Alpe-Adria-Trail: Kärntner Burgruinen

Alpe-Adria-Trail: Kärntner Burgruinen

Abseits der Etappe 20: Vom Ossiacher See (vorbei an drei Burgen) über die Ossiacher Tauern nach Villach 

Kartenhintergrund: openstreetmap.org Radfahrkarte

Der Tauernteich oberhalb von Ossiach, etwa 750 m über NN
Der beliebte Wanderweg „Alpe Adria Trail“ führt von Österreich durch die Slowakei bis ins italienische Triest. Die Etappe 20 des Wanderweges verläuft von Ossiach (am Ossiacher See) nach Velden (am Wörthersee). Diese besonders reizvolle (und auch bei schönstem Wetter recht einsame) Etappe durch die Ossiacher Tauern lässt sich noch etwas „verfeinern“, indem man am Kamm der Tauern nicht den direkten Weg nach Velden nimmt, sondern auf dem Kamm entlang vom Tauernteich über die Burgruinen Eichelberg, Hochwart und Landskron nach Villach abzweigt.
 Diesen Weg möchte ich nachfolgend, bestückt mit ein paar Bildern aus dem Sommer 2014, vorstellen. Auch die Geschichte der Kärtner Burgen, die auf dem Weg liegen, soll kurz erwähnt werden. Direkt am Teich führt der Alpe-Adria-Trail weiter in Richtung Ossiacher Tauern. Wir folgen ihm.

Gut ausgebaut und markiert ist der Alpe Adria Trail auf diesem Abschnitt. Als erstes Dorf erreichen wir Oberwinklern mit der Jausenstation Sakopaning. Von hier bietet sich ein wunderbarer Blick auf den Ossiacher See und die Gerlitzenalpe (Alpe Adria Trail Etappe 19). Der Alpe Adria Trail biegt hier in Richtung Velden ab; wir folgen aber dem Tauern-Kammweg ein kurzes Stück.
Das Dorf Oberwinklern/Untertauern ist ein echtes Kleinod: Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Auch die Höfe am Wegesrand wirken noch äußerst ursprünglich. Die Ställe muten an, als ob in den letzten 150 Jahren die Technik keine nennenswerten Veränderungen gebracht hätten. Nur die den Ort durchquerende Hochspannungsleitung und die wenigen Autos künden von der heutigen Zeit. Wir folgen dem Weg aus dem Dorf heraus, zurück in die Wälder der Ossiacher Tauern. Der Blick rechts geht in Richtung Ossiacher See und Gerlitzen.
Kurz hinter Oberwinklern erreichen wir wieder einsame, kaum begangene Waldwege. Etwas im Unterholz müssen wir teilweise schon nach dem richtigen Weg (in den Karten heißt der Waldweg oft „Umberg“) suchen. Doch bald erscheint vor uns an einer Waldlichtung die Ruine Eichelberg…

 Die Ruine Eichelberg

In Karten sind verschiedene Schreibweisen überliefert: Aichelberg steht an der Plakette an der Ruinenmauer, Eichelberg in den Karten. Die Burgruine stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert (ab da gibt es schon Zeugnisse eines Geschlechts von Aichelberg). Sie wurde 1224 erstmals als „Eychelberc“ erwähnt. Eine Zerstörung im Krieg zwischen Kaiser Friedrich III. gegen die Ungarn im Jahre 1484 wird auch beurkundet, die Burg wurde aber schnell wieder aufgebaut. Im Jahre 1651 wird sie als „Schloß Aichelberg“ erwähnt. Eine der ältesten überlieferten Darstellungen der Burg von 1688 zeigt diese schon als Ruine, sie wird als „meistentheils abgefallen“ bezeichnet. Weitere Fotos von der Burgruine Eichelberg > finden Sie hier.

Die Ruine Hochwart

Der Alpe-Adria-Trail verlässt an dieser Stelle unsere Route. Auf seinem weiteren Verlauf würde man noch an der Burgruine Hochwart vorbeikommen. Die Burg ist auch als (slowenisch) Crni Grad, das „schwarze Schloss“ bekannt; die erste Überlieferung ist eine Schenkungsurkunde an Heinrich V. von Kärnten von 1126. Damals hießt der Burgherr Pilgrim von Pozzuolo. Im 15. Jahrhundert ist die Burg – wie Eichelberg – in den Besitz Friedrichs III gelangt. Ihre Zerstörung wird spätestens für 1515 angegeben. Vermutlich wurde die Anlage im Krieg zwischen Friedrich III. und den Grafen von Görz zerstört. Im Jahre 1673 ist von Weinbau am Südhang der Ruine die Rede.
Die nachfolgenden drei kleinen Fotos dieser Ruine entstanden im Sommer 2011 (> mehr Fotos von Hochwart)
Unser Route führt uns aber zurück zum Kammweg der Ossiacher Tauern. Wir erklimmen immer wieder einige Höhenmeter. Die Pfade werden schmaler und breiter, zwischen Fahrstraße und kaum erkennbarer Trampelfurt ist alles dabei. Ab und zu bieten sich hervorragende Ausblicke auf den Ossiacher See, der zu Fuße der Ossiacher Tauern liegt und auf die gegenüberliegende Gerlitzen Alpe:
Unterwegs machen wir Rast an einem Teich am Eichelburgweg und an in unterschiedlichen Abständen am Weg aufgestellten großen Holzbänken. Die Wege bleiben einsam, die Landschaft auf den Ossiacher Tauern verändert sich aber ständig, wie die folgenden Fotos zeigen. Der Weg nach Landskron ist sehr abwechslungsreich.
Kurz bevor uns durch die Bäume schon der Blick auf Villach eröffnen, ahnen wir schon, dass wir bald am Ziel unserer Tour, der Burgruine Landskron, angelangt sein werden. Doch vorher müssen wir noch einen Bach auf einer schmalen Holzbrücke überwinden. Unterwegs kommen wir außerdem an einer Lichtung mit mehreren Himbeer-Sträuchern vorbei. Der Weg führt uns direkt durch – Zeit für eine Stärkung. Unterwegs gibt es am Wegesrand auch Rastplätze mit Blick auf den Ossiacher See. Teilweise ist das Geländer schon baufällig, hier ist besondere Achtsamkeit gefragt. Nun ist es nicht mehr weit: Blick auf Villach und die zur Stadt gehörende Burgruine Landskron. Auf Landskron befindet sich neben einer Falknerei ein Restaurant. Weitere Bilder von der Burgruine Landskron > finden Sie hier.
Die Burgruine Landskron wurde vermutlich im 16. Jahrhundert errichtet, wobei sich vorher wohl schon Bauten einer zwischen 1313 und 1351 errichteten Burg hier befunden haben müssen. Der Hügel, auf dem sich Landskron befindet, wird als „Schewerperge“ erwähnt. Der Name Landskron ist erstmals 1351 beurkundet, als „perch zu Landschron“, 1447 wird die Anlage aus Schloss bezeichnet. Im Jahre 1812 brennt die Burg nach einem Blitzeinschlag ab. Sie wurde nicht wieder aufgebaut und verfiel. Ein baufälliger Bergfried wurde 1912 gesprengt. Heute ist die Ruine restauriert worden. Nebene einem Restaurant gibt es eine Falknerei. Von der Burgruine Landskron führt sowohl eine Fahrstraße als auch ein Wanderweg (entlang der Rodelbahn) hinab in den Villacher Vorort St. Andrä am Ossiachersee.