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Richard Löwenthal (* 15.4.1908 in Berlin, † 9.8.1991 ebenda)
Richard Löwenthal studiert Nationalökonomie und Soziologie
in Berlin und Heidelberg. Als Student tritt er der KPD bei, 1929
schließt er sich der KPD-Opposition an. Unter dem Decknamen Paul
Sering arbeitet er nach der nationalsozialistischen Machtergreifung
in der Gruppe "Neu Beginnen". Seiner drohenden Verhaftung durch die
Gestapo entzieht er sich 1935 durch Emigration. Aus dem Exil in Prag,
Paris und London setzt er seine oppositionelle Tätigkeit gegen
das NS-Regime fort. Er tritt 1945 der SPD bei und arbeitet bis 1958 als
politischer Korrespondent für den Observer
und Reuters in Bonn.
Die FU beruft ihn 1961 als Ordinarius für die Wissenschaft von
der Politik und für die Geschichte und Theorie der Auswärtigen
Politik an das Otto-Suhr-Institut, wo er bis zu seiner Emeritierung
1974 lehrt. Löwenthal ist außenpolitischer Berater Willy
Brandts und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Grundwertekommission.
Obwohl sein 1946 noch unter dem Pseudonym Paul Sering erschienenes
Buch "Jenseits des Kapitalismus – Ein Beitrag zur sozialistischen
Neuorientierung" im Rahmen der 68er Bewegung neu entdeckt wird, wendet
sich Löwenthal gegen die Studentenrevolte, die er als
"rückwärts gewendete Revolution" kritisiert. Er gehört
1970 zu den Mitbegründern des "Bundes Freiheit der Wissenschaft".
Fotograf unbekannt, Foto/10868, Quelle: Universitätsarchiv der FU