
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13.-15. Febr. |
Urabstimmung über 1. den Konventsbeschluß vom 30.1.1963, Diepgen
zum 1. AStA-Vorsitzenden zu wählen. und 2. die Auflösung des 14. Konvents.
Wahlbeteiligung: 70,8% (10.061 Studenten) für die Abwahl des 1.
AStA-Vorsitzenden stimmen 64,5% (6390 Studenten), für die Auflösung des Konvents
60% (6.024 Studenten). |
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10. März |
Der 22jährige FU-Student Hans Jürgen Bischoff (Juristische
Fakultät der FU, Mitglied des „Corps des Kösener CV“) wird bei einer
Sprengstoffexplosion in einem Wohnhaus am Hohenzollerndamm getötet. |
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19.-21. Juni |
Wahl zum 15. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 61,6%. Von den 71 Konventsabgeordneten
gehören l7 der Linken, 36 der Rechten an. 16 sind „politisch unabhängig“. |
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26. Juni |
Festakt zu Ehren des Präsidenten der USA, John F. Kennedy. Kennedy
wird die Würde eines Ehrenbürgers der FU verliehen. |
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11. Aug. |
Stiftungsrat und Vorstand des FU-Studentendorfes, der Rektor der FU,
Prof. Dr. jur. Ernst Heinitz und der AStA der FU veröffentlichen eine gemeinsame
Erklärung, in der die Fluchthilfe von Studenten auf privater Ebene begrüßt
wird, gleichzeitig jedoch festgestellt wird, daß die FU als Körperschaft des
öffentlichen Rechts diese Aktivitäten nicht unterstützen könne. |
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1. Okt. |
Im WS 1963/64 studieren insgesamt 14.762 Studenten an der FU. |
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16. Okt. |
Prof. Ludwig Erhard (CDU) wird mit 279 gegen 180 Stimmen bei 24 Enthaltungen
zum Bundeskanzler gewählt. |
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22. Nov. |
John F. Kennedy wird in Dallas. Texas, ermordet. Ungefähr 20.000 Studenten und Schüler ziehen in
einem Fackelzug vom Steinplatz zum Schöneberger Rathaus, wo ein AStA-Mitglied
und der Regierende Bürgermeister Willy Brandt sprechen. |
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27. Nov. |
Das Amerika-Institut der FU wird durch Beschluß des Akademischen Senats
umbenannt in „John F.-Kennedy-Institut“. |
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Dez. |
Die Zahl der amerikanischen militärischen „Berater“ in Vietnam wird
auf 16.000 erhöht. Amerikanische Piloten bombardieren „Vietcong-Dörfer“. |
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4. Dez. |
Rektoratsübergabe an Prof. Dr. Lüers. Der scheidende Rektor Heinitz
gibt eine Steigerung der Zahl der Studenten von 13.000 im Jahre 1961 auf
15.000 bekannt, die Zahl der Ordinarien stieg um ein Viertel, der Etat im
gleichen Zeitraum von 42 auf 69 Mill. Für 1964 ist ein Etat von 80 Mill.
geplant. Künftig sollen 25 Mill. für die bauliche Erweiterung zur Verfügung
stehen (1961: 5 Mill.). |
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10-12. Dez. |
Wahlen zum 16. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 57,8%. (24 „Linke“,
26 „Rechte“ und 21 „Unabhängige“) |
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17. Dez. |
Der Ministerrat der DDR und der Senat von Berlin einigen sich auf die
Ausgabe von Passierscheinen für Westberliner. |
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20. Dez. |
Über hundert in- und ausländische Journalisten und Prozeßbeobachter
wohnen in Frankfurt der Eröffnung der Hauptverhandlung gegen 21 ehemalige
Angehörige des SS-Bewachungspersonals im Konzentrationslager Auschwitz bei. |
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1964 |
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1. Juli |
Der Zulassungsausschuß der Juristischen Fakultät an der FU nimmt mit
Wirkung vom 15. Okt. 1964 die Zulassung aller mehr als elf Fachsemester
Rechtswissenschaft Studierenden zurück, um der ständig anwachsenden Überfüllung
entgegenzuwirken. |
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15-18. Dez. |
Wahlen zum 17. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 47,2%. SDS und der Argument-Club:
8, SHB: 6, LSD: 3, GSG: 1. Freunde der Publizistik: 1, SPD: 1. ESG: 3, RCDS:
1 und Korporationen: 7. 48 „Unabhängige“ |
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18. Dez. |
Studentische Protestdemonstration gegen den Berlin-Besuch des
kongolesischen Ministerpräsidenten Moise Tschombé. |
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1965 |
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1. April |
Im Sommersemester studieren an der FU insgesamt 15.460 Studenten. Der
neugewählte AStA tritt sein Amt an. 1. AStA-Vorsitzender stud. phil. Wolfgang
Lefèvre (SDS, AC), 2. Vorsitzender stud. rer. nat. Peter Damerow (AC). |
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29. April |
Auf Befehl von Präsident Lyndon B. Johnson landen
US-Einheiten der Marineinfanterie in der Dominikanischen Republik. |
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7. Mai |
Von den Hochschulgruppen SHB, SDS und LSD initiierte Protestversammlung
gegen das Redeverbot für Kuby. In der Resolution heißt es:
„Wir fordern den Rektor der FU auf, zu bestätigen, daß wir an unserer
Universität jedermann, zu jeder Zeit, zu jedem Thema hören und mit ihm
darüber diskutieren können.“ |
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12. Mai |
Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und Israels nehmen diplomatische
Beziehungen auf. Der Irak, Ägypten, Syrien. Saudi-Arabien, Jordanien,
Algerien, Kuweit und der Jemen brechen daraufhin die diplomatischen
Beziehungen zur BRD ab. |
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18. Mai |
Um acht Uhr morgens ziehen Streikposten vor dem Gebäude des OSI auf.
