Emil-Nolde-Haus Seebüll

Emil-Nolde-Haus Seebüll

Der Maler Emil Nolde wurde 1867 als Hans Emil Hansen im kleinen nordschleswigen Dörfchen Nolde bei Tondern (Tønder) auf. Da Nordschleswig nach dem Zweiten Weltkrieg an Dänemark fiel, entschied sich der Grenzgänger Nolde (obgleich er sich ungern für eine Staatsbürgerschaft entscheiden wollte), 1926 für den Kauf eines Grundstück im deutsch gebliebenen Teil des ehemaligen Landkreises Südtondern (Tønder). Das Grundstück, welches genau genommen eine verlassene Warft im Marschland war, erinnerte ihn an sein Heimatdorf Nolde.

Auf den Gelände stand eine verlassenes Gehöft, der Seebüllhof, den Nolde mit seiner Frau erst einmal bezog. Von dort aus delegierten sie den Bau eines neuen zeitgemäßen Wohnhauses im Stil der Neuen Sachlichkeit, welches Nolde 1927 selbst entworfen hatte und das erst 1930 bezugsfertig wurde. Im Jahre 1937 ließ Nolde an das Haus einen Atelierflügel mit Galerie anbauen. Ebenso wichtig wie die Hausgestaltung war den Noldes die Anlage und Pflege eines farbenprächtigen Gartens in der das Grundstück umgebenden sonst eher vegetativ-kargen Landschaft hinter der Wattenmeerküste unweit der Insel Sylt. Die Wege im Garten wurden in der Form ihrer Vornamen-Iniatialien angelegt. Im Jahre 1936 wurde dann das kleine Gartenhaus „Seebüllchen“ errichtet. Der Garten – der bis heute nach Plänen des bis 1976 in Seebüll tätigen Hausgärtner Noldes gepflegt wird – ist heute das Museumsgelände der Nolde-Stiftung Seebüll. Nolde malte im Garten viele Aquarelle. Für seine 1946 Frau Ada ließ er im Garten eine Gruft anlegen (er selbst ist auch dort 1956 bestattet worden).
Seit 1996 steht das Gesamtensemble unter Denkmalschutz. In Noldes Haus sind im Erdgeschoss die Wohnräume in Originalmöblierung bestehen geblieben. In seinen einstigen Atelierräumen (im Anbau von 1937) sind heute die Werke seiner religiösen Phase ausgestellt. Darüber, in der großen Galerie befinden sich seine Ölgemälde und Aquerelle. Die einstigen Schlafzimmer des Hauses sind heute das Grafikkabinett des Museums. Auf dem Museumsgelände befindet sich außerdem ein 2005-2007 nach Plänen von Walter Rolfes erbautes gläsernes Empfangsgebäude, in der über die Biografie Noldes berichtet wird und sich ein Museumsshop sowie ein Café befindet. Ebenfalls in den Jahren 2004-2006 bestehende nach 1956 errichtete Wirtschaftsgebäude durch Neubauten eines Botanicums und eines Verwaltungsgebäudes ersetzt. Der altfriesische Seebüllhof, in den die Noldes zuerst wohnten, beherbergt heute ein Hotel.