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Studientips für die Alte
Geschichte
Eine hervorragende
Einführung bietet Prof. Dr. Gregor Weber:
Das
althistorische Proseminar. Ein Leitfaden (im PDF-Format).
Eine veränderte Fassung davon stellt Andreas Hartmann, M. A., zur Verfügung:
Quomodo historia conscribenda sit. Ein althistorisches Proseminar.
Hier bei uns finden Sie
Hinweise zu folgenden Punkten:
1.
Literatursuche
2.
Literaturbeschaffung
3.
Lexika
1. Literatursuche
Literatur
Monographien: Bücher zu einem bestimmten Thema von einem
einzigen Autor verfaßt (als Einzeltitel oder als Titel
innerhalb einer Reihe, z.B. »Klio-Beihefte«).
Artikel: Aufsätze in wissenschaftlichen
Zeitschriften, in Lexika oder in Sammelbänden (von einem
oder mehr Autoren herausgegeben, z.B. Festschriften)
Allgemeine
Vorgehensweise bei der Suche:
Bei Monographien:
- Katalogrecherche am
systematischen Katalog der Bibliothek
- Neuere Lexikonartikel
(z.B. im Kleinen Pauly oder im DNP)
zum betreffenden Thema suchen. Meistens ist dort
die wichtigste neuere Fachliteratur verzeichnet.
- Für die neueste
Literatur: Bibliographieren (s.u.).
Bei Artikeln:
- Keine
Katalogrecherche in der Bibliothek möglich,
da (für die Altertumswissenschaften) keine
Aufsätze extra katalogisiert werden.
- Lexikonartikel oder
neuere Monographien zum Thema nach neuerer
Fachliteratur durchsuchen.
- Für die neueste
Literatur: Bibliographieren (s.u.).
Bibliographieren
(Literatursuche in
Bibliographien, d.h. mit Hilfe von in periodischen
Abständen erscheinenden Literaturzusammenstellungen)
- Année
Philologique (FMI: 1 C 26):
Bibliographie mit Monographien und Artikeln, oft
mit kurzem Kommentar; Rezensionen von
Monographien; unterteilt in Themenbereiche (z.B.
antike Autoren, Geschichte, Archäologie);
diverse Indices, z.B. für Ortsnamen. Problem:
Berichtszeitraum hinkt dem Erscheinungsdatum um
mehrere Jahre hinterher.
- Gnomon (FMI:
6 Oa 5): Rezensionszeitschrift mit einer
vierteljährlichen Beilage zur neuesten Literatur
(sowohl Monographien als auch Artikel);
unterteilt in Themenbereiche, z.B. Autoren,
Geschichte, Wirtschaft usw. Es gibt keinen Index,
so daß pro Jahrgang vier Faszikel durchgesehen
werden müssen.
- Bulletin
analytique de lhistoire romaine (BAHR) (FMI:
6 Oa 4): Bibliographie mit Artikeln zur
römischen Geschichte; ausgezeichnete Indices.
- Weitere periodisch
erscheinende Bibliographien: Bisweilen
überschneiden sich althistorische Themen mit
anderen altertumswissenschaftlichen,
orientalistischen oder historischen Gebieten
(z.B. 'Karthago' althistorisch - archäologisch -
semitistisch. 'Ptolemäerreich' althistorisch -
archäologisch - ägyptologisch.
Justinian althistorisch -
mediävistisch - byzantinistisch usw.). Daher ist
es nützlich, andere bibliographische Hilfsmittel
zu kennen, die speziell diese Randgebiete
abdecken, z.B.:
- IMB (International
Medieval Bibliography FMI: 1 E 2).
- Archäologische
Bibliographie (FMI: 1 C 36).