Die Studenten tragen Plakate mit Texten wie „Heute Kuby - wer morgen“,
„Vorlesungsstreik“ und „Redefreiheit auch an der Freien Universität“. |
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28. Mai |
Feierliche Immatrikulationsfeier im Auditorium maximum der FU. Der Rektor,
Prof. Dr. Herbert Lüers, gibt zu Beginn im vollbesetzten Auditorium maximum
eine Darstellung der Fälle Kuby und Krippendorff. Im Anschluß
daran stellt der AStA-Vorsitzende Wolfgang Lefèvre in seiner Begrüßungsrede
die Position des AStA und des Konvents dar. Als Lefèvre dem
Akademischen Senat vorwirft, die Auseinandersetzungen und die Raumvergabe
nicht im Geiste der Satzung geführt zu haben, unterbrechen die Professoren Bettermann,
Blei und Schilcher seine Rede. Prof. Bettermann ruft laut
ins Auditorium maximum: „Magnifizenz, wenn Sie jetzt nicht einschreiten, verlasse
ich den Raum.“ Der AStA-Vorsitzende Lefèvre, die studentische
Wahlsenatorin Sigrid Rüger (SDS) und der stellvertretende Konventspräsident
Christian
Fenner (LSD) verlassen daraufhin unter dem Protest der
Neuimmatrikulierten das Auditorium maximum. Der Rektor erklärt in einer
kurzen Rede, daß er in diesem Augenblick den 1. AStA-Vorsitzenden gebeten
haben „würde, das Podium zu verlassen, wenn er nicht schon von selbst
gegangen wäre.“ Nach Rücksprache mit den Professoren Sontheimer und Ziebura
beantwortet Dr. Krippendorff das Schreiben des Rektors vom 24. Mai 1965: Er bedauert,
einer falschen Information zum Opfer gefallen zu sein, weist auf seine
Berichtigung im Spandauer Volksblatt vom 19. Mai 1965 hin und entschuldigt
sich. |
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8.-12. Juni |
10. Deutscher Burschentag im Palais am Funkturm aus Anlaß der 150. Wiederkehr
des Gründungstages der 1. Burschenschaft in Jena. Höhepunkt des 5tägigen
Treffens ist der Festkommers in der Deutschlandhalle. Redner des
Festvortrages ist Prof. Dr. Helmut Thielicke (Hamburg) zum Thema
„Über den Ruin und das Wiedererstehen der Ideale“. Weitere Redner sind der Regierende
Bürgermeister von Berlin und Kanzlerkandidat Willy Brandt, der
Vizekanzler und Vorsitzende der FDP Dr. Erich Mende, der
CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Johann Baptist Gradl, Prof. Dr. Karl
Aug. Bettermann (FU) und der Präsident der Westdeutschen
Rektorenkonferenz, Prof. Dr. Rudolf Sieverts. Prof. Bettermann
fordert die versammelten 5000 korporierten Studenten und Alten Herrn in
Anwesenheit des Rektors der FU, Prof. Dr. Herbert Lüers, auf:
„Machen Sie einen neuen Anfang, bringen Sie uns unsere Universität wieder in
Ordnung. In diesem Sinne rufe ich: ‚Burschen heraus!' |
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10. Juni |
Über den Geschäftsführenden Direktor des OSI teilt der Rektor dem Assistenten
Dr. Ekkehart Krippendorff in einem Schreiben mit, daß lediglich
der Umstand, daß dessen Vertrag am 30. Sept. 1965 ablaufe, „eine fristlose Kündigung
aus wichtigen Grunde“ entbehrlich erscheinen lasse. (Krippendorff hatte die
Meinung weitergegeben, daß der Philosoph Karl Jaspers nach Einspruch des
Rektors nicht an der FU habe sprechen können, die Behauptung aber in
derselben Zeitung widerrufen). |
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26. Juni |
Prof. Dr. Hans-Joachim Lieber wird zum neuen Rektor der FU gewählt. |
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13. Juli |
Der Senat von Berlin beschließt einen Landeszuschuß für die Freie
Universität in Höhe von DM 106.600.000,-. |
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13. Sept. |
Die Philosophische Fakultät der FU ernennt Prof. Dr. Herbert
Marcuse zum Honorarprofessor. |
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15. Sept. |
Konzert der englischen Rock- und Pop-Gruppe „The Rolling Stones“ in
der Waldbühne. 85 Festnahmen durch die Polizei. 87 Verletzte und ungefähr
400.000,- DM Sachschaden. Nach dem Konzert werden 17 S-Bahn-Züge teilweise
schwer demoliert, |
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16. Sept. |
Unbekannte Täter zünden die Haustür am Haus des Schriftstellers Günter
Grass an, Grass arbeitet im „Wahlkontor deutscher Schriftsteller"
mit, das der SPD Wahlhilfe leistet. |
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19. Sept. |
Bundestagswahl für den 5. Bundestag. CDU/CSU: 47,6% (245 Sitze); SPD: 39,3% (202 Sitze) und
FDP: 9,5% (49 Sitze). |
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13.-17. Dez. |
Vietnam-Ausstellung des SDS im Studentenheim der ESG in der Gelfertstraße
45. (Die Ausstellung habe wegen baupolizeilicher Vorschriften nicht in der
Eingangshalle des Henry-Ford-Baus gezeigt werden können.) |
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1966 |
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12. Jan. |
Die Westdeutsche Rektorenkonferenz leitet dem Bundestag ein Memorandum
zu, in dem für das Jahr 1966 für den weiteren Ausbau der wissenschaftlichen
Hochschulen Bundeszuschüsse in Höhe von 530 Millionen DM gefordert werden.
(Die Mittel sollen auf 350 Mill. DM gekürzt werden.) In seiner jährlichen „Botschaft über die Lage der Nation“ vor den
beiden Häusern des Kongresses fordert der amerikanische Präsident Lyndon
B. Johnson vom Kongreß 58,3 Milliarden Dollar für den
Verteidigungshaushalt. |
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19.-21. Jan. |
Universitätstage
zum Thema „Nationalsozialismus und die Deutsche Universität“. |
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Febr. |
Die Redaktion des „FU-SPIEGEL“ begründet in Heft Nr. 50 die „öffentliche
Kritik von Lehrveranstaltungen“ durch die Studentenschaft. |
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3./4. Febr. |
In der Nacht werden in West-Berlin von ca. 40 Personen - überwiegend
SDS-Mitglieder - Plakate geklebt, in denen der Kanzler der Bundesrepublik
Deutschland als Mörder bezeichnet wird. Einige der Plakatkleber, darunter
vier Studenten der FU, die gleichzeitig SDS-Mitglieder sind, werden festgenommen. |
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5. Febr. |
Am Nachmittag findet die von den Studentenverbänden SHB, SDS, LSD, AC
und HSU veranstaltete Vietnam-Demonstration mit über 2500 Studenten statt.
