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19.12.1969

Die FU-Studentin Sibylle Plogstedt wird von der tschechoslowakischen Geheim­polizei verhaftet.

  Schwarz-Weiß-Foto von Sibylle Plogstedt
Quelle und ©: Bundesstiftung Aufarbeitung,
Fotograf: Klaus Mehner, Signatur: 74_0506_00

 
  Am 19. März 1971 werden 17 Mitglieder der Bewegung der Revolu­tionären Jugend wegen Unterwühlung der Republik zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sibylle Plogstedt erhält zweieinhalb Jahre, ihr Verlobter Petr Uhl eine vierjährige Haftstrafe. FU-Präsident Rolf Kreibich protestiert in einem Schreiben an die Regierung der ČSSR gegen das Urteil. Ein an der FU gegründetes Solidaritätskomitee wendet sich in einem Offenen Brief an die Regierung der ČSSR und fordert die Freilassung der Inhaftierten. Zu den Unterzeichnern des Appells gehören: Ernst Bloch, Erich Fried, Ekkehart Krippendorff, Alain Krivine, Margherita von Brentano, Ernest Mandel, Klaus Meschkat, Oskar Negt, Bahman Nirumand, Luigi Nono, Bernd Rabehl, Klaus Wagenbach, Rossana Rossanda, Jacob Taubes und Jean-Paul Sartre.
 
Sibylle Plogstedt wird nach eineinhalb Jahren aus ČSSR-Haft ent­lassen. Sie arbeitet danach am Osteuropa-Institut der FU. Nachdem sie 1976 infolge des Radikalenerlasses Berufsverbot erthält, gehört sie zu den Gründerinnen der feministischen Zeitschrift Courage. Nach deren Einstellung arbeitet sie als Redakteurin der sozialdemo­kratischen Parteizeitung Vorwärts.
 
Petr Uhl (1941-2021) ist 1977 an der Gründung der Bürgerrechts­organisation Charta 77 beteiligt. Nach dem Ende des kommunis­tischen Regimes wird er von 1990 bis 1992 Direktor der Nachrich­tenagentur ČTK, von 1998 bis 2001 ist er Bevollmächtigter der tschechischen Regierung für Menschenrechte.
 
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