- Byzantinische
Zeitschrift: darin: III. Abteilung,
Bibliographische Notizen und Mitteilungen (FMI:
6 P 25)
Literatursuche für den
Bereich Altertumswissenschaften ist ebenfalls mit CD-Rom
möglich (Gnomon-Datenbank, in der FMI-Bibliothek an der
Bibliothekswache erfragen).
Die neueste Literatur
sollte im Internet recherchiert werden (vgl.
unsere Linksammlung):
Die wichtigsten
Datenbanken für die Altertumswissenschaften sind:
2. Literaturbeschaffung
Neben der
FMI-Bibliothek sollten die Bestände der anderen Berliner
wissenschaftlichen Bibliotheken genutzt werden. Dabei
kann auf die Präsenzbestände (nicht ausleihbar) der FU-Institutsbibliotheken
benachbarter Fächer (Byzantinistik, Archäologie, Klass.
Philologie) und vor allem auf die (ab 1850 ausleihbaren)
umfangreichen Bestände der Universitätsbibliothek
(UB) der FU in der Garystraße zurückgegriffen
werden. Seit einem Jahr schafft die UB allerdings so gut
wie keine neuen Bücher mehr an.
Weitere
wichtige Bibliotheken für Historiker in Berlin sind die
Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (Haus 1: Unter
den Linden, Berlin-Mitte. Haus 2: Potsdamer Straße,
Berlin-Tiergarten) und die Universitätsbibliothek der
Humboldt-Universität (sowie die entsprechenden
Institutsbibliotheken).
Online-Kataloge:
Ein großes Problem stellt in Berlin das Auffinden
und Bestellen der Literatur dar. Im (Zettel-)Katalog
des FMI findet man Monographien bis 2000 (ab 2000 nur im
FU-OPAC). Bestände anderer Institutsbibliotheken können
ab ca. 1990 im FU-OPAC recherchiert werden (vor 1990 nur
am Standort bzw. im UB-Zettelkatalog). Die Bestände der
UB findet man ab ca. 1990 im FU-OPAC mit vollem Titel,
aus den 80er Jahren zumeist nur mit Kurztitel. Bestände
vor 1980 müssen noch im alten UB-Zettelkatalog
recherchiert werden (in der FMI-Bibliothek stehen die
Katalog-Mikrofiches der UB zur Verfügung).
Die Bücher der UB müssen online im OPAC bestellt werden. Für die erfaßten Titel
ist dies problemlos. Bei nichterfaßten Titeln (vor 1990)
muß die Signatur herausgesucht (aus dem Zettelkalog) und
im Index des OPACs aufgesucht werden (wenn sie sich nicht
im Index findet, muß das Altbestandsformular des OPACs
ausgefüllt werden).
Sehr gut
erfaßt sind die Bestände der Staatsbibliothek. Im neuen Online-Katalog StabiKat finden sich die Monographien ab
1909, ältere Bestände in Auswahl. Zu beachten ist
allerdings, daß ein Großteil der Vorkriegsbestände im
Krieg verlorengegangen ist (»Kriegsverlust möglich« im
Katalog). Leider verfügt die Staatsbibliothek über
keinen richtigen OPAC. Die Signaturen müssen im StabiKat
bzw. - bei Zeitschriften - in der Zeitschriftendatenbank
(ZDB) herausgesucht werden. Bestellen und Kontoverwaltung
(Verlängern, Vormerken, Gebühren) kann online im Ausleihsystem erfolgen.
Die UB der
Humboldt-Universität verfügt seit 1990 über sehr gute
Bestände. Für die allerneueste Literatur wird man
verstärkt auf sie zurückgreifen müssen. Neue Literatur
kann wie in der UB der FU im OPAC bestellt werden. Hervorragend sind auch die
Altbestände dieser UB (vor 1945), deren Sammlung im
Gegensatz zu der der Staatsbibliothek kaum unter dem
Krieg litt. Diese Bücher können nur vor Ort in zwei
Microfiche-Katalogen recherchiert und im OPAC im
Altbestandsformular bestellt werden.