Das Amerika-Haus wird mit Frischeiern beworfen, die Flagge steht auf Halbmast. |
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7. Febr. |
Die ‚BZ‘ veröffentlicht einen Leitartikel zur Vietnam-Demonstration
unter der Schlagzeile „Inspektor sagt: eine Schande für unser Berlin!“ Der
Rektor der FU entschuldigt sich in einem Brief an den amerikanischen Stadtkommandanten
in Berlin. |
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10. Febr. |
Knut Nevermann wird mit Unterstützung des SDS und des Argument-Clubs
zum neuen 1. AStA-Vorsitzenden gewählt. |
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14. Febr. |
Der Haushaltsplan der Freien Universität für 1966 wird in Einnahme
und Ausgabe endgültig auf 119.696.400,- DM festgestellt. |
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15. Febr. |
Der Akademische Senat beschließt die Richtlinien zur Raumvergabe. Der
AStA der FU erklärt seinen Rücktritt. |
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1. April |
Im Sommersemester 1966 studieren an der FU 15.615 Studenten (davon
4.385 weibliche). 1.587 sind Studienanfänger. |
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2. Mai |
Beschluß der Medizinischen Fakultät der FU, mit sofortiger Wirkung
eine auf drei Semester befristete Zulassung einzuführen. |
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22./23. Juni |
3000 Studenten nehmen an einer Vollversammlung aller Fakultäten teil.
Resolution: „Wir kämpfen nicht nur um das Recht, längere Zeit zu studieren
und unsere Meinung stärker äußern zu können. Das ist nur die halbe Sache. Es
geht uns vielmehr darum, daß Entscheidungen, die die Studenten betreffen, demokratisch
nur unter Mitwirkung der Studenten getroffen werden. Es gilt. die Freiheit
der Universität als Problem zu sehen. das über den Rahmen der Universität
hinausweist. Aus diesem Grunde sieht die Studentenschaft die Notwendigkeit,
mit allen demokratischen Organisationen der Gesellschaft zusammenzuarbeiten.
um ihre Forderungen durchzusetzen.“ |
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30. Okt. |
Kongreß „Notstand der Demokratie" in Frankfurt/Main. In sechs
Foren diskutieren mehr als 5000 Gewerkschaftler, SPD-Parteimitglieder,
Studenten, Assistenten und Professoren. |
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26. Nov. |
Diskussionsveranstaltung des AStA der FU mit dem Rektor.
„Fachidioten-Flugblatt“. |
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1. Dez. |
Große Koalition in Bonn. Kanzler: Kurt Georg Kiesinger
(CDU), Bundesaußenminister: Willy Brandt. |
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6.-9. Dez. |
Wahlen zum 19. Konvent der FU. Wahlbeteiligung: 53,7%. 46 der gewählten
Konventsabgeordneten gehören zur „Linken“ (u.a. SHB: 12, SDS: 7, HSU: 2, LSD:
2 und DIS: 1) und 22 zur „Rechten“, (u.a. Burschenschaftler: 8 und RCDS: 4).
10 Konventsabgeordnete haben keine studentische Gruppe angegeben. |
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17. Dez. |
„Spaziergangsdemonstration“ des SDS. „keine Keilerei mit der Polizei“
und „Kommt die Polizei vorbei, gehen wir an ihr vorbei, an der nächsten Ecke
dann, fängt das Spiel von vorne an.“ |
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1967 |
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26. Jan. |
Hausdurchsuchung der Geschäftsräume des SDS. |
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1. April |
Im Sommersemester studieren insgesamt 15.060 Studenten an der FU, davon
1.448 Studienanfänger. |
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5. April |
Beamte der Abteilung 1 der Berliner Polizei nehmen 11 Studenten, überwiegend
Mitglieder der „Kommune 1“ fest wegen Planung von „Anschlägen gegen das Leben
oder die Gesundheit des amerikanischen Vizepräsidenten Hubert Horatio Humphrey
mittels Bomben“. (Diese Polizeimitteilung ist falsch: nach einer Untersuchung
der gefundenen Gegenstände stellt sich heraus. daß es sich um Rauchkerzen,
Plastikbeutel mit Farbstoff, Pudding und Mehl gehandelt hat. Die Polizei gibt
keine Richtigstellung ihrer Mitteilung heraus.) |
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19. April |
Sit-in. Der Rektor fordert Polizeieinsatz an, der abgebrochen wird,
als die von den Polizeibeamten aus der Halle des Henry Ford-Baus hinausgetragenen
Studenten wieder in die Halle zurückkehren und sich wieder hinsetzen. Tod des ehemaligen Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland Dr. Konrad
Adenauer. |
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22. April |
Der Rektor teilt öffentlich mit, daß er gegen die Studenten Hartmut
Häußermann (1. AStA-Vorsitzender), Bernhard Wilhelmer (2.
AStA-Vorsitzender), Wolfgang Lefèvre (Konventsvorsitzender),
Knut
Nevermann (Ältester des Konvents) und Rudi Dutschke wegen der
Teilnahme am sit-in vom 19. April 1967 Disziplinarverfahren eingeleitet habe.
(Der Konvent spricht den Betroffenen das Vertrauen aus. Darüber wird eine
Urabstimmung beschlossen.) |
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30. April |
Gründungsversammlung des „Republikanischen Clubs e.V. Berlin“ in den
Clubräumen in der Wielandstraße 27. |
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2. Mai |
Der Rektor der FU, Prof. Dr. Hans-Joachim Lieber, fordert die
Hörer der Hauptvorlesungen vor Vorlesungsbeginn auf, mit „JA“ zu stimmen.
