Hundertjährige U-Bahnen

Hundertjährige U-Bahnen

Nachdem in London (seit 1863, elektrisch ab 1890) erstmals U-Bahnen erbaut wurden, begann man in Kontinentaleuropa mit der Entwicklung von dampf- oder elektrisch-betriebenen U-Bahnstrecken. In Athen gab es zwar bereits 1869 eine unterirdische Stadtbahn, diese wurde jedoch noch mit Dampf betrieben und verkehrt erst seit 1904 elektrisch und wird deshalb nicht zu den ersten U-Bahnen Europas gezählt. Viele ehemalige Stationen sind noch weitgehend im Originalzustand erhalten und bieten noch heute einen Eindruck davon, wie sich zumindest das Warten auf die U-Bahn vor über hundert Jahren einmal angefühlt haben muss. Ich versuche auf dieser Seite, eine Aufstellung zu erstellen, wo der geneigte Fahrgast in Europa noch dermaßen alte U-Bahnstrecken finden kann:

Paris

 

U-Bahnhöfe Bastille (Linie 1) und Avron (Linie 2)


Zug der Linie 2 im U-Bahnhof Avron (links) und U-Bahnhof Gambetta (Linie 3bis; rechts)

Zug der Linie 3bis im U-Bahnhof Porte des Lilas (links) und U-Bahnhof der Linie 7bis Pré-St.Gervais (rechts)


Zug der Linie 2 im U-Bahnhof Jaurès

Eingang und U-Bahnhof Lamarck-Coulaincourt (Linie 12)

Einfahrender U-Bahnzug in Lamarck-Coulaincourt (Linie 12) und U-Bahn auf einem Viadukt über die Seine bei Bercy (Linie 6)


U-Bahnhöfe am Gare d‘ Austerlitz (Linie 5) und in Varenne (Linie 13)

Berlin
Die Stadt Berlin baute zusammen mit den damals noch eigenständigen Städten

Istanbul 

 

Tünel

Budapest
In Budapest wurde im Jahr 1896 die heutige Metrolinie 1 zwischen Gizella tér (heute Vörösmarty tér) und Artézi fürdő (heute Széchenyi fürdő) eröffnet. Im Gegensatz zu den nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Metrolinien 2 und 3, auf denen bis heute Züge sowjetischer Bauart verkehren, hat man auf der originalen „Földalatti“ noch eine etwaige Vorstellung davon, wie der erste U-Bahnbetrieb Kontinentaleuropas einmal ausgesehen hat.


U-Bahnhof Opera (Linie M1)

Wien
Über das Jahr 1898 als Eröffnungszeitpunkt für die Wiener U-Bahn lässt sich streiten. In den Jahren bis 1901 entstanden drei Streckenabschnitte, die zwar heute von Wiener U-Bahnzügen genutzt werden, aber damals mit normalen Eisenbahnwagen, die von Dampflokomotiven gezogen wurden, als „Stadtbahn“ (eher analog der heutigen S-Bahn) betrieben wurde. Zu den ersten Linien gehören also nur Teilabschnitte heutiger Linien: 11.05.1898 von Hütteldorf nach Heiligenstadt (Vorortebahn, heutige Linie S45). Ab 01.06.1898 von Hütteldorf über Meidling, Hauptstraße nach Hütteldorf (obere Wientallinie, heute U4 und Gürtellinie, heute U6), ab dem 30.06.1899 von Meidling, Hauptstraße zum Hauptzollamt (untere Wientallinie, heute U4 und ab 06.08.1901 weiter nach Heiligenstadt (Donaukanallinie) (heute U4) sowie zur Nußdorfer Straße (heute U6). Die erste Stadtbahnstrecke Wiens, die Vorortelinie (heutige S45) war von 1932-1987 ohne Personenverkehr.

Bahnhof Gersthof an der Wiener Stadtbahn (Linie S45)