Die (neueren)
Bestände der wissenschaftlichen Bibliotheken in Berlin
und Brandenburg insgesamt können im Kooperativen Bibliotheksverbund recherchiert werden.
Bestände und
Signaturen von Zeitschriften findet man im
veralteten Microfiche-Katalog oder online in der Zeitschriftendatenbank.
Nicht immer
kann in den Berliner Bibliotheken die gewünschte
Literatur gefunden werden. Daher ist man bisweilen darauf
angewiesen, Bücher aus Fremdbibliotheken durch Fernleihe
zu bestellen. Dies kann man als
Universitätsangehörige(r) der FU kostenlos in der UB
der FU tun. Eine bundesweite Literatursuche ist über den
Karlsruher
Virtuellen Katalog
möglich.
3. Altertumswissenschaftliche
Lexika
In der Alten
Geschichte benutzt man mehrere altertumswissenschaftliche
Lexika:
- Die RE (Paulys
Realencyclopädie der classischen
Altertumswissenschaft. FMI: 2 Oo 1). S. u.
- Der Kleine
Pauly. Lexikon in fünf Bänden, auch als
Dünndruckausgabe (DTV). Erschienen zwischen 1964
und 1975. Stand der Forschung von etwa 1960, in
den letzten Bänden etwas später (FMI: 2 Oo 4).
- Der Neue Pauly
(DNP). Erschienen zwischen 1996 und 2003
(FMI: 2 Oo 5).
Hinweise zur Benutzung der RE
Die RE
besteht aus zwei Reihen, die parallel
zueinander erschienen: die erste Reihe beginnt mit dem
Buchstaben A, die zweite mit dem Buchstaben R. Dies hat
zur Folge, daß die Bände der Buchstaben A, B, C usw.
sowie R, S, T usw. teilweise erheblich früher erschienen
sind als z.B. die Bände mit den Buchstaben Q oder Z.
Dementsprechend ist der Forschungsstand in den Bänden
der Buchstaben P und Q wesentlich jünger als
in den darauffolgenden Bänden mit den Buchstaben R und
S.
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Erste
Reihe Buchstaben A-Q
Erscheinen
von 1893 (A) bis 1963 (Q)
Numerierung:
durchlaufend ab Bd. 1, mit
unterschiedlichen Teilbänden, z.B. RE
1,2 (=zweiter Teilband des ersten
Bandes)
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Zweite
Reihe Buchstaben R-Z
Erscheinen
von 1914 (R) bis 1972 (Z)
Numerierung:
durchlaufend und versehen mit einem A ab
Bd. 1A, mit unterschiedlichen
Teilbänden, z.B. RE 1A,2
(=zweiter Teilband des Bandes 1A)
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Daneben existiert eine
dritte Reihe, die die Supplementeinträge
umfaßt (15 Bde, erschienen von 1903-1978). Zu den Supplementbänden
existiert ein Registerband. Es empfiehlt sich
generell, vor (oder zusätzlich zur) Konsultation der
Lexikonbände einen Blick in das Register zu werfen. Denn
bisweilen existieren Supplementeinträge neben bereits
bestehenden Artikeln (z.B. Artikel Homeros),
insbesondere dann, wenn es in der Forschung zu einer
grundsätzlichen Erweiterung des Kenntnisstandes gekommen
ist.
Lexikonartikel werden wie
wissenschaftliche Literatur behandelt und zitiert. Jeder
Artikel hat in der Regel einen Autor, manchmal aber auch
mehrere (z.B. der Artikel Volaterrae). Der
Name des Autors findet sich in Klammern am Ende des
Artikels. Hat ein Autor mehrere Artikel in Folge
verfaßt, so steht der Name am Ende des letzten Artikels
in Folge.