(Für den Fall, daß dies mehrheitlich geschieht, stellt er die Einstellung der
Disziplinarverfahren in Aussicht.) Die Mitglieder der Kommune 1 verteilen vor
der Mensa der FU fünf durchnumerierte Flugblätter, die mit „SDS“ unterzeichnet
sind. Die Kommune 1 verhöhnt den Rektor, den Akademischen Senat, den AStA,
und die politischen Studentengruppen an der FU. Im Flugblatt Nr. 2 werden die
Studenten als „Lahmärsche und Karrieremacher" bezeichnet. |
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9. Mai |
Prof. Dr. Ernst Fraenkel sagt ungefähr fünfzig Prüfungen ab. (Sein Seminar
war trotz Verbots durch den AS im FU-SPIEGFL rezensiert worden.) In der Urabstimmung haben 10.173 FU-Studenten votiert, davon 4.709
(46,1%) für den AStA, 4.383 (43,4%) gegen den AStA, 1.035 (10,5%) gaben
ungültige Stimmzettel ab und 46 (0,5%) enthielten sich der Stimme. |
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9. Mai |
Prof. Dr. Ernst Fraenkel sagt ungefähr fünfzig Prüfungen ab. (Sein Seminar
war trotz Verbots durch den AS im FU-SPIEGFL rezensiert worden.) In der Urabstimmung haben 10.173 FU-Studenten votiert, davon 4.709
(46,1%) für den AStA, 4.383 (43,4%) gegen den AStA, 1.035 (10,5%) gaben
ungültige Stimmzettel ab und 46 (0,5%) enthielten sich der Stimme. |
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12. Mai |
Ausschluß der Komymune I aus dem SDS
auf der Landesvollversammlung des Berliner SDS. |
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2. Juni |
Der FU-Student Benno
Ohnesorg wird während einer Demonstration gegen den Schah
von Persien vom Kriminalobermeister Hans Kurras erschossen. |
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3. Juni |
In einer Presseerklärung rechnet der
Regierende Bürgermeisters Heinrich Albertz
den Toten und die Verletzten der Demonstrationen ausschließlich den Demonstranten
als Schuld an und billigt das Verhalten der Polizei. |
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5. Juni |
Beginn des 3. Nahostkrieges
(Sechs-Tage-Krieg). Die Vollversammlung aller Fakultäten im
Auditorium maximum der FU beschließt die Bildung dreier Komitees:
"Komitee zur Aufklärung der Bevölkerung" (Komifö),
"Ermittlungskomitee" (später umbenannt in Ermittlungsausschuß) und
"Aktionskomitee zur Organisierung der Trauerfeierlichkeiten". "Bild" meldet: "Studenten
drohen: Wir schießen zurück ... Wenn die Polizei noch einmal auf uns schießt,
werden wir zurückfeuern. Wir sind schon dabei, uns zunächst Gaspistolen zu
beschaffen." Die Verfasser des Artikels erklären, daß sowohl die Überschrift
als auch die entsprechende Passage dem Text ohne ihr Wissen hinzugefügt
worden seien. |
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7. Juni |
Der Polizeipräsident
von Berlin, Erich Duensing,
wird auf eigenen Wunsch bis zum Abschluß der Untersuchungen vom Dienst
beurlaubt. Das Abgeordnetenhaus beschließt die
Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. |
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9. Juni |
Im Anschluß an die Beerdigung von Benno Ohnesorg
findet in der Niedersachsenhalle ein Kongreß mit über 7000 Studenten und
Dozenten aus der Bundesrepublik Deutschland, West-Berlin und dem Ausland
statt. |
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10. Juni |
Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Ewald Harndt wird zum neuen
Rektor der Freien Universität Berlin gewählt. Prorektor wird turnusgemäß
Prof. Dr. phil. Hans-Joachim Lieber. |
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27. Juni |
"Arbeitskreis zum Schutz der Freiheit
von Lehre und Forschung in der Freien Universität Berlin" gegründet. Im
Vorspann zu einer Flugschrift "Die politische Situation an der Freien
Universität" heißt es: "Es scheint uns im Interesse der Sache im
Augenblick nicht angebracht, persönlich zu zeichnen." |
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10.-12. Juni |
Im Auditorium maximum der Freien
Universität spricht Prof. Dr. Herbert Marcuse,
Professor für Sozialphilosophie an der Brandeis-Universität und Gastprofessor
an der FU, vor ca. 2 500 Studenten und diskutiert über die Themen
"Das Ende der Utopie", "Das Problem der Gewalt in der Opposition"
und "Moral und Politik in der Überflußgesellschaft". |
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12. Juli |
Die Hochschulabteilung des AStA der FU gibt
ein provisorisches Verzeichnis der Kritischen Universität heraus. Das Kuratorium der FU berät den Haushalt
der Freien Universität für das Jahr 1968. Die Gesamtzuschüsse des Landes
Berlin für die FU sollen im Jahr 1968 147,5 Millionen DM betragen. Das sind
20 Millionen DM mehr als im Jahr 1967. |
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10. Aug. |
Nach zahlreichen Protesten gegen die seit
dem 2. Juni andauernde Inhaftierung Fritz
Teufels wird dieser auf Beschluß der 5.
Ferienstrafkammer entlassen. Der Haftbefehl gegen Teufel
wird aufrecht erhalten. |
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19. Aug. |
Während einer amerikanischen Militärparade
in Berlin-Neukölln demonstrieren Studenten gegen den Vietnamkrieg. |
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4.-8. Sept |
22. Delegiertenkonferenz des
Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) in Frankfurt/Main. Die
Delegierten verabschieden eine Resolution zur Springer-Kampagne. |
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19. Sept. |
Der Berliner Innensenator Wolfgang Büsch
erklärt seinen Rücktritt. |
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26. Sept. |
Der Berliner Regierende Bürgermeister Heinrich Albertz
erklärt seinen Rücktritt mit der Begründung, seine Bemühungen zur Erhaltung
eines "arbeitsfähigen Berliner Senats" seien gescheitert. |
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5. Okt. |
Nach den jüngsten Angaben des
US-Oberkommandos aus Saigon hat der Vietnamkrieg seit Jan. 1961 300 000
Menschenleben gefordert, darunter 13 643 US-Soldaten. |
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8. Okt. |
Der ehemalige kubanische Industrieminister,
Dr. Ernesto "Che" Guevara,
fällt bei einem Gefecht zwischen Einheiten der bolivianischen Armee und Guerilleros
im Gebiet von Higueras (Bolivien) schwer verwundet in die Hände der bolivianischen
Armee und wird wenige Stunden später ermordet. |
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13. Okt. |
Auf einer Sitzung der
Benjamin-Franklin-Stiftung wird für das Klinikum Steglitz der Name "Klinikum
der Freien Universität Berlin" beschlossen. |
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17. Okt. |
Der Konvent wählt Johann Wolfgang Landsberg (SPD) zum
neuen AStA-Vorsitzenden der FU. Stellvertretender AStAVorsitzender wird Bernhard
Wilhelmer (unabhängig); Hochschulreferat: Reinhard Selka
(unabhängig); Politreferat: Sigrid Fronius (SDS) und Hans
Peter Rouette; Finanzreferat: Günther Mayer (SPD) und
Helmut Giesa; Außenreferat: Marianne Henkel (unabhänigig);
Sozialreferat: Jutta Menschik (SHB). |
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21. Okt. |
"Tag des internationalen Protestes
gegen den Krieg in Vietnam". An der Vietnam-Demonstration in
West-Berlin, zu der 33 Organisation aufgerufen haben, beteiligen sich etwa
7000 Menschen. |
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1. Nov. |
Das Kuratorium beschließt die Errichtung eines Instituts für
klinische Pharmakologie im Bereich des Klinikums und eines Instituts für
Neuro-Psycho-Pharmakologie in der psychiatrischen und neurologischen Klinik
und Poliklinik der Freien Universität. |
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21. Nov. |
Die 14. Große Strafkammer des Landgerichts Moabit spricht Kriminalobermeister
Karl-Heinz Kurras von der Anklage der fahrlässigen Tötung des
Studenten Benno Ohnesorg frei, da es "keine Anhaltspunkte
für eine vorsätzliche Tötung oder eine beabsichtigte Körperverletzung durch
einen gezielten Schuß" gebe. Demonstrationen. |
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3. Dez. |
In der ARD-Sendereihe "Zu Protokoll" diskutiert Günter
Gaus mit Rudi Dutschke. |
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8. Dez. |
Die Wahlen zum 20. Konvent der FU und die Urabstimmung über die
"kritische Universität" enden mit einem Erfolg der Linken. An der
Konventswahl beteiligten sich 10 042 der 15 072 Wahlberechtigten,
das sind 66,7 %. Damit liegt die Wahlbeteiligung höher als 1966
(53,7 %) und 1965 (57,4 %). Die Linke Fraktion im Konvent erhält 40
von 76 Sitzen. Innerhalb der Linken ist eine Verschiebung festzustellen, der
SDS erhält im 20. Konvent 16 Sitze (gegenüber 7 im 19. Konvent), der SHB 4
Sitze gegenüber 12. Die Vereinigten Arbeitsgemeinschaften an der FU (VAFU)
konnten 26 Sitze erringen. An der Urabstimmung über die "Kritische Universität"
beteiligten sich rd. 70 % der Wahlberechtigten. Für die Kritische
Universität sprachen sich 5557 Studentinnen und Studenten (53 %) aus, dagegen
4473 (42,5 %) und 448 stimmten ungültig. |
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1968 |
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1. Febr. |
Am Abend findet im Auditorium maximum der TU eine Veranstaltung der
Kritischen-Universität zur Vorbereitung des "Springer-Tribunals"
statt, an der etwa 1500 Personen teilnehmen. Während der Veranstaltung wird u.
a. ein Lehrfilm über die Herstellung von Molotow-Cocktails gezeigt. Am Ende
des Films erscheint als Schlußbild eine Aufnahme des Springer-Hochhauses. |
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2. Febr. |
In den frühen Morgenstunden zwischen 2.00 und 3.00 Uhr werden in verschiedenen
Berliner Bezirken die Scheiben von sechs Filialen des Springer-Konzerns durch
Steinwürfe zertrümmert. Die Steine sind teilweise in Flugblätter mit der
Forderung "Enteignet Springer" eingewickelt. |
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17. Febr. |
Unter einer großen Fahne der FNL mit der Aufschrift "Für den Sieg
der vietnamesischen Revolution" und "Die Pflicht des Revolutionärs
ist es, Revolution zu machen" beginnt im überfüllten |
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18. Febr. |
Auditorium maximum der Technischen Universität der Internationale Vietnam-Kongress."
Um 2 Uhr entkommt Rudi Dutschke mit zwei Freunden der Einkreisung
durch ca. 10 Taxis. Über den Funkverkehr kommt die Mitteilung: "Wir
haben Dutschke jetzt verloren." Über 15 000 Personen beteiligen sich an der
Abschlußdemonstration des Internationalen Vietnam-Kongresses. |
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21. Febr . |
Kundgebung des Senats, des Abgeordnetenhauses, der CDU, SPD und FDP,
des DGB, des Ringes politischer Jugend vor dem Rathaus Schöneberg. Sonderfahrten
der BVG, dienstfrei für die Angestellten des öffentlichen Dienstes und
zahlreicher Betriebe der Privatwirtschaft. Transparente mit Aufschriften wie
"Freiheit für die Zone", "Dutschke Volksfeind Nummer
eins". Junge oppositionelle Leute werden von den Demonstranten
angegriffen und verprügelt. Ein Mann, den die Menge irrtümlich für Rudi
Dutschke hält, muß von der Polizei zum eigenen Schutze in Gewahrsam
genommen werden. |
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29. Mär z |
In Marburg konstituiert sich die Bundesassistentenkonferenz. |
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3. April |
In den frühen Morgenstunden werden in zwei Frankfurter Kaufhäusern
durch Brandsätze Feuer ausgelöst, die einen Schaden von zwei Millionen DM
verursachen. |
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5. April |
Unter dem Verdacht, die Brandsätze in Frankfurt gelegt zu haben,
werden die 27jährige Berliner Germanistikstudentin Gudrun Ensslin,
der 26jährige Berliner Student Thorwald Proll, der 24jährige Andreas
Baader, der als Berufsbezeichnung Journalist angibt, und der Münchner
Schauspieler Horst Söhnlein in Frankfurt festgenommen. Nach der Ermordung des Friedensnobelpreisträgers und Bürgerrechtskämpfers
Dr. Martin Luther King kommt es in über 20 Großstädten der USA
zu schwersten Rassenunruhen, die 19 Todesopfer fordern |
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11. Apr. |
Um 16.30 Uhr wird Rudi Dutschke durch drei
Pistolenschüssen von dem 23jährigen Anstreicher Josef Bachmann,
Bild-Leser und Hitler-Verehrer, lebensgefährlich verletzt. Am Abend versammeln sich im Auditorium maximum der Technischen Universität
etwa 2500 Anhänger der Außerparlamentarischen Opposition. Bernd Rabehl
(SDS) erklärt unter dem Beifall der Versammelten: "Ich spreche ganz
deutlich aus, die wirklichen Schuldigen heißen Springer, und die Mörder heißen
Neubauer und Schütz!" Straßenschlacht zwischen Demonstranten und Polizei vor dem
Springer-Hochhaus in der Kochstraße. Auslieferungsfahrzeuge des
Springerkonzerns werden umgestürzt und in Brand gesteckt. |
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17. Apr.. |
In München stirbt am frühen Morgen der 32jährige Fotoreporter Klaus
Frings an den Folgen eines Steinwurfs. |
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Mai |
Unruhen, Barrikadenkämpfe und Straßenschlachten in
Paris. Demonstrationen,
Institutsbesetzungen, Diskussionen zum Thema Notstandsgesetze. |
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13. Mai |
Am Abend spricht Professor Herbert Marcuse im
Auditorium maximum der FU zum Thema "Geschichte, Transzendenz und
sozialer Wandel" vor ca. 4000 Studenten im Auditorium maximum und drei
anderen Hörsälen des Henry-Ford-Baus. |
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30. Mai |
Der Bundestag verabschiedet mit 384:100 Stimmen bei einer Enthaltung
nach der dritten Lesung die Notstandsgesetze. |
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21. Aug. |
In den frühen Morgenstunden rücken Einheiten der sowjetischen Roten Armee
in Prag ein. |
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12.-16. Sept. |
Auf der Delegiertenkonferenz des SDS werden fünf Mitglieder des
KPD-Flügels ausgeschlossen. |
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16. Sept. |
In Offenbach wird die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) gegründet. |
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9. Okt. |
In Anwesenheit des Gesundheitsministers der Vereinigten Staaten von
Amerika, Wilbor J. Cohen, des Botschafters der USA in Bonn, Cabot
Lodge, der Bundesgesundheitsministerin Käthe Strobel,
des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Schütz und
zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wird mit einem Festakt
in der Berliner Kongreßhalle das Klinikum Steglitz, das fast 303 Millionen DM
gekostet hat, der Freien Universität übergeben. Während der Übergabefeierlichkeiten
kommt es zu Störungen durch Studenten, die vor allem gegen die Anwesenheit
des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika, Henry Cabot Lodge
protestieren, der in früheren Jahren als Botschafter der USA in Saigon tätig
war. Als Lodge in seiner Rede erklärt, "welch schönerer Beitrag zu
unseren gemeinsamen Bemühungen wäre denkbar als dieses große medizinische Zentrum?"