Besondere
Probleme bei der Benutzung der RE
- Römische Eigennamen
werden in der Regel nach dem Gentilnamen
in die RE eingeordnet [römische Eigennamen
bestehen in der Regel aus je einem praenomen,
nomen gentile und cognomen, z.B. Gaius
(praenomen) Iulius (gentile) Caesar (cognomen)].
Bei mehreren Einträgen des gleichen Stichwortes
werden die Namen nach dem auf das gentile
folgenden cognomen alphabetisch sortiert. Trugen
mehrere Personen einen identischen Namen (etwa
Vater und Sohn), so folgen die Einträge
chronologischen Gesichtspunkten. Hat eine
Namensänderung stattgefunden (etwa bei
Adoption), findet der Eintrag in der Regel unter
dem nomen gentile des Geburtsnamens statt.
Besonders bei römischen Kaisern variieren die
gebräuchlichen modernen Bezeichnungen von ihren
tatsächlichen antiken Eigennamen. Die
vollständigen Namen muß man sich auf anderem
Wege erschließen, z.B. über den Kleinen
Pauly, wo die Einträge unter den
gebräuchlichen modernen Namen erfolgt sind
(Beispiele: Trajan hieß M. Ulpius
Traianus, Achtung: Trajans Vater hieß genauso.
Mark Aurel hat seinen Namen mehrfach gewechselt
und hieß mit ersten Namen M. Annius
Verus) Leider gibt es auch hier unbegründete
Ausnahmen: Septimius Severus (voller Name: Lucius
Septimius Severus) steht unter dem Stichwort Severus
in der RE (anstatt, wie zu erwarten, Septimius).
- Die
Buchstaben U, V und W sowie I und J bilden in der
RE jeweils einen einzigen Buchstaben.
- Moderne Namen und
Fachbegriffe antiker Personen und Dinge können
entweder Verkürzungen oder Latinismen sein. In
der RE stehen jedoch in der Regel die
lateinischen oder griechischen Bezeichnungen.
Daher müssen ggf. die Stichworte, unter denen
gesucht wird, auf ihre ursprüngliche lateinische
oder griechische Bezeichnung zurückgeführt
werden (Beispiele: Athen = Athenai. Tempel =
templum). Daneben können Begriffe, die
ursprünglich lateinisch sind, in gräzisierter
Form auftauchen, wenn sie aus einem spezifisch
griechischen Kontext stammen, ebenso Mischformen
(z.B. der Artikel Marcopolis es handelt
sich um eine Stadt im Orient, wo das Griechische
als Verkehrssprache vorherrschend war - steht
unter der griechischen Form Markoupolis).
Die gräzisierten oder latinisierten Formen
lassen sich relativ leicht umformen, hier die
wichtigsten Regeln:
Griechisch
Lautwerte:
K
ou
(=u)
ai
oi
ei
Flexionsendungen:
-os
-e
-on
-oi
-ai
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Lateinisch
C
u
ae
i
i
-us
-a
-um
-i
-ae
|
Beispiele:
gr. Alexandreia = lat. Alexandria
lat. Caesar = gr. Kaisar
gr. Ptolemaios = lat.
Ptolemaeus
Weitere Lexika, die für
althistorische Themen interessant sein können:
- Realenzyklopädie
für Antike und Christentum (RAC), z.Z. bis zum
Buchstaben I.
- Theologische
Realenzyklopädie (TRE), z.Z. bis zum Buchstaben
T (ab 1976 erschienen, FMI: 2 Cb 4).
- Die Religion in
Geschichte und Gegenwart, 3. Aufl. (RGG³),
erschienen von 1957-1965 (FMI: 2 Ok 53).
- Lexikon für
Theologie und Kirche, 3. Aufl. (LThK³), z.Z. bis
zum Buchstaben M, erschienen seit 1993 (FMI: 2 Ok
53).
- The Oxford Dictionary
of Byzantium (ODB), drei Bde., alle 1991
erschienen (FMI: 2 Op 6).
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entgegengenommen.
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