ruft ein Student: "Die Bombardierung des Klinikums in Hanoi". Sodann
erklingen Sprechchöre: "Klinikum in West-Berlin - Bomben auf Hanoi"und
"Und an jedem zehnten Bett wird ein Ordinarius fett". |
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10. Okt. |
Das Abgeordnetenhaus von Berlin verabschiedet mit den Stimmen von SPD
und FDP das."Gesetz zur Änderung der Satzung der Freien Universität Berlin
und des Gesetzes über die Technische Universität Berlin" ("Vorschaltgesetz"). |
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14. Okt. |
FU-Rektor Harndt lehnt die Einstellung des Studenten Bernd
Rabehl als wissenschaftlichen Hilfsassistent ab. Rabehl
habe sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ausgesprochen. |
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21. Okt. |
Der 20. Konvent wählt auf seiner 11. ordentlichen Sitzung als
Nachfolger der zurückgetretenen AStA-Vorsitzenden Sigrid Fronius
den bisherigen zweiten Vorsitzenden Jürgen Treulieb. |
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31. Okt. |
In Frankfurter Kaufhausbrandstifter-Prozeß werden die Angeklagten Andreas
Baader, Gudrun Enslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein
zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. |
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4. Nov. |
"Schlacht am Tegeler Weg". Solidarität mit Horst
Mahler (Ehrengerichtsverfahren, Springer-Rechnung von DM 506696,70).
Aufgestaute Angst und Haß entladen sich in einem unpolitischen Angriff der
etwa 1000 Studenten mit Pflastersteinen auf die Polizei. 130 Beamte und 21
Demonstranten verletzt. Der SDS ist sich darüber im klaren, dass beim
nächsten Angriff die Polizei von ihren Waffen Gebrauch machen wird und eine
solche Konfrontation in letzter Konsequenz Bürgerkrieg bedeutet. |
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7. Nov. |
Auf dem CDU-Parteitag in Berlin ohrfeigt die französische
Journalistin Beate Klarsfeld den ehemals der NSDAP angehörenden
Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Kurt Georg Kiesinger. Von
einem Schnellgericht wird sie am Abend wegen öffentlicher vorsätzlicher
Beleidigung und Körperverletzung des Bundeskanzlers zu einem Jahr Gefängnis
verurteilt. |
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4. Dez. |
Zum Jubiläum des 20jährigen Bestehens der Freien Universität werden
keinerlei Feierlichkeiten veranstaltet. |
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1969 |
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5. März |
Die Bundesversammlung wählt am Abend im dritten Wahlgang mit 512 Stimmen
den ehemaligen Justizminister Drs. Gustav Heinemann (Heinemann:"Dr.
Gustav Gustav") (SPD) zum neuen Bundespräsidenten der Bundesrepublik
Deutschland. |
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17. März |
Der Vorsitzende des AStA der FU, Jürgen Treulieb, und
der ehemalige Politreferent des AStA, Elke Schweichel, werden
durch Entscheid des Beauftragten für Ordnungsrecht an der FU, Oberstaatsanwalt
Gerhard Blaesing, wegen fortgesetzten Aufrufs zu Störungen des
Lehrbetriebs im Wintersemester 1968/69 für vier Semester vom Studium
ausgeschlossen. |
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6. Mai |
Die SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses beschließt die
Abschaffung der Verfaßten Studentenschaft. |
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8. Mai |
Die Professoren an der Philosophischen Fakultät, Dr. Herbert
Bräuer (Osteuropa-Institut), Dr. Horst Baader, Dr. Erich
Loos und Dr. Walter Pabst sowie der Akademische Oberrat
Dr. Klaus Friedrich (Romanisches Seminar) kündigen die
Einstellung ihrer Lehrveranstaltungen an, weil gegen sie Steckbriefe wegen
"Denunziantentums" verteilt worden sind, und sie von Studenten mit
Farbeiern beworfen wurden. In den folgenden Tagen werden die Juristen Prof. Dr. Helmut
Quaritsch und Prof. Dr. Roman Herzog, der Dekan der
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Drs. Wolfram Fischer,
der Geschäftsführende Direktor des Slavischen Seminars, Prof. Dr. Herbert
Bräuer, Prof. Dr. Horst Sanmann von der Wirtschafts-
und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und der Politologe Alexander Schwan mit
Farbeiern beworfen. Zahlreiche Vorlesungen werden abgebrochen, Institute
zeitweise geschlossen. Vorlesungen und Seminare können vielfach nur unter
Polizeischutz stattfinden. |
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16. Mai |
Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus spricht sich gegen die
Abschaffung des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) und gegen die Einführung
einer Drittelparität in universitären Selbstverwaltungsgremien aus. Die
CDU-Fraktion fordert, daß mindestens 50 % der Sitze in den universitären
Gremien mit Professoren besetzt werden müssen. |
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18. Mai |
Nach Protesten gegen die Parade der Alliierten Streitkräfte auf der
Straße des 17. Juni dringen etwa 100 aufgebrachte Zuschauer in das Foyer der
Technischen Universität ein und verwüsten die im zweiten Stock gelegenen
AStA-Räume. Christian Semler (SDS) wird zusammengeschlagen und
muß ins Krankenhaus eingeliefert werden. |
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3. Juni |
Der Rektor und die Dekane überreichen dem Ausschuß für Wissenschaft
und Kunst eine Grundsatzerklärung und Änderungsvorschläge für einzelne Paragraphen
des Gesetzentwurfes zur geplanten Änderung des Hochschulgesetzes: "...
Es ist mit einem Aderlaß zu rechnen, wie es ihn nur 1933 in Deutschland
gegeben hat ... Der größte Teil der verbleibenden Hochschullehrer wird sich
in eine Art 'innere Emigration' zurückziehen." |
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15. Juni |
Gründung der "Roten Zelle Germanistik" (ROTZEG) an der FU.
Laut Statut sieht die ROTZEG als "sozialistischer, marxistischer
Kampfverband" ihre Aufgabe in einem Beitrag zur "Zerschlagung der
Bourgeoisie", in der Bekämpfung der "Klassenuniversität". |
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16. Juni |
Die Medizinische Fakultät teilt sich in die Sektionen Vorklinik,
Klinikum Steglitz, Klinikum Westend und Zahnmedizin auf.
Selbstverwaltungsorgan jeder Sektion ist die Sektionskonferenz, in der Dekan
und Prodekan stimmberechtigt sind. |
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3. Juli |
Im Sommersemester sind 14 787 Studierende an der Freien
Universität immatrikuliert, darunter 3 973 Studentinnen. |
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9. Juli |
Das Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet in der Nacht das neue Universitätsgesetz
nach über zehnstündiger Debatte mit 72:2 Stimmen. Ein FDP-Abgeordneter und
der ehemalige Innensenator Wolfgang Busch (SPD) stimmen gegen das Gesetz. Die
CDU-Fraktion war wegen Kritik am Verfahren vor der Abstimmung aus dem
Plenarsaal ausgezogen. Zum Entwurf des Universitätsgesetzes lagen dem
Abgeordnetenhaus 69 Änderungsanträge der CDU, 15 Änderungsanträge der FDP und
11 Änderungsantrage der SPD vor. |
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17. Juli |
Die Veterinärmedizinische Fakultät der Freien Universität verleiht
dem ersten Kurator der FU, Dr. Fritz von Bergmann, wegen seiner "großen
Verdienste um Gründung und Aufbau der Veterinärmedizinischen Fakultät"
die Ehrendoktorwürde. |
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20. Juli |
Landung des Raumschiffs Apollo 11 auf dem Mond. Als erste Menschen betreten
die US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin
die Mondoberfläche. |
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22. Juli |
Ein Filmteam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) wird von Studenten gewaltsam
daran gehindert, Aufnahmen für ein Fernsehspiel über die Studentenunruhen zu
drehen. Dem Film mit dem Titel "Zwei in Dahlem" liegt ein Drehbuch
von Dieter Meichsner zugrunde (Autor des 1954 erschienenen
Romans "Die Studenten von Berlin"). Ein vor dem Faschismus emigrierter
Professor arbeitet zeitweise mit den linken Studenten zusammen. Als diese zu
Gewaltaktionen greifen, fühlt er sich zwischen den Fronten Rechts und Links
an der Universität zerrieben und verläßt Deutschland erneut. |
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1. Aug. |
Das neue Berliner Universitätsgesetz tritt in Kraft. |
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2. Aug. |
Beginn des Woodstock-Festivals. |
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9. Aug. |
Manson-Morde, der u.a. Sharon Tate, die Frau des Filmregisseurs Roman
Polanski, zum Opfer fällt. |
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5. Sept. |
In zahlreichen Betrieben der Stahl- und Bergbauindustrie beginnen
wilde Streiks für höhere Löhne. |
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15. Okt. |
Unter dem Namen "Roter Traktor West-Berlin" verschicken
Studenten des Romanischen Seminars der Freien Universität Droh-Briefe an
Professoren, mit denen Berufungsverhandlungen von der FU geführt werden, mit
der Aufforderung, sich vor Annahme eines Rufs einer studentischen Öffentlichkeit
zu stellen. |
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24. Nov. |
Das Übergangskonzil wählt den Diplomphysiker und Soziologen Rolf
Kreibich mit 61 Stimmen zum ersten Präsidenten der Freien Universität
Berlin. Sein Gegenkandidat Prof. Dr. Hans-Joachim Lieber erhält
49 Stimmen. |
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30. Nov. |
Der Senator für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Werner
Stein, erklärt in einem Interview, bei der Wahl des neuen Präsidenten
der FU habe sich gezeigt, daß im Übergangskonzil der FU Konstellationen
vorhanden seien, die sich der Gesetzgeber bei der Ausarbeitung des
Universitätsgesetzes nicht vorgestellt habe. |
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3. Dez. |
Am Otto-Suhr-Institut gründen 16 Angehörige des wissenschaftlichen Mittelbaus
eine "Sozialistische Assistentenzelle" (SAZ). |
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8. Dez. |
Der Präsident der FU, Rolf Kreibich, überträgt die
Position des Universitätsdirektors und Leiters der Abteilung 1 der
Universitätsverwaltung "interimistisch" dem bisherigen
Oberregierungsrat beim Senator für Justiz, Detlev Borrmann. Der
Jurist Dr. Klaus Warncke, bisher Regierungsassessor in der
Senatsverwaltung für Finanzen, wechselt ebenfalls in diese Abteilung des Präsidialamts. |
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14. Dez. |
"Die Welt" berichtet, daß der Dekan der Philosophischen
Fakultät der FU, Prof. Dr. Otto von Simson, zur Lage an der FU
erklärt habe: "Eine vergleichbare Situation hat es in Deutschland nur
1933 gegeben". |
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18. Dez. |
Der 36-jährige Ordinarius für Rechtsgeschichte und Bürgerliches
Recht, Prof. Dr. Uwe Wesel, wird vom Übergangskonzil mit 57
gegen 18 Stimmen zum Vizepräsidenten der FU gewählt. 20 der 31 anwesenden
Professoren verlassen den Saal, um zu demonstrieren, daß Professor Wesel
nicht das Vertrauen der Mehrheit der Hochschullehrer besitzt. Präsident Kreibich plant die Einrichtung von vier
Hauptstabsstellen: 1. Prognostik, 2. Hochschulorganisation und Planung, 3.
Hochschulpolitik (Michael Höbich) und 4. Studentische Angelegenheiten.
Dazu ein Pressereferent (Peter Dehn). |
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1970 |
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6. Jan. |
An der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der FU
bricht der Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre, Prof. Dr. Bernhard
Bellinger, nach Störungen durch Mitglieder der "Roten Zelle
Ökonomie" seine Vorlesung ab. Sprecher der Rotzök fordern in der
Lehrveranstaltung die Rücknahme der von Professor Bellinger eingeleiteten
Strafverfahren und die Einstellung eines Tutors, der über Kenntnisse der
marxistischen politischen Ökonomie verfügt. 28 von 30 Hochschullehrern der
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der FU kündigen aus
Protest gegen die erneute Störung der Vorlesung von Professor Bellinger
die Einstellung ihrer Lehrveranstaltung für den Zeitraum einer Woche an. |
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7. Jan. |
Unter Vorsitz des Präsidenten der FU, Rolf Kreibich,
findet die konstituierende Sitzung des Akademischen Senats der FU statt. Dem
Akademischen Senat gehören nach dem neuen Universitätsgesetz elf
Hochschullehrer, sechs Wissenschaftliche Mitarbeiter, fünf Studenten und zwei
Dienstkräfte an. Mit knapper Stimmenmehrheit von jeweils 13 Stimmen werden
Prof. Dr. med. Helmut Coper, Prof. Dr. jur. Bernd Rüthers
und Dr. math. nat. Heinz Knoll in das Kuratorium der FU
gewählt. |
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28. Jan. |
Auf seiner 148. Sitzung stellt das Kuratorium den Haushaltsplan der
FU für 1970 in Höhe von 255 209 800,-- DM fest. Über die bisher
bereits geschaffenen 150 Stellen für Assistenzprofessoren hinaus will das
Kuratorium der FU im Rahmen des Nachtragshaushaltes weitere 250 Assistenzprofessuren
schaffen. Das Kuratorium wählt den bisherigen Direktor in der Senatsverwaltung
für Wissenschaft und Kunst, Hermann Hildebrandt, zum neuen
Kanzler der FU. Hildebrandt ist Volljurist und betreute in der
Senatsverwaltung die Referate Technische Universität und Hochschulrecht. |
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9. Febr. |
Gründungsversammlung der "Notgemeinschaft für eine freie
Universität", Versammlungsleiter: Prof. Dr. Thomas Nipperdey.
In den Vorstand der Notgemeinschaft werden die Professoren Ernst Büchi, Jürgen
Domes, Peter Hanau, Georg Nicolaus Knauer,
Stanislaw Kubicki, Bernd Rüthers und Otto
von Simson gewählt, die auch schon im vorläufigen Vorstand der
"Aktionsgemeinschaft für eine freie Universität" vertreten waren.
Neu hinzu kommen der FU-Professor für Volkswirtschaftslehre, Horst
Sanmann, der Professor für Handels- und Wirtschaftsrecht an der TU, Folkmar
Koenigs und der Akademische Rat (Klassische Philologie) Dr. Hans Joachim
Geisler (CDU). |
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24. Febr |
Der zu fünf Jahren Haft verurteilte Dutschke-Attentäter Josef Bachmann begeht in seiner Zelle
Selbstmord. |
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6. März |
Die "Notgemeinschaft für eine freie
Universität" veröffentlicht unter dem Titel "Freie Universität unter
Hammer und Sichel" eine Dokumentation "zur Lage an der FU", in
der gegen Präsident Kreibich der Vorwurf erhoben wird, er beabsichtige
die FU auf legalem Wege "im sozialistischen Sinne umzugestalten". |
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8. Apr. |
Der Jugendsenator ordnet die
Schließung des Schülerladens "Rote Freiheit" an, ein Projekt des Psychologischen
Instituts der FU, in dem seit Juli 1969 "antiautoritäre
Kindererziehung" erprobt wird. |
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15. Apr. |
Zum Sommersemester 1970 werden an der FU keine Studiengebühren mehr
erhoben. |
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13. Mai |
Das Übergangskonzil der Freien Universität Berlin wählt im ersten Wahlgang
gemäß Vorschlag von Präsident Kreibich mit 63 gegen 37 Stimmen
Dr. Margherita von Brentano und mit 51 gegen 44 Stimmen Prof.
Dr. Herbert Lax zu Vizepräsidenten der FU. |
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14. Mai |
Geburtsstunde der Roten Armee Fraktion: Vier maskierte Personen verhelfen
nach einer Schießerei, bei der drei Personen verletzt werden, dem 27jährigen
Strafhäftling Andreas Baader zur Flucht. Baader hatte
auf Antrag von Rechtsanwalt Horst Mahler die Genehmigung zur
Benutzung der Bibliothek des Zentralinstituts für Soziale Fragen erhalten, um
gemeinsam mit der Lehrbeauftragten des Publizistischen Instituts der FU, Ulrike
Marie Meinhof, Quellenstudien für ein Buch über Jugendkriminalität zu
betreiben. Andreas Baader, Ulrike Meinhof und die
maskierten Personen springen aus dem Fenster der Institutsbibliothek und
flüchten. Die Polizei leitet eine Großfahndung nach Andreas Baader
und Ulrike Meinhof ein. |
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20. Mai |
Auf seiner 152. Sitzung beschließt das Kuratorium der Freien
Universität die Gründung eines 2. Psychologischen Instituts als
Wissenschaftliche Einrichtung im Fachbereich Erziehungswissenschaften der FU. |
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5. Juni |
In ihrem zweiten Bericht "Freie Universität unter
Hammer und Sichel" berichtet die "Notgemeinschaft für eine freie
Universität" detailliert über die Störungen des Lehrbetriebs am
Romanischen und am Englischen Seminar, in der WiSo Fakultät, am OSI und über
die Auseinandersetzungen um die Gründung des 2. Psychologischen Instituts. |
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16. Juni |
Der Senat von Berlin beschließt die Eingliederung des Städtischen Krankenhauses
Westend und der Städtischen Frauenklinik Charlottenburg in die Freie
Universität Berlin als Universitätskliniken Charlottenburg ab 1. Jan. 1971. |
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7. Sept. |
Die Verwaltung des Klinikums Steglitz der FU teilt mit, daß das
Klinikum tief in den Roten Zahlen stecke. Statt den im FU-Etat von 1970
angesetzten 25,5 Millionen DM werden nur schätzungsweise 15 Millionen DM eingenommen. |
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WS |
Im Wintersemester 1970/71 studieren ca. 400 000
Studentinnen und Studenten an den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland,
darunter ca. 65 000 Studienanfänger. |
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18. Nov. |
In Bad Godesberg findet der Gründungskongreß des "Bundes Freiheit
der Wissenschaft" mit 1500 Teilnehmern statt. Laut Satzung vereinigt der
Bund Personen aus allen Kreisen der Bevölkerung, um "auf der Grundlage
der freiheitlich demokratischen Rechtsordnung und im Bewußtsein der gesellschaftlichen
Verantwortung 1. die Freiheit von Forschung und Lehre und Studium zu wahren
und zu fördern, 2. sich jeder Unterwerfung unter die Machtansprüche einzelner
Gruppen oder Interessenten zu wiedersetzen, 3. auf eine Politik zu drängen,
die eine stetige Verbreiterung der Bildungschancen mit der Aufrechterhaltung
der Leistungsmaßstäbe verbindet". In den Vorstand werden die Professoren
Lübbe, Maier und Rüegg gewählt. |
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14. Dez. |
Die im Zusammenhang politisch motivierter Gewaltakte
seit dem 1. Juli 1967 entstandenen Schäden durch "Glas-, Gebäude-,
Mobiliarschäden, Verschmutzungen von Fassaden und der Universitätsgelände,
Entwendung von Einrichtungsgegenständen sowie Beschädigung von Fahnen und
Fahnenmasten" beziffern der Regierende Bürgermeister Schütz
und Innensenator Kurt Neubauer für die Berliner Universitäten
mit 116 666,40 DM, die Fachakademien mit 54 311,37 DM und für die Gerichtsgebäude
mit 314 784,- DM. |
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